Augenkrankheiten bei Senioren

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 15. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Diese Augenkrankheiten treten bei Senioren häufig auf:

Mit zunehmendem Alter verringert sich bei fast jedem Menschen die Sehschärfe. Das ist ein normaler Vorgang. Der Grund dafür ist vor allem, dass die Augenlinse mit den Jahren ihre Elastizität verliert und sich nicht mehr ausreichend auf die Nähe einstellen kann (Alterssichtigkeit), und dass die Funktionstüchtigkeit der Augen im Laufe der Zeit etwas nachlässt. Es handelt sich daher eher um eine Verschleißerscheinung. Allerdings gibt es auch verschiedene Krankheiten der Augen, die bei älteren Menschen häufig auftreten. Welche es sind, wird nachfolgend näher beschrieben.

Inhaltsverzeichnis

Die häufigsten altersbedingten Augenkrankheiten

Augenkrankheiten
Das Auge ist ein besonders empfindliches Organ. Einige Augenerkrankungen werden von Reizen der Umwelt verursacht, die schließlich zur Entzündung führen.
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Zu den besonders häufig auftretenden Augenerkrankungen bei Senioren gehören diese:

  • Altersbedingte Makuladegeneration
  • Diabetische Retinopathie
  • Grüner Star
  • Grauer Star

Das Tückische dieser Krankheiten ist, dass sie völlig unbemerkt auftreten. Sie verursachen keine Schmerzen und die Sehschärfe verringert sich nur sehr langsam. Deshalb spüren betroffene Personen meistens gar nicht, dass sie unter einer Augenkrankheit leiden. Meistens wird es erst dann bemerkt, wenn die Sehkraft deutlich nachgelassen hat.

Allerdings lässt sich mit Ausnahme des Grauen Stars im fortgeschrittenen Stadium nicht mehr viel machen. Bei allen Augenerkrankungen ist es immer so, dass eine frühzeitige Diagnose den größten Erfolg bietet.

Die altersbedingte Makuladegeneration

Makuladegeneration
Schematische Darstellung zur Anatomie des Auges und zum Unterschied zwischen gesundem Auge und Makuladegeneration. Klicken, um zu vergrößern.

Diese Krankheit wird oftmals nur als AMD abgekürzt. Es gibt jedoch zwei unterschiedliche Varianten. Diese sind die trockene und die feuchte AMD. Besonders häufig tritt die trockene Form auf. Etwa 20 Prozent aller Senioren, die älter als 65 Jahre sind, leiden unter dieser Krankheit.

Ab dem 80. Lebensjahr ist schon fast jeder Dritte davon betroffen. Von allen Patienten, die unter dieser Augenkrankheit leiden, bekommen 85 Prozent die trockene Variante und die restlichen 15 Prozent leiden unter der feuchten AMD.

Die altersbedingte Makuladegeneration entsteht, weil Abfallprodukte des natürlichen Stoffwechsels nicht mehr abgeleitet werden können. Dadurch bilden sich unter der Netzhaut kleinere Ablagerungen, die der Augenarzt als Drusen bezeichnet. Diese führen dazu, dass die Sehzellen der Makula absterben. Das führt zum Verlust des zentralen Sehens; zu einer völligen Erblindung kommt es dabei jedoch nicht, weil das periphere Gesichtsfeld erhalten bleibt.

Bei der feuchten AMD reagiert der Körper auf diese Ablagerungen und versucht sie zu bekämpfen. Dadurch bilden sich krankhafte Gefäße, die in die Netzhaut einwachsen. Zudem tritt aus diesen undichten Gefäßen Flüssigkeit aus, die sich unter und in der Netzhaut ansammelt. Unbehandelt führt auch die feuchte AMD zum Verlust des zentralen Sehens, nicht jedoch zur vollständigen Erblindung.

Viele Patienten schenken den Symptomen keine Beachtung

Tritt die altersbedingte Makuladegeneration auf, spüren die betroffenen Personen meistens nichts davon. Schmerzen entstehen nicht. Auch die Sehschärfe verändert sich zum Beginn der Krankheit nicht. Im Laufe der Zeit treten dann verschiedene Phänomene auf.

