Enthaarungscreme

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Glatte Haut, die frei von jeglichen Haaren ist, kann auf unterschiedlichste Weise erreicht werden. Neben dem Rasieren oder Epilieren ist auch eine Haarentfernung durch eine spezielle Creme, die Enthaarungscreme, möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Enthaarungscreme?

Enthaarungscreme
Die Creme kann grundsätzlich auf jeder zu enthaarenden Hautpartie angewendet werden und ist geeignet für die Haarentfernung auf Beinen, Armen, Rücken und so gut wie allen anderen Körperpartien.

Enthaarungscreme ist ein Produkt, das je nach Ausführung eine unterschiedliche Konsistenz hat, die der von Salbe oder Rasierschaum ähnlich sein kann.

Die Creme kann grundsätzlich auf jeder zu enthaarenden Hautpartie angewendet werden und ist geeignet für die Haarentfernung auf Beinen, Armen, Rücken und so gut wie allen anderen Körperpartien. Dort wird sie einfach aufgetragen, nach einer Einwirkzeit, die je nach Produkt unterschiedlich lang sein kann, entfernt und hinterlässt enthaarte Haut.

Jedoch ist besonders auf empfindlicher Haut einige Vorsicht nötig, da Enthaarungscreme mit sehr aggressiven Stoffen arbeitet, die nicht von jedem Anwender problemlos vertragen werden. Besonders Allergiker oder Personen, bei denen bereits Vorerkrankungen der Haut bekannt sind, sollten Enthaarungscremes äußerst umsichtig gebrauchen und sich zunächst von einem Apotheker oder sogar Hautarzt beraten lassen.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Enthaarungscremes ist eng mit der Entwicklung von Kosmetika und Körperpflegepraktiken verbunden. Bereits in der Antike gab es Methoden zur Haarentfernung, allerdings wurden chemische Enthaarungscremes erst im 20. Jahrhundert populär.

Die ersten dokumentierten Methoden zur Haarentfernung reichen zurück bis zu den alten Ägyptern, Griechen und Römern, die Wachs, Pinzetten und andere mechanische Mittel verwendeten. Die chemische Enthaarung, wie wir sie heute kennen, begann jedoch erst mit der Entwicklung der modernen Chemie.

Im frühen 20. Jahrhundert wurden die ersten kommerziellen Enthaarungscremes entwickelt. Diese Produkte nutzten chemische Reaktionen, um Haare aufzulösen. Die frühen Formeln beruhten überwiegend auf Sulfiden, etwa Strontium- oder Bariumsulfid; wegen ihres unangenehmen Geruchs wurden sie später durch die heute üblichen Thioglykolate, die Salze der Thioglykolsäure, abgelöst. Beide brechen die Disulfidbindungen in Keratin (dem Protein, aus dem Haare bestehen), wodurch die Haare gelöst werden.

In den 1940er Jahren wurden diese Produkte als eine bequeme Alternative zum Rasieren oder Wachsen populär, insbesondere bei Frauen, da glatte, haarlose Haut immer mehr als ästhetisches Ideal galt. In dieser Zeit begann auch die breite Werbung für diese Produkte, die die schnelle und schmerzfreie Anwendung betonte.

Im Laufe der Jahre wurden die Formulierungen weiter verbessert, um Hautirritationen zu reduzieren und die Effektivität zu erhöhen. Moderne Enthaarungscremes enthalten oft zusätzliche Inhaltsstoffe wie Aloe Vera oder andere Feuchtigkeitsspender, die die Haut pflegen und beruhigen. Darüber hinaus gibt es heute Produkte, die speziell für unterschiedliche Hauttypen und Körperbereiche entwickelt wurden, um die individuellen Bedürfnisse der Nutzer besser zu erfüllen.

Medizinische & kosmetische Anwendung & Wirkung

Im Gegensatz zum Rasieren oder Epilieren werden die Haare von Enthaarungscreme weder abgeschnitten noch ausgerissen. Vielmehr wird das Haar bis knapp unter die Hautoberfläche zersetzt bzw. aufgelöst.

