Neurodermitis
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Neurodermitis oder atopische Dermatitis ist eine Entzündungserkrankung der Haut, bei der es zu chronischen und schubweisen Reaktionen kommt. Die Schübe werden vor allem durch Umwelteinflüsse und Allergene ausgelöst. Zugrunde liegt der Erkrankung eine erblich bedingte Störung der Hautbarriere zusammen mit einer Fehlregulation des Immunsystems. Typische Symptome sind trockene und schuppige Haut sowie starke Juckreize.
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Was ist Neurodermitis?
Neben dem Heuschnupfen und Asthma gehört die Neurodermitis bzw. atopische Dermatitis zu den sogenannten atopischen Krankheiten. Hierbei kommt es zu einer Überreaktion des Immunsystems, welches schon bei ungefährlichen Umwelteinflüssen Abwehrstoffe bildet.
Vor allem Pollen und Nahrungsmittel wirken dann als bekannte Allergene. Weitere Bezeichnungen für die Neurodermitis sind: Endogenes Ekzem, Neurodermitis atopica und Atopisches Ekzem.
Der Begriff Neurodermitis ist dem Griechischen entlehnt und bedeutet soviel wie "Nervenbedingte Hautentzündung". Der Bezug zu einer nervlichen Ursache gilt jedoch als veraltet. Neurodermitis ist keine psychische Erkrankung: Seelische Belastung kann einen Schub auslösen oder verstärken, sie verursacht die Krankheit aber nicht.
Ursachen
Wie bei anderen Allergien auch spielt bei der Neurodermitis eine Überreaktion bzw. Abwehrreaktion des Immunsystems auf diverse Umweltstoffe eine Rolle. Vor allem Staub, Blütenpollen und verschiedene Nahrungsmittel gelten als Auslöser. Gelangen diese Allergene in das Blut, versuchen die weißen Blutkörperchen (Lymphozyten) diese Stoffe zu bekämpfen. In der Folge bildet der Körper große Mengen an Antikörpern, obwohl die Allergene eigentlich keine Bedrohung für den Menschen darstellen.
Vor allem der Abwehrstoff Immunglobulin E (IgE) bewirkt mit anderen Botenstoffen (Zytokinen) dann eine entzündliche Hautreaktion. Zusätzlich fördern weiße Blutkörperchen wie die T-Lymphozyten sowie der Botenstoff Histamin die Entzündungen an der Haut. Dieser Prozess gilt auch als Ursache des starken Juckreizes bei einer Neurodermitis.
Weitere Ursachen einer Neurodermitis sind: Reibung und Kontakt mit Wolle, Nahrungsmittel, wie Milch, Weizenprodukte und Nüsse, Kälte und Hitze, sowie Infektionen. Auch psychische Belastungen und Überanstrengung können einen Neurodermitis-Schub auslösen. Zumeist sind die Betroffenen durch erbliche bzw. genetische Vorbelastungen besonders gefährdet. Eltern, die bereits Neurodermitis haben, haben ein deutlich erhöhtes Risiko, dass auch ihre Kinder an dieser Erkrankung leiden werden. Ist ein Elternteil betroffen, erkranken schätzungsweise 20 bis 40 Prozent der Kinder, sind es beide Elternteile, etwa 60 bis 80 Prozent; die Erkrankung wird also nicht zwangsläufig weitergegeben.
Typische Symptome & Anzeichen
Neurodermitis tritt meistens an den Gelenkbeugen, im Gesicht, an den Händen oder auf der Kopfhaut auf. Dabei können die Symptome der Krankheit sehr unterschiedlich ausfallen, je nach ihrer Ausprägung und dem Alter des Patienten. Sie tritt meist in Schüben auf und die Beschwerden sind mit jedem Schub verschieden stark ausgeprägt. Am stärksten sind sie im Säuglings- und Kindesalter, doch auch in der Pubertät klagen Erkrankte über Beschwerden.
