Traditionelle Chinesische Medizin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 5. September 2026
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Die traditionelle chinesische Medizin (abgekürzt: TCM) gehört zu den ältesten Heilkunden der Welt. Ihren Ursprung nahm sie vor über 2000 Jahren im ostasiatischen Raum. Überlieferungen zufolge soll es erste Spuren – in Form von Fischgräten als Akupunkturnadeln – bereits vor 5000 Jahren gegeben haben; archäologisch belegt sind Akupunkturnadeln allerdings erst seit dem 2. Jahrhundert v. Chr.

Die Wurzeln der chinesischen Pflanzenheilkunde sollen sogar bis zur Steinzeit zurückreichen. Die Bezeichnung „Traditionelle Chinesische Medizin“ selbst ist dagegen jung: Sie entstand erst in den 1950er Jahren, als die Volksrepublik China die überlieferten Heilverfahren zu einem einheitlichen Lehrgebäude zusammenfasste und in das staatliche Gesundheitswesen einbaute. Mittlerweile wird die traditionelle chinesische Medizin in unterschiedlichen Formen auf der ganzen Welt praktiziert und einige ihrer Therapieelemente, wie beispielsweise die Akupunktur, genießen auch im Westen wachsende Beliebtheit.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Traditionelle Chinesische Medizin?

Traditionelle chinesische Medizin
Zu den Behandlungen der chinesischen Medizin gehören vor allem die Arzneitherapie und die Akupunktur sowie die Moxibustion.

Die Lehre der traditionellen chinesischen Medizin verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz. Beschwerden und Krankheiten werden dabei nicht isoliert betrachtet, sondern der Körper und seine Organsysteme werden als eine Einheit aus sich wechselseitig beeinflussenden Energien und Dynamiken begriffen. Die elementare Lebensenergie nach der traditionellen chinesischen Medizin ist das sogenannte Qi. Dieses wird als energetischer Prozess angesehen, der in stetigem Fluss durch den menschlichen Körper fließt.

Qi kann mit Atem, Energie und Kraft, aber auch mit Luft, Temperament oder Atmosphäre übersetzt werden. Es hat in der asiatischen Kultur eine essenzielle Bedeutung und prägt dort das Verständnis für Welt und Leben. In der traditionellen chinesischen Medizin wird das Qi für die Harmonie von organischen und hormonellen Vorgängen, aber auch für Stimmungen und Temperament verantwortlich gemacht. Ein solcher Energiefluss lässt sich naturwissenschaftlich allerdings nicht nachweisen: Das Qi ist ein Begriff der chinesischen Überlieferung, kein messbarer Vorgang.

Eng mit dem Qi verbunden sind die Symbole Yin und Yang. Ihr Polaritätsprinzip sorgt nach Auffassung der TCM für einen optimal ausgeglichenen Gesundheitszustand, während ein Ungleichgewicht zu Krankheit führt. Der Grundsatz von Yin und Yang beruht auf der Auffassung, dass unsere Welt dem Prinzip des Dualismus unterliegt. Tag und Nacht, Sonne und Regen sind sich ständig abwechselnde, polarisierende Zustände, die ohne einander nicht bestehen. Yin wird nach der TCM als die weiblich-passive Seite angesehen, die empfängt und mit dem Mond in Verbindung gebracht wird. Yang ist die männlich-aktive und aufbauende Seite, die mit der Sonne assoziiert wird.

Neben Yin und Yang steht als zweites Ordnungsmuster die Lehre der fünf Wandlungsphasen, im Chinesischen Wu Xing. Ihre Glieder tragen die Namen Holz, Feuer, Erde, Metall und Wasser, sind aber nicht als Stoffe gemeint, sondern als Zustände eines fortwährenden Wandels, wie ihn die TCM im Wechsel der Jahreszeiten wiederzuerkennen glaubt. Jeder Phase werden eine Himmelsrichtung, eine Geschmacksrichtung, eine Farbe, eine Gemütsregung und ein Paar von Organen zugeordnet. Untereinander stehen die Phasen in zwei Beziehungen: In der einen bringt jede die nächste hervor, in der anderen hält jede eine andere in Schranken. Aus dieser doppelten Verkettung leitet die TCM ab, auf welchem Weg sich eine Störung von einem Bereich auf einen anderen überträgt und wo folglich behandelt werden soll.

