Mini-Mental-Status-Test

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Als Mini-Mental-Status-Test wird ein Testverfahren bezeichnet, das Hinweise auf eine Demenz, etwa infolge der Alzheimer-Krankheit, liefern soll. Mit der Methode lassen sich kognitive Defizite feststellen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Mini-Mental-Status-Test?

Beim Mini-Mental-Status-Test (MMST) handelt es sich um ein simples Testverfahren zur Erkennung von Demenz. Die Methode wurde im Jahr 1975 von dem Mediziner Folstein entwickelt und ist auch als Folstein-Test bekannt. Eine weitere Bezeichnung ist das englische Mini Mental State Examination (MMSE).

Der Mini-Mental-Status-Test gilt als geeignetes Verfahren, um kognitive Defizite im Rahmen von Demenz oder Morbus Alzheimer erstmalig zu beurteilen. Außerdem eignet sich die Methode zur Kontrolle des Krankheitsverlaufs. Bei der Alzheimer- und Demenz-Diagnose zählt der Mini-Mental-Status-Test mittlerweile zu den gängigsten Methoden. Er besteht aus einem Fragebogen, durch dessen Einsatz wichtige Hirnleistungen wie Sprache, Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Orientierung und Rechenfähigkeit überprüft werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Zur Anwendung gelangt der Mini-Mental-Status-Test zur diagnostischen Abklärung von psychischen Leistungsstörungen. Ferner wird deren Verlauf kontrolliert. Eine Diagnose der unterschiedlichen Demenzformen ist mit ihm jedoch nicht möglich.

Die Durchführung des Mini-Mental-Status-Tests besteht darin, dass der Patient auf dem Fragebogen einige relevante Punkte beantwortet. Durch die gestellten Aufgaben kann der Arzt wichtige kognitive Funktionen kontrollieren. Dazu gehören die Erinnerungs- und Merkfähigkeit, Sprache sowie Sprachverständnis, räumliche und zeitliche Orientierung, Rechnen, Schreiben, Lesen und Zeichnen. Der Test nimmt in der Regel lediglich 10 Minuten in Anspruch. Der Mini-Mental-Status-Test setzt sich aus mehreren Fragen zusammen. So soll der Patient die aktuelle Zeit angeben. Auf Nachfrage muss er auch Angaben zu Datum, Wochentag, Monat, Jahr oder Jahreszeit machen. Für jede beantwortete Frage erhält er einen Punkt.

Weitere Fragen im Rahmen des Testverfahrens sind der aktuelle Aufenthaltsort, in welchem Bundesland, Landkreis oder welcher Stadt sich dieser befindet und wie der Name der Klinik lautet. Beim nächsten Teil des Mini-Mental-Status-Tests handelt es sich um das Merken und Nachsprechen von drei Begriffen. Dabei kann es sich um Tisch, Pfennig und Apfel handeln. Weiterhin muss der Patient von der Zahl 100 sieben abziehen. Das Gleiche gilt für das Resultat, was insgesamt fünf Mal erfolgt. Danach wiederholt er die Begriffe von Testaufgabe 3. Außerdem zeigt ihm der Arzt eine Armbanduhr sowie einen Stift, die er korrekt benennen muss. Ferner spricht er die Phrase „kein wenn und aber“ möglichst fehlerfrei nach.

Nächster Testbestandteil ist das Falten eines Stücks Papier. Dieses wird anschließend auf den Boden gelegt. Außerdem wird der Patient dazu aufgefordert, den Satz „Augen zu“ von einem Blatt abzulesen und die Augen zu schließen. Testpunkt 10 besteht darin, einen beliebigen Satz aufzuschreiben. In dem Satz sollen wenigstens ein Prädikat sowie ein Subjekt enthalten sein. Er muss spontan und ohne Vorgaben erdacht werden. Korrekte Grammatik und Rechtschreibung sind dabei nicht wichtig.

