Nabelbruch

Letzte Aktualisierung am 28. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Ein Nabelbruch, in der Fachsprache Nabelhernie genannt, bezeichnet einen Riss oder eine Öffnung in der Bauchwand, durch den die Eingeweide sichtbar nach vorne austreten können. Betroffen sind oftmals Säuglinge, aber auch Frauen mittleren Alters. Experten raten dazu, Nabelbrüche bei Erwachsenen grundsätzlich zu operieren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nabelbruch?

Schematische Darstellung eines Nabelbruchs bei Säuglingen. Klicken, um zu vergrößern.

Unter einem Nabelbruch verstehen Mediziner keinen Bruch im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um einen Riss oder ein Loch in der Bauchwand, welche die Eingeweide nach vorne treten lässt.

Oftmals geschieht dies durch ein heftiges Pressen oder einen Druck, durch welches die Bauchwand nachgibt. Die Eingeweide werden dann nur noch von der Haut im Inneren gehalten. Optisch ist ein Nabelbruch durch eine deutlich sichtbare Auswölbung im Bereich des Nabels erkennbar, den sogenannten Bruchsack.

Nabelbrüche kommen besonders häufig bei Säuglingen vor. Betroffen können aber auch Erwachsene, vor allem Frauen zwischen 50 und 70 Jahren sein.

Ursachen

Ein Nabelbruch kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Grundsätzlich ist eine Schwäche der Bauchwand im Bereich der ehemaligen Nabelschnur Auslöser für das Austreten der Eingeweide.

Diese Schwäche ist genetisch bedingt. Sie kann entweder angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens langsam ausbilden. Oftmals wächst die Bauchwand nach der Geburt nicht richtig zusammen, was den Grund für häufig auftretende Nabelbrüche bei Säuglingen darstellt.

Leidet ein Erwachsener an einem Nabelbruch, hat sich die Schwäche der Bauchwand über die Jahre hinweg ausgebildet. Dann genügt eine starke Belastung der Bauchmuskeln oder ein heftiges Pressen bei Schwangerschaft oder auch Verstopfung, um einen Riss in der Bauchwand zu verursachen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein Nabelbruch macht sich als erstes durch eine Schwellung oder Vorwölbung im Bereich des Nabels bemerkbar. Die Schwellung ruft zu Beginn meist noch keine Beschwerden hervor. Je nachdem, ob Teile des Darms eingeklemmt sind, kann sich ein Ziehen oder Brennen einstellen. Charakteristisch sind auch Entzündungszeichen wie harte oder gerötete Stellen.

Die Schmerzen treten vorwiegend beim Bücken, Pressen, Husten oder Heben schwerer Lasten auf. Selten kann sich der Darm im Bruchsack festsetzen, woraus starke Schmerzen resultieren. Die betroffene Darmregion wird zudem nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff vorsorgt, was zu einer Nekrose führen kann. Ein solch schwerer Verlauf äußert sich auch durch Blut im Stuhl und andere Beschwerden beim Stuhlgang.

Zudem treten in manchen Fällen Koliken, Fieber sowie Übelkeit und Erbrechen auf. Eine Einklemmung des Darms tritt bei vier von hundert Patienten auf. In den restlichen Fällen verläuft der Nabelbruch symptomfrei und wird erst im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt. Wird die Nabelhernie nicht behandelt, nehmen die Beschwerden zu.

Schließlich kann es zu einer Perforation kommen, die zu inneren Blutungen, Infektionen und anderen lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Bei einer frühzeitigen Abklärung und Behandlung gehen die Nabelbruch-Symptome innerhalb einiger Wochen vollständig zurück.

Diagnose & Verlauf

Ob ein Nabelbruch vorliegt, kann der behandelnde Arzt vornehmlich durch das Durchführen einer Ultraschalluntersuchung feststellen.

Auf diese Weise kann er erkennen, ob die Eingeweide ihre Position verändert haben. Er kann ebenfalls versuchen, sie mit leichtem Druck zurück in die Bauchhöhle zu befördern. Ist dies nicht möglich oder treten Schmerzen auf, kann es sein, dass die Eingeweide eingeklemmt sind.