Die Organe, um die es dabei geht, sind nicht die Organe der westlichen Anatomie. Die TCM ordnet ihnen Aufgaben zu, die weit über das hinausgehen, was der westliche Begriff bezeichnet, und rechnet ihnen auch seelische Regungen zu. Fünf Speicherorganen, deren Namen mit Leber, Herz, Milz, Lunge und Nieren übersetzt werden, stehen fünf Hohlorgane gegenüber. Ist in einer TCM-Diagnose von der Milz die Rede, so ist deshalb ein überlieferter Funktionskreis gemeint und nicht das Organ, das der Chirurg entfernen kann. Diese Doppeldeutigkeit ist eine häufige Quelle von Missverständnissen zwischen Patient, TCM-Behandler und Hausarzt, weil dieselben Wörter bei beiden etwas anderes bedeuten.

Schriftlich fassbar wird dieses Lehrgebäude im „Huangdi Neijing“, dem „Inneren Klassiker des Gelben Kaisers“, der etwa auf das 3. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung zurückgeht. Der Text ist als Gespräch zwischen dem Herrscher und seinen Ärzten angelegt und behandelt bereits die Leitbahnen, die Nadelbehandlung und die Ordnung der Wandlungsphasen. Er ist keine einheitliche Schrift eines Verfassers, sondern eine über lange Zeit gewachsene Sammlung, was erklärt, warum sich in ihm auch einander widersprechende Auffassungen finden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Die traditionelle chinesische Medizin findet inzwischen bei vielen Krankheiten Anwendung. Bei Rückenbeschwerden und Migräne wird die Akupunktur häufig eingesetzt. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten allerdings nur bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und bei Kniegelenkarthrose; für alle übrigen Anwendungen ist sie eine Selbstzahlerleistung.

Grundlage dafür ist ein Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses, mit dem die Akupunktur zum 1. Januar 2007 in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung aufgenommen wurde. Die Schmerzen müssen dabei seit mindestens sechs Monaten bestehen, und die Behandlung soll Teil eines schmerztherapeutischen Gesamtkonzepts sein. Abrechnen dürfen sie nur entsprechend qualifizierte Ärzte; die Zusatzbezeichnung Akupunktur wurde 2003 in die Weiterbildungsordnung aufgenommen und setzt einen Kurs von 200 Stunden voraus. Wer die Behandlung bei einem Heilpraktiker in Anspruch nimmt, zahlt sie in aller Regel selbst; private Krankenversicherungen und Zusatzversicherungen erstatten je nach Vertrag unterschiedlich viel.

Aber auch Qigong und Tai-Chi sollen bei Verspannungen und Blockaden Linderung verschaffen. Viele Beschwerden im Verdauungsbereich sollen durch die chinesische Arzneimitteltherapie gelindert werden, besonders wenn sie mit der Ernährungslehre kombiniert wird. Anhänger sehen in der TCM eine Ergänzung zu den herkömmlichen Behandlungsverfahren, weil sie den Körper von innen heraus stärken und so eine Heilung anstoßen soll.

Das am weitesten verbreitete Heilverfahren ist die Akupunktur. Mit Hilfe von feinen Einwegnadeln werden bestimmte Punkte am Körper über die Haut angeregt, um das Qi wieder fließen zu lassen. Die mechanische Reizung dieser Punkte soll dabei den Qi-Fluss anregen und so Heilung herbeiführen.

Die chinesische Arzneimitteltherapie besteht im Verabreichen von Heilpflanzen, Mineralien und tierischen Bestandteilen. Diese werden gemischt und individuell auf den zu behandelnden Menschen abgestimmt, z. B. als Tee oder ein Arzneisud aus Pflanzenbestandteilen wie Blättern, Blüten, Wurzeln, Rinden und Stängeln. Für die Zubereitung und Einnahme gibt es genaue Anwendungsvorschriften.