Als Letztes zeichnet der Patient zwei Fünfecke, bei denen es zu einer Überschneidung kommt. Dazu erhält er eine Vorlage. Damit das Testergebnis nicht verfälscht wird, müssen einige wichtige Kriterien eingehalten werden. Das bedeutet, dass eine störungsfreie Atmosphäre besteht und keine sensorischen Einschränkungen wie eine verminderte Hör- oder Sehleistung vorliegen. Außerdem können Aufmerksamkeit und Gehirnleistung durch Schmerzen oder eine reizlose Krankenhausumgebung in Mitleidenschaft gezogen werden. Das Testergebnis kann dadurch deutlich unter der tatsächlichen Leistungsfähigkeit liegen.

Nach Ende des Tests rechnet der Arzt die vergebenen Punkte zusammen. Für jede Aufgabe, die erfolgreich gelöst wurde, erhält der Patient je einen Punkt. Die Skala des Mini-Mental-Status-Tests umfasst 0 bis 30 Punkte. Ab 27 Punkten gilt das Testergebnis in dieser Einteilung als unauffällig. Auch die volle Punktzahl schließt eine Demenz allerdings nicht sicher aus, da der Test leichte Einbußen häufig nicht erfasst. Erhält er dagegen keinen einzigen Punkt, liegen schwere Schädigungen vor. Bei einer Punktanzahl von 20 bis 26 wird von einer leichten Demenz ausgegangen. 10 bis 19 Punkte weisen auf eine mittelschwere Demenz hin. Werden nicht mehr als 9 Punkte erzielt, gilt dies als Hinweis auf eine schwere Demenz. Bis der Test ausgewertet wird, dauert es nur einige Minuten.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Grundsätzlich gilt der Mini-Mental-Status-Test als zuverlässiges Schnell-Screening-Verfahren, das sich rasch und einfach durchführen lässt. Risiken und Nebenwirkungen sind nicht zu befürchten, da es sich lediglich um das Beantworten eines Fragebogens handelt. Manche Patienten empfinden die Testsituation allerdings als belastend, wenn ihnen dabei eigene Defizite bewusst werden.

Ein Nachteil der Methode ist jedoch ihre starke Anfälligkeit gegenüber Störungen. Darüber hinaus lassen sich durch das Verfahren kognitive Defizite nur grob einschätzen. Bei Menschen, die über eine hohe Bildung verfügen, kann der Mini-Mental-Status-Test häufig zu einem falschen Resultat führen, wodurch sich eine Demenz nicht erkennen lässt. Liegt dagegen eine niedrige Bildung vor, besteht das Risiko eines falschen positiven Ergebnisses.

Ferner können mit dem Mini-Mental-Status-Test die unterschiedlichen kognitiven Fähigkeiten nicht differenziert beurteilt werden. Aus diesem Grund wird er oftmals gemeinsam mit anderen Testmethoden durchgeführt. Einige Ärzte kritisieren zudem, dass sich leichte kognitive Störungen mit der Testmethode nicht diagnostizieren lassen. Hinzu kommt, dass auch Gesunde als auffällig eingestuft werden können: Ein Übersichtsartikel der Cochrane Collaboration aus dem Jahr 2016 rät ausdrücklich davon ab, den Mini-Mental-Status-Test allein zur Bestätigung oder zum Ausschluss einer Demenz heranzuziehen. Außerdem hängt der Vorhersagewert eines Tests stets von der Häufigkeit der Erkrankung ab. Tritt die Krankheit seltener auf, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass durch ein positives Resultat des Tests wirklich eine Störung angezeigt wird.

Im Falle eines positiven Ergebnisses des Mini-Mental-Status-Tests muss eine sorgfältige Abgrenzung zu Depressionen erfolgen. So können auch diese die kognitiven Funktionen deutlich einschränken.

Herkunft und Verbreitung

Beschrieben wurde der Test 1975 von Marshal Folstein, Susan Folstein und Paul McHugh in einer psychiatrischen Fachzeitschrift. Die Verfasser suchten ausdrücklich nach einem kurzen Verfahren für den klinischen Alltag: Die damals gebräuchlichen neuropsychologischen Untersuchungen dauerten Stunden und waren am Krankenbett nicht durchführbar. Der Name „Mini-Mental State“ verweist auf genau diese Beschränkung — es handelt sich um eine verkürzte Erhebung des geistigen Zustands, nicht um eine vollständige.

