Iridologie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Iridologie ist ein alternativmedizinisches Diagnoseverfahren. Iridologen wollen Veranlagungen und Erkrankungen anhand einer Irisanalyse erkennen und beziehen sich dabei auf gewebliche Veränderungen der Augen. Ein diagnostischer Nutzen des Verfahrens ist empirisch bislang nicht belegt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Iridologie?

Iridologie
Iridologen wollen Veranlagungen und Erkrankungen anhand einer Irisanalyse erkennen und beziehen sich dabei auf gewebliche Veränderungen der Augen.

Die Augen sind das Fenster zur Seele. Orientiert an diesem Sinnspruch haben die Begründer der Augendiagnose die Iridologie ins Leben gerufen. Das Verfahren ist auch als Augendiagnostik oder Irisdiagnostik bekannt. So sollen sich speziell an der Iris des Auges zahlreiche Erkrankungen ablesen lassen.

Die Iridologie geht demnach von der Diagnostizierbarkeit systemischer Krankheiten im Rahmen einer Analyse von Gewebsstrukturen des Auges aus. Jedes Gewebe ist dabei einer bestimmten Körperzone zugeordnet. Die Diagnoseart soll bereits von den alten Ägyptern verwendet worden sein. Ausdrücklich beschrieben wurden die Grundlagen der Irisdiagnostik im 17. Jahrhundert von Philippus Meyeus, auch Philipp Meyen von Coburg genannt, in der Schrift Chiromatica medica; auf diese Darstellung berufen sich Anwender bis heute. Im 19. Jahrhundert bezog sich der Arzt Ignaz von Peczely darauf, um das Verfahren für die Neuzeit zu untersuchen.

Bislang konnte die Augendiagnose empirisch nicht belegt werden. Auch der theoretisch begründende Zusammenhang der Irisdiagnostik bleibt im Dunkeln. Sogar Anwender der Iridologie halten sie nicht für ein geeignetes alleiniges Diagnoseinstrument, sondern kombinieren das Verfahren meist mit anderen Diagnostika. Nichtsdestotrotz gehen ihre Anwender davon aus, dass das Verfahren insbesondere genetische Grundveranlagungen und vorbestimmte Schwächen eines Organismus aufdecken kann.

Funktion, Wirkung & Ziele

Neben Heilpraktikern und Naturheilkundlern wenden vor allem Homöopathen die Iridologie an. Mithilfe der Irisanalyse suchen sie nach relevanten Symptomen und Krankheitsursachen. In Deutschland gilt Emanuel Felke als einer der ersten Anwender. Vereinheitlichte Grundlagen zur Irisdiagnostik existieren bislang nicht. Damit gilt das Verfahren nicht als Standard des alternativ-medizinischen Spektrums.

Die Irisdiagnostik konzentriert sich auf pathophysiologische Vorgänge im Organismus. Das unterscheidet das Verfahren von anderen der Alternativ- und Schulmedizin, die sich meist auf organpathologische Zustände fokussieren. Die Iridologie hat einen Bezug zur klassischen Konstitutionslehre, wie sie im Altertum verbreitet war. Die Basis des Verfahrens ist damit die Humoralpathologie. Die Grundannahme ist die Veränderung der Iris im Rahmen von stofflichen, entzündlichen und psychischen Umwelteinflüssen. Auch eine Veränderung durch Einflussfaktoren wie die Nahrung, die Lebensweise und Krankheiten oder Therapien wird vorausgesetzt. Diese Veränderung soll einer Einlagerung oder örtlichen Verdichtung von Farbpigmenten und Fasern entsprechen.

Ein Irisdiagnostiker beurteilt zunächst die grundlegende Farbe des Auges. Auch Unterschiede in der Helligkeit des Irisgewebes, strukturelle Unterschiede oder verschiedene Muster der einzelnen Fasern besitzen bei der Iridologie diagnostischen Wert. Neben Lockerungen, Verdichtungen, Spannungen, Stärken und Richtungen des Irisgewebes können so zum Beispiel wie auch immer geartete Einlagerungen und Auflagerungen eine Rolle für die Diagnostik spielen. Dasselbe gilt für Pigmentflecken, pigmentierte Flächen, Veränderungen der Farbe oder der Sklera und Umstrukturierungen der Blutgefäße innerhalb der Bindehaut. Neben der Menge an Gefäßen sollen auch deren Füllung und Schlängelung dem Irisdiagnostiker Aufschluss über bestimmte Körperprozesse geben.

