Nagelpilz

Letzte Aktualisierung am 21. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Nagelpilz bzw. Onychomykose ist eine Pilzerkrankung an den Fußnägeln und manchmal auch der Fingernägel. Der Nagelpilz tritt zumeist dann auf, wenn zu enge Schuhe getragen werden oder der Betroffene an Diabetes oder Durchblutungsstörungen leidet.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Nagelpilz?

Als Nagelpilz wird die Infektion der verhornten Nägel des Menschen bezeichnet. Betroffen sein können sowohl die Zehen- als auch die Fingernägel, wobei die Füße am häufigsten durch Nagelpilze befallen werden.

Die Pilzerkrankung äußert sich in einer sichtbaren Veränderung des Erscheinungsbildes der Nägel. Sie verfärben sich gelblich, beginnend vom Rand, wobei auch Flecken im Inneren des Nagels auftreten können; außerdem verdickt sich die Nagelplatte spürbar.

Häufig sind ältere Menschen vom Nagelpilz betroffen, die an Demenz oder anderen Geisteserkrankungen leiden und ihre körperliche Hygiene deshalb nicht mehr so gut selbst durchführen können. Wie der Fußpilz, so kann der Nagelpilz aber auch in Schwimmbädern und in der Sauna direkt übertragen werden.

Ursachen

Die Ursache für den Nagelpilz sind Spross- oder Fadenpilze. Seltener kommen auch Infektionen mit Candida-Pilzen oder Schimmelpilzen vor. Gleichzeitig ist nicht jeder Mensch so prädestiniert für die Erkrankung wie andere. Begünstigt werden kann eine Ausbreitung der Pilze durch einen geschwächten Körper, der bereits mit anderen Gesundheitszuständen zu kämpfen hat. So sind beispielsweise Diabetes mellitus-Patienten grundsätzlich anfälliger für den Befall mit Nagelpilzen.

Auch alte Menschen trifft die Erkrankung häufig, da ihr Immunsystem auf natürliche Weise geschwächt ist und der Körper daher keine zuverlässige Abwehr mehr gegen die Pilzsporen leisten kann. Ein weiterer begünstigender Faktor sind aktuelle oder gerade erst abgeheilte, großflächige Entzündungen, die das Immunsystem stark herausgefordert haben. Zusätzlich dazu können immunschwächende Medikamente eine Rolle spielen, wie sie beispielsweise bei Autoimmunerkrankungen oder im Rahmen der Krebstherapie eingesetzt werden.

Unabhängig von vorausgegangenen oder noch bestehenden Erkrankungen fühlen sich Nagelpilze in feucht-warmem Milieu besonders wohl. Daher befallen sie auch häufiger die Zehen- als die Fingernägel. Sie nisten sich beispielsweise dann im Horn ein, wenn der Schuh nicht ausreichend atmungsaktiv ist und daher kaum für eine Durchlüftung sorgt. Dann verbleibt der Schweiß lange im Schuh und sorgt durch die Körperwärme des Menschen für eine ideale Pilzumgebung.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei Nagelpilz werden erste Anzeichen von Betroffenen oft nicht erkannt und als harmlose Entzündung wahrgenommen. Im Gegensatz zum Fußpilz werden diese eher als „harmlos“ betrachtet. Es treten keine Schmerzen auf, dadurch wird diesem Problem vorerst keine große Bedeutung beigemessen.

Der Pilz beginnt sich am Nagelrand zu verbreiten, der Nagel verfärbt sich gelblich und es entstehen raue, wie ausgefranst aussehende Bereiche. Im weiteren Stadium bröckeln auch Nagelteile ab, die Nagelplatte wird dicker und es fallen größere Hornmengen auf. Weist die Nagelplatte streifenförmige gelbliche Veränderung auf, ist die Nagelwurzel bereits betroffen von der Pilzinfektion.