Aus dieser Anlage erklärt sich sowohl der Erfolg des Verfahrens als auch seine Kritik. Weil der Test wenig Zeit und keine besondere Ausstattung verlangt, hat er sich weltweit verbreitet und ist in zahlreiche Sprachen übertragen worden. Die Übertragungen sind allerdings nicht beliebig austauschbar: Aufgaben wie das Nachsprechen einer Phrase oder das Rückwärtsrechnen hängen an der jeweiligen Sprache und Rechenkultur, sodass Ergebnisse aus verschiedenen Fassungen nicht ohne Weiteres verglichen werden können.

Seit den 2000er Jahren werden die Rechte an der ursprünglichen Testfassung von einem Verlag wahrgenommen. Die freie Weitergabe von Kopien ist dadurch eingeschränkt worden, was in vielen Einrichtungen dazu geführt hat, dass ergänzend oder ersatzweise andere Kurzverfahren eingesetzt werden.

Aufbau und Punkteverteilung

Die dreißig erreichbaren Punkte verteilen sich nicht gleichmäßig über die geprüften Bereiche, und das erklärt einen Teil der Stärken und Schwächen des Verfahrens. Auf die zeitliche Orientierung — Jahr, Jahreszeit, Monat, Datum, Wochentag — entfallen fünf Punkte, auf die örtliche Orientierung ebenfalls fünf. Das Merken der drei vorgesprochenen Begriffe bringt drei Punkte, das spätere Erinnern derselben Begriffe noch einmal drei. Für das fortlaufende Abziehen sind fünf Punkte vorgesehen; in manchen Fassungen darf ersatzweise ein Wort rückwärts buchstabiert werden.

Die verbleibenden neun Punkte betreffen Sprache und Handlungsvermögen: das Benennen zweier gezeigter Gegenstände, das Nachsprechen der vorgegebenen Phrase, das Befolgen einer dreiteiligen Anweisung mit dem Blatt Papier, das Lesen und Ausführen einer geschriebenen Aufforderung, das Aufschreiben eines eigenen Satzes und das Abzeichnen der beiden überschneidenden Fünfecke.

Auffällig ist, wie viel Gewicht damit auf Orientierung und Gedächtnis liegt und wie wenig auf planendem Denken, Handlungsablauf und Urteilsvermögen. Genau diese Fähigkeiten sind bei manchen Demenzformen früh betroffen, während Orientierung und Merkfähigkeit noch lange erhalten bleiben. Ein guter Punktwert schließt eine solche Störung deshalb nicht aus.

Wer den Test durchführt

Der Mini-Mental-Status-Test gehört zu den Untersuchungen, die in der hausärztlichen Praxis begonnen werden können. Ergibt sich dort ein auffälliges Ergebnis oder bleibt der Verdacht trotz unauffälligem Ergebnis bestehen, folgt in der Regel die Überweisung an eine neurologische oder psychiatrische Praxis oder an eine Gedächtnissprechstunde, wie sie an vielen Kliniken eingerichtet ist. Die Durchführung selbst kann auch geschultes nichtärztliches Personal übernehmen; die Einordnung des Ergebnisses bleibt ärztliche Aufgabe.

Der Test wird im persönlichen Gespräch durchgeführt und lässt sich nicht als Fragebogen zum Mitnehmen aushändigen, weil der Ablauf, die Reihenfolge der Aufgaben und die Zeit zwischen dem Vorsprechen und dem Abfragen der drei Begriffe zum Verfahren gehören. Aus demselben Grund ist es ungünstig, wenn Angehörige während der Untersuchung mithelfen, so gut es gemeint ist. Sinnvoll ist ihre Anwesenheit dagegen vor und nach dem Test: Die Schilderung von Angehörigen, wie sich der Alltag verändert hat, liefert Angaben, die kein Punktwert ersetzt.

