Gesund trinken - Mineralwasser oder Leitungswasser

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. Januar 2023
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Für einen gesunden Körper und einen gesunden Geist ist Wasser das wichtigste Lebensmittel. Wir trinken es jeden Tag, um unseren Durst zu löschen. Aber Wasser ist nicht nur ein Durstlöscher, sondern unser Körper nimmt darüber auch viele wichtige Mineralstoffe auf. So schleppen wir tagtäglich unzählige Mineralwasserflaschen in die Wohnung, in der sich die Plastikflaschen dann stapeln. Doch ist dieser Aufwand notwendig? Welches Wasser ist gesünder? Mineralwasser und Tafelwasser aus den Flaschen oder das Trinkwasser aus der Leitung?

Inhaltsverzeichnis

Warum ist Wasser für unseren Körper so wichtig?

Es ist ratsam, stets eine Flasche Wasser bei sich zu haben, um den Bedarf ausreichend zu decken. Wer überall ein Getränk in der sichtbaren Nähe hat, wird daran erinnert, stets ausreichend zu trinken.
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Unser Körper besteht zu 50 bis 65 Prozent aus Wasser. Säuglinge haben sogar bis zu 80 Prozent Wasser in ihrem noch in Entwicklung befindlichen Körper.

Wasser erfüllt viele wichtige Funktionen in unserem Körper:

  • formt den Körper als Bestandteil von Zellen und Gewebe
  • sorgt für einen ausgeglichenen Flüssigkeitshaushalt
  • transportiert lebenswichtige Nährstoffe, Vitamine und Mineralstoffe zu den Zellen
  • sorgt für das Quellen von Ballaststoffen
  • kühlt den Körper
  • sorgt für den Abtransport und die Filterung schädlicher Stoffe

Damit unser Körper einwandfrei funktioniert, brauchen wir also immer Nachschub, damit es nicht zu einem Flüssigkeitsmangel kommt. Viele Menschen aber trinken zu wenig, und brauchen daher Tipps, wie man ganz einfach mehr Wasser trinken kann.

Leitungswasser versus Mineralwasser aus der Flasche - was ist besser?

Bei der Aufnahme von Wasser denken wir nicht nur daran, dass wir Flüssigkeit nachfüllen müssen, sondern vor allem an lebenswichtige Mineralien, die wir mit dem Wasser aufnehmen. Auf den Mineralwasserflaschen prangen Listen mit Mineralstoffen, die gesundes Leben mit dem Wasser aus der Flasche versprechen. Dem Leitungswasser hingegen werden häufig Verunreinigungen und ein nicht so hoher Mineralstoffgehalt zugeschrieben. Aber ist das wirklich so?

Richtlinien für Leitungswasser und Mineralwasser

Der menschliche Körper besteht zu 50-70% aus Wasser, das Blut sogar zu 90%. Die Funktionen von Wasser in unserem Körper sind sehr vielfältig und wichtig.

Um gleich das erste Vorurteil gegen Leitungswasser aus dem Weg zu schaffen, lohnt ein Blick auf die Verordnungen für Mineralwasser in Flaschen und Leitungswasser.

In der deutschen Trinkwasserverordnung sind die Richtlinien für das Leitungswasser aufgestellt. Dabei stellt sich heraus, dass diese viel strenger sind als die für Heilwasser, Tafelwasser und Mineralwasser. In der Trinkwasserverordnung finden sich strengste Regelungen für Grenzwerte und Qualitätsanforderungen für das Trinkwasser aus dem Hahn.

Weder gesundheitsschädliche Konzentrationen von chemischen, physikalischen und mikrobiologischen Schadstoffen noch Krankheitserreger dürfen im Trinkwasser sein. Verunreinigungen entstehen wenn überhaupt in den Rohrsystemen und Hähnen im Haus oder in der Wohnung.

Mineral- und Tafelwasser wird durch die Mineral- und Tafelwasserverordnung kontrolliert, Auch hier finden sich Richtwerte für mikrobiologische, physikalische und chemische Parameter. Allerdings sind die nicht 53 wie in der Trinkwasserverordnung, sondern deutlich weniger. Auf Pestizide wird beispielsweise gar nicht geprüft.

Ergo: das Trinkwasser aus dem Hahn unterliegt strengeren Richtlinien und ist somit in den meisten Fällen reiner und gesünder als Mineralwasser. Um herauszufinden, wie gut das Leitungswasser im Haushalt ist, kann man einen schnell und einfach online Wassertest durchführen. Der gibt Aufschluss über Belastungen, Schadstoffe, Mineralstoffgehalt und Wasserhärte.

