Pigmentstörung

Letzte Aktualisierung am 26. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Pigmentstörung kann Menschen in jedem Alter betreffen und zeigt sich zudem in unterschiedlichen Ausprägungen und Formen. So kann zum Beispiel der komplette Körper von der Krankheit betroffen sein oder aber auch nur einzelne Körperteile. Manchen Formen kann vorgebeugt werden, während andere Arten der Pigmentstörung zwar behandelt aber nicht verhindert werden können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Pigmentstörung?

Eine Pigmentstörung liegt vor, wenn zu viel oder zu wenig Melanin gebildet wird, sodass sich die eigentliche Farbe der Haut verändert. Im Normalfall sorgen die Melanozyten dafür, dass das Melanin gebildet wird und die Haut eine leicht bräunliche Farbe bekommt.

Zudem halten die Farbpigmente UV-Strahlen ab, sodass diese nicht bis tief in die Haut eindringen können. Bei einer Pigmentstörung kommt es dagegen an einzelnen Körperstellen oder aber am ganzen Körper zu einer Veränderung der Hautfarbe. Grundsätzlich kann die Pigmentstörung in zwei Arten unterschieden werden: den Melaninüberschuss und den Melaninmangel.

Die häufigste Form, die Hypermelanose, zeigt sich durch eine übermäßige Färbung der Haut, während die Hypomelanose einen verminderten Melaningehalt aufweist und somit eine schwächere Färbung der Haut vorliegt. In extremen Fällen kann der Melaninmangel zu einer völligen Depigmentierung führen, da überhaupt kein Melanin mehr produziert wird.

Ursachen

Je nachdem, welche Art der Pigmentstörung vorliegt, können auch die Ursachen unterschiedlich sein. Häufig spielen erbliche Faktoren eine große Rolle und begünstigen zum Beispiel Albinismus oder Sommersprossen.

Aber auch bestimmte Medikamente oder Kosmetikartikel können ein Auslöser sein. Vor allem Frauen neigen häufig zu einer Pigmentstörung aufgrund einer hormonellen Umstellung, wie zum Beispiel bei der Einnahme der Pille oder während einer Schwangerschaft.

Außerdem kann längere Kälte- oder Wärmeeinwirkung auf die Haut zu einer Störung der Bildung von Farbpigmenten führen. Nicht zu unterschätzen sind auch Auslöser, die eine anregende Wirkung auf die Melaninproduktion ausüben, wie zum Beispiel UV-Strahlen oder Entzündungen.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Der Verdacht auf eine Pigmentstörung sollte selbstverständlich von einem Hautarzt überprüft werden. Dieser wird sich zunächst die Verfärbungen der Haut ansehen, da diese schon ein recht eindeutiges Anzeichen sein können.

Eine Biopsie aus einer der verfärbten Hautstellen kann zusätzlich Gewissheit bringen. Auch die Befragung von Familienangehörigen kann zur Diagnosestellung hilfreich sein, wenn es sich um eine erblich bedingte Pigmentstörung handelt.

Je nach Ursache ist auch der Verlauf der Störung unterschiedlich, in den meisten Fällen ist die Krankheit jedoch harmlos und richtet keine langfristigen Schäden an. Leichtere Formen können sich im Laufe des Lebens von selbst zurückbilden, während eine erblich bedingte Pigmentstörung häufig ein Leben lang bestehen bleibt.

Komplikationen

In der Regel führt eine Pigmentstörung nicht zu besonderen Komplikationen oder zu anderen schwerwiegenden Beschwerden der Gesundheit. Auch die Lebenserwartung des Patienten wird davon nicht negativ beeinflusst, sodass die Betroffenen ein gewöhnliches Leben führen können. Allerdings kann sich eine Pigmentstörung negativ auf die Psyche auswirken, sodass die Patienten an einem verringerten Selbstwertgefühl oder möglicherweise an Minderwertigkeitskomplexen leiden.

Auch Depressionen und andere psychische Verstimmungen können daraus entstehen und sich damit sehr negativ auf die Lebensqualität des Betroffenen auswirken. Weiterhin kann es aufgrund der Pigmentstörung leichter zu Hautkrebs kommen, sodass die Betroffenen auf regelmäßige Untersuchungen beim Hautarzt angewiesen sind. Bei einer frühzeitigen Diagnose und Behandlung treten allerdings ebenso keine besonderen Komplikationen und Beschwerden auf.

Bei Kindern kann die Pigmentstörung eventuell Mobbing oder Hänseleien vom Umfeld hervorrufen. Eine Behandlung der Pigmentstörung ist in der Regel nicht notwendig. Durch kosmetische Anwendungen können diese Störungen möglicherweise ausgeglichen werden, allerdings ist dies nicht in jedem Falle möglich. Auch durch verschiedene Pflegemittel können die ästhetischen Beschwerden einer Pigmentstörung ebenso überdeckt werden, sodass sich der Betroffene mit seiner Haut wohl fühlt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Pigmentstörung muss nicht unbedingt ärztlich behandelt werden. Ein Arztbesuch ist notwendig, wenn Pigmentflecken oder andere Hautveränderungen von weiteren Symptomen begleitet werden. So können Juckreiz oder Hautrötungen auf eine ernste Erkrankung der Haut hindeuten. Sollte es zu Unwohlsein oder hormonellen Beschwerden kommen, kann dies auf Hautkrebs hinweisen. Es empfiehlt sich ein Besuch beim Hausarzt oder einem Dermatologen. Auch wenn infolge der ungewöhnlichen Hautflecken psychische Beschwerden wie Minderwertigkeitskomplexe oder soziale Ängste auftreten, ist fachärztliche Hilfe notwendig.

