Elektrokoagulation

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Elektrokoagulation ist ein operatives Verfahren der HF-Chirurgie, bei dem Gewebe mittels hochfrequentem Strom gezielt erhitzt und dadurch verödet wird. Das Verfahren kann in diesem Zusammenhang zum Beispiel an Tumoren zum Einsatz kommen und verschließt gleichzeitig mit dem Schnitt die entstehende Wunde. Die Elektrokoagulation kann in extrem trockenen Geweben nicht stattfinden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Elektrokoagulation?

Elektrokoagulation
Die Elektrokoagulation ist ein operatives Verfahren der HF-Chirurgie, bei dem Gewebe mittels hochfrequentem Strom gezielt erhitzt und dadurch verödet wird. Es kann zum Beispiel an Tumoren zum Einsatz kommen.

Bei der Hochfrequenz-Chirurgie leitet ein Team aus Ärzten hochfrequenten Wechselstrom durch den menschlichen Körper. Das HF-Verfahren will Gewebe gezielt beschädigen oder zerschneiden. Gewebestrukturen sollen durchtrennt oder vollständig entfernt werden.

Anders als im Rahmen der konventionellen Schneidetechnik kann die Wunde gemeinsam mit dem Schnitt im Rahmen der HF-Chirurgie verschlossen werden. Damit ist die Blutung gestillt, da die Gefäße im Schnittbereich verschlossen sind. Das Instrument der HF-Chirurgie ist das Elektroskalpell. Ein Verfahren aus diesem Chirurgiebereich ist die Elektrokoagulation. Bei der Elektrokoagulation wird ein einzelner Funke abgegeben, der das Gewebe punktförmig verbrennt und dadurch verödet.

Die schnelle und gleichzeitig effiziente Elektrokoagulation und die damit verbundene Blutstillung kommen vor allem im Rahmen von fehlender Spontangerinnung zum Einsatz, so zum Beispiel bei Blutungen in Zusammenhang mit Tumoren. Bei den eher kleinen Gefäßen ersetzt das Verfahren teuren Fibrinkleber oder die Ligatur. Damit erspart die Elektrokoagulation dem Arzt sowohl Aufwand, als auch Geld. Auch der Patient profitiert durch die sofortige Blutstillung von dem Verfahren der HF-Chirurgie.

Funktion, Wirkung & Ziele

Der Begriff Koagulation kann sich auf zwei unterschiedliche operative Techniken beziehen. Neben der Tiefenkoagulation existiert die elektrische Blutstillung im Sinne der Elektrokoagulation. Auch die Tiefenkoagulation ist eine Elektrokoagulation. Das Verfahren erhitzt das Gewebe auf bis zu 80 Grad Celsius.

Die Erhitzung wird über Elektroden erreicht. Zum Einsatz kommen in diesem Zusammenhang neben Kugel- und Plattenelektroden auch Walzenelektroden. Diese Instrumente dienen im Verlauf der Operation dem Abtrag von Gewebe. Bei der Elektrokoagulation im Sinne der Tiefenkoagulation wird eine hohe Stromdichte verwendet. Zum Einsatz kommt ausschließlich Strom ohne Impulsmodulation, also unmodulierter Strom. Über die Größe der Stromstärke beeinflussen die Ärzte die Tiefe der Koagulation. Wenn großer Strom zum Einsatz kommt, bildet sich Brandschorf. Die Wärme kann sich damit nicht weiter in die Tiefe ausbreiten.

Wenn später die Elektrode entfernt wird, entfernt der Arzt im selben Schritt das verbrannte Gewebe, das noch immer an der Elektrode hängt. Wenn kleiner Strom zu hoher Einwirkungsdauer verwendet wird, verkocht das Gewebe um die Elektrode herum. Die Verbrennungen reichen etwas tiefer als der Elektrodendurchmesser. Zur Elektrokoagulation im Sinne eines Blutstillungsverfahrens wird anders als zur Tiefenkoagulation impulsmodulierter HF-Strom verwendet, der an Klemmen und Pinzetten hängt. Die Spitzen der Instrumente greifen den zu stillenden Bereich, der sich durch die Dehydration verengt und am Ende komplett verschließt.

