Cardy

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 14. November 2021
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Cardy, ein sehr delikates Spätherbst- und Wintergemüse, ist botanisch mit der Artischocke verwandt. Typisch für die Cardy ist, dass sie Blätter mit langen silbrig-grau-grünen Blattstielen entwickelt, die dem Bleichsellerie ähneln sowie leicht bitter, würzig und nussartig schmecken.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über die Cardy wissen

Botanisch ist die Cardy mit der Artischocke verwandt. Typisch für sie ist, dass sie Blätter mit langen silbrig-grau-grünen Blattstielen entwickelt, die dem Bleichsellerie ähneln sowie leicht bitter, würzig und nussartig schmecken.

Cardy stammt vermutlich ursprünglich aus Äthiopien, war aber schon im 4. Jahrhundert vor Christi bei den Ägyptern bekannt. In den europäischen Gärten ist sie ungefähr 1650 in Mode gekommen, bevor sich die 1 bis 1,50 Meter große Pflanze mit den sehr dekorativen, großen Blüten auch in Deutschland ausgebreitet hat.

Sie verträgt eine kalte und regnerische Witterung, sodass sie auch im heimischen Garten angebaut werden kann. Die Pflanze bevorzugt einen tiefgründigen und nahrhaften Boden. Die Düngung kann mit Brennnesseljauche und Kompost erfolgen. Generell ist viel Wasser erforderlich. Die Cardy gehört, genau wie die Artischocke, zu den Korbblütlern, allerdings werden bei der Cardy nur die gebleichten Blattrippen gegessen und nicht der Blütenboden. Die Erntezeit ist der späte Herbst.

Cardy ist in Deutschland jedoch nur selten erhältlich, denn das Gemüse wird heutzutage nur in den warmfeuchten Gebieten angebaut, beispielsweise in Frankreich, Spanien, der Schweiz, Nord- und teilweise Südamerika sowie Nord-Italien.

In der Schweizer Region ist die Cardy eine traditionelle Winterspezialität und wird gern zu einem Festessen an Weihnachten und Silvester gereicht, während Cardy in Deutschland eher unbekannt ist. Von Con Dioskorides, einem früheren griechischen Arzt, werden die jungen, zarten Triebe als ein dem Spargel ähnelndes Gemüse beschrieben. Verwendet werden insbesondere die Stiele, die sich allerdings nur dann vollfleischig entwickeln, wenn die Pflanze Cardy nicht zur Blüte kommt. Sie sieht aus wie Staudensellerie, geschmacklich ist die Cardy aber milder. Die Saison für die frische Cardy beginnt in Deutschland Ende September und endet im Dezember. Die Importe stammen meist aus Frankreich, Italien und Spanien.

Bedeutung für die Gesundheit

Von der Cardy werden die grau-grünen Blätter geerntet, deren Stängel sehr viel Vitamin C enthalten und somit das Immunsystem stärken. Die Bitterstoffe in der Cardy, beispielsweise Cynarin, wirken auf die Verdauung anregend. Zudem sind sie gut für den Stoffwechsel der Leber und Galle und auch die Fettverdauung wird verbessert.

Das Inulin ist vor allem für Diabetiker ein sehr gut verträgliches Kohlenhydrat. Des Weiteren wird der Cardy eine appetitanregende und cholesterinsenkende Wirkung zugeschrieben. Letzteres hat viele Gründe: Das Cholesterin wird vermehrt ausgeschieden, für die Gallensäuresynthese wird mehr Cholesterin verbraucht und auch die Neubildung des Cholesterins in den Leberzellen wird gehemmt, sodass der Chlolesterinspiegel durch den regelmäßigen Verzehr der Cardy um mehr als 10 Prozent gesenkt werden soll. Demzufolge kommt dem Gemüse eine wichtige Rolle beim Vorbeugen einer Arteriosklerose zu.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Die Cardy enthält den Bitterstoff Cynarin, der die Verdauung fördert sowie die Tätigkeit der Galle und anderer innersekretorischer Drüsen anregt. Der Inhaltsstoff Cynarin verleiht den Speisen einen leicht bitteren, aber ebenso würzigen und nussartigen Geschmack. Zudem befindet sich in der Cardy das Kohlenhydrat Inulin, das im Magen von Enzymen und der Säure in Fruchtzucker aufgespalten wird. Daher ist das Gemüse Cardy für Diabetiker verträglich. Bei einer frischen Cardy-Pflanze beträgt der Vitamin C-Gehalt ungefähr bei 10 mg je 100 g Gemüse.

