Knollensellerie

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. Februar 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Lebensmittel Knollensellerie

Knollensellerie, ein Wurzelgemüse, gehört zur Familie der Doldenblütler. Er verfügt über eine große und knorrige Wurzel, die unter der Erde wächst. Der Knollensellerie ist in der Küche ein würziger Begleiter, bietet aber auch viele gesundheitliche Vorteile.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über den Knollensellerie wissen

Knollensellerie, ein Wurzelgemüse, gehört zur Familie der Doldenblütler.

Der Knollensellerie wurde bereits in der Antike als Gemüse, Gewürz und wertvolle Kulturpflanze verwendet und in Rom als Antidepressivum sehr geschätzt. Im Mittelalter geriet der Knollensellerie dann weitestgehend in Vergessenheit, wurde aber im 17. Jahrhundert in Italien wieder entdeckt.

Heutzutage ist Europa der Hauptkonsument des Wurzelgemüses, das hier auch angebaut wird. Die große, knorrige Wurzel, über die der Knollensellerie verfügt, kann 20 cm breit werden und ein Kilogramm wiegen. Sie schützt sich mit einer grünen, dicken Schale, unter der sich das frische, würzige Fruchtfleisch befindet. Der Geschmack ist im Vergleich zum Selleriestängel etwas herber. Jung geernteter Knollensellerie ist mild und zartwürzig. Wird er spät geerntet, schmeckt er kräftig würzig bis streng. Sein Aroma verdankt der Knollensellerie den reichlich enthaltenen ätherischen Ölen.

Das Wurzelgemüse ist je nach Sorte unterschiedlich geformt, von rund, platt, über hochoval bis hin zu kegelförmig. Die Blätter des Selleries ähneln denen der Petersilie. Damit können Speisen gewürzt werden. Der Knollensellerie ist von Mai bis November zu ernten. Dies sollte bei Trockenheit erfolgen. Zudem ist es wichtig, dass die Knollen keinesfalls gewaschen werden, da feuchtes Erntegut von Schädlingen befallen werden könnte. Der geerntete Sellerie wird möglichst keiner direkten Sonnenstrahlung ausgesetzt. Der Knollensellerie ist ganzjährig erhältlich, da der Knollensellerie gut gelagert werden kann.

Bedeutung für die Gesundheit

Der Knollensellerie ist sehr gesund. Bereits im Mittelalter war er für die harntreibende Wirkung bekannt und wurde hierfür in Apotheken vertrieben. Auch heute noch wird das Wurzelgemüse in gesundheitlicher Hinsicht geschätzt. Der Knollensellerie stärkt das Immunsystem und die Abwehr, entwässert, wirkt blutreinigend, mildert Husten und soll auch bei Depressionen oder Angstzuständen helfen, da er entspannend und beruhigend wirkt.

Der Knollensellerie ist aufgrund des hohen Kaliumgehalts harntreibend, sodass er bei Rheuma und Gicht hilfreich ist und auch gern zum Entschlacken verwendet wird. Wer an einer Nierenerkrankung leidet, sollte demzufolge allerdings lieber auf Sellerie verzichten. Der gesunde Knollensellerie soll außerdem der Entstehung von Bluthochdruck vorbeugen und zur Senkung beitragen. Der Knollensellerie ist dank des extrem niedrigen Kaloriengehalts zudem für eine figurbewusste Ernährung ideal.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 42 Fettgehalt 0,3 g
Cholesterin 0 mg Natrium 100 mg
Kalium 300 mg Kohlenhydrate 9 g
Ballaststoffe 1,8 g Eiweiß 1,5 g

Der Knollensellerie verfügt über einen hohen Anteil an wertvollen ätherischen Ölen, die dem Wurzelgemüse den typischen Geschmack und Geruch verleihen. Zudem stecken darin Kalium, Kalzium, Eisen sowie Carotinoide und wichtige Vitamine wie das Vitamin C und verschiedene B-Vitamine, die den Knollensellerie in gesundheitlicher Hinsicht äußerst wertvoll machen. Beim Knollensellerie verfügen die Blätter über zehn Mal mehr Kalzium als die Wurzeln.

Unverträglichkeiten & Allergien

Der Sellerie ist im Allgemeinen eine häufige Ursache für Nahrungsmittelallergien. Dazu gehört ebenso der Knollensellerie. Insbesondere die Sellerieallergie ist sehr häufig mit einer Pollenallergie auf Birke oder Beifuss kombiniert. In der Medizin wird dies als „Birken-Beifuss-Sellerie-Syndrom“ genannt. Oftmals besteht zudem eine Allergie auf Doldenblütler, beispielsweise Karotten, Anis, Fenchel, Koriander, Kümmel, Dill und Petersilie. Die Beschwerden können bei der Sellerieallergie leicht, aber auch lebensgefährlich sein.