Die Schübe können auch durch bestimmte äußerliche Faktoren ausgelöst werden, beispielsweise durch schlechte Luftqualität. Neurodermitis löst einen starken Juckreiz der Haut aus. Entweder sind nur bestimmte Körperpartien betroffen, oder aber die gesamte Haut juckt. Zudem ist sie stark gerötet. Im Kleinkind- und Kindesalter bildet die Krankheit sich auch oftmals in den Arm- und Kniebeugen. Bei Säuglingen zeigt sie sich dagegen vor allem an den Wangen, auf der Kopfhaut und an den Streckseiten von Armen und Beinen.
Auch im Bereich des Mundes kann sie auftreten. Die Stellen sind schuppig, gerötet und zum Teil nässend. Bei Erwachsenen bildet sich häufig eine lederartige Verdickung der Haut aus, meist im Gesicht, doch auch an anderen Körperstellen. Oft sind gerade die Augen- und Stirnpartie, der Hals und ebenfalls die Gelenkbeugen betroffen.
Erkrankte leiden häufig auch unter psychischer Belastung aufgrund der Neurodermitis. Es kann sein, dass sie sich nicht mehr unter Menschen trauen, da sie sich für die geröteten Hautstellen schämen, weshalb sie sich stark zurückziehen.
Krankheitsverlauf
Der Krankheitsverlauf einer Neurodermitis beginnt zumeist im Kleinkindalter. Dabei weist die Neurodermitis einen wiederkehrenden und chronischen Verlauf auf. Obwohl keine hundertprozentige Heilung möglich ist, kann man die Symptome bei frühzeitiger Diagnose und intensiver Therapie günstig behandeln. Es gibt dazu verschiedene Medikamente und Therapieansätze, mit denen sich ein einigermaßen normales Leben, trotz Neurodermitis, führen lässt.
Komplikationen
Die Betroffenen schämen sich dabei nicht selten für die Beschwerden und leiden damit an einem deutlich verringerten Selbstwertgefühl und in einigen Fällen auch an Depressionen oder anderen psychischen Beschwerden. Auch ein allgemeines Krankheitsgefühl oder eine Abgeschlagenheit können durch die Neurodermitis auftreten und den Alltag erschweren. Bei Kindern kann es aufgrund der sichtbaren Symptome zu Mobbing oder zu Hänseleien kommen.
Weiterhin kommt es nicht selten zu Schmerzen, wenn die betroffenen Hautregionen im Alltag genutzt werden.
Die aufgekratzte Haut bietet Krankheitserregern eine Eintrittspforte. Häufigste Komplikation ist deshalb eine bakterielle Zweitinfektion mit Staphylokokken, erkennbar an gelblichen Krusten, Eiterbläschen und Schmerzen; sie erfordert eine ärztliche Behandlung. Gefährlich ist außerdem eine Infektion der vorgeschädigten Haut mit Herpesviren, das sogenannte Eczema herpeticatum: Innerhalb weniger Stunden entstehen zahlreiche kleine, wie ausgestanzt wirkende Bläschen, dazu kommen hohes Fieber und ein schweres Krankheitsgefühl. Dieser Zustand ist ein Notfall und muss umgehend in einer Klinik behandelt werden; bei Bewusstseinstrübung, Atemnot oder rasch fortschreitender Ausbreitung ist der Notruf 112 zu wählen.
Die Basistherapie mit rückfettender Pflege ist gut verträglich und lindert die Beschwerden bei vielen Betroffenen deutlich. Im akuten Schub reicht sie allein jedoch nicht aus; dann sind entzündungshemmende Präparate nötig, die der Arzt verordnet. Weil die Erkrankung schubweise verläuft, können die Beschwerden nach beschwerdefreien Phasen erneut auftreten. Die Lebenserwartung wird durch die Neurodermitis nicht beeinflusst.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Nur ein Arzt kann feststellen, ob eine Neurodermitis vorliegt. Personen, die ungewöhnliche Hautveränderungen sowie Juckreiz oder schuppige Ekzeme im Bereich der Ellen- und Kniebeugen bemerken, sollten ärztlichen Rat einholen. Auch anderweitige Symptome der Haut sollten – auch wenn sie nur leicht ausgeprägt sind – medizinisch abgeklärt werden. Spätestens dann, wenn die Hautveränderungen stärker werden oder sich weitere Beschwerden einstellen, muss man ärztlichen Rat einholen. Der Hausarzt kann die Diagnose Neurodermitis stellen und gegebenenfalls einen Dermatologen hinzuziehen.
