Co-Abhängigkeit - Alltag mit Süchtigen

Suchtkrankheiten sind nicht nur für den Betroffenen selbst problematisch, sondern gleichermaßen für dessen direktes Umfeld. Enge Freunde und die Familie leiden im Rahmen einer Co-Abhängigkeit oftmals mit und müssen Veränderungen in ihrem Alltag hinnehmen. Was genau ist Co-Abhängigkeit und wie sollte mit der Thematik umgegangen werden?

Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist Co-Abhängigkeit?

Das erste Anzeichen für eine Suchterkrankung besteht häufig darin, dass der Betroffene die Substanz häufiger oder länger konsumiert als ursprünglich geplant – oder dass er mehr Zeit am Spielautomaten oder Computer verbringt als beabsichtigt.
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Die Definition von Sucht ist vielen Menschen bekannt - zumindest in groben Zügen. Eine Sucht beschreibt einen Zustand, in dem ein Mensch nicht mehr fähig ist, sein Verlangen nach einem bestimmten Rauschmittel zu unterdrücken. Vielmehr geht er diesem Zwang unkontrolliert und oftmals ohne Rücksicht auf die Konsequenzen für seinen Alltag und sein Leben nach. Eine Sucht wird als Krankheit angesehen.

Grundsätzliche Definition

Was aber ist eine Co-Abhängigkeit? Allgemein wird darunter ein suchtförderndes Verhalten einer Person aus dem Umfeld eines Abhängigen verstanden. Dies kann zur Entstehung einer Abhängigkeit beitragen oder die Sucht verstärken.

Dabei sind die Handlungen nicht als absichtliches Fehlverhalten zu verstehen. Vielmehr fördern die Co-Abhängigen die Sucht durch ihr Verhalten, ohne ein Bewusstsein dafür zu haben. Die co-abhängigen Personen sind meist im engeren Umfeld des Süchtigen zu finden. Dazu können zählen:

  • die Familie,
  • die Lebenspartnerin oder der Lebenspartner
  • sowie enge Freunde.

Das liegt vor allem darin begründet, dass zum Beispiel lockere Bekannte oftmals keine so umfangreichen Einblicke in das Leben einer Person haben und ihnen die Sucht somit womöglich verborgen bleibt.

Ursprünglich wurde der Begriff der Co-Abhängigkeit für Menschen im direkten Umfeld einer alkoholkranken Person verwendet. Mittlerweile gilt er gleichermaßen für die angehörigen von Menschen mit anderen Suchterkrankungen.

In besonderem Maße von einer Co-Abhängigkeit betroffen sind Frauen. Gefährdet sind außerdem Personen, in deren Familie eine Sucht auftritt. Das liegt nahe: Kaum ein Verhältnis zwischen Menschen kann enger sein als eine familiäre Bindung. Daher wird der Alltag dieser Menschen von einer Sucht eines Verwandten besonders stark und umfangreich beeinflusst.

Verhaltensweisen, die für eine Co-Abhängigkeit typisch sind

Für eine Co-Abhängigkeit typisch sind einige bestimmte Verhaltensweisen. Dazu gehört zum Beispiel der Versuch, den Suchtkranken zu schützen – allerdings nicht unbedingt vor dem Suchtmittel selbst, sondern eher vor den Konsequenzen.

So sind Co-Abhängige zum Beispiel geneigt, gewisse Aufgaben für den Suchtkranken zu übernehmen, die dieser im Rausch nicht mehr wahrnehmen kann. Daher gibt es oftmals keine Einsicht bezüglich des Problems, da die Konsequenzen ausbleiben, die ohne die Unterstützung eintreten und den Missstand verdeutlichen würden.

Damit einher geht eine Hilfe beim Verbergen der Suchterkrankung, wodurch der Abhängige einmal mehr in seiner aktuellen Situation verweilen kann und keinen Grund für eine Veränderung oder Therapie sieht.

Zudem wird versucht, Entschuldigungen für die Sucht zu finden – in einigen Fällen führt dies dazu, dass die Krankheit unbewusst als gegebener und unveränderlicher Zustand hingenommen wird. Für das Entschuldigen werden nicht selten Gegebenheiten im Leben des Süchtigen oder aus dessen Historie herangezogen.

Ein weiteres typisches Verhalten von Co-Abhängigen ist das Anschuldigen des Süchtigen. Dies hat den Hintergrund, zu versuchen, ihn auf sein Problem aufmerksam zu machen. Oftmals reagiert der Abhängige dann mit Ausflüchten oder Versprechungen.

