Ursachen und Behandlung von Migräne

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Wer die Migräne nicht kennt, hält sie meist für eine schlechte Ausrede. Etwa so: Die gnädige Frau hat Migräne, das heißt, sie möchte nicht gern aufstehen. Oder: Kollege X schläft seinen Rausch aus (und wir müssen die Arbeit mitmachen). Wer sie kennt, leidet darunter, unter ihr und unter der Einschätzung, die er durch die anderen erfährt.

Inhaltsverzeichnis

Symptome & Krankheitsverlauf von Migräne

Ursachen und Behandlung von Migräne
Migräne setzt aus heiterem Himmel — manchmal auch nach Vorboten - mit heftigem Kopfschmerz ein, der im Laufe von Stunden zunimmt und unter Übelkeit einen penetranten Gipfel erreicht.

Tatsächlich ist die Migräne ein quälendes Leiden, was nicht ausschließt, dass sie gelegentlich als Ausrede gebraucht wird. Sie setzt aus heiterem Himmel — manchmal auch nach Vorboten - mit heftigem Kopfschmerz ein, der im Laufe von Stunden zunimmt und unter Übelkeit einen penetranten Gipfel erreicht. Dann klingt der Anfall ab.

Meist vollzieht sich das Ganze an einem Tage. Nach Wochen, manchmal schon nach einigen Tagen, kann die nächste Attacke beginnen. Dieser anfallartige Verlauf ist das Hauptkennzeichen der Migräne. Typisch ist auch die Halbseitigkeit der Schmerzen. Dieses Symptom hat dem Leiden den Namen gegeben (Hemikranie = Halbseitenkopfschmerz). Die Seite wechselt, meist überwiegt eine, im Anfall wechselt die Seite nicht, doch breitet sich der Schmerz auf die andere aus.

Sind diese Verlaufs- und Lokalisationskennzeichen nicht eindeutig vorhanden, kann sich die Migräne durch Begleitsymptome verraten. Meist steigert sich die Übelkeit mit dem Schmerz bis zum Erbrechen. Sehr kennzeichnend sind auch Lichtscheu und Sehstörungen: flimmernde Lichterscheinungen bei verminderter Sehfähigkeit treten auf. Deshalb wird im Anfall oft ein dunkler Raum aufgesucht. Solche Sehstörungen – die sogenannte Aura – gehen dem Kopfschmerz in der Regel voraus und treten nur bei einem Teil der Betroffenen überhaupt auf. Aber auch auf anderen Sinnesgebieten kann es zu Reiz- und Ausfallerscheinungen kommen. Wichtig ist, dass alle Symptome mit dem Anfall vollkommen verschwinden.

Der einzelne Anfall lässt sich in Abschnitte gliedern, die nicht bei jedem Betroffenen und nicht bei jeder Attacke gleich deutlich hervortreten. Den Vorboten ordnet man dabei eine eigene Phase zu: Stunden, gelegentlich einen ganzen Tag vor dem Schmerz stellen sich Müdigkeit oder auffällige Munterkeit, häufiges Gähnen, Reizbarkeit, ein steifer Nacken, vermehrter Harndrang oder ein plötzliches Verlangen nach bestimmten Speisen ein. Wer diese Zeichen bei sich kennt, bemerkt den Anfall, bevor er begonnen hat. Darauf kann die Aura folgen, die nur ein Teil der Betroffenen erlebt; ihr schließt sich die Kopfschmerzphase an, mit deren Ende sich auch die Begleiterscheinungen zurückbilden.

Zu diesen Begleiterscheinungen gehört neben Übelkeit und Lichtscheu regelmäßig eine gesteigerte Empfindlichkeit gegenüber Geräuschen, häufig auch gegenüber Gerüchen. Beides erklärt, warum der Kranke nicht nur das Halbdunkel, sondern auch die Ruhe sucht. Der Schmerz selbst wird meist als pochend oder pulsierend geschildert und erreicht eine Stärke, die die gewohnte Tätigkeit unterbricht.