Die Symptome reichen von Reizerscheinungen im Mund und Rachen, zum Beispiel ein Jucken, ein Schwellungs- oder Taubheitsgefühl, Beschwerden im Bereich der Nase und Augen wie Niesanfälle, ein Laufen oder Verstopfen der Nase, gerötete oder juckende Augen, Magen-Darm-Beschwerden wie Durchfälle und Krämpfe bis hin zu schwerwiegenden lebensbedrohlichen Reaktionen, die akute Notfallmaßnahmen erforderlich machen. Zu beachten ist, dass im Gegensatz zu zahlreichen anderen Nahrungsmittelallergien auch gekochter Knollensellerie Beschwerden verursachen kann.


Einkaufs- & Küchentipps

Der Knollensellerie sollte bei einer möglichst hohen Luftfeuchtigkeit und circa sechs Grad im Kühlschrank gelagert werden, damit er sich frisch hält. Je besser die Sellerieknolle ausgereift ist, desto länger kann sie aufbewahrt werden. Sie sollte jedoch nach spätestens 14 Tagen verbraucht werden. Angeschnittene Flächen des Selleries sollten mit Frischhaltefolie abgedeckt werden.

Der Knollensellerie sollte nicht in der unmittelbaren Nähe von Obst liegen, da das Obstreifungsgas den Verderb beschleunigt. Sellerie ist auch zum portionsweisen Einfrieren geeignet. Vorher sollte er jedoch gar gekocht werden. Vor dem Kochen werden von der Knolle die Blätter und Wurzeln beseitigt. Das untere Ende wird großzügig abgeschnitten. Anschließend wird der Knollensellerie mit Wasser gründlich gereinigt und die dicke Schale abgeschält. Er muss so lange gekocht werden, dass das Gemüse gerade gar ist, jedoch nicht zerfällt. Er wird im kalten Wasser aufgesetzt und nur leicht geköchelt. Als Alternative zum Abkochen bietet sich das schonende Dämpfen an.

Dies empfiehlt sich ohnehin für die Zubereitung von vielen Speisen, da hierbei die wertvollen Inhaltsstoffe weniger zerstört werden. Es ist wichtig, dass der Sellerie in gleich große Stücke geschnitten wird, um eine gleichmäßige Garung zu erzielen. Ein Verfärben der Knollensellerie-Stücke nach dem Zerschneiden kann vermieden werden, wenn sofort mit der Zubereitung begonnen wird. In Würfel oder Scheiben geschnitten, ist der Knollensellerie in circa 15 Minuten gar. Bei ganzen Knollen hingegen kann der Garvorgang bis zu 45 Minuten dauern.

Zubereitungstipps

Der Knollensellerie bietet in der Küche zahlreiche Zubereitungsmöglichkeiten. Er kann gegart, aber ebenso roh verzehrt werden. Wenn er püriert werden soll, muss er zunächst weich gekocht und gut abgesiebt werden. Anschließend wird er mit Sahne und Butter verfeinert. Pürierter Knollensellerie schmeckt ausgezeichnet als Beilage und ist zudem eine optimale Basis für gesunde Suppen, Eintöpfe, Saucen und herzhafte Gemüse-Terrinen.

Der Knollensellerie verleiht den verschiedenen Speisen dank seines kräftigen Aromas die typische Note. Auch als ein schmackhafter Teil von Rohkostsalaten wie dem Waldorfsalat ist der Knollensellerie ebenfalls sehr beliebt. In der Kombination mit Äpfeln und verschiedenen Nüssen, beispielsweise Walnüsse, harmoniert das Wurzelgemüse optimal mit süß-säuerlichen Geschmacksnoten. Zudem wird der Knollensellerie in der mediterranen Küche gern mit Pasta kombiniert, zum Beispiel in der Form von Lasagne. Es gibt viele weitere ausgefallene Rezepte mit dem Knollensellerie. Der Kreativität darf hier freien Lauf gelassen werden.

Gute Ideen und gesunde Alternativen sind beispielsweise Pommes aus Knollensellerie, das Sellerieschnitzel, das vor allem von Veganern und Vegetariern sehr gern zubereitet wird, gegrillte Forelle mit Sellerie oder gefüllte Paprika mit einem Tomaten-Sellerie-Ragout. Erlaubt ist stets, was schmeckt. Es gibt bei der Verwendung von Knollensellerie kaum Einschränkungen.

Das könnte Sie auch interessieren