Neben der zirkulären Topographie kommt die sektorale Topographie zur Anwendung. Die Aussagen beider Topographien werden zur Diagnosestellung miteinander verbunden. Die Augendiagnostik erfolgt meist mit einem binokularen Mikroskop mit einer Vergrößerung aufs Zehn- bis 40-fache. In vielen Fällen tragen die Diagnostikgeräte eine Kamera. Die Grundinformationen ermitteln Irisdiagnostiker mittels Lupe.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Körperliche Risiken oder Nebenwirkungen sind im Zusammenhang mit der Irisdiagnostik nicht bekannt. Allerdings kann es durchaus gefährlich für einen Patienten sein, sich ausschließlich auf das Diagnoseverfahren zu verlassen und die Schulmedizin nicht weiter in den Diagnoseprozess mit einzubeziehen. In Fällen, in denen die Schulmedizin nicht weiterkommt oder trotz Symptomen keine krankhaften Prozesse finden kann, spricht aus Sicht der Anwender nichts gegen eine Irisdiagnostik.

Dasselbe gilt grundsätzlich auch, wenn keine Symptome vorliegen und der Patient von der Iridologie ausschließlich aus Eigeninteresse Gebrauch macht, so zum Beispiel zur Feststellung von Veranlagungen oder Dispositionen. Empirische Belege für die Irisdiagnostik liegen bislang nicht vor; einen Zusammenhang zwischen Irisveränderungen und krankhaften Körperprozessen oder einem ungesunden Lebensstil nehmen ihre Anwender dennoch an. In kontrollierten Untersuchungen ließ sich ein diagnostischer Nutzen der Iridologie bislang nicht nachweisen. Wer sich für eine solche Diagnostik entscheidet, sollte sich allerdings einen kritischen Blick bewahren und die Augendiagnose nicht genauso behandeln wie die faktische Diagnose eines Schulmediziners.

Auch die Auswahl des Diagnostikers spielt eine entscheidende Rolle. Wie in annähernd allen alternativ-medizinischen Verfahren gibt es auch im Bereich der Irisdiagnostik zahlreiche Scharlatane, die Unmengen an Geld für die Diagnose verlangen, obwohl sie in der Iridologie nicht einmal geübt sind. Eine Ausbildung in einem anderen naturheilkundlichen Verfahren sagt dabei nichts über die Erfahrung in der Irisdiagnostik aus. Eine Irisdiagnostik kann von Patienten gegebenenfalls als Grundlage für schulmedizinische Untersuchungen verwendet werden. So kann eine in der Iridologie vermutete Veranlagung für eine bestimmte Erkrankung zum Beispiel ein Anlass sein, sich in schulmedizinischen Untersuchungen auf diese Erkrankung kontrollieren zu lassen.

Patienten mit Symptomen, die von der Schulmedizin nicht weiter eingeordnet werden konnten, können ihre Schulmediziner gegebenenfalls auf die in der Iridologie vermuteten Zusammenhänge hinweisen und der Schulmedizin damit einen Ansatzpunkt für eine weiterführende Diagnostik geben. Wenn die Schulmedizin trotz Symptomen keine Erkrankung ausmachen kann, fühlen sich Patienten oft hilflos und machtlos. In diesem Zusammenhang kann der Gang zum Augendiagnostiker die psychische Situation der Patienten verbessern.

Geschichte und Entwicklung

Als Begründer der neuzeitlichen Augendiagnose gilt der ungarische Arzt Ignaz von Peczely, der sein Verfahren gegen Ende des 19. Jahrhunderts veröffentlichte. Dazu wird eine Gründungserzählung überliefert: Peczely habe als Junge einer Eule ein Bein gebrochen und dabei eine dunkle Linie im Auge des Tieres bemerkt, die später wieder verblasst sei. Ob sich das so zugetragen hat, lässt sich nicht überprüfen; als Ursprungsgeschichte wird die Anekdote in der Literatur zur Irisdiagnostik bis heute weitergereicht. Etwa zur selben Zeit beschrieb der Schwede Nils Liljequist ein ähnliches Konzept und veröffentlichte eigene Irisbilder.