Die Migräne gehört zu den häufigsten Erkrankungen des Nervensystems überhaupt. Frauen sind deutlich häufiger betroffen als Männer, doch bildet sich dieser Unterschied erst mit der Pubertät aus; vorher erkranken Jungen und Mädchen etwa gleich oft. Auch Kinder können also eine Migräne haben. Bei ihnen sind die Anfälle allerdings oft kürzer, häufiger auf beiden Seiten des Kopfes gelegen und stärker von Bauchschmerzen und Erbrechen begleitet, weshalb das Leiden in diesem Alter leicht übersehen und für eine Magenverstimmung gehalten wird.

Migräne als Funktionsstörung

Kann man diese eigenartige Mischung von Symptomen erklären und auf einen gemeinsamen Nenner bringen? Ihre Flüchtigkeit und die Tatsache, dass weder am Nervensystem noch an anderen Organen krankhafte Veränderungen gefunden werden, sprechen dafür, dass ein "funktionelles Leiden" vorliegt.

Zwischen den gesunden Lebensabläufen und den Krankheiten, die durch Schädigungen von Organen oder Geweben hervorgerufen werden, gibt es ja das breite Zwischengebiet der Funktionsstörungen. So brauchen zum Beispiel die Nervenzellen zu ihrer regelrechten Tätigkeit unter anderem eine bestimmte Menge Sauerstoff in der Zeiteinheit. Wird dieses Quantum unterschritten, ist die Funktion gestört. Ist die Halsschlagader wenige Sekunden gedrosselt, so entsteht Ohnmacht.

Dabei bleiben die Nervenzellen durchaus lebensfähig; sie nehmen ihre Tätigkeit wieder auf, sobald die Sauerstoffversorgung gewährleistet ist. Nicht alle funktionellen Störungen entstehen auf diese Weise, aber bei der Migräne nahm man das lange Zeit an. Danach leiden bestimmte Gebiete des Kopfes vorübergehend unter Sauerstoffmangel und funktionieren daher schlecht oder überhaupt nicht. So ließen sich die flüchtigen Ausfälle, beispielsweise des Sehens, erklären. Unerklärt blieb dabei der Schmerz, und vor allem blieb unklar, wie es zu dem Sauerstoffmangel kommen sollte.

Beschäftigen wir uns zunächst mit dem zweiten Teil der Frage. Alle Nährstoffe, auch der Sauerstoff, bedürfen eines Transportmittels, um in die Organe zu gelangen. Das ist die Hauptfunktion des Blutes. Der Blutbedarf der Organe wechselt abhängig von ihrer Leistung. Also muss der Zustrom ständig geregelt werden.

Das bewerkstelligen Muskelfasern, die in die Wände der Gefäße eingewoben sind. Sie können die freie Öffnung erweitern und verengen. Gute, beschwerdefreie Tätigkeit des Organismus heißt unter diesem Gesichtspunkt: Feine Abstimmung der richtigen Durchblutungsmenge für alle Organe, korrekte Regulation der Weite aller Blutgefäße. Lange Zeit wurde die Migräne daher als eine Fehlregulierung der Kopfdurchblutung definiert. Nach heutigem Kenntnisstand gilt sie jedoch als eigenständige neurologische Erkrankung: Den Anfall lösen Nervenzellen des Gehirns und der Hirnhäute aus, die entzündungsfördernde Botenstoffe freisetzen – vor allem das Eiweiß CGRP. Die Weitstellung der Blutgefäße ist dabei eher Folge als Ursache. Die Sehstörungen der Aura werden auf eine langsam über die Hirnrinde wandernde Erregungswelle zurückgeführt und nicht auf einen Gefäßkrampf.