Dieses Verfahren der Koagulation findet in bipolarem Betrieb statt. Monopolare Pinzetten werden nur selten verwendet. An Sickerblutungen findet die Blutstillung mit großflächigen Elektroden statt, die über impulsmodulierten Strom betrieben werden. Weitere Formen der Koagulation sind die Desikkation und die Fulguration. Dabei handelt es sich um Spezialformen des Verfahrens. Die Fulguration wird als oberflächliche Koagulation durchgeführt. Intra- und Extrazellulärflüssigkeit verdampfen bei diesem Verfahren aufgrund des Funkenüberschlags von einer Spitze der Elektrode, die der Arzt wenige Millimeter über das Gewebe führt.

Die Desikkation entspricht im Allgemeinen diesem Verfahren, allerdings wird die Nadelelektrode bei dieser Koagulationsart ins Gewebe eingestochen. Von Soft Koagulation ist bei Spannungen unter 190 V die Rede. Diese Verfahren lassen weder Funken, noch Lichtbögen entstehen. Auf diese Weise ist ungewolltes Schneiden ausgeschlossen und Karbonisation ist verhindert. Darüber hinaus gibt es die forcierte Koagulation, die bis hin zu Spannungen von 2,65 kV reicht und Lichtbögen für eine höhere Koagulationstiefe erzeugt. Die Spray Koagulation arbeitet wiederum mit Spannungen von bis zu 4 kV und lässt damit besonders starke und lange Lichtbögen entstehen, um das Gewebe sowohl exogen, als auch endogen zu erwärmen.


Geschichte & Entwicklung

Der Gedanke, Blutungen mit Hitze zu stillen, ist wesentlich älter als der elektrische Strom. Über Jahrhunderte diente dazu das Brenneisen: ein von außen erhitztes Metallstück, das auf die blutende Stelle gedrückt wurde. Dieses Vorgehen heißt Kauterisation, und die Elektrokoagulation wird bis heute gelegentlich mit ihm verwechselt. Der Unterschied ist grundlegend: Beim Brenneisen und beim elektrisch beheizten Kauter ist das Instrument selbst heiß und gibt seine Wärme an das Gewebe ab. Bei der Elektrokoagulation bleibt das Instrument vergleichsweise kühl; die Wärme entsteht erst im Gewebe, weil dieses dem hindurchfließenden Strom einen Widerstand entgegensetzt.

Die Voraussetzung dafür schuf im späten 19. Jahrhundert die Beobachtung, dass Wechselströme sehr hoher Frequenz den Körper durchfließen können, ohne Nerven und Muskeln zu erregen. Der französische Physiologe Jacques-Arsène d'Arsonval beschrieb, dass solche Ströme keine schmerzhaften Zuckungen auslösen, wohl aber Wärme erzeugen. Damit war der Weg frei, Strom als Werkzeug im Operationsgebiet einzusetzen, statt ihn als Reiz zu verwenden – genau der Unterschied, der die Hochfrequenzchirurgie bis heute von der Elektrotherapie und der Elektrostimulation trennt.

In den 1920er Jahren brachten der US-amerikanische Neurochirurg Harvey Cushing und der Physiker William T. Bovie das Verfahren in den Operationssaal. Cushing operierte an Hirntumoren, bei denen jede unstillbare Blutung lebensbedrohlich ist; das gemeinsam erprobte Gerät machte Eingriffe möglich, die mit den bis dahin üblichen Mitteln der Blutstillung kaum durchführbar waren. Im englischen Sprachraum werden elektrochirurgische Geräte nach Bovie bis heute umgangssprachlich als „Bovie“ bezeichnet.

Die spätere Entwicklung betraf vor allem die Steuerung. Frühe Geräte lieferten eine kaum regelbare Leistung. Moderne Generatoren messen dagegen laufend den Widerstand des Gewebes und passen ihre Abgabe daran an, so dass sich die beabsichtigte Wirkung genauer eingrenzen lässt. Hinzu kam die bipolare Technik, bei der der Strom nur noch die kurze Strecke zwischen den beiden Spitzen eines Instruments zurücklegt.

