Nabelbruch

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein Nabelbruch, in der Fachsprache Nabelhernie genannt, bezeichnet einen Riss oder eine Öffnung in der Bauchwand, durch den die Eingeweide sichtbar nach vorne austreten können. Betroffen sind oftmals Säuglinge, aber auch Frauen im mittleren und höheren Lebensalter. Experten raten dazu, Nabelbrüche bei Erwachsenen in der Regel operieren zu lassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Nabelbruch?

Nabelbruch
Schematische Darstellung eines Nabelbruchs bei Säuglingen. Klicken, um zu vergrößern.

Unter einem Nabelbruch verstehen Mediziner keinen Bruch im eigentlichen Sinne. Vielmehr handelt es sich um einen Riss oder ein Loch in der Bauchwand, welches die Eingeweide nach vorne treten lässt.

Oftmals geschieht dies durch ein heftiges Pressen oder einen Druck, wodurch die Bauchwand nachgibt. Die Eingeweide werden dann nur noch vom Bauchfell und der darüberliegenden Haut gehalten. Optisch ist ein Nabelbruch durch eine deutlich sichtbare Auswölbung im Bereich des Nabels erkennbar, den sogenannten Bruchsack.

Nabelbrüche kommen besonders häufig bei Säuglingen vor. Betroffen können aber auch Erwachsene, vor allem Frauen zwischen 50 und 70 Jahren sein.

Ursachen

Ein Nabelbruch kann aus unterschiedlichen Gründen entstehen. Grundsätzlich ist eine Schwäche der Bauchwand im Bereich der ehemaligen Nabelschnur Auslöser für das Austreten der Eingeweide.

Diese Schwäche kann angeboren sein oder sich im Laufe des Lebens langsam ausbilden. Eine erbliche Bindegewebsschwäche spielt dabei eine Rolle; bei Erwachsenen kommen jedoch meist erworbene Faktoren hinzu, etwa Übergewicht, mehrere Schwangerschaften, chronischer Husten, dauerhafte Verstopfung oder eine Ansammlung von Flüssigkeit im Bauchraum. Oftmals wächst die Bauchwand nach der Geburt nicht richtig zusammen, was den Grund für häufig auftretende Nabelbrüche bei Säuglingen darstellt.

Leidet ein Erwachsener an einem Nabelbruch, hat sich die Schwäche der Bauchwand über die Jahre hinweg ausgebildet. Dann genügt eine starke Belastung der Bauchmuskeln oder ein heftiges Pressen bei Schwangerschaft oder auch Verstopfung, um einen Riss in der Bauchwand zu verursachen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Nabelbruch Erwachsener
Nabelbruch eines erwachsenen Mannes ohne extreme Auswölbung nach außen. Vergrößerung des Bauchnabels auf ca. 4 cm Durchmesser außen ist deutlich zu erkennen. Der eigentliche Nabelbruch innen betrug hier jedoch nur 1,5 cm. Ob operiert wird, entscheidet nicht die Größe der äußeren Wölbung, sondern die Größe der Bruchlücke und die Beschwerden.

Ein Nabelbruch macht sich als erstes durch eine Schwellung oder Vorwölbung im Bereich des Nabels bemerkbar. Die Schwellung ruft zu Beginn meist noch keine Beschwerden hervor. Je nachdem, ob Teile des Darms eingeklemmt sind, kann sich ein Ziehen oder Brennen einstellen. Charakteristisch sind auch Entzündungszeichen wie harte oder gerötete Stellen.

Die Schmerzen treten vorwiegend beim Bücken, Pressen, Husten oder Heben schwerer Lasten auf. Selten kann sich der Darm im Bruchsack festsetzen, woraus starke Schmerzen resultieren. Die betroffene Darmregion wird zudem nicht mehr ausreichend mit Blut und Sauerstoff versorgt, was zu einer Nekrose führen kann. Ein solch schwerer Verlauf äußert sich auch durch Blut im Stuhl und andere Beschwerden beim Stuhlgang.

Zudem treten in manchen Fällen Koliken, Fieber sowie Übelkeit und Erbrechen auf. Eine Einklemmung des Darms tritt bei vier von hundert Patienten auf. In vielen der übrigen Fälle verläuft der Nabelbruch symptomfrei und wird erst im Rahmen einer Routineuntersuchung festgestellt. Wird die Nabelhernie nicht behandelt, nehmen die Beschwerden zu.