Im deutschsprachigen Raum verbreitete sich die Augendiagnose vor allem über die Naturheilbewegung des ausgehenden 19. und des frühen 20. Jahrhunderts. Emanuel Felke, ein evangelischer Pfarrer, der wegen seiner Lehmanwendungen als „Lehmpastor" bekannt wurde, zählt zu ihren bekanntesten frühen Anwendern in Deutschland; er verband die Irisschau mit weiteren Verfahren der Naturheilkunde. Im 20. Jahrhundert trug in den USA vor allem Bernard Jensen zur Verbreitung bei.

Aus dieser Entwicklung sind mehrere voneinander unabhängige Schulen hervorgegangen, die jeweils eigene Karten der Iris entworfen haben. Eine verbindliche, allgemein anerkannte Topographie ist daraus bis heute nicht entstanden. Wer eine Irisdiagnose in Anspruch nimmt, bekommt deshalb je nach Ausbildung des Anwenders eine unterschiedliche Zuordnung der Zeichen zu Körperregionen zu hören. Für ein Diagnoseverfahren ist das ein grundsätzliches Problem, denn eine Untersuchung, deren Auswertung von der Schule des Untersuchers abhängt, liefert kein reproduzierbares Ergebnis.

Ablauf einer Irisdiagnose

Am Anfang steht in der Regel ein ausführliches Gespräch, in dem der Anwender die Beschwerden, die Vorgeschichte, die Lebensgewohnheiten und frühere Behandlungen erfragt. Dieser Teil unterscheidet sich äußerlich kaum von einer Anamnese beim Arzt und nimmt oft deutlich mehr Zeit in Anspruch als die eigentliche Betrachtung des Auges.

Die Untersuchung selbst findet meist in einem abgedunkelten Raum statt. Der Anwender leuchtet die Regenbogenhaut seitlich an und betrachtet sie mit einer Lupe oder einem binokularen Mikroskop. Vielfach wird die Iris zusätzlich fotografiert oder gefilmt und anschließend am Bildschirm vergrößert; über das Bild wird dann eine Topographiekarte gelegt, auf der die Sektoren und Ringe mit Körperregionen beschriftet sind. Die Aufnahme beider Augen ist üblich, weil die Karten der rechten Iris die rechte und der linken Iris die linke Körperhälfte zuordnen.

Für den Untersuchten ist der Vorgang berührungsarm und schmerzfrei. Es wird nichts ins Auge eingebracht, und anders als bei einer augenärztlichen Untersuchung des Augenhintergrundes sind keine Tropfen zur Erweiterung der Pupille nötig; die Sehfähigkeit ist danach also nicht vorübergehend eingeschränkt. Am Ende steht ein Befundgespräch, häufig ergänzt um eine schriftliche Zusammenfassung und um Empfehlungen zu Ernährung, Bewegung oder weiteren naturheilkundlichen Anwendungen. Eine ärztliche Diagnose ersetzt dieses Ergebnis nicht, und es ist auch nicht dafür gedacht, eine bereits gestellte Diagnose zu widerlegen.

Die Zeichen, die Iridologen deuten

Die Lehre unterscheidet zunächst grobe Grundtypen, die als Konstitutionen bezeichnet werden. Eine blaue Iris gilt ihr als lymphatische, eine braune als hämatogene Konstitution, dazwischen werden Mischformen angenommen. Diese Einteilung soll nach dem Konzept der Lehre bereits eine Grundveranlagung anzeigen, noch bevor einzelne Zeichen betrachtet werden.