Monopolare und bipolare Technik

Für die Elektrokoagulation sind zwei Anordnungen gebräuchlich, die sich im Weg des Stromes unterscheiden.

Bei der monopolaren Technik ist das Instrument die eine Elektrode. Der Strom fließt von seiner Spitze durch den Körper des Patienten zu einer großflächigen Gegenelektrode, der sogenannten Neutralelektrode, die vor dem Eingriff auf die Haut geklebt wird, meist am Oberschenkel oder am Rücken. Weil die Spitze des Instruments klein und die Neutralelektrode groß ist, ist die Stromdichte nur unmittelbar an der Spitze hoch genug, um Gewebe zu erhitzen; unter der Neutralelektrode verteilt sich derselbe Strom auf eine große Fläche und bleibt dort ohne Wirkung. Daraus ergibt sich die wichtigste Sorgfaltspflicht bei diesem Verfahren: Die Neutralelektrode muss vollflächig und faltenfrei anliegen. Löst sie sich teilweise ab, steigt die Stromdichte an der verbliebenen Kontaktfläche, und dort kann eine Verbrennung entstehen. Heutige Geräte überwachen den Sitz der Neutralelektrode deshalb selbsttätig und schalten ab, wenn der Kontakt unzureichend ist.

Bei der bipolaren Technik trägt das Instrument selbst beide Elektroden, üblicherweise die beiden Branchen einer Pinzette. Der Strom fließt nur durch das Gewebe, das zwischen ihnen gefasst ist, und nicht durch den übrigen Körper; eine Neutralelektrode wird nicht benötigt. Die bipolare Technik wirkt räumlich enger begrenzt und gilt deshalb als das schonendere Verfahren, wenn empfindliche Nachbarstrukturen geschützt werden müssen – etwa in der Neurochirurgie, in der Augenheilkunde oder bei Eingriffen in unmittelbarer Nähe von Nerven. Ihr Nachteil ist, dass sich mit ihr nur fassbare Strukturen behandeln lassen; flächige Sickerblutungen werden weiterhin monopolar oder mit großflächigen Elektroden versorgt.

Anwendungsgebiete

Die Elektrokoagulation ist kein Verfahren eines einzelnen Fachgebiets, sondern ein Werkzeug, das in nahezu allen operativ tätigen Fächern verwendet wird.

In der offenen Chirurgie dient sie der Blutstillung an kleinen Gefäßen, die sonst umstochen oder unterbunden werden müssten. In der Endoskopie hat sie besonderes Gewicht, weil dort die Möglichkeiten der mechanischen Blutstillung begrenzt sind: Bei der Darmspiegelung werden Schleimhautwucherungen mit einer Drahtschlinge gefasst und unter Stromfluss abgetragen, wobei die Schnittfläche im selben Arbeitsgang verschlossen wird; bei der Magenspiegelung lassen sich blutende Geschwüre und Gefäßstümpfe versorgen.

In der Hautheilkunde kommt die Elektrokoagulation bei kleinen, oberflächlichen Veränderungen zum Einsatz, etwa bei erweiterten Äderchen oder gutartigen Hautanhängseln. Ob sie dabei einer Vereisung (Kryotherapie), einer Laserbehandlung oder der Abtragung mit dem Skalpell vorgezogen wird, hängt von Art, Lage und Größe des Befundes ab; ein grundsätzlicher Vorrang eines dieser Verfahren besteht nicht. Bei jeder Veränderung, deren Natur nicht zweifelsfrei feststeht, gilt der Grundsatz, dass zuerst Gewebe für die feingewebliche Untersuchung gesichert werden muss – verkochtes Gewebe lässt sich nicht mehr beurteilen. Aus demselben Grund wird ein auffälliges Muttermal nicht koaguliert.