Wenn in der Familie Fälle von Neurodermitis oder allergischen Erkrankungen wie zum Beispiel Heuschnupfen oder allergisches Asthma vorliegen, besteht ein erhöhtes Risiko. Auch Menschen mit bestehenden Hautkrankheiten oder hormonellen Beschwerden sowie Personen, die unter großem Stress stehen oder unter einer Nahrungsmittelunverträglichkeit leiden, gehören zu den Risikogruppen und sollten die genannten Symptome zügig abklären lassen. Die richtige Anlaufstelle ist der Hausarzt, ein Dermatologe oder ein Allergologe. In Rücksprache mit dem Arzt kann mit Neurodermitis auch zu einem Heilpraktiker gegangen werden.
Nicht abwarten sollte man dagegen, wenn sich die Ekzeme plötzlich mit gelblichen Krusten oder Eiterbläschen überziehen oder wenn innerhalb weniger Stunden viele kleine Bläschen zusammen mit hohem Fieber auftreten. Dahinter können eine bakterielle Zweitinfektion oder ein Eczema herpeticatum stecken, die noch am selben Tag ärztlich behandelt werden müssen; außerhalb der Sprechzeiten ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder die Notaufnahme zuständig.
Behandlung & Therapie
Bei den ersten Anzeichen einer Neurodermitis sollte ein Arzt aufgesucht werden. Neurodermitis ist nicht lebensgefährlich, aber die Begleitsymptome können das Leben der Betroffenen zum Teil zur Qual werden lassen, sodass eine medizinische Therapie anzuraten ist.
Bisher setzt man in der Behandlung der Neurodermitis auf zwei Komponenten. Als erste Therapiemaßnahme gilt die Basistherapie, bei der es hauptsächlich um eine spezifische Behandlung bzw. Pflege der Haut geht. Die vom Arzt verschriebenen Pflegemittel sollten dabei großräumig aufgetragen werden. Hierbei geht es vor allem um eine gute Einfettung und Versorgung mit Feuchtigkeit für die Haut.
Die rückfettende Basispflege ist die Grundlage jeder Neurodermitis-Behandlung und wird durch keine andere Maßnahme ersetzt. Sie gehört täglich und auf die gesamte Haut aufgetragen – auch dann, wenn gerade kein Schub besteht und die Haut unauffällig aussieht. Denn die gestörte Hautbarriere besteht dauerhaft; wird die Pflege in beschwerdefreien Zeiten weggelassen, treten die Schübe erfahrungsgemäß rascher und heftiger wieder auf.
Daneben erfolgt zumeist eine Therapie durch Arzneimittel bzw. Medikamente. Dazu gehören vor allem Cremes, Salben und Emulsionen für die äußere Behandlung, sowie Infusionen und Tabletten für die innere Behandlung. Die innere Behandlung sollte allerdings nur bei schweren Fällen von Neurodermitis verwendet werden. Je früher mit der Therapie gegen Neurodermitis begonnen wird, desto besser und nachhaltiger lassen sich die Schübe der Erkrankung lindern bzw. hinauszögern.
Wichtigstes äußerlich angewendetes Medikament im Schub ist nach wie vor eine kortisonhaltige Creme oder Salbe. Vor ihr muss niemand pauschal zurückschrecken: In der vom Arzt verordneten Stärke und über einen begrenzten Zeitraum angewendet, ist sie gut verträglich. Die gefürchtete Verdünnung der Haut entsteht erst bei monate- bis jahrelanger, unkontrollierter Anwendung stark wirksamer Präparate, besonders im Gesicht und in den Hautfalten. Aus Angst vor Kortison zu spät, zu kurz oder zu schwach zu behandeln, verlängert den Schub dagegen und führt oft dazu, dass am Ende mehr Kortison nötig ist.