Insbesondere beim Lesen kann es Probleme geben, weil einzelne Buchstaben nicht mehr scharf gesehen werden. Manchmal treten zudem graue Flecken im Sichtbereich auf. Spätestens dann sollte unbedingt ein Augenarzt wie das luxaugenzentrum.ch aufgesucht werden.

Sowohl für die trockene als auch für die feuchte AMD gibt es mittlerweile sehr gute Behandlungsmethoden. Manchmal hilft schon die Einnahme bestimmter Substanzen, um ein Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten. Mitunter müssen unter örtlicher Betäubung Medikamente direkt in den Glaskörper gespritzt werden. Bei der feuchten AMD gelten solche regelmäßigen Injektionen von VEGF-Hemmern in den Glaskörper heute als Standardbehandlung.

Mit den zur Verfügung stehenden Behandlungsmethoden lässt sich die altersbedingte Makuladegeneration deutlich verlangsamen, sodass die Sehkraft lange erhalten bleibt.

Die Retinopathie tritt zumeist bei Diabetikern auf

Diabetische Retinopathie
Da die Krankheit in der Regel immer durch Diabetes auftritt, leiden die Betroffenen dabei auch an der Zuckerkrankheit. In erster Linie kommt es dabei zu verschiedenen Sehstörungen und im Allgemeinen zu einer Sehschwäche.
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Es gibt unzählige ältere Menschen, die an Diabetes leiden. Die diabetische Retinopathie kann zur Erblindung führen, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird. Da es sich beim Diabetes um eine Stoffwechselkrankheit handelt, finden mitunter auch Veränderungen an der Netzhaut in den Augen statt.

In der Frühphase zeigen sich dort zunächst Aussackungen der kleinen Netzhautgefäße (Mikroaneurysmen) und punktförmige Blutungen. Später entstehen kleine Auswüchse. Davon spürt der Patient jedoch nichts. Diese behindern auch nicht die Sehschärfe. Allerdings können diese Auswüchse so stark werden, dass sie eine Zugkraft auf die Netzhaut ausüben. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Netzhaut von der Aderhaut gelöst wird.

In dem Fall wird sie nicht mehr mit den wichtigen Nährstoffen versorgt und stirbt nach und nach ab. Dann kann auch der Augenarzt nicht mehr helfen.

Eine Retinopathie und die damit einhergehenden Folgen lassen sich nur bei einer rechtzeitigen Erkennung behandeln. Deshalb ist es sehr wichtig, dass Diabetiker regelmäßig ihren Augenarzt aufsuchen. Das sollte auch dann geschehen, wenn die Sehkraft noch völlig intakt ist. Der Augenarzt kann sehr genau feststellen, ob sich kleine Auswucherungen bilden.

Dazu gibt er Tropfen in die Augen, die zur Erweiterung der Pupillen führen. Durch die erweiterten Pupillen kann er die Netzhaut nach Veränderungen absuchen. Dabei entdeckt er schon kleinste Wucherungen. Falls er etwas in dieser Richtung diagnostiziert, ist der Augenarzt jedoch nicht allein mit der Therapie befasst. Der Patient muss dann auf jeden Fall alles dafür tun, damit sein Blutzuckerspiegel wieder in einem normalen Bereich liegt.

Er sollte sich deshalb unbedingt bei einem Diabetologen in Behandlung begeben. Manchmal liegen auch noch weitere Herz-Kreislauf-Beschwerden vor. Diese können am besten von einem Kardiologen therapiert werden. Hat sich der Allgemeinzustand des Patienten verbessert, bilden sich manchmal auch die Auswucherungen wieder zurück.

Das passiert jedoch nur bei einer rechtzeitigen Diagnose. Nur im fortgeschrittenen Stadium der Retinopathie muss der Augenarzt eine Therapie einleiten. Diese besteht je nach Schwere aus einer medikamentösen oder einer chirurgischen Behandlung. Zum Einsatz kommen dabei vor allem die Laserbehandlung der Netzhaut, Injektionen von VEGF-Hemmern in den Glaskörper und bei fortgeschrittenen Befunden die Entfernung des Glaskörpers (Vitrektomie).

