Fornixruptur

Letzte Aktualisierung am 29. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Bei einer Fornixruptur liegt ein Riss im Becken der Niere vor. Der Begriff leitet sich von der lateinischen Bezeichnung für ‚Durchbruch‘ ab. Die für die Krankheit typische Schädigung tritt am Nierenbecken an jenem Abschnitt auf, der zum Parenchym überleitet. Der Riss befindet sich also nahe des Parenchymgewebes. In der Folge der Fornixruptur gelangt Harn aus dem Becken der Niere in das umgebende Gewebe. Die Ursache für die Erkrankung findet sich in zahlreichen Fällen in einem akut gesteigerten Druck, der auf das Kelchsystem des Nierenbeckens wirkt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Fornixruptur?

Grundsätzlich handelt es sich bei der Fornixruptur um eine Schädigung des Nierenbeckens in einem speziellen Abschnitt, in dem sich das Parenchym anschließt. Der Riss im Becken der Niere bildet sich durch einen plötzlich erhöhten Druck, der auf das entsprechende Areal einwirkt. Eine solche Drucksteigerung ergibt sich in einigen Fällen zum Beispiel durch Steine im Harnleiter.

In der Folge dessen entsteht unter Umständen eine Ruptur im Nierenbecken. Besonders gefährdet sind auch Personen, die eine Ausscheidungshilfe tragen müssen und gleichzeitig an Koliken leiden. Denn durch die entwässernde Wirkung von Kontraststoffen wird im Kolikzustand der Druck im Nierenbecken erheblich erhöht. Folglich steigt das Risiko für eine Fornixruptur deutlich an. Durch den Riss im Becken der Niere tritt Harn in das umliegende Gewebe ein.

Ursachen

Prinzipiell stellt eine Fornixruptur einen akuten Notfall des urologischen Bereichs dar. Die Ursachen für die Krankheitsentstehung sind bei den betroffenen Patienten teilweise verschieden. Einige Auslöser kommen dabei häufiger vor als andere. So sind oftmals Harnleitersteine für die Ausbildung der Fornixruptur zuständig. Denn die Steine führen dazu, dass sich der Druck im Becken der Niere erhöht.

Eine Drucksteigerung im Nierenbecken macht das Auftreten von Komplikationen wie einer Fornixruptur wahrscheinlicher. Oftmals tragen die betroffenen Patienten ein Ausscheidungsprogramm. Aus diesem Grund eignen sich derartige Hilfen zur Ausscheidung ausschließlich für Patienten, die nicht an Schmerzen leiden. Auch Personen mit Koliken weisen ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entstehung einer Fornixruptur auf.

Dabei ist vor allem eine künstlich herbeigeführte Diurese gefährlich. Im überwiegenden Teil der Fälle sind jedoch Steine im Harnleiter für die Fornixruptur verantwortlich. Bei einigen Patienten mit Fornixruptur bewirkt lediglich eine einzige Ursache die Entstehung des Risses im Becken der Niere. Bei anderen Gruppen von Patienten tritt hingegen eine Kombination von Entstehungsfaktoren auf, die schließlich zur Fornixruptur führt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Im Rahmen der Fornixruptur zeigen sich unterschiedliche Krankheitsbeschwerden, die in den meisten Fällen vergleichsweise eindeutig auf die vorliegende Erkrankung hinweisen. Prinzipiell ist es eine typische Kombination von Beschwerden, die durch eine Fornixruptur hervorgerufen wird. Zu Beginn reißt das Nierenbecken nahe des Parenchyms ein.

Im Anfangsstadium sind die Anzeichen der Krankheit noch relativ gering ausgeprägt. Die Fornixruptur verursacht oftmals nicht sofort deutlich spürbare Beschwerden. Allmählich entwickeln sich jedoch Symptome wie Fieber und Schmerzen im Bereich von Niere und Bauchraum. Zudem sind im Rahmen einer Fornixruptur diverse Komplikationen möglich, etwa Abszesse und Peritonitis. Bei einem Teil der Patienten entstehen zudem Beschwerden wie Sepsis und Ileus.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Wenn Patienten an typischen Beschwerden und Krankheitsanzeichen einer Fornixruptur leiden, ist so schnell wie möglich medizinischer Rat einzuholen. Da es sich um einen akuten Notfall handelt, sind Zögern und Warten auf Besserung nicht angebracht. Denn die potenziellen Komplikationen der Fornixruptur sind teilweise riskant und lebensbedrohlich, zum Beispiel, wenn sich eine Sepsis entwickelt.

Zunächst klärt der Arzt im Rahmen der Anamnese die individuelle Symptomatik der Krankheit und mögliche Faktoren, die zur Entstehung der Beschwerden beigetragen haben. Danach kommen diverse Verfahren der klinischen Untersuchung zum Einsatz, um die Fornixruptur eindeutig zu diagnostizieren. Der Arzt führt zum Beispiel Ultraschalluntersuchen durch, um den Bereich der Niere bildlich dazustellen.