Dies geschieht durch Zersetzung des Keratins, des „Grundgerüsts“ des Haares, welches für dessen Stabilität verantwortlich ist. Die Wirkstoffe, die während der Einwirkzeit für die Zersetzung der Haare sorgen, sind Thioglykolate in stark alkalischer Zubereitung. Erst das alkalische Milieu lässt das Haar aufquellen, so dass die Thioglykolate die Disulfidbrücken des Keratins spalten können; es ist zugleich der Grund für die Reizwirkung auf die Haut. Gehalt und pH-Wert solcher Zubereitungen sind in der EU-Kosmetikverordnung begrenzt, die außerdem Warnhinweise und den Hinweis auf die Gebrauchsanweisung vorschreibt. Obwohl Enthaarungscreme das Haar bis unter die Haut auflöst, wird die Haarwurzel nicht zerstört, sondern bleibt intakt. Daher hält die Wirkung je nach Stärke des Haarwuchses nur einige Tage länger an als nach einer Rasur.

Die Anwendung von Enthaarungscreme ist einfach und unkompliziert. Die Hautpartie, die enthaart werden soll, wird gleichmäßig mit der Creme bedeckt. Je nach Art der Enthaarungscreme folgt nun eine Einwirkzeit, die der Packungsangabe zu entnehmen ist, damit die Inhaltsstoffe wirken können. Anschließend wird die Enthaarungscreme zusammen mit den Resten der aufgelösten Haare abgeduscht oder mit einem Spachtel entfernt, der oftmals der Packung beiliegt.

Kürzer ist die Einwirkzeit bei speziellen Enthaarungscremes, die für den Gebrauch unter der Dusche bestimmt sind; sie können nach der auf der Packung angegebenen Zeit gleich unter der Dusche abgespült werden.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Enthaarungscremes

Handelsübliche Enthaarungscremes sind in jeder Drogerie erhältlich und oft speziell auf eine einzelne Hautpartie ausgerichtet. Es gibt Enthaarungscremes für Arme, Beine, den Intimbereich, das Gesicht usw. Abgesehen von der Packungsgröße und unterschiedlichen Duftstoffen unterscheiden sich diese jedoch nicht wesentlich.

Spezielle Enthaarungscremes für Allergiker oder Personen mit empfindlicher Haut sind in Apotheken zu finden. Thioglykolate sind jedoch in aller Regel auch in diesen hautschonenderen Produkten enthalten, da ohne sie keine Auflösung der Haare stattfindet. Jedoch verzichten Enthaarungscremes aus der Apotheke oftmals auf zusätzliche Chemikalien, wie Wasserstoffperoxid, welche in Drogerieprodukten zu finden sind.

Dennoch bleiben auch Enthaarungscremes, die als hautschonend angepriesen werden, ein Chemieprodukt. Zwar gibt es auf pflanzlichen Wirkstoffen basierende Enthaarungscremes – jedoch sind diese darauf ausgelegt, durch eine regelmäßige Anwendung über mehrere Wochen den Haarwuchs zu verringern oder die Haarstruktur zu schwächen. Die komplette Auflösung von Haaren durch ausschließliche Verwendung von pflanzlichen oder homöopathischen Stoffen ist nicht möglich.


Risiken & Nebenwirkungen

Vor dem Gebrauch von Enthaarungscreme empfiehlt jeder Hersteller einen Verträglichkeitstest, der sicherstellen soll, dass keine Allergie gegen einen der Inhaltsstoffe vorliegt.

Trotzdem werden nicht alle Risiken durch solch einen Verträglichkeitstest ausgeschlossen. Bei dauerhafter Verwendung von Enthaarungscreme können Spätfolgen auftreten. Auf Dauer wird die betroffene Haut anfälliger für Allergien und Juckreiz. Besonders in Bereichen mit empfindlicher Haut, wie dem Gesicht oder im Intimbereich, ist Enthaarungscreme mit äußerster Vorsicht zu verwenden.