In der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde wird das Verfahren zur Behandlung wiederkehrenden Nasenblutens aus dem Gefäßgeflecht der vorderen Nasenscheidewand eingesetzt. In der Frauenheilkunde dient es unter anderem der Blutstillung bei Eingriffen an der Gebärmutter und dem Verschluss der Eileiter, in der Zahnmedizin der Formung und Blutstillung am Zahnfleisch, in der Urologie der Versorgung von Blutungen in der Harnblase.

Vorbereitung, Ablauf und Nachsorge

Wie aufwendig die Vorbereitung ausfällt, richtet sich nach dem Eingriff, in dessen Rahmen koaguliert wird, nicht nach der Koagulation selbst. Vor einer kleinen Behandlung an der Haut genügt in der Regel ein Gespräch über den Befund, die Gerinnungssituation und die eingenommenen Medikamente; vor einer Operation in Narkose steht die übliche Vorbereitung einschließlich Aufklärung und Voruntersuchung.

Zur Vorbereitung im Operationssaal gehören mehrere Punkte, die ausschließlich mit dem Strom zu tun haben. Der Patient darf mit keinem Körperteil unbeabsichtigt auf leitfähigem Material aufliegen, weil sich dort ein zweiter Rückweg für den Strom bilden könnte. Alkoholhaltige Desinfektionsmittel müssen vollständig abgetrocknet sein und dürfen sich nicht in Hautfalten oder unter dem Patienten gesammelt haben, da an der Instrumentenspitze Funken entstehen können. Der beim Koagulieren entstehende Rauch wird abgesaugt.

Der Eingriff selbst wird bei kleinen Hautbefunden meist unter örtlicher Betäubung durchgeführt (Lokalanästhesie); die Betäubungsspritze ist dabei für die meisten Behandelten der unangenehmste Teil. Während der Koagulation ist im betäubten Bereich kein Schmerz zu erwarten, wohl aber ein Druck- oder Wärmegefühl, ein leises Geräusch und ein charakteristischer Geruch. Bei Eingriffen in Narkose bemerkt der Patient davon nichts.

Nach der Behandlung bildet sich an der koagulierten Stelle typischerweise ein Schorf, unter dem die Wunde abheilt. Wie bei jeder Wundheilung hängt der weitere Verlauf von Größe und Lage der Wunde ab. Ärztlich wird üblicherweise dazu geraten, die Kruste nicht abzulösen und die Stelle in der ersten Zeit nicht ungeschützt der Sonne auszusetzen, weil sich sonst eine bleibende Verfärbung entwickeln kann. Ob und wann eine Kontrolle nötig ist, legt die behandelnde Praxis fest. Zunehmende Rötung, Schwellung, Wärme oder ein erneutes Bluten sind Anlass, sich wieder vorzustellen, weil sie auf eine Wundinfektion oder eine Nachblutung hindeuten können.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Elektrokoagulation ist mit einigen Risiken und Nebenwirkungen verbunden. Wie gewohnt muss der Patient mit den konventionellen Risiken und Nebenwirkungen einer jeden Operation rechnen. Dazu gehören zum Beispiel ungewollte Blutungen, Kreislaufzusammenbrüche aufgrund des Anästhetikums oder Komplikationen im Halsbereich, die durch das Beatmungsgerät eintreten können.

Wie alle anderen Operationen kann die Elektrokoagulation aufgrund des Anästhetikums Übelkeit oder Erbrechen bewirken. Darüber hinaus können an den behandelten Stellen mehr oder weniger starke Schmerzen auftreten. Über die konventionellen Operationsrisiken hinaus ist die Elektrokoagulation mit einigen spezifischen Risiken und Komplikationen assoziiert. Dazu zählt zum Beispiel der Klebeeffekt, der sowohl bei der Soft Koagulation als auch bei der forcierten Koagulation eintreten kann. Bei höheren Spannungen ist auch ein unerwartet hoher Funkenschlag nicht vollständig auszuschließen, der im Extremfall ungeplant Gewebe verletzt oder sogar entfernt.