Innerhalb der Iris werden anschließend Strukturmerkmale der Fasern gedeutet. Aufgelockerte, spindelförmige Aufweitungen zwischen den Fasern werden als Lakunen oder Krypten bezeichnet, dichte Faserverläufe als geschlossene Struktur. Hinzu kommen Furchen, die radiär vom Pupillenrand nach außen oder ringförmig um die Pupille verlaufen, sowie Aufhellungen, Verdichtungen und Farbveränderungen einzelner Abschnitte. Pigmentflecken auf der Iris sollen nach dem Konzept der Lehre ebenfalls eine Bedeutung tragen. Augenärztlich handelt es sich bei solchen Flecken meist um gutartige Ansammlungen von Melanin – vergleichbar den Pigmentflecken der Haut –, die bei sehr vielen Menschen vorkommen.

Die Deutung erfolgt über zwei Ordnungen zugleich: über Sektoren, die wie Stundenpositionen einer Uhr um die Pupille angeordnet sind, und über konzentrische Ringe, deren innerste dem Verdauungstrakt und deren äußerste der Haut und den Ausscheidungsorganen zugeschrieben werden. Ein Zeichen wird also nach Richtung und nach Abstand zur Pupille bewertet. Weil die Karten der einzelnen Schulen jedoch voneinander abweichen, kann dasselbe Zeichen je nach verwendeter Karte einem anderen Organ zugeordnet werden.

Wissenschaftliche Einordnung

Gegen die Grundannahme der Iridologie spricht schon der Aufbau des Auges selbst. Das Fasermuster der Regenbogenhaut ist bei jedem Menschen einmalig und bleibt nach der frühen Kindheit weitgehend unverändert. Gerade wegen dieser Beständigkeit wird es in der Technik zur Personenerkennung eingesetzt: Zugangssysteme gleichen ein einmal gespeichertes Irisbild noch nach Jahren zuverlässig wieder ab. Ein Merkmal, das über Jahrzehnte hinweg gleich bleibt, kann ein aktuelles Krankheitsgeschehen aber kaum abbilden.

Auch anatomisch ist kein Weg bekannt, über den einzelne Organe geordnet auf bestimmte Abschnitte der Iris einwirken könnten. Die Nervenversorgung der Regenbogenhaut steuert im Wesentlichen die Weite der Pupille; eine Verschaltung, die etwa die Leber einem bestimmten Irissektor zuweisen würde, ist nicht beschrieben.

Geprüft wurde das Verfahren in kontrollierten Untersuchungen, bei denen erfahrene Iridologen anhand von Irisaufnahmen entscheiden sollten, wer von den abgebildeten Personen erkrankt war und wer nicht – unter anderem bei Nieren- und bei Gallenblasenerkrankungen. Die Zuordnungen fielen dabei nicht besser aus als eine zufällige Entscheidung, und die Beurteiler kamen zudem untereinander zu abweichenden Ergebnissen. Übersichtsarbeiten zur Augendiagnose, darunter Arbeiten von Edzard Ernst, kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass ein diagnostischer Nutzen nicht nachweisbar ist. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten einer Irisdiagnose dementsprechend nicht.

Was das Auge tatsächlich über den Körper verrät

Dass sich am Auge Hinweise auf Erkrankungen des übrigen Körpers finden lassen, ist keine Erfindung der Iridologie – die Augenheilkunde kennt dafür allerdings andere, klar umschriebene Befunde. An der Regenbogenhaut selbst gehören dazu die kleinen Knötchen, die bei der Neurofibromatose Typ 1 auftreten, und neu gebildete Gefäße auf der Iris, die bei weit fortgeschrittener diabetischer Netzhauterkrankung vorkommen. Am Rand der Hornhaut kann sich beim Morbus Wilson ein bräunlicher Ring aus abgelagertem Kupfer zeigen.

Eine Entzündung der Regenbogenhaut, die Uveitis, ist häufig mit rheumatischen Erkrankungen verbunden, etwa mit dem Morbus Bechterew, und tritt auch bei der Sarkoidose auf. Der Augenarzt untersucht sie an der Spaltlampe. Den größten Ertrag liefert jedoch nicht die Iris, sondern der Augenhintergrund: Bei der Augenspiegelung lassen sich Gefäßveränderungen erkennen, wie sie bei Bluthochdruck und bei Diabetes mellitus entstehen.