Die Anwendung ist abzubrechen, sobald Irritationen auftauchen. Neben der unmittelbaren Reizung der zu enthaarenden Haut kann es durch das Auftreten von stechenden Dämpfen bei der Anwendung von Enthaarungscreme auch zu Schleimhautirritationen oder gereizten Augen kommen. Weil die Zubereitungen stark alkalisch sind, kann eine zu lange Einwirkung oder die Anwendung auf vorgeschädigter Haut zu Verätzungen führen; auf verletzter oder gereizter Haut und in der Nähe der Augen sind sie deshalb nicht anzuwenden.

Anwendung & Sicherheit

Die Anwendung von Enthaarungscreme ist relativ einfach, erfordert aber Vorsicht, um Hautirritationen und allergische Reaktionen zu vermeiden. Der übliche Ablauf sowie die Vorgaben zu Sicherheit und Qualitätskontrolle stellen sich wie folgt dar:

Anwendung von Enthaarungscreme:

Hauttest: Vor der erstmaligen Anwendung ist ein Hauttest vorgesehen, an dem sich zeigt, ob allergische Reaktionen auftreten. Dazu wird eine kleine Menge der Creme auf einen Teil der zu behandelnden Hautfläche aufgetragen und dort für die vom Hersteller angegebene Zeit belassen.

Auftragen: Die Creme wird gleichmäßig auf die zu enthaarende Stelle aufgetragen, sodass alle Haare vollständig bedeckt sind, ohne dass sie eingerieben wird.

Einwirkzeit: Anschließend wirkt die Creme über die auf der Verpackung angegebene Dauer ein. Diese Zeit unterscheidet sich je nach Produkttyp und Haardichte.

Entfernen: Mit einem Spatel oder einem feuchten Tuch wird die Creme in Richtung des Haarwuchses abgenommen.

Reinigung: Nach dem Entfernen der Creme wird die Haut gründlich mit Wasser abgespült und getrocknet.

Sicherheit und Qualitätskontrolle:

Sicherheit: Verätzungen, Reizungen und allergische Reaktionen lassen sich weitgehend vermeiden, wenn die Angaben des Herstellers eingehalten werden. Für verletzte oder gereizte Haut und für die Umgebung der Augen sind Enthaarungscremes ohnehin nicht bestimmt.

Qualitätskontrolle: Enthaarungscremes sind kosmetische Mittel. Sie durchlaufen keine behördliche Zulassung und keine Wirksamkeitsprüfung; vor dem Inverkehrbringen sind nach der EU-Kosmetikverordnung eine Sicherheitsbewertung und eine Meldung an die Europäische Kommission erforderlich. Hersteller von Enthaarungscremes müssen strenge regulatorische Standards erfüllen, die die Zusammensetzung, Etikettierung und Sicherheit der Produkte gewährleisten. Dies umfasst die Prüfung auf chemische Stabilität und Hautverträglichkeit sowie die Einhaltung der Richtlinien für kosmetische Produkte.

Überwachung nach der Markteinführung: Hersteller sind verpflichtet, alle Nebenwirkungen oder Beschwerden zu dokumentieren und ggf. erforderliche Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit zu gewährleisten.

Zusammengefasst ist die Verwendung von Enthaarungscreme in der Regel gut verträglich, wenn sie gemäß den Anweisungen erfolgt und Vorsichtsmaßnahmen beachtet werden. Die Hersteller müssen sicherstellen, dass ihre Produkte den gesetzlichen Sicherheitsanforderungen entsprechen und die Hautgesundheit der Verbraucher nicht gefährden.

Alternativen

Neben Enthaarungscremes gibt es verschiedene alternative Methoden zur Haarentfernung, die jeweils ihre eigenen Vor- und Nachteile haben. Hier ein Überblick über einige gängige Alternativen:

Rasieren: Die wohl schnellste und einfachste Methode der Haarentfernung. Rasierer schneiden die Haare dicht an der Hautoberfläche ab. Der Vorteil liegt in der Schnelligkeit und Einfachheit, allerdings ist das Ergebnis weniger dauerhaft als bei anderen Methoden und es kann zu eingewachsenen Haaren oder Rasurbrand kommen.

