Wachskürbis

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. März 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Der Wachskürbis ist ein einjähriges Kürbisgewächs mit Ursprung in Südostasien. Die Früchte nehmen bei der Reifung eine ellipsoide bis kugelige Gestalt an und die Schale ist mit einem weißlichen, schützenden Wachs überzogen. Seine größte Bedeutung hat der Wachskürbis in der asiatischen Küche, wobei reife wie auch unreife Früchte, Blätter und Blüten Verwendung finden. In der TCM wird der Wachskürbis auch als Heilmittel gegen stressbedingte Krankheitssymptome eingesetzt.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über den Wachskürbis wissen

Der Wachskürbis ist ein einjähriges Kürbisgewächs mit Ursprung in Südostasien. Die Früchte nehmen bei der Reifung eine ellipsoide bis kugelige Gestalt an und die Schale ist mit einem weißlichen, schützenden Wachs überzogen.

Der einjährige Wachskürbis (Benincasa hispida), von dem weit über eintausend Arten bekannt sind, wird auch als Wintermelone bezeichnet und gehört zu den Kürbisgewächsen (Cucurbitaceae). Wie die meisten Kürbisarten, ist der Wachskürbis einhäusig (monözisch) und bildet separate männliche und weibliche Blüten auf ein und derselben Pflanze aus.

Charakteristisch für die meisten Arten ist die weiche Behaarung fast aller Pflanzenteile, außer den Früchten. Die Früchte des Wachskürbisses erinnern in Form und Größe ein wenig an Brotlaibe und erreichen ein Gewicht von 10 bis 15, bei einigen Sorten auch bis zu 40 oder gar 100 Kilogramm. Bei einigen Arten nehmen die Früchte eine fast kugelige Gestalt an, und die dunkelgrüne bis blaugrüne Schale ist mit einer weißen Wachsschicht überzogen, die die Frucht vor Austrocknen und vor Infektionen schützt. Selbst nach der Ernte nimmt die Wachsschicht bei längerer Lagerung noch zu. Sie ist deshalb über Monate hinweg lagerfähig, ohne dass sie merklich an Frische verliert.

Wegen der langen Lagerfähigkeit und der Möglichkeit der zweimaligen Ernte in tropischen Regionen wird der Wachskürbis im Handel ganzjährig angeboten, so dass eine ausgesprochene Saison oder beste Zeit für einen Kauf der Früchte praktisch nicht existiert. Geschmack und Geruch des Fruchtfleisches erinnern an Salatgurken. Zum Verzehr ist nicht nur das Fruchtfleisch geeignet, sondern auch junge Blätter und junge Blüten der Pflanze. Für Heilzwecke finden außer den Früchten ebenfalls Wurzelextrakte Verwendung.

Der Ursprung der schnellwachsenden Pflanze liegt in Südostasien, wo sie auch in der TCM und im indischen Ayurveda seit wahrscheinlich mehr als zweitausend Jahren eine Bedeutung als Heilpflanze hat. Sie gelangte über Kuba nach Amerika und wird heute in fast allen tropischen und subtropischen Regionen angebaut. Beispielsweise wird der Wachskürbis auch in Holland in Gewächshäusern angebaut und kommt meist von August bis September in den Handel. Die vielseitigste Verwendung finden Wachskürbisse in der asiatischen Küche in Form von Suppen und als Gemüsebeilagen und zwar nicht nur in reifem, sondern auch in noch unreifem Zustand.

Bedeutung für die Gesundheit

Das Fruchtfleisch des Wachskürbisses erinnert nicht nur an den Geschmack von Salatgurken, sondern auch die Inhaltsstoffe sind mit ihr vergleichbar. Die Bedeutung des Wachskürbisses liegt nicht in ihrem Gehalt an primären Inhaltsstoffen, denn Proteine, Fette und Kohlenhydrate sind nur in geringem Maße vorhanden.

Auch mit Ballaststoffen kann der Wachskürbis kaum aufwarten, so dass zumindest eine leichte Verdaulichkeit gegeben ist. Die Bedeutung des Wachskürbisses liegt vielmehr in ihrem Gehalt an sekundären Inhaltsstoffen, die teilweise eine gesundheitliche Relevanz aufweisen. Es fällt besonders der hohe Gehalt an Kalium und an einigen B-Vitaminen auf. In der TCM und in der ayurvedischen Medizin werden dem Fruchtfleisch und Wurzelextrakten diuretische, blutzuckersenkende und entzündungshemmende Wirkungen zugeschrieben. Ebenso kommt dort dem Wachskürbis in der Behandlung von Bluthochdruck und Magengeschwüren sowie zur Vorbeugung gegen Erkrankungen der Herzkranzgefäße und zur Fiebersenkung eine Bedeutung zu.