Das Märchen vom aufbereiteten Abwasser aus der Leitung

Ein weiterer Punkt, den Menschen gegen das Leitungswasser anführen, ist, dass das Wasser aus dem Hahn ausschließlich aus aufbereitetem Abwasser besteht. Doch dies stimmt nicht. Leitungswasser kommt in Deutschland zu fast zwei Dritteln aus natürlichen Quellen wie dem Grundwasser. Das restliche Drittel sind Oberflächenwasser und Quellwasser. Dieses Wasser wird dann in den Trinkwasseranlagen nach den Richtlinien der Trinkwasserverordnung aufbereitet. Abwasser hingegen durchläuft die Kläranlagen und wird dann wieder in die Gewässer geleitet.

Mineralien im Leitungswasser und Mineralwasser

Mineralien sind im Körper als Elektrolyte im Blut, Lymphe, Gewebsflüssigkeit und in den Zellen gelöst.
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Mit dem täglichen Wasser nehmen wir auch Mineralstoffe auf. Unser Körper braucht Mineralien als festen Bestandteil von Knochen und Zähnen, aber auch als Elektrolyte in gelöster Form i den Zellen, im Lymphgewebe oder im Blut. In der richtigen Konzentration sorgen sie für einen ausgeglichenen Mineralstoffhaushalt und schützen uns vor schweren Gesundheitsstörungen. Mineralstoffe haben also eine große Bedeutung für Körper und Gesundheit.

Viele Mineralwasserhersteller werben daher mit einer besonders hohen Konzentration an Mineralien. Doch auch an dieser Stelle sollte mit zwei Vorurteilen aufgeräumt werden. Zum einen enthält auch unser Trinkwasser aus der Leitung viele Mineralstoffe. Je nach Region kann sich deren Verteilung unterscheiden. Zum anderen sind Mineralwasser mit besonders vielen Mineralstoffen nicht unbedingt gesünder.

Dies liegt daran, dass unser Körper seinen Bedarf an Mineralien zum größten Teil aus der Nahrung, nicht aus dem Wasser gewinnt. Mineralien in Form von Wasser zusätzlich zuzuführen, ist daher nur für Menschen wichtig, die beispielsweise auf Milchprodukte verzichten oder sehr viel Sport auf professionellem Niveau betreiben.

Plastik im Trinkwasser

In der letzten Zeit spielt die Diskussion um Mikroplastik in unserer Nahrung, im Wasser und in unserer Umwelt eine immer größere Rolle. Eine unangenehme Eigenart von Plastikflaschen, die am häufigsten als Behältnis für Mineral- und Tafelwasser dienen, Abbauteile des Kunststoffs in unser Wasser bringen. Diese verändern den Geschmack und die Zusammensetzung des Flaschenwassers.

Was die Mikroplastikteilchen in unserem Körper noch bewirken, ist noch nicht abschließend geklärt. An Universitäten, privaten Forschungseinrichtungen und auch beim Deutschen Umweltbundesamt laufen die Forschungen dazu auf Hochtouren. Erste Ergebnisse weisen darauf hin, dass unser Körper auf Mikroplastik mit Entzündungen reagiert.

Leitungswasser trinken und die Umwelt schützen

Das Leitungswasser in Deutschland kann in der Regel bedenkenlos getrunken werden. Leitungswasser ist laut Stiftung Warentest nährstoffreicher als Mineralwasser in gekauften Flaschen.
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Noch ein letzter Punkt spricht dafür, dass man Leitungswasser dem Wasser aus der Flasche vorziehen sollte. In Zeiten von Klimakatastrophen, der immer stärker werdenden Belastung unserer Umwelt und der Verknappung von Ressourcen legen viele Menschen wieder Wert auf Nahrungsmittel und Produkte aus der Region.

Mineralwasser aber stammt zum Teil aus sehr weit entfernten Regionen, wird um die ganze Welt geschifft und sogar teilweise aus Regionen gewonnen, die selbst auf dieses Wasser angewiesen sind.

Leitungswasser hingegen stammt immer aus der Region, ist zudem nicht schadstoffbelastet und enthält ausreichend Mineralien, um kleinere Defizite in der Mineralstoffaufnahme auszugleichen. Der einfache Dreh am Wasserhahn ist also durchaus gesund, erspart das Kistenschleppen und schützt die Umwelt.

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