Bedingungen für ein verwertbares Ergebnis

Zu den häufigsten Gründen für ein zu schlechtes Ergebnis gehört, dass die betroffene Person die Aufgaben schlicht nicht sehen oder nicht hören konnte. Brille und Hörgerät sollten daher zur Untersuchung mitgebracht und dabei getragen werden. Ebenso gehört die Untersuchung nicht in die Aufnahmesituation eines Krankenhauses, in einen Moment starker Schmerzen oder in die Stunden nach einer Betäubung.

Zwei weitere Voraussetzungen werden leicht übersehen. Der Test setzt voraus, dass die geprüfte Person die verwendete Sprache sicher beherrscht; wird er nicht in der Muttersprache durchgeführt, sind die Sprach- und Rechenaufgaben nicht fair beurteilbar. Und er setzt Lesen und Schreiben voraus: Wer nie schreiben gelernt hat oder wegen einer Aphasie nach einem Schlaganfall Sprache nicht mehr verarbeiten kann, verliert Punkte aus Gründen, die mit einer Demenz nichts zu tun haben. In solchen Fällen ist der Test nicht das geeignete Verfahren, und das Ergebnis darf nicht als Hinweis auf einen geistigen Abbau gewertet werden.

Was ein auffälliges Ergebnis nach sich zieht

Ein niedriger Punktwert ist ein Anlass zur weiteren Abklärung, nicht bereits eine Diagnose. Zur üblichen Abklärung gehört zunächst ein ausführliches Gespräch über den Verlauf: Seit wann bestehen die Beschwerden, haben sie schleichend oder plötzlich begonnen, schwanken sie im Tagesverlauf, welche Medikamente werden eingenommen? Dazu kommt die Schilderung durch nahestehende Personen.

Anschließend wird nach Ursachen gesucht, die behandelbar sind. Über eine Blutuntersuchung lassen sich unter anderem ein Vitamin-B12-Mangel, ein Mangel an Folsäure, eine Schilddrüsenunterfunktion oder Hinweise auf eine Entzündung erkennen; auch ein Blutbild, Nieren- und Leberwerte gehören dazu. Eine Bildgebung des Kopfes mittels Computertomographie oder Magnetresonanztomographie dient dazu, Veränderungen zu erkennen, die eine andere Behandlung verlangen — etwa eine Blutansammlung unter der harten Hirnhaut nach einem Sturz, eine Raumforderung oder eine krankhafte Erweiterung der inneren Hirnkammern.

Bestätigt sich der Verdacht auf eine Demenz, richtet sich das weitere Vorgehen nach ihrer Form. Erst dann werden auch Fragen wie die Fahreignung, die Regelung persönlicher Angelegenheiten und die Unterstützung im Alltag besprochen. Der Punktwert des Mini-Mental-Status-Tests allein ist für keine dieser Entscheidungen ein ausreichender Maßstab.

Was der Test nicht unterscheidet

Der Test bildet ab, wie jemand in diesem Moment abschneidet, nicht warum. Er unterscheidet insbesondere nicht zwischen den Demenzformen: Ob eine Alzheimer-Krankheit, eine vaskuläre Demenz, eine Demenz bei Morbus Parkinson oder eine Mischform vorliegt, ist an der Punktzahl nicht abzulesen.

Besonders folgenreich ist, dass der Test ein Delir nicht von einer Demenz trennt. Ein Delir ist eine akute Verwirrtheit, die im Tagesverlauf stark schwankt und häufig eine körperliche Ursache hat — eine Infektion, eine Störung des Wasser- und Salzhaushalts, ein neu angesetztes oder abgesetztes Medikament, ein Entzug. Es entwickelt sich innerhalb von Stunden bis Tagen und ist bei rechtzeitiger Behandlung der Ursache häufig rückbildungsfähig. Wird ein solcher Zustand als Demenz gedeutet, unterbleibt genau diese Behandlung. Der zeitliche Verlauf ist deshalb wichtiger als der Punktwert.