Beim Taiji und Qigong handelt es sich um Bewegungslehren, die der TCM zugerechnet werden; das Taijiquan ist allerdings ursprünglich eine Kampfkunst und wird bis heute auch außerhalb der TCM geübt. Verschiedene Bewegungsabläufe werden mit Atem- und Koordinationsübungen kombiniert und sollen ebenfalls das Qi wieder zum Fließen bringen sowie Blockaden, Stauungen und Verspannungen lösen. Dadurch sollen die Organe und das Nervensystem gestärkt werden und damit die Lebenskraft.

Die manuelle Therapie (Tuina) arbeitet mit verschiedenen Massage- und Grifftechniken, Greifen, Kneten und Streichen und versucht auf diesem Wege die Energieblockaden im Körper zu lösen und die Blutzirkulation zu verbessern.

Akupunktur
Die Akupunktur gehört der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) an. Sie geht von der Lebensenergie (Qi) des Körpers aus, die auf sogenannten Meridianen fließt und einen regulierenden Einfluss auf alle Körperfunktionen hat. Klicken, um zu vergrößern.

Die Ernährungslehre der TCM soll den Körper vorbeugend stärken. Die TCM geht davon aus, dass Nahrungsmittel eine energetische Wirkung haben und bestimmte vegetative Prozesse auslösen können. Die Lebensmittel werden eingeteilt in heiß, warm, neutral, kühl und kalt. Chili z. B. gilt als heiß, Joghurt und andere Milchprodukte als kalt oder kühl. Zu viele Milchprodukte sollen den Körper zu stark kühlen und Verschleimungsprozesse auslösen. Auch die Art der Zubereitung spielt eine Rolle. Essen sollte jahreszeitgemäß und in Ruhe genossen werden.

Behandlungen & Therapien

In der traditionellen chinesischen Medizin werden auch die menschlichen Organe in Yin und Yang unterteilt. Jedes Yin-Organ hat einen Yang-Partner. Eine zu starke oder zu schwache Aktivität des einen Organs hat direkten Einfluss auf dessen Partner-Organ. Grundprinzip aller traditionell chinesischen Medizinformen ist es, das Qi wieder ins natürliche Gleichgewicht zu bringen. Die Lehre der TCM geht davon aus, dass den Körper sogenannte Energiekanäle durchziehen. Diese werden auch Leitbahnen oder Meridiane genannt und stehen im Fokus der Behandlung. Davon zu unterscheiden sind die Funktionskreise, unter denen die TCM die den Organen zugeordneten Regelsysteme versteht.

Die Behandlungsmethoden der traditionellen chinesischen Medizin beruhen auf dem Prinzip der fünf Säulen. Diese bestehen aus der Therapie mittels Akupunktur, der Ernährungslehre, der Heilkräutertherapie, Massagen und verschiedenen Bewegungslehren, allen voran Qigong. Die Praktiken des Fünf-Säulen-Prinzips sollen dabei helfen, das Gleichgewicht zurückzugewinnen. Die beiden wichtigsten Verfahren bilden Akupunktur und Arzneimitteltherapie.

Traditionelle Chinesische Medizin
Die traditionelle chinesische Medizin (abgekürzt: TCM) gehört zu den ältesten Heilkunden der Welt. Ihren Ursprung nahm sie vor über 2000 Jahren im ostasiatischen Raum.

Bei ersterer sollen durch ein Einstechen mit dünnen Nadeln in die an den Meridianen befindlichen Akupunkturpunkte Blockaden des Qi-Flusses gelöst werden. Dieselbe Wirkung sollen auch das Erwärmen jener Punkte (Moxibustion) sowie deren Massage (Akupressur) haben. Eine Akupunktursitzung dauert etwa 30 Minuten. Der Patient liegt dabei entspannt auf einer Liege. Vor dem Einstich werden die jeweiligen Punkte erwärmt und massiert. Ziel ist es, mit so wenigen Einstichen wie möglich, Blockaden des Qi zu lösen und dem Patienten Linderung seiner Beschwerden zu ermöglichen.

