Massage

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Massage ist eine im Osten Afrikas und im chinesischen und indischen Bereich entwickelte Technik von Handgriffen, die positiven Einfluss auf die Muskulatur des Körpers nimmt. Der Ursprung der Massage geht bis ins 3. Jahrtausend v. Chr. zurück. Das deutsche Wort Massage hat seine etymologische Wurzel aus unterschiedlichen Sprachen, u. a. Griechisch „massein“ übersetzt kneten und Französisch „masser“ übersetzt massieren. Eine Massage sind Handgriffe wie z. B. Drücken und Dehnen an gewissen Muskelpartien, die die Durchblutung fördern, um ein Wohlbefinden zu erzeugen. Mittlerweile haben sich im medizinischen Bereich weitere Einsatzbereiche ergeben.

Inhaltsverzeichnis

Funktionen, Wirkung & Ziele

Der Nutzen einer Massage liegt in: der Förderung der Durchblutung, der Entspannung der Muskulatur, in der Schmerzlinderung und in der psychischen Entspannung.

Hauptfunktion der Massage ist es durch mechanische Stimulation die Durchblutung in der angesprochenen Körperpartie zu steigern. Diese gesteigerte Durchblutung bei einer Massage hat vielfältige Wirkungen. Eine im Sport eingesetzte Massage hat das Ziel durch die höhere Durchblutung Einfluss auf die Entspannung in der Muskulatur zu nehmen.

Sowohl vor, als auch nach einer starken Beanspruchung kann mit einer Massage das Verletzungsrisiko gesenkt und die nachfolgende Regeneration gefördert werden. Auch auf Narben und Wundheilungen hat eine Massage einen positiven Einfluss.

Narben verkleben nicht so schnell und bleiben geschmeidiger und bei wundem Gewebe wird durch die bessere Durchblutung eine schnellere Heilung gefördert.

Es hat sich herausgestellt, dass Massagen durch eine positive Reizung von Nervenpartien, die Stimulation an innere Organe weiterleitet und deren Zustand verbessert. Doch für eine Massage gibt es nicht nur physische, sondern auch psychische Effekte die erzielt werden können. Stressreduzierung und mentale Entspannung sind nachgewiesene Wirkungen der Massage.

Formen & Typen

Durch die vielen Einsatz- und Kulturbereiche der Massage haben sich in den Jahrtausenden unendlich viele verschiedene Formen der Massage gebildet. Grob können diese Formen der Massage in zwei Oberkategorien eingeteilt werden. Die direkte Massage, bei der der betroffene Bereich wie z. B. ein schmerzender Muskel behandelt wird und die reflektorische Massage, bei der äußere Körperstellen repräsentativ für innere Organe massiert werden.

Die bekanntesten Vertreter der zweiten Variante sind Akupressur und die Massage der Reflexzonen an Fuß und Hand. Die schwedische oder auch klassische Massage, die Thai-Massage, die Ayurveda Massage und die Lymphdrainage sind die geläufigsten Vertreter der direkten Massage.


Massage in der Therapie & Behandlung

Im medizinischen Bereich werden sowohl die klassische Massage als auch die Lymphdrainage als häufigste Therapieform eingesetzt. Etwas umstrittener und eher in den homöopathischen Bereich eingegliedert, ist die reflektorische Massage. Verspannungen in den Muskeln und Probleme mit Gelenken oder der Wirbelsäule können mit speziellen Massagetechniken verbessert werden.

Die unterschiedlichen Handgriffe der Massage zielen auf unterschiedliche Ebenen des Körpers. Streichungen regen eher die Durchblutung in den oberen Hautschichten an, Kneten die Muskulatur und bei der vibrierenden Technik werden auch tiefere Regionen stimuliert. Die Lymphdrainage wird vor allen Dingen bei Stauungen im Gewebe eingesetzt. Nach operativen Eingriffen können besonders die Extremitäten von Ödemen und Schwellungen betroffen sein. Aber auch Schwellungen, die durch orthopädische Verletzungen hervorgerufen sind, können mit der Lymphdrainage behandelt werden.

Statt die Durchblutung anzuregen, fördert die Lymphdrainage den Fluss in den Lymphgefäßen und sorgt für Linderung. Die therapeutischen Einsatzgebiete von der reflektorischen Massage sind fast unbegrenzt. Von Schmerztherapie, über Schlafstörungen, bis zu Funktionsstörungen einzelner Organe kann diese Art der Massage eine unterstützende Wirkung haben.