Möglich sind auch dunkle Pigmente an manchen Stellen. Wenn man unaufmerksam ist und nicht auf diese Veränderungen achtet, kann es vorkommen, dass die Pilzinfektion erst bewusst erkannt wird, wenn sie sich bereits auf andere Nägel ausgebreitet hat, bei fehlender Behandlung kann ein gesamter Nagel verloren gehen. Sogar danebenliegende Hautbereiche können in Mitleidenschaft gezogen werden sowie die Zwischenräume von Fingern und Zehen.

Nagelpilzinfektion ist an Händen wie an Füßen nicht schön anzusehen, die Nägel werden auch chronisch geschädigt. Begünstigt wird die Entstehung von Nagelpilz durch enge, kaum atmungsaktive Schuhe, synthetische Socken, dadurch erhöhtem Schweißfluss und durch mangelnde Hygiene. Durchblutungsstörungen oder Diabetes mellitus können ebenfalls zur Entwicklung dieser Krankheit beitragen.

Komplikationen

Eine Pilzerkrankung des Fußnagels ist schwieriger zu behandeln als ein normaler Fußpilz und ruft auch öfter Komplikationen hervor. Zwar ist ein Nagelpilz nicht lebensgefährlich, aber er kann sich unter Umständen im Körper weiter ausbreiten. Das gilt besonders für Personen, deren Immunsystem geschwächt ist. Zu diesen Risikopersonen zählen ältere Menschen, Patienten mit Durchblutungsstörungen in den Füßen (Arteriosklerose), Personen mit schweren Erkrankungen oder Patienten, die Immunsystem unterdrückende Medikamente einnehmen müssen.

Wenn die Infektion weiter voranschreitet, kann sie den entsprechenden Nagel völlig zerstören und gleichzeitig auch benachbarte Nägel infizieren. Das führt schließlich zu starken Schmerzen und Beeinträchtigungen beim Gehen. Die Ausbreitung des Nagelpilzes ist bereits bei unsachgemäßer Behandlung möglich. Bei immungeschwächten Personen ist die Situation noch gefährlicher. Neben der weiteren Ausbreitung des Pilzes besteht bei Risikopersonen außerdem die Gefahr, dass am befallenen Nagel auch andere Krankheitserreger wie Bakterien, Viren oder weitere Pilze in den Körper gelangen können und dort zusätzlich schwere Infektionen hervorrufen.

Dabei ist zu beachten, dass ein Nagelpilz nie von selbst abheilt. Wird die Behandlung aber nicht richtig ausgeführt, bleibt die Nagelpilzinfektion bestenfalls chronisch. Langfristig können sich die genannten Komplikationen einstellen. Die Behandlung ist sehr langwierig. Erst wenn der Nagel gesund wieder nachgewachsen ist, kann die Antipilztherapie ohne die Gefahr der Ausbildung von Rezidiven beendet werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Da die Krankheitserreger eines Nagelpilzes stark ansteckend sind, sollte grundsätzlich bei ersten Auffälligkeiten der Nägel ein Arztbesuch für eine umfassende Behandlung erfolgen. Obgleich es bei dem Verdacht eines Nagelpilzes verschiedene Tinkturen und rezeptfreie Präparate in Drogerien oder Apotheken gibt, sollte die optimale Behandlungsform mit einem Arzt besprochen werden.

Nehmen die Beschwerden an Umfang und Intensität zu, wird ein Arztbesuch empfohlen. Allgemeine Durchblutungsstörungen, Entzündungen der Nägel oder eine Abnahme der Greiffunktion sollte untersucht und behandelt werden. Treten Verfärbungen auf, bricht der Nagel ungewöhnlich oft ab oder verändert sich die Nagelplatte, ist ein Arztbesuch vonnöten. Zur Abklärung der Ursache sollte ein Arztbesuch erfolgen, wenn sich Schmerzen in den Fingern oder Zehen entwickeln, der Nagel ungewöhnlich weich ist oder sich Streifen auf dem Nagel bilden. Ein erhöhter Schweißausfluss an den Händen oder Füßen, eine Veränderung der Hautstruktur neben einem Nagel sowie die Entstehung von Hornhaut sind einem Arzt vorzustellen.