Der Wirkmechanismus der Akupunktur ist bislang nicht geklärt. In kontrollierten Studien, darunter die großen deutschen GERAC-Studien, schnitt sie bei chronischen Rücken- und Knieschmerzen zwar besser ab als die leitliniengerechte Standardbehandlung, unterschied sich aber kaum von einer Scheinakupunktur an Stellen außerhalb der überlieferten Akupunkturpunkte – was gegen die Bedeutung der überlieferten Punktauswahl spricht. Zu den Haupteinsatzgebieten von Akupunktur zählen Schlafstörungen, Muskelbeschwerden, neurologische Erkrankungen, Störungen im Magen-Darm-Bereich sowie geburtsvorbereitende Akupunktur bei Schwangeren.

Die Arzneitherapie zählt im Gegensatz zur Akupunktur zu den inneren Therapieverfahren. In der TCM kommen hierbei besonders natürliche Arzneimittel zum Einsatz - davon 90% pflanzlichen Ursprungs. Die Krankheitsdiagnose erfolgt meist nach einem ausführlichen Gespräch sowie einer typisch chinesischen Puls- und Zungendiagnose.

Die Pulsdiagnose ist dabei aufwendiger, als der Name vermuten lässt. Der Behandler tastet an jedem Handgelenk drei nebeneinanderliegende Stellen, und jede davon mit unterschiedlich starkem Druck; jede der so entstehenden Tastpositionen wird einem Funktionskreis zugeordnet. Beurteilt werden nicht nur Frequenz und Regelmäßigkeit, sondern auch Eigenschaften, welche die Überlieferung mit Bildern beschreibt: Ein Puls kann als saitenförmig, schlüpfrig, rau, tief oder oberflächlich gelten. Bei der Zungendiagnose achtet der Behandler auf Farbe, Form, Feuchtigkeit und Risse des Zungenkörpers und vor allem auf den Belag, dessen Dicke, Farbe und Verteilung gedeutet werden; die Zunge wird dabei in Bereiche eingeteilt, die wiederum den Funktionskreisen zugeordnet sind.

Beide Verfahren verlangen viel Übung und werden allein vom Behandler beurteilt, ohne dass ein Messwert entsteht. Allgemein anerkannte, unabhängig überprüfbare Kriterien, an denen sich ein Befund nachvollziehen ließe, gibt es nicht; entsprechend kann derselbe Puls von zwei Behandlern verschieden gedeutet werden. Wer eine TCM-Behandlung erwägt, sollte dies wissen und die Aussagekraft eines solchen Befundes nicht mit der einer Laboruntersuchung gleichsetzen.

Auch Hautton und -beschaffenheit, der Klang der Stimme, sowie die komplette körperliche Erscheinung des Patienten werden in die Diagnose einbezogen. Die chinesische Arzneimitteltherapie arbeitet stark mit Geschmacksrichtungen. Jede der verwendeten Arzneien kann einer Geschmacksrichtung zugeordnet werden und jede Geschmacksrichtung hat ihre eigene Wirkung auf den Körper. Salziges etwa soll erweichen, Scharfes ankurbeln und öffnen.

Chinesische Arzneimittel werden meist in Form von Tees oder Abkochungen verabreicht. Mittlerweile gibt es aber auch Fertigmischungen oder Kapseln. Sie werden meist in Kombination von bis zu sechzehn Einzelarzneien verordnet. Die Anwendungsgebiete sind sehr weitreichend, am häufigsten werden Atemwegserkrankungen, grippale Infekte, Magen-Darm-Beschwerden, Hautkrankheiten und Allergien mit chinesischen Arzneimitteln behandelt.

Neben den fünf Säulen kennt die chinesische Überlieferung weitere äußere Anwendungen. Beim Schröpfen werden erwärmte Gläser auf die Haut gesetzt, in denen beim Abkühlen ein Unterdruck entsteht; er zieht die Haut in das Glas hinein und hinterlässt für einige Tage runde, dunkle Flecken, die keine Verletzung darstellen, aber regelmäßig für eine solche gehalten werden. Beim Gua Sha wird die eingeölte Haut mit der Kante eines stumpfen Schabers ausgestrichen, bis sich eine deutliche Rötung zeigt. Beiden Verfahren wird zugeschrieben, Stauungen zu lösen und den Fluss des Qi wiederherzustellen; ein Wirknachweis im Sinne der westlichen Medizin liegt für sie nicht vor. Wer sie anwendet, sollte den Unterschied zwischen den erwarteten Hautveränderungen und einer tatsächlichen Verletzung kennen.