Letztere sind aufgrund des Suchtdrucks in den allermeisten Fällen kaum haltbar. Für den Co-Abhängigen wird das Brechen solcher Vereinbarungen immer wieder zu einer herben Enttäuschung. Insgesamt versuchen Co-Abhängige oftmals, das Problem der Sucht gemeinsam mit dem Süchtigen ohne fremde Hilfe selbst in den Griff zu bekommen.

Das geht zusätzlich damit einher, dass sie versuchen, den Abhängigen zu kontrollieren, was selten zum Erfolg führt. Ohne professionelle Hilfe und eine Ausbildung, die darauf abzielt, solche Suchterkrankungen in den Griff zu bekommen, ist es unwahrscheinlich, dass eine nahestehende Person mit ihrer Unterstützung nachhaltig erfolgreich ist.

Welche Süchte gibt es und woran lassen Sie sich erkennen?

Bei einem Blick auf die Co-Abhängigkeit ist es gleichzeitig sinnvoll, zu wissen, welche Suchterkrankungen es gibt und woran sich diese sicher erkennen lassen. So bekommen die Personen, die womöglich von Ersterer betroffen sind, ein besseres Gefühl für die Umstände. Zu den Süchten, die verbreitet sind, gehören unter anderem:

  • sowie die Medikamentensucht.

Alkoholsucht

Schwere Leberschäden, Fettleber, und Alkoholhepatitis (Leberentzündung) oder einer Leberzirrhose sind die gefährlichen Erkrankungen, die mit einer Alkoholsucht einhergehen können.

Von einer Alkoholsucht sind in Deutschland viele Menschen betroffen. Laut einer Untersuchung der Barmer Krankenkasse gab es im Jahr 2021 in der Bundesrepublik ungefähr 1,1 Millionen alkoholabhängige Personen.

Ein überwiegender Teil dieser Menschen wird in der zweiten Lebenshälfte süchtig. Bei einem Blick auf die Geschlechterverteilung wird deutlich, dass ein Großteil der Süchtigen (820.000) Männer sind, einen deutlich geringeren Teil machen Frauen aus (329.000).

Eine Alkoholsucht ist ein ideales Beispiel dafür, wie schleichend sich eine Abhängigkeit entwickeln kann. Zunächst wird das Trinken immer alltäglicher, daraufhin hat es einen solchen Einfluss, dass andere wichtige Faktoren des Lebens wie zum Beispiel die Arbeit, Hobbys oder die Familie in den Hintergrund treten. In einer letzten Phase lassen die sozialen Fähigkeiten des Betroffenen deutlich nach, was zu einer Vereinsamung und womöglich gleichzeitig zu einem sozialen Abstieg führt.

Gleichzeitig sind Alkoholabhängige mit einer Reihe von körperlichen und psychischen Folgen konfrontiert. Dazu gehören:

  • Entzündungen,
  • verschiedene Magen-Darm-Krankheiten,
  • Gedächtnisprobleme

Die Liste der Beispiele zeigt, wie massiv die Folgeschäden des Alkoholismus sind. Oftmals schränken sie das Leben der Betroffenen sehr stark ein, in einigen Fällen führt die Alkoholabhängigkeit zum Tod.

Drogensucht

Drogenabhängige finden sich in allen sozialen Schichten, unabhängig vom Alter, Geschlecht oder der individuellen Persönlichkeitsstruktur.
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Neben dem Alkohol gibt es eine ganze Reihe von Drogen, die abhängig machen können und im Laufe der Sucht körperliche und psychische Probleme auslösen. Hierzu gehören neben Amphetamin, bspw. Kokain und Heroin.

Amphetamine machen die betroffene Person schon nach kurzer Zeit stark abhängig – in besonderem Maße gilt das für Methamphetamin, im alltäglichen Sprachgebrauch auch als Meth bekannt.

Die Folgen des Konsums können in einer Dehydrierung und Überhitzen liegen. Diese Gefahr besteht vor allem, wenn die Drogen auf Festen konsumiert werden. Darüber hinaus bedingen Amphetamine Herzinfarkte und Nervenstörungen, die zu Parkinson führen können.

Psychische Konsequenzen des Konsums können in Depressionen und Psychosen sowie einer Schizophrenie liegen. Für Letztere gibt es übrigens bereits seit über einem Jahrzehnt unabhängig von der Ursache des Drogenkonsums Möglichkeiten einer Früherkennung.