Schließlich kann es zu einer Perforation kommen, die zu inneren Blutungen, Infektionen und anderen lebensbedrohlichen Komplikationen führen kann. Wird der Nabelbruch rechtzeitig abgeklärt und — beim Erwachsenen in der Regel operativ — behandelt, verschwinden die Beschwerden meist innerhalb weniger Wochen nach dem Eingriff. Von selbst bildet sich die Bruchlücke beim Erwachsenen dagegen nicht zurück.

Diagnose & Verlauf

In den meisten Fällen erkennt der Arzt einen Nabelbruch bereits beim Betrachten und Abtasten des Nabels, häufig im Liegen und im Stehen sowie beim Pressen oder Husten. Ob ein Nabelbruch vorliegt, kann der behandelnde Arzt in Zweifelsfällen zusätzlich durch das Durchführen einer Ultraschalluntersuchung feststellen.

Auf diese Weise kann er erkennen, ob die Eingeweide ihre Position verändert haben. Er kann ebenfalls versuchen, sie mit leichtem Druck zurück in die Bauchhöhle zu befördern. Ist dies nicht möglich oder treten Schmerzen auf, kann es sein, dass die Eingeweide eingeklemmt sind.

Dann wird eine schnelle Operation notwendig. Grundsätzlich muss ein Nabelbruch nicht zwangsläufig behandelt werden, denn er stellt ohne Verklemmung der Organe keine unmittelbare Gefahr für die Gesundheit dar. Betroffene müssen sich allerdings im Klaren sein, dass er nicht von alleine wieder verheilt - dies geschieht nur im Kindesalter, meist bis zum zweiten, gelegentlich erst bis zum vierten oder fünften Lebensjahr.

Komplikationen

Während der ersten beiden Lebensjahre heilt ein Nabelbruch meist von selbst. In höherem Alter sind bei einem Nabelbruch, insbesondere wenn dieser nicht zeitnah behandelt wird, schwerwiegende, manchmal sogar lebensbedrohende Komplikationen zu erwarten. Teile des Darms können im Bruchsack eingeklemmt werden, was mit sehr starken, kolikartigen Schmerzen einhergeht. Der Bauch wird sehr druckempfindlich, bereits leichte Berührungen während der Untersuchung können beim Patienten extreme Schmerzen verursachen.

Größere Nabelbrüche mit Teilen des Dick- oder Dünndarms im Bruchsack können Durchfälle oder Verstopfung auslösen, manchmal beobachten die Patienten auch Blut im Stuhl. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass die eingeklemmten Darmteile nicht mehr ausreichend durchblutet werden und absterben. Fehlt die schützende Bauchwand, kann es zu gefährlichen Verletzungen am Darm kommen, die häufig eine Notoperation erforderlich machen.

Weitere mögliche Komplikationen sind hohes Fieber in Kombination mit Übelkeit und Erbrechen. Bei Einklemmung kommt es auch häufig zu Schweißausbrüchen, quälendem Durst, Herzrasen und starkem Blutdruckabfall.

Bei verspäteter Behandlung besteht außerdem die Gefahr, dass der Bruchinhalt sich entzündet oder mit der Umgebung verklebt, so dass sich der Bruch nicht mehr reponieren lässt. Wird durch eine verspätete Behandlung eine Notfalloperation erforderlich, steigt zudem das Risiko für eine Lungenembolie.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Unregelmäßigkeiten und Störungen im Bereich des Nabels sollten einem Arzt vorgestellt werden. Kommt es zu Schwellungen, Verfärbungen des Hautbildes oder Deformierungen, besteht Handlungsbedarf. Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn es zu einer Vorwölbung oder einer Knotenbildung am Nabel kommt. Nehmen die Schwellungen an Umfang zu, ist schnellstmöglich ein Arzt zu konsultieren.

Treten Schmerzen auf, benötigt der Betroffene Hilfe. Eine Einnahme von schmerzstillenden Medikamenten ist zu unterlassen und sollte grundsätzlich nur in Rücksprache mit einem Mediziner vorgenommen werden. Es drohen Risiken und Nebenwirkungen, über die der Betroffene informiert und aufgeklärt werden muss. Blutungen oder ein Verlust von anderen Körperflüssigkeiten aus dem Nabel sind besorgniserregend. Sie müssen einem Arzt vorgestellt werden, damit eine Abklärung der Ursache erfolgen kann und ein Behandlungsplan erstellt wird. Kommt es zu Blut im Stuhl oder im Urin, sind diese Beschwerden mit einem Arzt zu besprechen.