Der Grüne Star befällt viele Senioren

Gruener Star
Infogramm zur Anatomie und Aufbau des Auges bei Grünem Star. Bild anklicken, um zu vergrößern.

Der Augenarzt bezeichnet den Grünen Star als Glaukom. Manchmal tritt diese Augenkrankheit als eigenständige Beschwerde auf. Es gibt aber auch andere Krankheiten, die einen Grünen Star zur Folge haben. Bei dieser Augenerkrankung kann das Kammerwasser nicht mehr richtig aus dem Auge abfließen.

Dadurch erhöht sich der Augeninnendruck. Auch davon spürt der Patient in der Regel nichts. Allerdings besteht die Gefahr, dass der Druck sehr stark ansteigt. Das kann dazu führen, dass der Sehnerv dauerhaft geschädigt wird. In dem Fall erblindet die betroffene Person.

Aber auch beim Grünen Star ist eine Therapie möglich. Ist es jedoch schon zur Erblindung gekommen, lässt sich diese nicht mehr rückgängig machen. Deshalb findet eine Behandlung schon bei einer leichten Erhöhung des Augeninnendrucks statt. Der Augenarzt verordnet dem Patienten Augentropfen, die er regelmäßig nutzen muss. Reichen die Tropfen nicht aus, stehen zusätzlich Laserverfahren und Operationen zur Verfügung, die den Abfluss des Kammerwassers verbessern.

Der Graue Star lässt sich nur chirurgisch behandeln

Grauer Star
Schematische Darstellung Augenoperation bei Grauem Star. Klicken, um zu vergrößern.

Bei einem Grauen Star, der vom Augenarzt als Katarakt bezeichnet wird, trübt sich die Linse des Auges. Ursache sind altersbedingte Veränderungen der Linseneiweiße, die sich zusammenlagern und die Linse eintrüben. Diese führen zu einer Beeinträchtigung der Sehschärfe. Im Anfangsstadium spürt der Patient die Verringerung der Sehkraft meistens gar nicht. Erst im späteren Verlauf macht sich das Problem deutlich bemerkbar. Das Lesen fällt zunehmend schwer und Farben können oftmals nicht mehr richtig erkannt werden.

Eine medikamentöse Behandlung ist beim Grauen Star nicht möglich. Der Augenarzt wartet in der Regel so lange, bis die Sehkraft deutlich schlechter geworden ist. Dann findet ein Eingriff statt, bei dem die eingetrübte Linse entfernt wird. Sie wird dann durch eine neue künstliche Linse ersetzt. Früher wartete man mit dem Eingriff, bis der Star „reif“ war; heute wird operiert, sobald die Sehminderung den Alltag des Patienten spürbar beeinträchtigt. Der größte Vorteil für den Patienten besteht darin, dass die Linse an seine Sehkraft angepasst wird. Bei einer gewöhnlichen Kunstlinse wird nach dem Eingriff allerdings meist noch eine Lesebrille benötigt.

Fazit

Das größte Problem bei den meisten Augenkrankheiten im Alter besteht darin, dass die Patienten nichts davon spüren. Probleme werden meistens erst dann erkannt, wenn die Sehschärfe deutlich nachlässt. Deshalb ist es dringend zu empfehlen, regelmäßig einen Augenarzt zur Kontrolle der Augen aufzusuchen.

Quellen

  • Pfeiffer, N., Cursiefen, C., Holz, F. G., et al. (Hrsg.): Die Augenheilkunde.
    ISBN: 9783662658239
  • Lang, G. K., Lang, S. J. (Hrsg.): Augenheilkunde.
    ISBN: 9783132454446
  • Grehn, F.: Augenheilkunde.
    ISBN: 9783662591536
  • Salmon, J. F.: Kanskis Klinische Ophthalmologie.
    ISBN: 9783437234859
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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