Kokain wiederum kann im Bereich der Psyche ebenfalls eine Reihe von Problemen auslösen. Dazu gehören Ängste, paranoide Zustände sowie Halluzinationen. Darüber hinaus ist die Droge hochgradig suchterregend. Körperliche Konsequenzen sind unter anderem Herzinfarkte sowie Nieren- und Leberschäden.

Heroin schädigt gleichermaßen die Leber und hat einen rasanten körperlichen Verfall zur Folge. Dazu gehören Karies und ausfallende Zähne. Die Droge macht den Nutzer äußerst schnell süchtig – die Abhängigkeit ist dabei besonders schwer zu überwinden. Heroin birgt zusätzlich noch eine weitere Gefahr: durch kontaminiertes Spritzbesteck können sich Süchtige mit Krankheiten wie HIV oder Hepatitis infizieren.

Spielsucht

Spielsucht entwickelt sich in einem langen, schleichenden Prozess. Die Symptome zeigen sich in diesem Phasenverlauf unterschiedlich. Zunächst sind sie wenig ausgeprägt und unspezifisch.
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Eine Sucht, die nicht auf einem Rauschmittel, welches die Abhängigen einnehmen, sondern auf einer Verhaltensweise basiert, ist die Spielsucht. Dabei kann der Erkrankte sein Verlangen, dem Glücksspiel nachzugehen, nicht mehr kontrollieren.

Die Folgen sind vor allem psychischer und sozialer Natur. Neben einer zunehmenden Vereinsamung können aus einer Spielsucht hochgradige finanzielle Probleme resultieren, die in extremen Fällen den Verlauf des weiteren Lebens spürbar negativ beeinflussen.

Dabei gibt es verschiedene Faktoren, die im Gehirn eines Menschen dazu beitragen können, dass eine Spielsucht entsteht. Auslöser sind in einigen Fällen negative Ereignisse im Leben einer Person.

Dazu gehört zum Beispiel ein Todesfall in der engeren Umgebung oder der Verlust des Arbeitsplatzes. Daneben können verschiedene verschreibungspflichtige Medikamente eine Initialzündung liefern, die zu einer Spielsucht führt.

Medikamentensucht

Medikamentensucht entsteht oftmals durch die zu Beginn sinnvolle und zielführende Einnahme eines Arzneimittels. Zunächst dient dies dazu, eine Krankheit sowie deren Symptome zu lindern. Allerdings nimmt der Betroffene das Medikament auch nach dem Abklingen der Erkrankung weiter ein.

Daraus entsteht mit der Zeit eine Abhängigkeit. Gleichzeitig kann von einer Medikamentensucht gesprochen werden, wenn größere Mengen des Arzneimittels eingenommen werden als nötig. Zusätzlich ist die Sucht wie viele andere Abhängigkeiten von einer zunehmenden Toleranzsteigerung gegenüber dem Suchtmittel gekennzeichnet.

Die Konsequenzen einer solchen Abhängigkeit sind verschieden und hängen von dem Medikament ab, auf dem sie basiert. Oftmals nehmen die Konzentrationsfähigkeit und das Gedächtnis ab. Ebenfalls typisch sind Gleichgewichtsstörungen und eine verringerte Leistungsfähigkeit im Alltag.

In einigen Fällen kommt es außerdem zu einer Veränderung der Persönlichkeit, Depressionen sowie zu Schlafproblemen. Letztere sind gerade für das Überwinden einer Depression und anderen psychischen Problemen ein großes Hindernis, weshalb die Gesamtsituation zu einer Art Teufelskreis werden kann.

Wie beeinflusst die Co-Abhängigkeit den Alltag der Betroffenen?

Eine Co-Abhängigkeit beeinflusst das Leben eines Betroffenen immens. Zum einen besteht eine deutliche Einschränkung der Lebensqualität. Darüber hinaus können aus der Situation eine Reihe von Krankheiten erwachsen.

Einschränkung der Lebensqualität – die emotionale Seite

Die Einschränkung der Lebensqualität ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass sich im Leben eines Co-Abhängigen vieles um die Sucht einer nahestehenden Person dreht. Dabei besteht die große Gefahr, dass eigene Verpflichtungen und Ziele in den Hintergrund rücken. Das ist zum Beispiel der Fall, wenn aufgrund einer problematischen Situation, in der der Suchtkranke sich befindet, eigene berufliche oder private Termine abgesagt werden.

Gleichzeitig ist die Co-Abhängigkeit eine emotionale Belastung, da die betroffene Person mit dem Süchtigen leidet und die Problematik aus nächster Nähe miterlebt. Je enger die Bindung ist, desto größer ist dieses Problem.