Haben Familienmitglieder, mit denen sich Örtlichkeiten wie das Badezimmer geteilt wird eine Nagelpilzerkrankung, sollte vorsorglich ein Arzt aufgesucht werden. Aufgrund der hohen Ansteckungsgefahr muss eine Ausbreitung ausgeschlossen werden.

Behandlung & Therapie

Leichten Befall von Nagelpilz im Anfangsstadium kann noch jeder selbst behandeln. In Apotheken gibt es spezielle Nagellacke zu kaufen, die regelmäßig aufgetragen werden müssen. Sie töten die Pilzsporen nach und nach ab. Den Heilungsverlauf erkennt man daran, dass sich der Nagel wieder weiß färbt oder seine ursprüngliche Farbe annimmt. Bis er auch seine ursprüngliche Qualität wiedererlangt, kann es allerdings etwas länger dauern, da der ehemals befallene Teil erst abgeschnitten werden muss.

In schwereren Fällen oder bei Befall mehrerer Nägel wird der Nagel medizinisch entfernt. Dies ist schmerzlos und wird nicht, wie früher, durch das Ziehen des Nagels erreicht. Es wird ein Laser eingesetzt, der den befallenen Nagel verdampfen lässt. Im Anschluss an die Behandlung wird mit antimyotischer Creme behandelt und die Socken sowie die Schuhe müssen desinfiziert werden. Der Nagel wächst anschließend wieder nach. Alternativ dazu kann auch mit oralen Antimyotika gearbeitet werden, ohne den Nagel zu entfernen.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Um dem Nagelpilz vorzubeugen, ist es wichtig, feucht-warmes Klima im Bereich der Zehen und Fingernägel möglichst zu vermeiden - gerade an den Füßen wird das oft schwierig. Die Schuhe sollten möglichst atmungsaktiv sein und den Zehen Freiraum geben, wenn es Sportschuhe sind oder man darin schwitzen wird. Die Socken sollten nach Möglichkeit nicht oder nicht zum Großteil aus künstlichen Fasern bestehen. Baumwolle und andere Naturmaterialien speichern Schweiß nicht so hartnäckig wie künstliche Stoffe und können auf diese Weise helfen, das geeignete Pilzmilieu zu verhindern.

Das können Sie selbst tun

Der Nagelpilz kann trotz aller Bemühungen besonders hartnäckig sein. Die Pilzsporen breiten sich schnell aus und können zu einer wiederholten Ansteckung führen. Daher ist eine regelmäßige und intensive Reinigung besonders wichtig.

In der Wohnung sind alle faserhaltigen Möbel oder Dekorationsgegenstände, die mit den Händen oder Füßen in Kontakt stehen, zu reinigen. Schuhe und Handschuhe sind zu desinfizieren. Die getragenen oder berührten Kleidungsstücke müssen gereinigt werden, damit die Keime vernichtet werden. Die Böden der Wohnung sind zu desinfizieren. Besonders die Bettwäsche, die Bettdecke, Kopfkissen sowie die Matratze sind zu reinigen und ebenfalls zu desinfizieren. Vor und nach der Nutzung des Staubsaugers sollten die Düsen des Gerätes gesäubert werden. Ein Barfußgang ist zu vermeiden und getragene Schuhe sind regelmäßig zu desinfizieren. In vielen Fällen ist es hilfreich, am Tag und in der Nacht Strumpfwaren zu tragen. Dabei muss jedoch darauf geachtet werden, dass es zu keiner übermäßigen Schweißbildung kommt.

In öffentlichen Einrichtungen und Bädern sollte kein fremdes Schuhwerk getragen werden oder sich barfuß fortbewegt werden. Der Nagel ist mit einer im Handel oder beim Arzt erhältlichen Tinktur regelmäßig zu behandeln. Zudem sollte eine gute Fuß- oder Handpflege stattfinden, damit keine Hautprobleme entstehen. Sind die Hände befallen, sollten diese mehrmals täglich desinfiziert werden.

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • I care Krankheitslehre. Thieme, Stuttgart 2015
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010


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