Außerdem kommen unter Umständen histologische Untersuchungen zur Anwendung. Wichtig sind auch Analysen des Blutes, wobei ausschlaggebende Werte geprüft werden. Eine zeitnahe Diagnose der Fornixruptur ist essenziell, um rasch eine wirksame Behandlung der Erkrankung einzuleiten und das Risiko von nachfolgenden Komplikationen so gering wie möglich zu halten.

Komplikationen

In den meisten Fällen kommt es bei einer Fornixruptur zu starken Schmerzen im Bereich der Nieren und des Unterleibes. Diese Schmerzen werden von Fieber und Kopfschmerzen begleitet. Ebenso kann es beim Betroffenen zu Abszessen kommen. Eine Behandlung muss umgehend durch einen Arzt erfolgen, damit die Nieren keinen zu großen Schaden nehmen.

Sollte sich durch den Riss der Niere eine Sepsis entwickeln, so kann dies zu einem lebensgefährlichen Zustand für den Patienten führen. Die Feststellung der Krankheit erfolgt in der Regel unkompliziert durch eine Ultraschalluntersuchung, sodass es dabei zu keinen Komplikationen kommt. Die Behandlung erfolgt in den meisten Fällen durch operative Eingriffe und führt zum Erfolg.

Komplikationen können dann auftreten, wenn der Patient bei einer Fornixruptur nicht umgehend einen Arzt aufsucht. Ebenso kann es zu Entzündungen oder Infekten nach der Operation kommen, sodass der Betroffene in der Regel Antibiotika einnehmen muss, damit es nicht zu solchen kommt. Durch die Fornixruptur wird der Alltag des Patienten extrem eingeschränkt, da die Schmerzen in der Niere kaum auszuhalten sind. Es ist eine umgehende Behandlung notwendig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist notwendig, sobald Schmerzen und Beschwerden bei der Fortbewegung wahrgenommen werden. Treten diese plötzlich auf und sind nicht auf eine Überanstrengung zurückzuführen, sollten sie ärztlich untersucht und behandelt werden. Vor der Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten ist die Rücksprache mit einem Arzt erforderlich. Es drohen weitere Beeinträchtigungen, die vermieden werden sollten. Kommt es zu Problemen bei gewohnten Bewegungsabläufen oder in der Ruheposition, gilt dies als ungewöhnlich.

Ein Arztbesuch ist nötig, um die Ursache zu ermitteln und eine Behandlung einzuleiten. Bei einer Fehlhaltung des Körpers oder einer anhaltenden einseitigen Belastung ist ein Arztbesuch notwendig. Es drohen ohne eine Korrektur dauerhafte Schäden des Skelettsystems. Treten Muskelbeschwerden, Zuckungen oder ein Zittern der Gliedmaßen ein, muss ein Arzt konsultiert werden. Bei Fieber, Dysfunktionen der Nierentätigkeit oder Komplikationen im Bauchraum, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren.

Auffälligkeiten beim Wasserlassen oder eine verminderte Flüssigkeitszufuhr sind besorgniserregend und müssen abgeklärt werden. Eine innere Unruhe, ein allgemeines Unwohlsein oder eine allgemeine Schwäche sind mit einem Arzt zu besprechen, sobald sie über eine längere Zeit unvermindert anhalten. Sinkt das gewohnte Leistungsniveau, stellen sich Verhaltensauffälligkeiten ein oder kann der Alltag nicht mehr beschwerdefrei bewältigt werden, ist es notwendig, den Kontakt zu einem Arzt aufzubauen.

Behandlung & Therapie

Eine Fornixruptur ist mit unterschiedlichen Ansätzen und Möglichkeiten therapierbar. Die Wege der Behandlung richten sich dabei unter anderem auch nach den jeweils zu Grunde liegenden Ursachen, die zu der Fornixruptur geführt haben. Oftmals bewirkt ein Hindernis im Abfluss des Harns eine starke Erhöhung des Drucks im Nierenbecken, zum Beispiel bei vorliegenden Harnsteinen.

In solchen Fällen ist es notwendig, dass eine Schiene im Harnleiter angebracht wird, sodass der Urin abfließen kann. Darüber hinaus ist eine Prophylaxe von Infektionskrankheiten erforderlich. Dazu kommen in den meisten Fällen antibiotische Wirkstoffe zum Einsatz. Auf diese Weise sind bestimmte Komplikationen und sekundäre Schwierigkeiten zu einem gewissen Grad vermeidbar. Grundsätzlich ist es bei der Therapie der Fornixruptur essenziell, ein gesundes Drucksystem der Niere aufzubauen und aufrechtzuerhalten.

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Aussicht & Prognose

Menschen, die eine Fornixruptur erleiden, sind in den meisten Fällen bereits in einer medizinischen Behandlung aufgrund eines anderen Leidens. Eine allgemeingültige Aussage über die Prognose lässt sich daher nicht geben. Da die Fornixruptur einen akuten Notfall darstellt, entwickeln sich lebensbedrohliche Zustände, wenn keine schnellstmögliche Versorgung sowie eine intensivmedizinische Betreuung stattfinden.