Aus einer kurzzeitigen Verbesserung des Zustandes kann Hoffnung resultieren, die dann durch eine erneute Verstärkung der Sucht wieder enttäuscht wird. Der Co-Abhängige befindet sich also oftmals in einem ständigen emotionalen Auf und Ab.

Finanzielle Einschränkungen und Probleme

Hinzu kommen womöglich je nach Situation noch ganz praktische Alltagssorgen. Für eine Sucht werden oftmals hohe finanzielle Aufwendungen benötigt. Gerade in einem fortgeschrittenen Stadium ist der Abhängige oftmals nicht mehr fähig, diese Kosten selbst zu tragen.

Das liegt darin begründet, dass durch die Sucht andere Lebensbereiche wie das Berufsleben vernachlässigt werden. Oftmals besteht ein Teil der Co-Abhängigkeit darin, den Süchtigen finanziell zu unterstützen.

Sicherlich wird die Hilfe selten ganz direkt für den Kauf von Suchtmitteln gegeben. Allerdings trägt das Geld mittelbar dazu bei, da der Abhängige es zum Beispiel für die Miete oder Lebensmittel aufwenden kann und aus anderen finanziellen Quellen weiter seine Sucht finanziert.

Die Unterstützung durch den Co-Abhängigen bewirkt, dass dieser für sich selbst weniger monetäre Mittel übrighat. Die Konsequenz daraus ist, dass er im Alltag eingeschränkt ist und außerdem eigene langfristige Pläne wie zum Beispiel den Kauf oder das Abbezahlen eines Eigenheims weniger zielführend verfolgen kann.

Potenzielle Erkrankungen aufgrund der Co-Abhängigkeit

Als Ursache für psychische Krankheiten gelten verdrängte oder unbewusste Ängste, Erlebnisse oder Konflikte, die bereits im frühkindlichen Alter aufgetreten sein können.
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Eine co-abhängige Person ist vor diesen Hintergründen bis zu einem gewissen Grad immer auch selbst in der Gefahr, an gewissen Erkrankungen zu leiden. Diese sind oftmals psychischer Natur, können sich aber als psychosomatische Symptome gleichzeitig körperlich äußern.

Die Begründung hierfür liegt vor allem in der kraftraubenden und emotional aufwühlenden Charakteristik der Co-Abhängigkeit. So besteht unter anderem die Gefahr, eine Depression zu bekommen.

Diese kann aufgrund der Überlastung oder der negativen Umstände entstehen, mit denen der Co-Abhängige dauerhaft konfrontiert ist. Erstere kann in extremen Fällen sogar zu einem Burnout-Syndrom führen. Diese Erkrankung tritt häufig bei Personen auf, die im familiären und beruflichen Umfeld über einen längeren Zeitraum äußerst kräftezehrenden Situationen ausgesetzt sind.

Neben der psychischen Problematik können sich diese Krankheiten wie bereits angeklungen körperlich äußern. Typische Symptome sind unter anderem Kopfschmerzen und Auffälligkeiten im Magen-Darm-Bereich wie zum Beispiel Übelkeit oder Bauchschmerzen.

Richtiger Umgang mit Abhängigen im persönlichen Umfeld

Vor allen diesen Hintergründen ist es für die Angehörigen eines Suchtkranken äußerst bedeutsam, sich damit auseinanderzusetzen, wie sie mit der betroffenen Person umgehen sollten. Ziel dabei ist es, zu helfen, ohne selbst unter einer Co-Abhängigkeit zu leiden. Relevant sind dabei unter anderem:

  • zielführende Gespräche,
  • ein sinnvolles Verhalten im Alltag
  • sowie ein Bewusstsein über die Bedeutung einer professionellen Therapie.

Gespräche als Basis und Verhalten im Alltag

Grundsätzlich versteht sich die Gesprächstherapie als eine Art Instrument, die dem Klienten hilft, durch Selbstexploration Erlebtes angemessen zu verarbeiten und falsches Verhalten durch Einsicht zu ändern.

Eine wichtige Basis für den Umgang besteht darin, das Problem nicht zu ignorieren, sondern ein Gespräch zu führen. Dabei sollte es allerdings vermieden werden, gewisse Fehler zu machen, die die Situation für den Suchtkranken und den Angehörigen nicht sonderlich verbessern, sondern eher verschlimmern.

Daher ist es sinnvoll, zunächst eine entspannte Gesprächsatmosphäre herzustellen. Hierfür sollte ausreichend Ruhe bestehen, potenzielle Störungen sind unbedingt auszuschließen. Sicherlich ist es zielführend, hierfür eine Umgebung zu nutzen, in der der Suchtkranke sich wohlfühlt.