Ein allgemeines Unwohlsein, Übelkeit, Verdauungsstörungen, Unregelmäßigkeiten des Herzrhythmus oder eine innere Schwäche sind Anzeichen einer gesundheitlichen Beeinträchtigung. Halten die Beschwerden an oder zeigen sie eine zunehmende Intensität, wird ein Arzt benötigt. Bei Fieber, Krämpfen oder Koliken sollte unverzüglich ein Arztbesuch erfolgen. Da es bei einem Nabelbruch zu lebensbedrohlichen Entwicklungen kommen kann, sollte ein Kontrollbesuch bei einem Arzt bereits bei den ersten Anzeichen stattfinden.

Eine Ausnahme bildet die Einklemmung (Inkarzeration): Lässt sich die Vorwölbung nicht mehr zurückdrücken, ist sie hart und sehr schmerzhaft, verfärbt sie sich bläulich oder kommen Erbrechen und ein aufgeblähter Bauch hinzu, ist kein Arzttermin abzuwarten. Dann muss sofort der Notruf 112 gewählt werden, denn der eingeklemmte Darm kann innerhalb weniger Stunden absterben.

Behandlung & Therapie

Hat der behandelnde Mediziner eindeutig einen Nabelbruch diagnostiziert, muss überlegt werden, ob und wie dieser behandelt werden soll. Bei Säuglingen und Kleinkindern erfolgt meist keine Behandlung des Bruches, denn er verschließt sich in den allermeisten Fällen von selbst — meist bis zum zweiten Lebensjahr, gelegentlich erst bis zum vierten oder fünften. Erst danach wird bei fortbestehendem Bruch eine Operation erwogen.

Früher wurde der Bauch dazu häufig bandagiert oder der Nabel mit einem Pflaster oder einer Münze abgeklebt. Davon wird heute abgeraten: Der Verschluss der Bauchwand wird dadurch nicht beschleunigt, und die empfindliche Haut des Säuglings kann Schaden nehmen. Leidet ein Erwachsener unter einem Nabelbruch, besteht keine Chance auf eine Selbstheilung. Experten raten dazu, den Bruch operativ behandeln zu lassen, um das Risiko einer lebensbedrohlichen Organverklemmung zu minimieren.

Ein solcher operativer Eingriff kann sogar ambulant durchgeführt werden; der Patient kann die Klinik meist nach wenigen Stunden bereits wieder verlassen.

Grundsätzlich stehen zwei Operationsmethoden zur Auswahl, die sich dadurch unterscheiden, wie groß der Nabelbruch im Einzelfall ist. Bei Rissen bis zu etwa 2 cm wird die Bauchwand mit einer festen Naht vernäht. Hier bleibt nur eine sehr kleine Operationsnarbe zurück.

Bei größeren Rissen bzw. Löchern wird die Bauchwand zusätzlich mit einem Kunststoffnetz verstärkt, sodass es seltener zu weiteren bzw. wiederholten Nabelbrüchen kommt. Verläuft der Eingriff ohne Komplikationen, kann der Patient bereits nach ca. 14 Tagen wieder leichten Sport treiben. Schweres Heben und starkes Pressen sollten dagegen noch etwa vier bis sechs Wochen unterbleiben; die genauen Vorgaben macht der behandelnde Arzt.


Muss ein Nabelbruch bei Erwachsenen immer operiert werden?

Ein Nabelbruch (Nabelhernie) bei Erwachsenen muss nicht immer operiert werden. Die Entscheidung für oder gegen eine Operation hängt von mehreren Faktoren ab, einschließlich der Größe des Bruchs, der Symptome, die er verursacht, und des allgemeinen Gesundheitszustands des Patienten.

Symptomfreie Nabelbrüche: Kleine, symptomfreie Nabelbrüche, die keine Beschwerden verursachen, benötigen oft keine sofortige chirurgische Behandlung. In solchen Fällen kann der Arzt eine Beobachtungsstrategie empfehlen, bei der der Zustand regelmäßig überprüft wird, um sicherzustellen, dass sich keine Komplikationen entwickeln.