Wachsen: Diese Methode entfernt Haare samt der Wurzel, was zu einer längeren haarfreien Zeit führt (typischerweise drei bis sechs Wochen). Wachsen kann jedoch schmerzhaft sein und ist oft weniger geeignet für empfindliche Haut oder empfindliche Körperbereiche.

Epilieren: Ähnlich wie Wachsen entfernt ein Epiliergerät die Haare an der Wurzel. Diese Methode kann ebenfalls schmerzhaft sein, bietet jedoch langanhaltende Ergebnisse und ist kosteneffektiv, da das Gerät wiederverwendbar ist.

Laser-Haarentfernung: Diese Methode verwendet Laserlicht, um Haarfollikel dauerhaft zu zerstören. Sie ist eine der teuersten Optionen, kann aber dauerhafte Ergebnisse liefern. Die Behandlung muss jedoch von Fachpersonal durchgeführt werden und ist nicht bei allen Haar- und Hauttypen wirksam.

Elektrolyse: Bei der Elektrolyse wird eine feine Nadel in den Haarfollikel eingeführt und Strom angelegt, um das Haarwachstum dauerhaft zu stoppen. Dies ist eine zeitaufwendige Methode, bietet jedoch dauerhafte Ergebnisse und ist bei allen Haartypen wirksam.

Im Vergleich zu diesen Methoden sind Enthaarungscremes in der Regel schmerzfrei und einfach anzuwenden, können aber Hautirritationen verursachen und bieten nur kurzfristige Ergebnisse. Sie sind ideal für Personen, die eine schnelle, schmerzlose Option suchen und keine langfristige Haarentfernung benötigen. Jede Methode hat ihre spezifischen Einsatzbereiche und sollte basierend auf den individuellen Bedürfnissen und Präferenzen ausgewählt werden.

Forschung & Zukunft

Die Forschung zu Enthaarungscremes konzentriert sich zunehmend darauf, die Effizienz, Sicherheit und Hautverträglichkeit der Produkte zu verbessern. Aktuelle Trends und innovative Ansätze in diesem Bereich umfassen:

Entwicklung hautschonender Formulierungen: Forscher arbeiten daran, Enthaarungscremes zu entwickeln, die effektiv Haare entfernen, aber weniger irritierend für die Haut sind. Dies beinhaltet den Einsatz von natürlichen und hypoallergenen Inhaltsstoffen, die die Haut pflegen und Feuchtigkeit spenden, während sie die Haare auflösen.

Zielgerichtete Enthaarung: Neue Formulierungen zielen darauf ab, spezifischer auf die Proteinstrukturen der Haare einzuwirken, ohne die umliegende Haut zu beeinträchtigen. Dies erhöht die Wirksamkeit bei gleichzeitiger Minimierung von Hautreizungen.

Langzeiteffekte: Es gibt Bemühungen, Cremes zu entwickeln, die das Nachwachsen der Haare verlangsamen. Solche Produkte enthalten Wirkstoffe, die auf die Haarfollikel einwirken, um das Haarwachstum über längere Zeiträume zu reduzieren.

Verbesserung der Anwendungserfahrung: Forschung wird auch betrieben, um die Textur und den Geruch von Enthaarungscremes zu verbessern, um die Anwendung angenehmer zu gestalten. Angenehmere Düfte und eine weniger klebrige oder ölige Textur können die Benutzerfreundlichkeit erheblich verbessern.

Öko-freundliche und ethische Produkte: Im Einklang mit einem wachsenden Bewusstsein für Umwelt- und Gesundheitsbelange werden auch biologisch abbaubare und vegan-freundliche Enthaarungscremes entwickelt, die frei von schädlichen Chemikalien sind.

Diese Trends zeigen, dass das Ziel der Forschung nicht nur die Verbesserung der Wirksamkeit von Enthaarungscremes ist, sondern auch die Sicherstellung, dass diese Produkte sicher und angenehm für die Verbraucher sind und gleichzeitig geringere Auswirkungen auf die Umwelt haben.