Unverträglichkeiten & Allergien

Die Cardy, das delikate Gemüse, ist im Allgemeinen ein gut verträgliches Gemüse, allerdings kann das enthaltene Inulin, das Kohlenhydrat, das sich für Diabetiker gut eignet, bei empfindlichen Menschen zu Blähungen führen. Werden beim Kochen Gewürze wie Kümmel oder Fenchel hinzugefügt, kann dies zum Teil verhindert werden. Bei manchen Personen kann die Cardy auch allergen wirken, was ebenso zu Beschwerden im Bereich des Magens und Darms sowie zu Problemen mit der Haut führen kann. In diesen Fällen ist ein maßvoller Verzehr der Cardy ratsam und sollte sich keine Besserung einstellen, ein gänzlicher Verzicht.


Einkaufs- & Küchentipps

Verzehrt werden bei der Cardy die gebleichten Blattstiele. Die Stängel trocknen jedoch schnell aus und werden rasch faserig. Beim Einkauf sollte daher darauf geachtet werden, dass sie fest, knackig und nicht welk sind. Da sie schnell faulen, ist es wichtig, sie möglichst schnell zu verwenden.

Für die Zubereitung wird die Staude geteilt, bevor die Blätter, Enden sowie die stacheligen Ränder entfernt und die Stängel gewaschen werden. Diese werden anschließend in Stücke geschnitten und in Essigwasser gelegt, falls keine sofortige Verwendung vorgesehen ist, denn dadurch ist eine Schwarzfärbung zu vermeiden. Nun werden die Stängel etwa 20 bis 25 Minuten gekocht und fertig gegart, bis sie noch bissfest sind. Die Stängel der Cardy haben zähe ungenießbare Fäden. Diese werden abschält oder mittels Messer abgezogen. Die Stiele der Cardy gelten als Delikatesse. Die Cardy wird als Gargemüse verwendet, allerdings auch gern in einem Saft, Tee, Trockenextrakt und einer Tinktur genutzt.

Zubereitungstipps

Die feinaromatische Cardy schmeckt zartbitter und nussig. Ganz gleich, ob in der gedünsteten, gedämpften, gegarten oder frittierten Form, sie ist ein sehr schmackhaftes, gesundes Gemüse, das eine ideale Beilage zu hellem Fleisch und Fisch ist. Der artischockenähnliche Geschmack kommt zusammen mit Olivenöl, Zitronensaft und Salz am besten zur Geltung. Die Cardy kann jedoch auch ähnlich wie der Spargel zubereitet werden: Mit Butter oder Bechamelsoße sowie gekochtem Schinken.

Aus der blanchierten, in Stücke geschnittenen Cardy kann auch mit etwas Essig, Salz, Pfeffer, ein wenig Zucker und Distelöl ein aromatischer, fein-würziger Salat zubereitet werden, der gut mit Garnelen und Dillspitzen zu verfeinern ist. Cardy schmeckt im Backteig frittiert ebenso ausgezeichnet. Dies sollte mit geriebenem Parmesan bestreut werden. Cardy kann aber auch roh verzehrt werden, beispielsweise zum Dippen. Dazu passen außerdem Baguettenbrot und Ziegenkäse. Die Cardy kann des Weiteren mit Blauschimmelkäse gratiniert werden. Hierfür werden die Stängel wie gewohnt vorbereitet. Im Anschluss wird Butter schaumig gerührt, zwei Eigelb und der Käse werden untergemischt sowie die Semmelbrösel hinzugefügt.

Dann wird die Mischung mit der Zitronenschale, Zitronenthymian und Pfeffer abgeschmeckt und alles in eine Form gegeben. Die Mischung wird im Kühlschrank durchgekühlt. Die Stangen werden dann auf einem Blech nebeneinander gelegt, die Butter in circa 5 mm dicke Scheiben geschnitten, der Cardy damit belegt und unter dem Grill gratiniert. Der Cardy wird zum Schluss auf dem Teller angerichtet und mit Granatapfelbutter angerichtet. In den westlichen Mittelmeer-Ländern wird aus der Cardypflanze zudem ein Bitterlikör hergestellt, der die Verdauung anregen soll.

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