Symptomatische Nabelbrüche: Nabelbrüche, die Schmerzen, Unbehagen oder andere Symptome verursachen, werden häufig operativ behandelt. Die Operation kann dazu beitragen, Beschwerden zu lindern und das Risiko von Komplikationen wie Einklemmungen oder Strangulationen des Darms zu vermeiden, die eine Notfallbehandlung erforderlich machen würden.

Größe und Wachstum des Bruchs: Größere Brüche oder solche, die weiter wachsen, werden oft operiert, da sie ein höheres Risiko für Komplikationen darstellen. Die Operation zielt darauf ab, die Hernie zu reparieren und die Bauchwand zu stärken, um ein Wiederauftreten zu verhindern.

Gesundheitszustand und Risiken: Bei Patienten, die aufgrund ihres allgemeinen Gesundheitszustands oder anderer medizinischer Bedingungen ein erhöhtes Operationsrisiko haben, kann der Arzt eine konservative Behandlung empfehlen, es sei denn, die Hernie stellt ein unmittelbares Gesundheitsrisiko dar.

Lebensqualität: Entscheidungen über die Behandlung von Nabelbrüchen können auch auf der Grundlage beeinträchtigter Lebensqualität getroffen werden. Wenn die Hernie tägliche Aktivitäten oder die Arbeit beeinträchtigt, kann eine Operation sinnvoll sein.

In allen Fällen ist es wichtig, dass Betroffene eng mit ihrem Arzt zusammenarbeiten, um die beste Behandlungsstrategie basierend auf ihren spezifischen Umständen zu entwickeln.

Aussicht & Prognose

Bei Säuglingen ist die Prognose der Heilung sehr gut. Bei Säuglingen und Kleinkindern verschließt sich ein Nabelbruch in den allermeisten Fällen von selbst, meist bis zum zweiten Lebensjahr, gelegentlich erst bis zum vierten oder fünften. Erst danach wird bei fortbestehendem Bruch eine Operation erwogen. Wenn der Nabelbruch schmerzfrei ist und ein Ultraschall keine Auffälligkeiten aufweist, sind die Bedingungen bei Kindern für eine Selbstheilung gut.

Erwachsene hingegen müssen einen Nabelbruch früher oder später operieren lassen, um Komplikationen zu vermeiden. Der ausgewachsene Körper verschließt die Löcher und Risse nicht mehr eigenständig. Eine Selbstheilung ist nahezu ausgeschlossen. In einer Operation wird die Bruchlücke verschlossen — bei kleinen Brüchen durch eine Naht, bei größeren zusätzlich verstärkt durch ein Kunststoffnetz. Nach einer solchen Operation kommt es nur selten zu Komplikationen. Bei manchen Patienten kommt es zu einer starken Narbenbildung. An der behandelten Stelle bleibt eine erhöhte Bruchgefahr durch starke Belastung (starker Husten, intensiver Sport oder schweres Heben). Starke körperliche Belastungen sind einzuschränken, solange der Riss nicht behandelt ist. Die Gefahr, dass der Nabelbruch größer und die Operation schwieriger wird, ist groß.

Vorbeugung

Da ein Nabelbruch auf einer Schwäche der Bauchwand beruht, lässt er sich nicht sicher verhindern. Das Risiko senken lässt sich jedoch, indem Übergewicht abgebaut, schweres Heben und starkes Pressen vermieden, eine dauerhafte Verstopfung behandelt und die Bauchmuskulatur gekräftigt wird. Besteht der Verdacht auf eine Nabelhernie, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, um eine Organverklemmung auszuschließen. Auch wenn bei kleinen Kindern meist keine Behandlung notwendig wird, sollten auch diese immer dem Arzt vorgestellt werden, wenn ein Nabelbruch vorliegt. So können eventuelle Komplikationen vermieden und die Heilung unterstützt werden.

Nachsorge

Die Nachsorge bezweckt unter anderem das Wiederauftreten erneuter Beschwerden zu verhindern. Daher setzen Ärzte auf eine engmaschige Verlaufskontrolle. Beim Nabelbruch wirken neben der Bindegewebsschwäche auch äußere Umstände mit. Der Patient kann nur versuchen, diese zu umgehen. Zu den Vorbeugemaßnahmen gehören der Verzicht auf ein Heben schwerer Lasten und der Abbau von Übergewicht.