Die neuere Vorstellung fasst Nerven und Gefäße als eine Einheit auf und spricht deshalb vom trigeminovaskulären System. Danach werden jene Fasern des Trigeminusnervs aktiv, welche die Hirnhautgefäße versorgen, und setzen an deren Wand Botenstoffe frei; die Gefäße weiten sich, das umgebende Gewebe reagiert entzündlich, und die Reizung wird als Schmerz weitergeleitet. Warum dieser Vorgang überhaupt in Gang kommt, wird in Gebieten des Hirnstamms und des Zwischenhirns gesucht, die den Wechsel von Wachen und Schlafen, die Nahrungsaufnahme und die Verarbeitung von Schmerz steuern. Es sind dieselben Gebiete, deren Beteiligung die Vorbotenphase mit ihrem Gähnen, ihrem Heißhunger und ihrer Müdigkeit vermuten lässt. Damit fügt sich zusammen, was in der älteren Betrachtung unverbunden nebeneinanderstand: die Funktionsstörung, der Schmerz und die auslösenden Umstände.

Kopfschmerzen & Migräne

Nun zum Schmerz. So vielfältig die Probleme des Schmerzes sind, so sicher weiß man, dass Sauerstoffmangel eine wichtige Ursache für Organschmerzen ist. Die Herzschmerzattacke setzt ein, sobald die Blutzufuhr für den Herzmuskel eine bestimmte Grenze unterschreitet. Damit schien für Funktionsstörungen und Schmerz eine gemeinsame Ursache gefunden. Übrigens ist der Kopfschmerz kein Gehirnschmerz. Selbst eine grobe Schädigung des Gehirns tut nicht weh. Aber die Umhüllungen, die Knochenhaut und die großen Blutgefäße, sind "empfindlich".

Hier sitzt der Migräneschmerz, ausgelöst durch die Reizung der Schmerzfasern des Trigeminusnervs an den Hirnhautgefäßen und viele weitere Faktoren. Geht man nun weiter und fragt, wie es zu dieser Reizung kommt, so steht man vor einem noch ungenügend geklärten Problem. Sicher spielt die "Konstitution" eine Rolle. Es gibt Krankheiten, denen praktisch jeder Mensch verfällt, wenn er den schädigenden Ursachen nur lange und intensiv genug ausgesetzt wurde. Eine Migräne haben die meisten Menschen aber in ihrem ganzen Leben nicht kennengelernt, während andere, unter den gleichen Bedingungen und Belastungen lebend, Attacke um Attacke erleiden.

Manche Frau hat Migräne seit ihrer ersten Menstruation und verliert sie mit der letzten, oder sie ist schon seit der frühen Schulzeit damit behaftet. Nicht selten hat auch die Mutter unter ähnlichen Schmerzen gelitten. Die Auslösung vieler Attacken lässt sich mit Überempfindlichkeiten in Zusammenhang bringen, und häufig besteht eine Beziehung zu nervlichen Überbelastungen und zum Schlaf. Aber es besteht durchaus nicht die einfache Beziehung: Schlafentzug - Migräneanfall. Häufig beobachtet man, dass gerade auf längeren Schlaf, etwa am Sonntagmorgen, eine Attacke folgt.

Zu den Umständen, die Betroffene immer wieder mit einer Attacke in Verbindung bringen, gehören neben der Änderung des Schlafrhythmus die ausgelassene Mahlzeit, der veränderte Tagesablauf am Wochenende oder im Urlaub, hormonelle Schwankungen im weiblichen Zyklus, der Wetterwechsel, greller oder flackernder Lichteinfall sowie das Nachlassen einer Anspannung. Bei alldem ist allerdings Vorsicht geboten, denn manches, was als Auslöser gilt, gehört in Wahrheit schon zum Anfall. Das Verlangen nach Süßem etwa, das dem Kopfschmerz vorausgeht, ist ein Zeichen der Vorbotenphase; die Schokolade, die daraufhin gegessen wird, gerät zu Unrecht in Verdacht.

Verlässlicher als die Erinnerung ist deshalb die schriftliche Aufzeichnung. Ein über Wochen geführter Kopfschmerzkalender, in dem Tag, Dauer, Stärke, Begleitsymptome und die eingenommenen Mittel vermerkt werden, zeigt Zusammenhänge, die im Rückblick verschwimmen. Er ist zugleich die Grundlage, an der sich später ablesen lässt, ob eine Behandlung wirkt.