Für empfindliche Stellen wie Gesicht, Augenlider und Hals stehen mit den Calcineurin-Inhibitoren Tacrolimus und Pimecrolimus kortisonfreie Salben zur Verfügung; sie sind für Kinder ab zwei Jahren und für Erwachsene zugelassen und verdünnen die Haut nicht. Während der Behandlung sollte starke Sonneneinstrahlung gemieden werden. Bei mittelschwerer bis schwerer Neurodermitis, die auf äußerliche Mittel nicht ausreichend anspricht, stehen Erwachsenen und – je nach Wirkstoff – auch Kindern seit einigen Jahren gezielt wirkende Medikamente zur Verfügung: der als Spritze verabreichte Antikörper Dupilumab sowie JAK-Hemmer in Tablettenform. Sie werden von Hautärztinnen und Hautärzten verordnet und erfordern regelmäßige Kontrollen.
Nachsorge
In den seltensten Fällen tritt das endogene Ekzem einmalig auf, vielmehr verläuft es in Schüben. Daher ist neben der Therapie in der Akutphase vor allem die Nachsorge zwischen den Schüben wichtig. Denn mithilfe einer adäquaten Hautpflege, unterstützenden Maßnahmen und einer speziellen Säuglingsernährung können die Symptome der Schübe gemildert und Sekundäreffloreszenzen umgangen werden.
Laut aktuellem Standard gilt als optimale tägliche Hautpflege eine rückfettende und neutrale Creme, die mehrmals dünn aufgetragen wird. Auch lauwarmes Wasser von etwa 32 bis 34 Grad Celsius und eine Badedauer von höchstens fünf bis zehn Minuten schonen die Lipidbarriere und erleichtern der geschädigten Haut die Regeneration; anschließend wird die Haut nur abgetupft und sofort eingecremt. Zudem unterstützen Kleidung und Bettwäsche aus Baumwolle oder Seide die Luftzirkulation und verhindern dadurch einen Hitzestau und Mazerationen.
Die meisten Patienten empfinden zudem die Reibung von Baumwolle oder Seide auf der Haut als angenehm im Gegensatz zu Wolle oder Polyester. Insbesondere Kinder sollten die Nägel kurz halten, denn im Schlaf kratzen sich viele zu Beginn eines Schubes blutige Male. Unterstützende Maßnahmen wie eine Phototherapie oder eine allergenarme Ernährung können die Behandlung ergänzen und helfen, Medikamente wie Kortison einzusparen; einen akuten Schub ersetzen sie jedoch nicht. Eine Diät ist zudem nur dann sinnvoll, wenn eine Nahrungsmittelallergie tatsächlich nachgewiesen wurde – ein Verzicht auf Verdacht bringt keinen Nutzen und gefährdet bei Kindern die Nährstoffversorgung.
Zudem empfiehlt es sich, eine allergenarme Umgebung zu schaffen und Raumtemperaturen unter 22 Grad Celsius zu gewährleisten. Falls im Bekanntenkreis das Auftreten von Herpes, Windpocken oder MRSA bekannt wird, sollten Patienten mit Neurodermitis den Kontakt meiden, da vulnerable Hautpartien extrem anfällig für Infektionen sind. Bei familiärer Disposition empfehlen Experten zudem, Säuglinge mindestens vier Monate voll zu stillen und auch nach dem Beikostbeginn weiter zu stillen. Lange Zeit wurde dabei geraten, allergene Lebensmittel im ersten Lebensjahr ganz zu meiden. Nach heutigem Kenntnisstand wird die Beikost dagegen nicht mehr hinausgezögert: Sie beginnt frühestens mit dem fünften und spätestens mit dem siebten Lebensmonat, und auch Lebensmittel wie Hühnerei, Fisch oder Erdnuss werden nicht ausgespart, weil ein Meiden Allergien nicht verhindert.
Im Winter braucht die Haut besonders viel Zuwendung; ausführliche Hinweise dazu finden Sie unter Neurodermitis im Winter.
Aussicht & Prognose
Die Neurodermitis ist eine unheilbare Erkrankung. Allerdings klingt die Erkrankung bei rund zwei Dritteln der betroffenen Kinder bis zum Erwachsenenalter wieder ab. Neurodermitis kann in jedem Alter ausheilen und dann ein Leben lang nicht mehr auftreten. In anderen Fällen bleibt das Leiden ein ganzes Leben lang bestehen und ruft typische Beschwerden hervor, welche die Lebensqualität einschränken.