Dann wird eine schnelle Operation notwendig. Grundsätzlich muss ein Nabelbruch nicht zwangsläufig behandelt werden, denn er stellt ohne Verklemmung der Organe keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit dar. Betroffene müssen sich allerdings im Klaren sein, dass er nicht von alleine wieder verheilt - dies geschieht nur bei Kleinkindern bis zu drei Jahren.

Komplikationen

Während der ersten beiden Lebensjahre heilt ein Nabelbruch meist von selbst. In höherem Alter sind bei einem Nabelbruch, insbesondere wenn dieser nicht zeitnah behandelt wird, schwerwiegende, manchmal sogar lebensbedrohende Komplikationen zu erwarten. Teile des Darms können im Bruchsack eingeklemmt werden, was mit sehr starken, kolikartigen Schmerzen einhergeht. Der Bauch wird sehr druckempfindlich, bereits leichte Berührungen während der Untersuchung können beim Patienten extreme Schmerzen verursachen.

Größere Nabelbrüche mit Teilen des Dick- oder Dünndarms im Bruchsack können Durchfälle oder Verstopfung auslösen, manchmal beobachten die Patienten auch Blut im Stuhl. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die eingeklemmten Darmteile nicht mehr ausreichend durchblutet werden und abstreben. Fehlt die schützende Bauchwand, kann es zu gefährlichen Verletzungen am Darm kommen, die häufig eine Notoperation erforderlich machen.

Weitere mögliche Komplikationen sind hohes Fieber in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen. Bei Einklemmung kommt es auch häufig zu Schweißausbrüchen, quälendem Durst, Herzrasen und starkem Blutdruckabfall.

Bei verspäteter Behandlung besteht außerdem die Gefahr, dass der Bruchinhalt sich entzündet oder mit der Umgebung verklebt, so dass sich der Bruch nicht mehr reponieren lässt. Wird durch eine Verspätete Behandlung eine Notfalloperationen erforderlich, steigt zudem das Risiko für eine Lungenembolie.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unregelmäßigkeiten und Störungen im Bereich des Nabels sollten einem Arzt vorgestellt werden. Kommt es zu Schwellungen, Verfärbungen des Hautbildes oder Deformierungen, besteht Handlungsbedarf. Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn es zu einer Vorwölbung oder einer Knotenbildung am Nabel kommt. Nehmen die Schwellungen an Umfang zu, ist schnellstmöglich ein Arzt zu konsultieren.

Treten Schmerzen auf, benötigt der Betroffene Hilfe. Eine Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten ist zu unterlassen und sollte grundsätzlich nur in Rücksprache mit einem Mediziner vorgenommen werden. Es drohen Risiken und Nebenwirkungen, über die der Betroffene informiert und aufgeklärt werden muss. Blutungen oder ein Verlust von anderen Körperflüssigkeiten aus dem Nabel sind besorgniserregend. Sie müssen einem Arzt vorgestellt werden, damit eine Abklärung der Ursache erfolgen kann und ein Behandlungsplan erstellt wird. Kommt es zu Blut im Stuhl oder im Urin, sind diese Beschwerden mit einem Arzt zu besprechen.

Ein allgemeines Unwohlsein, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus oder eine innere Schwäche sind Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Halten die Beschwerden an oder zeigen sie eine zunehmende Intensität, wird ein Arzt benötigt. Bei Fieber, Krämpfen oder Koliken sollte unverzüglich ein Arztbesuch erfolgen. Da es bei einem Nabelbruch zu lebensbedrohlichen Entwicklungen kommen kann, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt bereits bei den ersten Anzeichen stattfinden.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Mediziner eindeutig einen Nabelbruch diagnostiziert, muss überlegt werden, ob und wie dieser behandelt werden soll. Bei Kleinkindern erfolgt meist keine Behandlung des Bruches, denn er verheilt bis zu einem Alter von etwa drei Jahren meist unkompliziert von selbst.