Behandlung

So lässt sich eine ganze Reihe von Faktoren zusammenstellen, mit denen die Migräne oder der einzelne Anfall in Verbindung gebracht werden kann. Eine einheitliche Ursache ist aber damit noch nicht erkannt. Mit anderen Worten: Wir wissen etwas über den Mechanismus des Anfalls und einige der auslösenden Faktoren, aber nichts Zuverlässiges über die Herkunft, den Kern des Leidens. So richtet sich auch unsere Behandlung in erster Linie gegen die Symptome und gegen die anfallauslösenden Faktoren.

Immerhin werden damit recht gute Erfolge erzielt. Es gibt aber heute noch kein Mittel, das mit Sicherheit und in jedem Falle die Migräne für immer beseitigt. Einen Stand, wie er bei verschiedenen Infektionskrankheiten etwa durch die antibiotische Behandlung erreicht ist, kann die Lehre von der Migräne nicht aufweisen.

Wir verfügen über Medikamente, die einen Anfall abschwächen oder abbrechen können, wenn sie bei den ersten Anzeichen eingenommen werden, sowie über Mittel, die bei regelmäßiger Einnahme die Zahl der Anfälle senken. Heute stehen für den Anfall in erster Linie entzündungshemmende Schmerzmittel und die eigens gegen Migräne entwickelten Triptane zur Verfügung; die früher gebräuchlichen Mutterkornpräparate (Ergotamine) gelten wegen ihrer Nebenwirkungen als überholt. Zur Vorbeugung häufiger Attacken werden unter anderem Betablocker, bestimmte Antidepressiva und Antiepileptika sowie neuere Antikörper gegen den Botenstoff CGRP eingesetzt. So, und durch eine Reihe weiterer Maßnahmen, die sich nach den individuellen Besonderheiten jedes Patienten richten, kann der erfahrene Facharzt in den meisten Fällen entscheidend helfen.

Zu diesen weiteren Maßnahmen gehört alles, was der Betroffene selbst tun kann. Im Anfall hilft vielen der Rückzug in einen abgedunkelten, ruhigen Raum und der Schlaf, der die Attacke oft abkürzt. Zwischen den Anfällen zielen die Maßnahmen darauf, dem Nervensystem den gleichmäßigen Rhythmus zu geben, auf dessen Störung es empfindlich antwortet: regelmäßige Schlafenszeiten auch am Wochenende, regelmäßige Mahlzeiten und ein maßvoll betriebener Ausdauersport. Als vorbeugend anerkannt sind ferner Entspannungsverfahren, unter denen die Progressive Muskelentspannung am besten untersucht ist, dazu Biofeedback und verhaltenstherapeutische Verfahren, die den Umgang mit Belastung und mit dem Schmerz selbst zum Gegenstand haben. Sie ersetzen die Medikamente nicht, lassen sich aber mit ihnen verbinden und kommen ohne deren Nebenwirkungen aus.

Ein eigenes Problem entsteht, wenn Schmerz- und Migränemittel an zu vielen Tagen im Monat eingenommen werden. Dann kann aus der Behandlung selbst ein dauerhafter Kopfschmerz hervorgehen, der Kopfschmerz bei Medikamentenübergebrauch. Er ähnelt dem ursprünglichen Leiden und ist doch nur dadurch zu beheben, dass die auslösenden Mittel zeitweilig abgesetzt werden. Zu jeder Migränebehandlung gehört deshalb, die Zahl der Einnahmetage im Blick zu behalten; auch das ist ein Grund, den Kopfschmerzkalender zu führen. Wer bemerkt, dass die Anfälle häufiger werden oder die Mittel schlechter wirken, sollte das ärztlich klären lassen, statt die Einnahme auszuweiten.