Der Unterschied zur Iridologie liegt nicht darin, dass das eine Verfahren das Auge betrachtet und das andere nicht. Er liegt darin, dass die genannten Befunde jeweils eine bekannte Entstehungsgeschichte haben, von verschiedenen Untersuchern übereinstimmend erhoben werden und für sich genommen noch keine abschließende Diagnose sind, sondern zu gezielten weiteren Untersuchungen führen. Wer den Verdacht auf eine solche Veränderung abklären lassen möchte, ist beim Augenarzt richtig.

Abgrenzung zu anderen alternativen Diagnoseverfahren

Die Iridologie steht nicht allein. Eine Reihe weiterer Verfahren des alternativmedizinischen Spektrums beansprucht, aus einem einzigen leicht zugänglichen Signal Rückschlüsse auf den gesamten Organismus zu ziehen. Die Bioresonanztherapie nimmt dafür elektromagnetische Schwingungen an, die Kinesiologie die Kraft eines Armmuskels als Antwort auf Testfragen, die Puls- und die Zungendiagnose der Traditionellen Chinesischen Medizin den Tastbefund am Handgelenk beziehungsweise das Aussehen der Zunge. Für keines dieser Verfahren ist ein diagnostischer Nutzen belegt.

Von der schulmedizinischen Diagnostik unterscheiden sie sich weniger durch die Beobachtung als durch deren Prüfung: Ein etabliertes Untersuchungsverfahren wird daraufhin geprüft, wie oft es Erkrankte erkennt und wie oft es Gesunde fälschlich als krank einstuft. Für die Irisdiagnostik liegen solche Kennzahlen nicht in einer Form vor, die ihren Einsatz stützen würde.

Anbieter, Ausbildung und Kosten

Die Bezeichnung Irisdiagnostiker ist in Deutschland nicht geschützt. Wer Beschwerden untersuchen und behandeln will, braucht dafür eine ärztliche Approbation oder eine Erlaubnis als Heilpraktiker; die Augendiagnose selbst ist jedoch weder Bestandteil des Medizinstudiums noch Prüfungsgegenstand der Heilpraktikerprüfung. Vermittelt wird sie in Kursen privater Schulen und Fachverbände, deren Umfang, Inhalte und Abschlüsse sich erheblich unterscheiden. Ein staatlich geregelter Nachweis über die Erfahrung in der Irisdiagnostik existiert nicht.

Die Kosten tragen die Untersuchten selbst. Die gesetzliche Krankenversicherung erstattet die Irisdiagnose nicht, und auch private Versicherer und Zusatztarife übernehmen sie nur ausnahmsweise und nach vorheriger Klärung. Wer eine Irisdiagnose erwägt, sollte den Preis vorab erfragen und sich zeigen lassen, worauf sich die Ausbildung des Anwenders stützt.

Wichtiger als der Preis ist allerdings der Umgang mit dem Ergebnis. Ein unauffälliger iridologischer Befund schließt keine Erkrankung aus – er darf deshalb kein Grund sein, bestehende Beschwerden nicht ärztlich abklären zu lassen. Umgekehrt ist ein auffälliger Befund kein Nachweis einer Erkrankung; er kann Sorgen und weitere Untersuchungen auslösen, für die es keinen medizinischen Anlass gibt. Das eigentliche Risiko der Augendiagnose liegt damit nicht in der Untersuchung, sondern in den Entscheidungen, die auf ihr Ergebnis folgen.

Quellen

  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg.): Lehrbuch Naturheilverfahren.
    ISBN: 9783830453338
  • Melchart, D., Brenke, R. (Hrsg.): Naturheilverfahren.
    ISBN: 9783794526154
  • Schmiedel, V., Matejka, R. (Hrsg.): Leitfaden Naturheilkunde.
    ISBN: 9783437056390
  • Beer, A.-M., Adler, M. (Hrsg.): Leitfaden Naturheilverfahren für die ärztliche Praxis.
    ISBN: 9783437319365
  • Lang, G. K., Lang, S. J. (Hrsg.): Augenheilkunde.
    ISBN: 9783132454446

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