In den zahlreichen flachen Samenkörnern, die sich im Fruchtfleisch befinden, sind wertvolle, mehrfach ungesättigte Fettsäuren enthalten, denen ein positiver Einfluss auf die Haut zugeschrieben wird. Auch als Mittel gegen Wurmbefall wird der Wachskürbis in der TCM verwendet.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Nährwertangaben Menge pro 100 Gramm
Kalorien 13 Fettgehalt 0,2 g
Cholesterin 0 mg Natrium 111 mg
Kalium 6 mg Kohlenhydrate 3 g
Ballaststoffe 2,9 g Eiweiß 0,4 g

Aufgrund seines niedrigen Gehalts an primären Inhaltsstoffen ist auch der Nährwert der Wachskürbisse mit 28 Kilokalorien je 100 Gramm Fruchtfleisch sehr niedrig. Der Gehalt an Kohlenhydraten beträgt nur 5,7 Gramm. Proteine sind in einer Menge von 0,9 Gramm und Fette sind, außer in den Kernen, praktisch nicht vorhanden. Auch der Gehalt an Ballaststoffen ist mit 1 Gramm je 100 Gramm Fruchtfleisch vernachlässigbar.

Der Wachskürbis könnte bei ausschließlicher Betrachtung seiner primären Inhaltsstoffe fast als diätetisches Lebensmittel betrachtet werden. Punkten kann der Kürbis mit einigen sekundären Inhaltsstoffen. Besonders der Kaliumgehalt ist mit 210 Milligramm bedeutend. Ebenso sind die Mengen an Calcium (5,0 mg), Magnesium (8,0 mg), Natrium (12 mg) sowie an Schwefel (12 mg) und Phosphor (7,0 mg) erwähnenswert. Gesundheitsrelevanter Vitamingehalt ist bei den Vitaminen A, B1, B2, B6 und bei Vitamin E gegeben. Der Gehalt an Vitamin C ist mit 16 Milligramm – gemessen an sonstigem Gemüse – als eher unterdurchschnittlich einzuschätzen.

Unverträglichkeiten & Allergien

Direkte Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Allergien im Zusammenhang mit Wachskürbis sind selten. Falls Unverträglichkeiten festgestellt werden, zeigen die Symptome in der Regel einen milden Verlauf.

Wenn allerdings Unverträglichkeiten oder Allergien gegen eine andere Kürbisart bekannt sind, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Symptome in ähnlicher oder in abgeschwächter Form auch nach dem Verzehr von Wachskürbis auftreten. In seltenen Fällen treten Symptome wie Gesichtsrötung, Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen oder Hautausschläge auf. In extrem seltenen Fällen kann ein anaphylaktischer Schock auftreten.


Einkaufs- & Küchentipps

Wachskürbisse werden sind nicht in jedem Supermarkt oder Obstgeschäft zu finden, weil das Gemüse in Deutschland bisher (noch) keine flächendeckende Verbreitung gefunden hat. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass die Wachsschicht der Schale möglichst unversehrt ist und sie sich ziemlich hart anfühlt und keine Dellen aufweist.

Prinzipiell sind Wachskürbisse das ganze Jahr über verfügbar. Das wichtigste Exportland für Deutschland ist Thailand. Wachskürbisse können in unversehrtem Zustand problemlos monatelang gelagert werden. Nur die Lagerfähigkeit von ganz jungen Wachskürbissen ist eingeschränkt. Sie beträgt im Kühlschrank nur etwa 2 Wochen. Sehr junge Wachskürbisse können vollständig mit Schale zu Suppen verarbeitet werden. Die Suppe sollte mindestens eine Stunde köcheln, weil das Fruchtfleisch dadurch Geschmacksaromen aufnimmt. Wachskürbisse können auch gegart werden.

Hierzu wird an einem Ende die Kappe abgeschnitten, das Fruchtfleisch zu etwa zwei Dritteln entfernt und der Wachskürbis mit einer Füllung versehen, um ihn anschließend zu garen. Die Früchte eignen sich aufgrund ihres hohen Wassergehalts weniger gut zum Schmoren.

Zubereitungstipps

Eine klassische Form der Zubereitung eines Wachskürbisses besteht darin, den Kürbis zu schälen, das Fruchtfleisch von den Kernen zu befreien, um es anschließend zu würfeln und wie auch andere Gemüse zu kochen und als Beilage für Gerichte zu verwenden.

Während die Chinesen bevorzugt den Wachskürbis zu Suppen verarbeiten, wird das Fruchtfleisch in Indonesien auch für die Herstellung eines süßen Snacks verwendet. Das gewürfelte Fruchtfleisch wird in einer süßen Marinade getränkt und anschließend getrocknet. Die kleinen getrockneten Stückchen werden dann als Snack zu Getränken wie Tee oder Kaffee gereicht oder in Gebäck und Kuchen verarbeitet.

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