Ebenso wenig trennt der Test zwischen einem geistigen Abbau und den Folgen einer schweren Depression, die Antrieb, Aufmerksamkeit und Gedächtnis erheblich beeinträchtigen kann. Der Verdacht darauf ergibt sich eher aus dem Gespräch als aus der Punktzahl.

Ergänzende Testverfahren

Weil der Mini-Mental-Status-Test die genannten Lücken hat, wird er selten allein eingesetzt. Häufig wird er mit dem Uhrentest kombiniert, bei dem ein Zifferblatt mit einer vorgegebenen Uhrzeit gezeichnet werden soll; diese Aufgabe verlangt Planung und räumliche Vorstellung und ergänzt den Test damit dort, wo er schwach ist. Daneben sind mehrere andere Kurzverfahren gebräuchlich, unter anderem der DemTect und das Montreal Cognitive Assessment, die stärker auf Wortflüssigkeit, Aufmerksamkeit und planendes Denken zielen und leichtere Störungen besser erfassen sollen.

Bleibt das Bild nach solchen Kurzverfahren unklar, folgt eine ausführliche neuropsychologische Untersuchung. Sie dauert deutlich länger, prüft die einzelnen Leistungsbereiche getrennt und erlaubt eine genauere Beschreibung des Musters, das sich zeigt. Die Kurzverfahren ersetzen sie nicht, sondern entscheiden mit darüber, ob sie nötig ist.

Der Test in der Verlaufsbeobachtung

Neben der ersten Einschätzung wird der Mini-Mental-Status-Test genutzt, um Veränderungen über die Zeit zu verfolgen. Dabei ist zu bedenken, dass der Punktwert auch bei unverändertem Zustand schwankt — je nach Tagesform, Untersucherin oder Untersucher, Tageszeit und äußeren Bedingungen. Aus einem um wenige Punkte veränderten Ergebnis lässt sich deshalb keine Verschlechterung ableiten. Aussagekräftig wird der Verlauf erst über größere Zeiträume und im Zusammenhang mit dem, was Angehörige über den Alltag berichten.

Für die Verlaufsbeobachtung gilt zudem, dass die Bedingungen möglichst gleich bleiben sollten: dieselbe Fassung des Tests, eine vergleichbare Umgebung und nach Möglichkeit dieselbe durchführende Person.

Umgang mit dem Ergebnis

Für viele Betroffene ist die Untersuchung unangenehm, weil sie die eigenen Grenzen unmittelbar vorführt. Aufgaben, die früher selbstverständlich waren, misslingen im Beisein einer fremden Person. Manche reagieren darauf mit Scherzen, mit Ärger oder mit dem Versuch, das Gespräch zu wechseln — auch das gehört zur Situation und wird von erfahrenen Untersuchenden nicht als Verweigerung gewertet.

Wie das Ergebnis mitgeteilt wird, ist Teil der ärztlichen Aufgabe. Ein Punktwert ohne Einordnung sagt wenig und kann erheblich verunsichern. Sinnvoll ist stattdessen ein Gespräch darüber, was der Wert im Zusammenhang mit den übrigen Befunden bedeutet, welche Schritte als Nächstes anstehen und welche Unterstützung es gibt. Wer den Eindruck hat, dass die eigene Gedächtnisleistung nachlässt, sollte das ansprechen, statt es zu verschweigen: Ein Teil der möglichen Ursachen ist behandelbar, und auch bei einer Demenz ist eine frühe Abklärung nützlich, weil sie Zeit für Planung und Entlastung schafft.

Quellen

  • Wallesch, C.-W., Förstl, H. (Hrsg.): Demenzen.
    ISBN: 9783132417090
  • Förstl, H.: Demenz - Diagnose und Therapie.
    ISBN: 9783794531219
  • Karnath, H.-O., Goldenberg, G., Ziegler, W. (Hrsg.): Klinische Neuropsychologie - Kognitive Neurologie.
    ISBN: 9783132447073
  • Falkai, P., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie.
    ISBN: 9783132432659
  • Falkai, P., Wittchen, H.-U. (Hrsg.): Diagnostisches und statistisches Manual psychischer Störungen.
    ISBN: 9783801732172

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