Neben Entzündungen, starken Schmerzen oder Nierenschäden, kann es zu einer Sepsis kommen. Eine vollständige Genesung ist im Normalfall trotz aller Bemühungen nicht gegeben. Eine Linderung der Beschwerden tritt ein, dennoch ist mit lebenslangen Folgen zu rechnen. Die Ruptur kann gut behandelt werden, dennoch bleiben Beeinträchtigungen der Beweglichkeit oder Einschränkungen der Lebensführung bestehen. Häufig gibt es Veränderungen des Verdauungskanals sowie eine Umstellung der alltäglichen Gewohnheiten und Nahrungsmittelzufuhr.

Um eine schnelle Linderung der Beschwerden zu erreichen wird bei dem Notfall eine Operation durchgeführt. Jeder operative Eingriff ist mit Risiken und möglichen Komplikationen verbunden. Verläuft die Operation erfolgreich, widmen sich die Ärzte unmittelbar im Anschluss der ursächlichen Erkrankung. Eine Verbesserung der Gesundheit tritt nach wenigen Wochen ein, wenn die Wundheilung abgeschlossen ist und die Behandlung der Grunderkrankung Erfolge zeigt. Das Nierenbecken muss entlastet werden, damit die Drucksteigerung in diesem Bereich abnimmt. Durch die Fornixruptur kommt es zu einer verminderten körperlichen Belastbarkeit.

Vorbeugung

In manchen Fällen ist eine Vorbeugung der Fornixruptur möglich, indem bei gefährdeten Patienten von ärztlicher Seite aus besonders darauf geachtet wird, dass die Risikofaktoren überwacht werden. So sind zum Beispiel bei Ausscheidungsprogrammen engmaschige Kontrollen notwendig.

Nachsorge

Der Betroffene ist bei einer Fornixruptur in der Regel zuerst auf die richtige und vollständige Behandlung der Erkrankung angewiesen. Besondere Maßnahmen der Nachsorge stehen dem Patienten meist nicht zur Verfügung und sind dabei meisten auch nicht notwendig. Je früher die Krankheit dabei erkannt wird, desto besser ist in der Regel auch der weitere Verlauf.

Eine Selbstheilung der Fornixruptur kann dabei nicht eintreten, sodass eine Behandlung durch einen Arzt unabdingbar ist. Die Behandlung selbst wird dabei meistens mit Hilfe von Medikamenten durchgeführt, richtet sich jedoch sehr stark nach der zugrundeliegenden Erkrankung der Fornixruptur. Häufig sind die Betroffenen auf die Einnahme von Antibiotika angewiesen, um die Beschwerden vollständig zu lindern.

Bei der Einnahme ist darauf zu achten, dass diese nicht zusammen mit Alkohol eingenommen werden dürfen, da sonst ihre Wirkung geschwächt wird. Sie sollten so lange eingenommen werden, wie vom Arzt verschrieben, auch wenn die Beschwerden schon abgeklungen sind. Nicht selten wirkt sich bei der Fornixruptur auch die Pflege und die Unterstützung durch Freunde und durch Bekannte positiv auf den Verlauf der Krankheit aus. Die Lebenserwartung des Patienten bleibt von dieser Krankheit meist unverändert.

Das können Sie selbst tun

Bei einer Fornixruptur können Betroffene selbst einige Maßnahmen ergreifen, um den Heilungsverlauf zu fördern und Komplikationen zu vermeiden. Wichtig ist in erster Linie ein Arztbesuch, denn auch wenn die Ruptur in manchen Fällen selbst verheilt, muss immer eine medikamentöse Therapie erfolgen. Ein frühzeitiger Einsatz von Antibiotika verhindert Infektionen im Bereich der Harnröhre und damit auch sekundäre Schwierigkeiten.

Begleitend dazu müssen die Ursachen für die Ruptur festgestellt und behoben werden. Liegt den Beschwerden beispielsweise ein Harnstein zugrunde, ist eine Umstellung der Ernährung angezeigt. Sportliche Betätigung, insbesondere Jogging oder Seilspringen, können dazu beitragen, dass der Fremdkörper auf natürliche Weise ausgeleitet wird. In manchen Fällen müssen allerdings operative Maßnahmen ergriffen werden. Nach einem Eingriff sollte die vom Arzt verordnete Diät eingehalten werden, da der betroffene Bereich in der Harnröhre meist noch empfindlich ist.

Es empfiehlt sich außerdem, regelmäßige Kontrolluntersuchungen durchführen zu lassen. Patienten, die an einer Vorerkrankung der Nieren leiden, sollten mit dem zuständigen Arzt über eine Umstellung der Medikation sprechen. Darüber hinaus sollten vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden, damit es nicht erneut zu Harnsteinen und in der Folge zu einer Fornixruptur kommt.

Quellen

  • Gasser, T.: Basiswissen Urologie. Springer, Berlin 2011
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Keller, C.K., Geberth, S.K.: Praxis der Nephrologie. Springer, Berlin 2010


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