Wer haftet und wer kontrolliert

Dass Enthaarungscremes als kosmetische Mittel keine Zulassung durchlaufen, wirft die Frage auf, wer stattdessen für sie einsteht. Die EU-Kosmetikverordnung beantwortet sie mit einer benannten Stelle: Für jedes Produkt muss es innerhalb der Europäischen Union eine „verantwortliche Person“ geben – eine natürliche oder juristische Person, ohne die das Mittel gar nicht erst in Verkehr gebracht werden darf und die für die Einhaltung sämtlicher Pflichten der Verordnung geradesteht. Bei einer in der EU hergestellten Creme ist das der Hersteller, bei einer eingeführten der Importeur oder ein schriftlich beauftragter Vertreter. Deren Name und Anschrift müssen auf der Verpackung stehen, und dort ist auch die Produktinformationsdatei zu führen, in der Zusammensetzung, Herstellung und Sicherheitsbericht dokumentiert sind.

Die Kontrolle setzt danach ein und liegt nicht beim Bund. Kosmetische Mittel gehören in Deutschland zu den Erzeugnissen des Lebensmittel- und Futtermittelgesetzbuchs, und die Zuständigkeit für die Überwachung richtet sich nach Landesrecht – sie liegt also bei den Überwachungsbehörden der Länder, die stichprobenartig im Markt prüfen, statt vorab zu genehmigen. Treten ernste unerwünschte Wirkungen auf, müssen die verantwortliche Person und der Handel diese unverzüglich der zuständigen Behörde des betroffenen Mitgliedstaats melden, die die Information an die übrigen Mitgliedstaaten weitergibt. Zwei weitere Vorgaben der Verordnung betreffen Enthaarungscremes unmittelbar: Für kosmetische Mittel dürfen keine Eigenschaften ausgelobt werden, die das Erzeugnis nicht besitzt, und Produkte, deren Zusammensetzung oder Bestandteile im Tierversuch bestimmt wurden, dürfen nicht in Verkehr gebracht werden, sofern eine anerkannte Alternativmethode zur Verfügung steht.

Wo das Kosmetikum aufhört

Nicht jede Creme, die mit Körperhaaren zu tun hat, ist ein kosmetisches Mittel. Die Verordnung erfasst Zubereitungen, die äußerlich mit der Haut oder dem Behaarungssystem in Berührung kommen, um sie zu reinigen, zu parfümieren, ihr Aussehen zu verändern, sie zu schützen, in gutem Zustand zu halten oder den Körpergeruch zu beeinflussen. Enthaarungscreme fällt darunter, weil sie das Aussehen verändert. Greift ein Mittel dagegen gezielt in das Haarwachstum selbst ein, kann es als Arzneimittel einzuordnen sein – mit allen Folgen für Zulassung und Abgabe.

Das zeigt der Wirkstoff Eflornithin. Er ist in der Europäischen Union als verschreibungspflichtiges Arzneimittel zur Behandlung von Gesichtsbehaarung nach männlichem Muster bei Frauen (Hirsutismus) zugelassen und wird ebenfalls als Creme aufgetragen. Er entfernt jedoch keine Haare, sondern hemmt ein Enzym in der Haarwurzel und verlangsamt dadurch das Nachwachsen; wer ihn anwendet, braucht daneben weiterhin ein Verfahren zur Haarentfernung. Die Darreichungsform „Creme“ sagt über die rechtliche Einordnung also nichts aus – entscheidend sind Zweckbestimmung und Wirkungsweise.

Quellen

  • Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
    ISBN: 9783662495445
  • Moll, I. (Hrsg.): Duale Reihe Dermatologie.
    ISBN: 9783132446052
  • Altmeyer, P.: Therapielexikon Dermatologie und Allergologie.
    ISBN: 9783540237815
  • Dirschka, T., Oster-Schmidt, C., Schmitz, L. (Hrsg.): Klinikleitfaden Dermatologie.
    ISBN: 9783437223037
  • Bingöl, A.: Plastische und Ästhetische Chirurgie.
    ISBN: 9783437414848

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