Dieses Risiko ist gering, wenn der Eingriff von entsprechend erfahrenen Anwendern durchgeführt wird. Unter gewissen Umständen ist eine Elektrokoagulation nicht möglich. Das gilt zum Beispiel dann, wenn das Gewebe extrem trocken ist. In trockenem Gewebe entsteht kein ausreichender Stromfluss. Aus diesem Grund lässt sich in solchem Gewebe überhaupt nicht elektrokoagulieren. Die Ärzte müssen vor der geplanten Koagulation daher genau eruieren, wie trocken das zu behandelnde Gewebe ist.

Elektrokoagulation bei Herzschrittmachern und anderen Implantaten

Ein Hochfrequenzstrom, der durch den Körper fließt, kann von einem Herzschrittmacher oder einem implantierten Defibrillator als körpereigenes Signal missdeutet werden. Ein Schrittmacher kann daraufhin seine Abgabe unterdrücken, ein Defibrillator kann einen Schock abgeben, der nicht angezeigt ist. Aus diesem Grund gehört ein solches Implantat zu den Angaben, die vor jedem Eingriff mit Hochfrequenzstrom bekannt sein müssen – auch vor einer scheinbar geringfügigen Behandlung in der Praxis.

Ein Ausschlussgrund ist ein Implantat deswegen nicht. Üblich ist stattdessen ein abgestimmtes Vorgehen: Wo es möglich ist, wird der bipolaren Technik der Vorzug gegeben, weil bei ihr kein Strom durch den Rumpf fließt. Wird monopolar gearbeitet, wird die Neutralelektrode so gewählt, dass der Weg des Stromes vom Operationsgebiet zu ihr das Implantat und die zugehörigen Sonden möglichst weit umgeht. Je nach Art des Implantats, der zugrundeliegenden Herzerkrankung und der Lage des Eingriffs wird vorher kardiologische Rücksprache gehalten; das Gerät wird gegebenenfalls für die Dauer des Eingriffs umprogrammiert und anschließend wieder überprüft.

Abgrenzung zu verwandten Verfahren

Innerhalb der Hochfrequenzchirurgie steht der Koagulation das Schneiden gegenüber, die Elektrotomie. Beide arbeiten mit demselben Gerät, unterscheiden sich aber in der Stromform: Ein weitgehend gleichmäßiger Strom bringt die Gewebeflüssigkeit so rasch zum Verdampfen, dass sich das Gewebe trennt; ein impulsmodulierter Strom mit längeren Pausen erwärmt langsamer und lässt das Eiweiß gerinnen, ohne zu schneiden. In der Praxis werden beide Wirkungen häufig gemischt, um in einem Arbeitsgang zu trennen und die Schnittränder zu verschließen.

Ein verwandtes, aber eigenständiges Verfahren ist die Argonplasmakoagulation. Bei ihr überbrückt der Strom den Abstand zum Gewebe nicht als Funke durch Luft, sondern über ionisiertes Argongas, das aus einer Sonde ausströmt. Der Kontakt mit dem Instrument entfällt, die Eindringtiefe bleibt gering, und flächige Blutungen lassen sich gleichmäßig versorgen; eingesetzt wird das Verfahren vor allem endoskopisch.

Deutlich zu trennen sind von der Elektrokoagulation jene Verfahren, die zwar ebenfalls mit Strom arbeiten, aber ein anderes Ziel verfolgen. Elektrotherapie und Elektrostimulation sollen Nerven und Muskeln reizen und dabei gerade kein Gewebe schädigen; Elektromyographie, Elektroneurographie und das Elektrokardiogramm messen körpereigene Ströme, ohne selbst einzugreifen. Die Elektrokoagulation ist das einzige dieser Verfahren, bei dem die Schädigung von Gewebe der beabsichtigte Zweck ist.

Quellen

  • Kaufmann, R., Podda, M.: Dermatologische Operationen.
    ISBN: 9783132412958
  • Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Chirurgie.
    ISBN: 9783132431874
  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Siewert, J. R., Stein, H. J. (Hrsg.): Chirurgie.
    ISBN: 9783642113314
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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