Im Rahmen des Gespräches sollten Vorwürfe und Schuldzuweisungen unbedingt vermieden werden. Wichtig ist, dass der Suchtkranke nicht das Gefühl bekommt, in irgendeiner Weise belehrt zu werden.

Vielmehr ist es sinnvoll, Anstöße und Ideen zu liefern, wie er sich selbst mit den Umständen auseinandersetzen kann. Falls die Konversation kompliziert oder sogar hitzig wird, sollte der Angehörige oder Freund möglichst sachlich und ruhig reagieren.

Sinnvoll ist es außerdem, dem Betroffenen nicht durch finanzielle Unterstützung zu helfen oder die Krankheit mit ihm gemeinsam zu vertuschen. So haben Menschen aus dem Umfeld eine höhere Chance, zu erreichen, dass eine Einsicht eintritt.

Therapie des Abhängigen als wichtiger Ansatz

Die Menschen im direkten Umfeld sollten sich bewusst sein, dass sie durch ihre Unterstützung eine Suchttherapie nicht ersetzen können. Vielmehr ist diese oftmals ein essenzieller Baustein, um das Problem lösen zu können.

Daher ist es sinnvoll, den Suchtkranken darauf hinzuweisen. Dies sollte ebenfalls im Rahmen einer ruhigen und sachlichen Kommunikation geschehen. Dabei ist es wichtig, zu beachten, dass erste Schritt Richtung Therapie von der suchtkranken Person selbst gegangen werden sollte, wofür eine Einsicht notwendig ist.

Allerdings sollte das Umfeld ihn dabei organisatorisch unterstützen, wenn er eine Entscheidung getroffen hat und um entsprechende Hilfe bittet.

Der Blick auf das eigene Wohlbefinden

Bei alledem ist es für Menschen im direkten Umfeld eines Angehörigen unabdingbar, ihr eigenes Wohlbefinden nicht aus den Augen zu lassen. Nur so können sie vermeiden, von den negativen Auswirkungen einer Co-Abhängigkeit betroffen zu sein.

Pausen und Konzentration auf das eigene Leben

Dafür ist es sinnvoll, sich besonders intensiv auf das eigene Leben zu konzentrieren. So sollte versucht werden, gewisse Strukturen im Alltag in jedem Fall aufrechtzuerhalten. Das betrifft den Beruf, die eigene Familie sowie Hobbys.

Zusätzlich können Auszeiten eine große Hilfe sein. Dazu gehören unter anderem Spaziergänge, Entertainment durch Filme oder Bücher sowie kurze Urlaube. Regelmäßiger Sport ist ebenfalls eine große Hilfe dabei, psychisch und körperlich in einer belastenden Situation wie einer drohenden Co-Abhängigkeit fit zu bleiben.

Hilfe und Therapie für Co-Abhängige

Darüber hinaus sollten sich Angehörige eines Süchtigen nicht scheuen, selbst Hilfe in Anspruch zu nehmen. Unterstützung kann es bezüglich der eigenen Situation sowie mit einem Blick auf den richtigen Umgang mit dem Suchtkranken geben. Unter anderem kann eine solche Hilfe geleistet werden durch:

Letztendlich können Angehörige durch die Belastung wie bereits angeklungen selbst an den Rand ihrer Kapazitäten gelangen. In einem solchen Fall sollten sie sich, sofern gewünscht und sinnvoll, selbst in eine Therapie bei einem kompetenten Psychologen begeben.

Fazit

Co-Abhängigkeit ist eine Problematik, die viele Menschen im direkten Umfeld von suchtkranken Personen betrifft. Sie hat für alle Seiten negative Auswirkungen. Co-Abhängige leiden oftmals unter der hohen emotionalen Belastung, die in einigen Fällen sogar zu psychischen Erkrankungen führen kann.

Zusätzlich spielen monetäre Nachteile eine Rolle. Daher ist es in einer entsprechenden Situation wichtig, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Eine bewusste Aufrechterhaltung des eigenen Alltags sowie Auszeiten können hilfreich sein. Gleiches gilt für regelmäßigen Sport.

Schlussendlich haben Co-Abhängige die Möglichkeit, auf professionelle Unterstützung von Beratungsstellen oder Psychotherapeuten zurückzugreifen.

Quellen

  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Möller. H.-J., Laux, G., Deister, A., Braun-Scharm, H., Schulte-Körne, G.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

Letzte Aktualisierung am: 16. August 2022

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