Die Betroffenen sollten sich an den Hausarzt oder an einen Therapeuten wenden. Die weitere Diagnose erfolgt durch den Hautarzt, welcher die Ursache ermitteln und geeignete Gegenmaßnahmen einleiten kann. Personen, die bereits an Hautbeschwerden leiden oder einen empfindlichen Hauttyp haben, sollten Pigmentstörungen zügig von einem Arzt abklären lassen. Sollten die typischen Maßnahmen keine Wirkung zeigen, muss der Arzt informiert werden.

Je nach Ursache und Auswirkung der Pigmentstörungen kann außerdem der Internist oder ein Psychologe hinzugezogen werden. In den meisten Fällen sind Pigmentstörungen unproblematisch und müssen nicht von einem Arzt behandelt werden. Auch Verletzungen im Bereich der Haut oder ein schlecht verheilender Sonnenbrand sind Warnzeichen, die einer raschen ärztlichen Abklärung bedürfen. Die Betroffenen sprechen am besten mit dem Hausarzt, wenn die Pigmentflecken nach einigen Tagen nicht von selbst abklingen.

Behandlung & Therapie

Eine Behandlung aus medizinischer Sicht ist nur in den seltensten Fällen notwendig, in der Regel ist eine Pigmentstörung harmlos und hat auf den Körper keine negativen Auswirkungen. Für viele Betroffene stellt die Erkrankung jedoch aus kosmetischen Gründen ein großes Problem dar.

Nicht selten werden vor allem großflächige Hautverfärbungen als seelisch belastend wahrgenommen, sodass je nach Ursache verschiedene Maßnahmen in Frage kommen. Als Grundvoraussetzung gilt, dass der Betroffene seine Haut schützt und sie keiner intensiven Sonneneinstrahlung aussetzt. Zudem kommen bei der Behandlung vor allem Kosmetika, wie zum Beispiel Camouflage (Schminke und Make-Up), zum Einsatz, um Pigmentflecken im Gesicht- und Halsbereich zu überdecken.

Andere Körperteile können mit Selbstbräuner oder aufhellenden Mitteln behandelt werden, sodass sich die Farbveränderungen der restlichen Haut anpassen. Bleichmittel sollten jedoch nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt verwendet werden, um mögliche Nebenwirkungen zu vermeiden.

Wer unter einem Melaninmangel leidet, kann zudem mit einer Bestrahlung große Erfolge erzielen. Über einen längeren Zeitraum wird auf diese Weise versucht, die Bildung der Farbpigmente wiederherzustellen, sodass sich die Pigmentstörung verringert.

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Vorbeugung

Ob einer Pigmentstörung vorgebeugt werden kann, richtet sich selbstverständlich nach den Ursachen. In jedem Fall sollten häufige Solariumbesuche sowie eine direkte Sonneneinstrahlung vermieden werden. Erblich oder hormonell bedingten Faktoren kann man jedoch nicht entgegenwirken, sodass höchstens eine Verbessung der Pigmentstörung durch entsprechende Maßnahmen erzielt werden kann.

Das können Sie selbst tun

Menschen mit einer Pigmentstörung leiden häufig an einem optischen Makel. Obgleich es zu keinen körperlichen Beeinträchtigungen oder Beschwerden kommt, kann eine Pigmentstörung zu einer emotionalen sowie seelischen Belastung führen. Daher wird es oftmals als hilfreich empfunden, wenn der Betroffene sich zur Stabilisierung der Psyche Hilfe und Unterstützung von Vertrauenspersonen holt. Gespräche mit Freunden, Angehörigen oder Psychotherapeuten können bei dem Betroffene neue Sichtweisen oder Erkenntnisse bringen. Ein Austausch in Internetforen oder Selbsthilfegruppen kann zu dem Aufbau des Wohlbefindens beitragen und im täglichen Umgang mit der Pigmentstörung neue Impulse geben.

Durch das Tragen von Kleidungsstücken, die bei einer Verhüllung der Hautauffälligkeiten unterstützen, kann der Betroffene sich selbst im Alltag helfen. Accessoires oder modisches Kleidungszubehör kann von der Pigmentstörung ablenken. Dies wird von vielen Betroffenen als entlastend wahrgenommen. Bei Sommersprossen oder anderen ungewollten Hautveränderungen im Gesicht, besteht die Möglichkeit, diese mit Hilfe von kosmetischen Produkten abzudecken.

Trotz der Möglichkeiten ist für den Umgang mit der Pigmentstörung im Alltag eine Stärkung des eigenen Selbstbewusstseins wichtig. Bei einem Melaninmangel kann mit Cremes, die Enzymextrakt der Milchflora enthalten oder der richtigen Ernährung die Melaninbildung angeregt werden. Der Konsum von Stachelbeeren und Süßholzwurzel hat eine anregende Wirkung auf den Organismus und kann vom Betroffenen genutzt werden.

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010


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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

stig kommentierte am 17.07.2013

Ich hätte da mal eine Frage. Ich habe einen sehr hellen Hauttyp. Sprich, ich werde so gut wie gar nicht braun, höchstens rot. Selbst nach 26 Jahren beschäftigt mich das, da es ein normales Bad erschwert. Ich bekomme, oft schon nach nur einer Stunde in der Sonne, einen Sonnenbrand. Könnte mir eine Bestrahlung helfen? MFG.