Diät und Ernährung bei Magen-Darm-Beschwerden Teil 2


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 23. Dezember 2016

Durch das Einnehmen von 5-6 kleinen Mahlzeiten täglich wird der erkrankte Magen wesentlich entlastet. Regelmäßigkeit im Essen, absolute Ruhe und Konzentration auf die Nahrungsaufnahme sowie langsames Speisen und gründliches Kauen sollte sich der Kranke zu Eigen machen. Sämtliche Genussmittel, alle fettgebackenen und gebratenen Speisen, sehr zellulosehaltiges Gemüse, Hülsenfrüchte, sehr saure Obstsorten, scharfe Gewürze und sehr süße Gerichte werden meist schlecht vertragen.

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Inhaltsverzeichnis

Diätplan

Wie könnte nun ein Tagesspeiseplan aussehen? Zum Frühstück kann der Kranke Milchsuppe oder einen Milchbrei zu sich nehmen. Als Bindemittel sollen Vollkornprodukte, z.B. Weizenschrot, Vollkornmehle oder Haferflocken, verwendet werden. Die noch recht weit verbreitete Meinung, dass ein Magenkranker nur Feinmehlerzeugnisse und Weißbrot essen muss, besteht keineswegs zu Recht.

Im Gegenteil, Vollkornprodukte sind wertvolle Vitaminspender und deshalb dem Körper weitaus dienlicher. Roggenmischbrot, Sojabrot, Grahambrot (stets 3 bis 4 Tage abgelagert) oder Knäckebrot, dünn mit Butter oder auch mit Honig bestrichen, ein weichgekochtes Ei, milder Schmelzkäse oder Weißkäse, sind für das Frühstück geeignet.

Als Getränke können dünner schwarzer Tee, Pfefferminztee oder andere Kräutertees sowie Kakao, mit wenig Zucker, gereicht werden.

Zum zweiten Frühstück kann Milch, Buttermilch, Sauermilch oder Joghurt empfohlen werden. Sauermilchprodukte werden im Allgemeinen sehr gut vertragen. Einige Scheiben der bereits genannten Brotsorten, dünn mit Butter bestrichen, etwas feine Leberwurst, ganz magerer gekochter oder roher Schinken, Schmelzkäse oder Weißkäse können die Mahlzeit vervollständigen.

Hauptmahlzeit nach Diät

Nach Möglichkeit sollte nur süße, vollausgereifte Früchte verwendet werden. Empfehlen kann man Bananen.

Die Mittagsmahlzeit sollte nach Möglichkeit mit einer kleinen Portion Frischkost eingeleitet werden. Sie kann entweder aus Obst, Gemüse oder auch frischem Kartoffelpresssaft zur besseren Bekömmlichkeit eventuell mit etwas Haferflockenschleim versetzt, bestehen. Später sollte es der Kranke auch mit Salat aus gut zerkleinertem Gemüse versuchen. Als Hauptgerichte kommen Eintopfgerichte aus Möhren, Kohlrabi und grünen Bohnen, mit magerem Rindfleisch gekocht, in Frage, auch Brühnudeln und Brühreis mit magerem Rindfleisch in nicht starkkonzentrierter Brühe.

Sehr gern wird auch passierte Kartoffelsuppe (ohne Speck und Zwiebeln) mit Wiener Würstchen gegessen. Möhren, Spinat, Spargel, Schwarzwurzeln, zarte Kohlrabiknollen und Blumenkohl, gedünstet oder gedämpft, eignen sich als Gemüse. Bei der Zubereitung sollte man auf Mehlschwitzen verzichten und nach dem Garen lieber eine Messerspitze Butter untermischen.

Mit frischen Kräutern abschmecken. Dazu können Kartoffelbrei, Kartoffelschnee oder frische lockere Salzkartoffeln, Naturreis, Nudeln oder Makkaroni gegeben werden. Fleischgerichte aus magerem Kalb-, Rind- oder Hühnerfleisch sowie magere Fische bereichern den Diätplan. Für die Zubereitung kommen Kochen, Dünsten und zu einem späteren Zeitpunkt auch leichtes Schmoren oder Grillen in Betracht.

Diätsoßen & Desserts

Soßen dürfen nie aus gebräuntem Fett hergestellt werden. Der Magenkranke verträgt nur Soßen aus hellen Mehlschwitzen, die mit Kräutern, etwas Salz, Zitronensaft, evtl. Kapern oder Muskatnuss, Lorbeerblättern und Gewürzkorn abgeschmeckt werden können. Als Nachtisch reicht man Kompott aus Äpfeln, Birnen, Erdbeeren oder Heidelbeeren.

Nach Möglichkeit sollte nur süße, vollausgereifte Früchte verwendet werden, da erfahrungsgemäß alle sauren Obstsorten Beschwerden hervorrufen. Rohes Obst wird sehr unterschiedlich vertragen. Empfehlen kann man Bananen, geriebene Äpfel, weiche Essbirnen, Apfelsinen, Himbeeren und zerdrückte Erdbeeren. Grieß-, Vanille-, Schokoladen- oder Reisflammeri, sparsam gezuckert, ist als Nachtisch oder Zwischenmahlzeit gut geeignet.

Zur Nachmittagsmahlzeit können die bereits erwähnten Getränke sowie Vollkornzwieback oder Kekse verzehrt werden. Das Abendbrot kann ähnlich der Frühstücksmahlzeit zusammengestellt werden. Den Beginn sollte wieder etwas Salat machen. Zu den schon aufgeführten Brotbelagen kommen noch ganz frisches Schabefleisch, Teewurst und magerer kalter Kalbsbraten.

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Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Didi kommentierte am 22.04.2015

Eigentlich kein Kommentar, mehr eine Bitte um hilfreiche Hinweise: Meine Frau, knapp 75 J., hatte vor ca. 18 Monaten einen Schlaganfall und ist rechtseitig gelähmt. Durch einen Sturz leidet sie zudem an einer Rückratverletzung und hat Demenz im vermutlichen Mittelstadium. Sie ist meist völlig appetitlos und hat Abscheu vor ehem. Lieblingsspeisen. Sie isst kein Obst oder Gemüse roh, bevorzugt Knäckebrot mit Butter u. Marmelade. Davon kann man nicht existieren und sie hat schon ziemlich stark an Gewicht verloren. Seitens der Mediziner wird kein Interesse gezeigt. Hauptsächlich schluckt sie ihre über 30 Pillenrationen pro Tag inkl. Nachtzeiten. Ich weiß nicht mehr weiter. Nach dem Essen ist sie nur am Rülpsen und sie hat Bauchschmerzen sowie Obstipationen, die wieder schulmedizinisch beseitigt werden müssen. Sie macht mir den Eindruck, dass sie das nicht mehr lange durchhält. Ich vielleicht auch nicht, zumindest nicht nervenmäßig. Ich wäre sehr dankbar für hilfreiche Hinweise oder Erfahrungen auf dem Gebiet. (Darmspülung ist in der Region nicht möglich, trotz Super-Krankenhaus. Es ist wohl nicht profitabel genug, Menschen zu heilen, statt zu behandeln.)