Unter Umständen kann der Bauch bandagiert werden, um diesen Prozess zu unterstützen. Leidet ein Erwachsener unter einem Nabelbruch, besteht keine Chance auf eine Selbstheilung. Experten raten dazu, den Bruch operativ behandeln zu lassen, um das Risiko einer lebensbedrohlichen Organverklemmung zu minimieren.

Ein solcher operativer Eingriff kann sogar ambulant durchgeführt werden; der Patient kann die Klinik meist nach wenigen Stunden bereits wieder verlassen.

Grundsätzlich stehen zwei Operationsmethoden zur Auswahl, die sich dadurch unterscheiden, wie groß der Nabelbruch im Einzelfall ist. Bei Rissen bis zu etwa 2 cm wird die Bauchwand mit einer festen Naht vernäht. Hier bleibt nur eine sehr kleine Operationsnarbe zurück.

Bei größeren Rissen bzw. Löchern wird die Bauchwand zusätzlich mit einem Kunststoffnetz verstärkt, sodass es nicht zu weiteren bzw. wiederholten Nabelbrüchen kommen kann. Verläuft der Eingriff ohne Komplikationen, kann der Patient bereits nach ca. 14 Tagen wieder ohne Bedenken sportlich aktiv werden.

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Vorbeugung

Da ein Nabelbruch durch eine Schwäche der Bauchwand verursacht wird, kann ihm nicht direkt vorgebeugt werden. Besteht der Verdacht auf eine Nabelhernie, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um eine Organverklemmung auszuschließen. Auch wenn bei kleinen Kindern meist keine Behandlung notwendig wird, sollten auch diese immer dem Arzt vorgestellt werden, wenn ein Nabelbruch vorliegt. So können eventuelle Komplikationen vermieden und die Heilung unterstützt werden.

Das können Sie selbst tun

Da der Nabelbruch oftmals auf eine Schwäche des Bindegewebes im Bauchraum zurückzuführen ist, kann der betroffene Patient nur wenig dagegen tun. Bei Kindern sind Nabelbrüche relativ häufig anzutreffen und meist ungefährlich. Da sich eine Nabelhernie bei Kindern sehr häufig von selbst zurückbildet, werden meist keine therapeutischen Maßnahmen ergriffen. Das Bandagieren der Körpermitte kann den Heilungsprozess fördern, ist aber nur selten zwingend erforderlich. Die Bruchstelle, die als Ausstülpung unter der Haut erkennbar ist, sollte aber von den Betreuern des Kindes beobachtet werden. Verändert sich das Areal, hat das Kind Schmerzen oder verfärbt sich die Haut bläulich, muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden.

Auch während der Schwangerschaft kommt es gelegentlich zu Nabelbrüchen, die sich nach der Geburt aber ebenfalls sehr häufig von selbst zurückbilden. Schwangerschaftsgymnastik und die Vermeidung einer übermäßigen Gewichtszunahme kann das Risiko für einen Nabelbruch bei schwangeren Frauen senken.

Nabelbrüche bei Erwachsenen, die kein Kind erwarten, sind oftmals auf eine falsche körperliche Belastung oder schweres Übergewicht zurückzuführen. Sie sind meist nicht gefährlich, sollten aber operativ behandelt werden, um einer lebensgefährlichen Organverklemmung, die bei Erwachsenen deutlich häufiger auftritt, als bei Kindern, vorzubeugen. Wer an einem akuten Nabelbruch leidet sollte vor allem darauf verzichten, schwer zu heben, um die Bruchstelle nicht zu vergrößern. Auch nach einer erfolgreichen Operation sollte auf schweres Heben verzichtet werden, damit es nicht zu einem erneuten Nabelbruch kommt. Bei Übergewicht senkt eine Gewichtsreduktion das Risiko für eine Nabelhernie.

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Kerbl, R. et al.: Checkliste Pädiatrie. Thieme, Stuttgart 2011


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

Tom Frisco kommentierte am 02.02.2016

Ich habe seit 2003 einen Nabelbruch. Mittlerweile habe ich des Öfteren ein Stechen in der Nabelgegend und muss den Bruch wohl durch eine OP entfernen lassen. Seit den 13 Jahren ist er auch gut gewachsen.