Auch eine Stärkung der Bauchmuskulatur kann helfen, einen erneuten Nabelbruch zu vermeiden. Die Umsetzung dieser Vorsichtsmaßnahmen fällt in den Verantwortungsbereich des Patienten. Der Arzt informiert im Rahmen der Ersttherapie gegebenenfalls über geeignete Präventionsmaßnahmen. Ein operierter Nabelbruch heilt in der Regel vollständig aus; ein erneuter Bruch an derselben Stelle ist jedoch möglich.

Bei Kleinkindern ist häufig gar keine Behandlung erforderlich, weil sich der Bruch von selbst zurückbildet. Ein während der Schwangerschaft aufgetretener Nabelbruch wird meist erst nach der Geburt endgültig beurteilt und, falls nötig, operiert. Ist die Heilung abgeschlossen und der Betroffene beschwerdefrei, sind darüber hinaus keine weiteren Nachsorgetermine nötig. Weder werden eine Dauerbehandlung noch eine Alltagsbegleitung notwendig.

Der Patient darf schon nach wenigen Tagen das Krankenhaus verlassen. Im Falle eines ambulanten Eingriffs findet die Genesung daheim statt. Im Rahmen einer Abschlussuntersuchung tastet der Arzt die betroffene Stelle mit den Händen ab. Eventuell gibt eine Ultraschalluntersuchung Aufschluss darüber, dass alles den Erwartungen entsprechend heilt.

Das können Sie selbst tun

Da der Nabelbruch oftmals auf eine Schwäche des Bindegewebes im Bauchraum zurückzuführen ist, kann der betroffene Patient nur wenig dagegen tun. Bei Kindern sind Nabelbrüche relativ häufig anzutreffen und meist ungefährlich. Da sich eine Nabelhernie bei Kindern sehr häufig von selbst zurückbildet, werden meist keine therapeutischen Maßnahmen ergriffen. Ein Bandagieren der Körpermitte oder das früher übliche Abkleben des Nabels mit Pflaster oder Münze beschleunigt den Verschluss nicht und wird heute nicht mehr empfohlen. Die Bruchstelle, die als Ausstülpung unter der Haut erkennbar ist, sollte aber von den Betreuern des Kindes beobachtet werden. Verändert sich das Areal, hat das Kind Schmerzen oder verfärbt sich die Haut bläulich, muss unverzüglich ein Arzt konsultiert werden. Lässt sich die Vorwölbung nicht mehr zurückdrücken und schreit das Kind vor Schmerz oder erbricht, ist der Notruf 112 zu wählen.

Auch während der Schwangerschaft kommt es gelegentlich zu Nabelbrüchen. Nach der Geburt tritt die Vorwölbung meist deutlich weniger hervor, weil der Druck im Bauchraum nachlässt — die Lücke in der Bauchwand verschließt sich dadurch jedoch nicht von selbst. Ob und wann operiert wird, entscheidet der Arzt nach der Geburt und bei abgeschlossener Familienplanung. Schwangerschaftsgymnastik und die Vermeidung einer übermäßigen Gewichtszunahme können das Risiko für einen Nabelbruch bei schwangeren Frauen senken.

Nabelbrüche bei Erwachsenen, die kein Kind erwarten, sind oftmals auf eine falsche körperliche Belastung oder schweres Übergewicht zurückzuführen. Sie sind meist nicht gefährlich, sollten aber operativ behandelt werden, um einer lebensgefährlichen Organverklemmung, die bei Erwachsenen deutlich häufiger auftritt als bei Kindern, vorzubeugen. Wer an einem akuten Nabelbruch leidet, sollte vor allem darauf verzichten, schwer zu heben, um die Bruchstelle nicht zu vergrößern. Auch nach einer erfolgreichen Operation sollte auf schweres Heben verzichtet werden, damit es nicht zu einem erneuten Nabelbruch kommt. Bei Übergewicht senkt eine Gewichtsreduktion das Risiko für eine Nabelhernie.

Quellen

  • Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Duale Reihe Chirurgie.
    ISBN: 9783132431874
  • von Schweinitz, D., Ure, B. (Hrsg.): Kinderchirurgie.
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  • Siewert, J. R., Stein, H. J. (Hrsg.): Chirurgie.
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  • Speer, C. P., Gahr, M., Dötsch, J. (Hrsg.): Pädiatrie.
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  • Schwarz, N. T. (Hrsg.): Allgemein- und Viszeralchirurgie essentials.
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