Differentialdiagnosen

Nun muss nicht jeder migräneartige Kopfschmerz eine wirkliche Migräne sein. Vom weit häufigeren Spannungskopfschmerz unterscheidet sich die Migräne durch den meist halbseitigen, pochenden Schmerz, durch Begleiterscheinungen wie Übelkeit und Lichtscheu und dadurch, dass körperliche Betätigung die Beschwerden verstärkt; der Spannungskopfschmerz ist dagegen dumpf-drückend, betrifft beide Kopfseiten und geht nicht mit Erbrechen einher. Man tut gut daran, die Migräne selbst von Kopfschmerzen zu unterscheiden, die Folge einer anderen Erkrankung sind, denn es können sich für die Behandlung ganz unterschiedliche Gesichtspunkte ergeben. Man spricht heute von primären Kopfschmerzerkrankungen wie der Migräne und von sekundären Kopfschmerzen. So tritt zum Beispiel eine Gefäßmissbildung in der Schädelkapsel nicht selten mit anfallweisem Kopfschmerz und Sehstörungen in Erscheinung.

Als Behandlung kommt ein operativer Eingriff in Frage. Oder es führt ein Unfall zu feinen Verschiebungen im Gefüge der Halswirbelsäule: Das gleiche Beschwerdebild, und doch sind andere Maßnahmen zu seiner Beseitigung erforderlich. Es kommt hier nicht darauf an, eine vollständige Übersicht der möglichen Ursachen migräneartiger Kopfschmerzen zu geben.

Dem Betroffenen, der sich erfahrungsgemäß nicht immer in fachärztlicher Betreuung befindet, sei gesagt, dass bei bestimmten Symptomen ein Facharzt für Nervenleiden (Neurologe) feststellen sollte, ob nicht eine ungewöhnliche Ursache für die Beschwerden vorliegt, aus der sich besondere diagnostische und therapeutische Maßnahmen ergeben.

Zu diesen Symptomen gehören: anfallartige Kopfschmerzen, die erst in den mittleren Lebensjahren oder später relativ rasch beginnen, oder solche, die im Laufe vieler Jahre nur wenige Male, dann aber außerordentlich heftig einsetzen oder mit Bewusstseinsstörungen, heftigen Nackenschmerzen, Lähmungen und Doppelbildern verbunden sind, ausschließlich einseitige Schmerzen, Erbrechen, das unabhängig von der Kopfschmerzattacke und von begründeter Magenverstimmung auftritt, Migränesymptome, die über den Anfall hinaus bestehen bleiben, Schmerzen, die von der Lage und der Kopfbewegung abhängig sind und andere Abweichungen von dem, was hier als "typische Migräne" dargestellt wurde.

Unter den Kopfschmerzformen, die mit der Migräne verwechselt werden, ist der Cluster-Kopfschmerz die wichtigste. Er trifft überwiegend Männer, sein Schmerz sitzt streng auf einer Seite hinter oder um das Auge, erreicht binnen Minuten eine kaum erträgliche Stärke und geht mit tränendem Auge, hängendem Lid und laufender Nase auf derselben Seite einher. Anders als der Migränekranke, der die Ruhe sucht, hält es den Betroffenen nicht im Bett; er läuft umher. Die Attacken häufen sich über Wochen und lassen danach für lange Zeit nach, woher die Erkrankung ihren Namen hat.

Abzugrenzen ist ferner die Trigeminusneuralgie mit ihren blitzartigen, durch Berührung, Kauen oder Sprechen ausgelösten Gesichtsschmerzen. Und wenn Kopfschmerzen im höheren Lebensalter neu auftreten, womöglich mit Schmerzen beim Kauen und einer druckempfindlichen Schläfe, ist an eine Entzündung der Schläfenarterien zu denken, die unbehandelt das Sehvermögen bedroht. Sie gehört zu jenen Ursachen, derentwegen der oben genannte Gang zum Neurologen bei ungewöhnlichem Verlauf nicht aufgeschoben werden sollte.

Quellen

  • Göbel, H.: Die Kopfschmerzen.
    ISBN: 9783662688724
  • Diener, H.-C., Gaul, C., Kropp, P. (Hrsg.): Kopfschmerzen.
    ISBN: 9783132004917
  • Diener, H.-C., Steinmetz, H., Kastrup, O. (Hrsg.): Referenz Neurologie.
    ISBN: 9783132413870
  • Diener, H.-C., Gerloff, C., Dieterich, M., et al. (Hrsg.): Therapie und Verlauf neurologischer Erkrankungen.
    ISBN: 9783170399662
  • Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie.
    ISBN: 9783132410961

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