Die chronische Neurodermitis betrifft etwa 30 Prozent der Patienten. Eine beständige Therapie bewirkt bei den meisten Patienten eine deutliche Linderung der Symptome. Akute Krankheitsschübe können vor allem bei Säuglingen zu starken Reizungen der Haut führen. Zudem kommt es durch wiederholtes Kratzen an den betroffenen Stellen zu Wunden und Infektionen. Das Wohlbefinden ist deshalb gerade bei kleinen Kindern erheblich eingeschränkt. Eine medikamentöse Behandlung und die damit verbundenen Neben- und Wechselwirkungen sind oft die einzige Alternative.
Bei Erwachsenen treten ebenso schwere Symptome auf. Viele Betroffene kennen mit der Zeit ihre persönlichen Auslöser; ein Teil davon – etwa Kälte, trockene Luft, Infekte oder seelische Belastung – lässt sich allerdings nicht vollständig meiden. Die Prognose stellt in der Regel der zuständige Dermatologe. Da die Hautkrankheit spontan abklingen kann, wird die Prognose immer wieder neu erstellt. Hierzu zieht der Mediziner die Symptome und den bisherigen Krankheitsverlauf zurate.
Das können Sie selbst tun
Eine Neurodermitis kann im Alltag sehr lästig und unangenehm sein. Die betroffenen Hautstellen jucken ständig, die Kleidung kratzt, und gechlortes Schwimmbadwasser, ein Sonnenbrand oder starkes Schwitzen beim Sport können die Haut zusätzlich reizen. Dazu kommt, dass die gerötete, aufgekratzte und dazu manchmal blutende Haut unangenehme Blicke von Fremden auf sich zieht. All dies stellt eine große Belastung dar.
Ein grundsätzliches Verbot von Sport, Schwimmen oder Sonne gibt es jedoch nicht. Nach dem Schwimmen genügt es meist, sich abzuduschen und die Haut sofort einzucremen. Maßvolle Sonne wirkt bei vielen Betroffenen sogar entzündungshemmend – als Phototherapie wird UV-Licht gezielt zur Behandlung eingesetzt; Sonnenbrand muss dabei unbedingt vermieden werden. Und Sport hält nicht nur allgemein gesund, sondern hilft auch gegen den Stress, der Schübe begünstigt; wer stark schwitzt, duscht anschließend kurz und lauwarm und cremt nach.
Um die Neurodermitis nicht noch zu verschlimmern, kann man einige Tipps beachten. Auf jeden Fall sollten Betroffene dem Drang widerstehen, die betroffenen juckenden Hautstellen weiter aufzukratzen. In der Nacht lassen sich dafür leichte Baumwollhandschuhe nutzen, um Kratzen im Schlaf zu vermeiden. Bei der Wahl von Pflegeprodukten und Kleidung gilt es besonders aufzupassen.
Es empfiehlt sich, keine herkömmliche Seife zu verwenden, sondern die Körperstellen einzig mit klarem Wasser oder einem rückfettenden Waschmittel ohne Duftstoffe zu reinigen. Beim Abtrocknen tupfen, nicht reiben. Die Kleidung sollte nicht aus synthetischem Stoff bestehen und nur locker auf der Haut liegen. Sie darf nicht kratzen und ein starkes Schwitzen sollte vermieden werden. Auch bei Reinigungsmitteln gilt Vorsicht. Diese sollten möglichst umweltschonend sein. Beim Putzen unbedingt gefütterte Gummihandschuhe tragen.
Bei einem Teil der Betroffenen – vor allem bei kleinen Kindern – können bestimmte Nahrungsmittel Schübe auslösen; die Ursache der Neurodermitis liegt jedoch nicht in der Ernährung. Es empfiehlt sich, auf eine ausgewogene Ernährung zu achten und bei Verdacht einen Allergietest beim Arzt durchführen zu lassen. Lebensmittel dauerhaft wegzulassen, ist nur dann sinnvoll, wenn die Unverträglichkeit ärztlich bestätigt wurde.
Quellen
- Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie.
ISBN: 9783132446069
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
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- Zink, A. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Dermatologie und Allergologie.
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- Höger, P. H.: Kinderdermatologie.
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- Biedermann, T., Heppt, W., Renz, H., Röcken, M. (Hrsg.): Allergologie.
ISBN: 9783642372025