Diagnose & Untersuchungsmethoden

Aus wissenschaftlicher Sicht konnten viele Wirkungsweisen der traditionellen chinesischen Medizin bis heute nicht nachgewiesen werden, weswegen sie in der westlichen Welt als Alternativmedizin teils nicht ernst genommen wird. Der Belegstand ist dabei je nach Verfahren sehr verschieden: Am besten untersucht ist die Akupunktur, während für andere Verfahren kaum aussagekräftige Studien vorliegen. Positive Erfahrungsberichte einzelner Patienten belegen für sich genommen keine Wirksamkeit. Wie bei schulmedizinischen Medikamenten können auch in der chinesischen Arzneimittelbehandlung bei unsachgemäßer Anwendung Beschwerden auftreten.

Das Risiko solcher Vergiftungen lässt sich verringern, wenn die Arzneien über Apotheken bezogen und dort auf Reinheit geprüft werden. Bekannt geworden sind vor allem Vergiftungen durch aristolochiasäurehaltige Pflanzen aus der Familie der Osterluzeigewächse, die zu bleibendem Nierenversagen und zu Krebs der Harnwege führen können; Arzneimittel mit Aristolochiasäure sind in Deutschland verboten. Auch Verunreinigungen mit Schwermetallen oder nicht deklarierten Arzneistoffen wurden wiederholt nachgewiesen. Ein großer Kritikpunkt an der TCM besteht in ihrer Verwendung einer großen Anzahl an tierischen Bestandteilen von geschützten und gefährdeten Tierarten. Unter meist tierquälerischen Zuständen werden etwa Bären für die Herstellung von Bärengalle gehalten.

Auch Tiger, Schneeleoparden, Nashörner, Saiga-Antilopen, Sägerochen, Haie und diverse Schildkrötenarten werden nach wie vor für die traditionelle chinesische Medizin missbraucht und getötet. Deutsche TCM-Verbände sprechen sich einheitlich gegen die Verwendung gefährdeter Tier- und Pflanzenarten für die Arzneimittelherstellung aus.

Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Verfahren der TCM gelten überwiegend als nebenwirkungsarm, risikofrei sind sie jedoch nicht. Bei der Akupunktur kommt es gelegentlich zu kleinen Blutergüssen und Schmerzen an der Einstichstelle; selten sind Infektionen, und bei Nadelung im Brustbereich ist ein Pneumothorax möglich. Chinesische Arzneimittel können Leberschäden verursachen und sich mit anderen Medikamenten wechselseitig beeinflussen, weshalb der behandelnde Arzt von ihrer Einnahme wissen sollte. Kommt es vorübergehend zu Beschwerden, werden diese häufig als sogenannte Erstverschlimmerung gedeutet, die anzeigen soll, dass im Körper etwas in Gang gesetzt wird; ein Nachweis für diese Deutung fehlt. Befürworter sehen den Wert der TCM gerade darin, dass sie den ganzen Menschen in den Blick nimmt und nicht nur Symptome behandelt. Ernsthafte Beschwerden gehören dennoch ärztlich abgeklärt, damit eine notwendige Behandlung nicht verzögert wird.

Quellen

  • Focks, C. (Hrsg.): Leitfaden chinesische Medizin.
    ISBN: 9783437550584
  • Focks, C., März, U.: Leitfaden Akupunktur.
    ISBN: 9783437060144
  • Focks, C., März, U., Hosbach, I. (Hrsg.): Atlas Akupunktur.
    ISBN: 9783437183584
  • Hecker, H.-U., Steveling, A., Peuker, E. T. (Hrsg.): Praxis-Lehrbuch Akupunktur.
    ISBN: 9783132400245
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg.): Lehrbuch Naturheilverfahren.
    ISBN: 9783830453338

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