Einsatz & Indikation

Massagen werden in einer Vielzahl von Kontexten durchgeführt, von therapeutischen Behandlungen bis hin zur Entspannung und Stressbewältigung. Die Notwendigkeit oder der Wunsch nach einer Massage kann aus verschiedenen Gründen entstehen:

  • Muskelverspannungen und Schmerzlinderung: Eine der häufigsten Gründe für Massagen ist die Linderung von Schmerzen und Verspannungen in Muskeln. Dies kann durch sitzende Lebensweise, repetitive Bewegungen bei der Arbeit oder intensives Training verursacht werden. Massagen helfen, die Muskeln zu entspannen, fördern die Durchblutung und erleichtern die Erholung.
  • Stressabbau: Massagen sind bekannt für ihre Fähigkeit, Stress und Angst zu reduzieren. Die beruhigende Wirkung einer Massage kann das Niveau von Stresshormonen im Körper senken und gleichzeitig das Gefühl des Wohlbefindens durch die Freisetzung von Endorphinen fördern.
  • Verbesserung der Beweglichkeit: Massagen können die Flexibilität und den Bewegungsumfang verbessern, indem sie steife Gelenke lockern und die Elastizität der Muskeln und des Bindegewebes fördern.
  • Unterstützung bei medizinischen Bedingungen: In einigen Fällen können Massagen als Teil eines umfassenden Behandlungsplans für bestimmte medizinische Bedingungen eingesetzt werden, wie z.B. Fibromyalgie, chronische Müdigkeit, Depressionen und bestimmte Arten von Rückenschmerzen.
  • Förderung der allgemeinen Gesundheit: Regelmäßige Massagen können das Immunsystem stärken, die Schlafqualität verbessern und die allgemeine Lebensqualität erhöhen.

Die Entscheidung für eine Massage sollte auf individuellen Bedürfnissen und Zuständen basieren. In manchen Fällen, insbesondere bei bestimmten Gesundheitszuständen, ist es ratsam, vorher ärztlichen Rat einzuholen, um sicherzustellen, dass eine Massage die geeignete Behandlungsform ist.

Vorteile & Nutzen

Eine Massage bietet eine Vielzahl von Vorteilen, die sie von anderen Behandlungs- und Untersuchungsmethoden abhebt. Zunächst einmal ist die Massage eine äußerst effektive Methode zur Linderung von Schmerzen und Verspannungen. Durch gezielte Techniken können Muskeln entspannt, Verhärtungen gelöst und die Durchblutung gefördert werden. Dies trägt nicht nur zur Schmerzlinderung bei, sondern unterstützt auch die schnelle Regeneration des Gewebes.

Ein weiterer Vorteil ist die ganzheitliche Wirkung auf den Körper und den Geist. Massagen reduzieren Stress und fördern die Ausschüttung von Endorphinen, den natürlichen Wohlfühlhormonen des Körpers. Dies führt zu einer verbesserten psychischen Verfassung und kann sogar bei der Behandlung von Depressionen und Angstzuständen unterstützend wirken.

Im Gegensatz zu medikamentösen Behandlungen, die oft mit Nebenwirkungen verbunden sind, bietet die Massage eine natürliche Alternative ohne chemische Eingriffe in den Körper. Sie ist somit eine schonende Methode zur Förderung des Wohlbefindens und zur Stärkung des Immunsystems.

Außerdem ist die Massage extrem anpassungsfähig und kann auf die individuellen Bedürfnisse und Beschwerden des Einzelnen zugeschnitten werden. Ob zur Entspannung, zur Behandlung spezifischer Leiden oder als präventive Maßnahme – die Vielseitigkeit der Massage macht sie zu einer wertvollen Ergänzung im Gesundheits- und Wellnessbereich.

Durchführung & Ablauf

Eine Massage beginnt in der Regel mit einem kurzen Vorgespräch, in dem der Therapeut über bestehende Beschwerden, Gesundheitszustand und individuelle Bedürfnisse des Klienten informiert wird. Dieses Gespräch dient dazu, die Massage optimal auf den Klienten abzustimmen und etwaige Kontraindikationen auszuschließen.

Nach dem Vorgespräch bereitet sich der Klient auf die Massage vor, indem er sich bis auf die Unterwäsche entkleidet und auf der Massageliege Platz nimmt. Der Bereich des Körpers, der nicht massiert wird, wird üblicherweise mit Tüchern abgedeckt, um die Privatsphäre zu wahren und den Klienten warm zu halten.

Der Therapeut beginnt die Massage mit sanften Berührungen und Streichbewegungen, um die Muskeln zu erwärmen und den Klienten zu entspannen. Anschließend folgen spezifischere Techniken wie Kneten, Reiben und Klopfen, die gezielt auf Verspannungen und Verhärtungen im Muskelgewebe abzielen. Der Druck und die Intensität der Massagebewegungen werden individuell angepasst, um den größtmöglichen Nutzen zu erzielen und gleichzeitig ein angenehmes Erlebnis zu gewährleisten.

Während der gesamten Massage ist es wichtig, dass der Klient Feedback gibt, insbesondere bezüglich des Drucks und eventueller Unbehaglichkeiten. Nach der Behandlung ist es ratsam, viel Wasser zu trinken, um die durch die Massage angeregte Freisetzung von Toxinen aus dem Körper zu unterstützen.

Abschließend kann der Therapeut Empfehlungen für Übungen oder weitere Sitzungen geben, um den positiven Effekt der Massage zu verstärken und langfristig zur Gesundheit und zum Wohlbefinden des Klienten beizutragen.

Alternativen

Es gibt mehrere alternative Verfahren zur Massage, die in Betracht gezogen werden können, insbesondere wenn eine herkömmliche Massage nicht möglich ist oder nicht die gewünschten Ergebnisse liefert. Hier sind einige dieser Alternativen:

  • Akupunktur und Akupressur: Diese traditionellen chinesischen Techniken zielen darauf ab, den Energiefluss im Körper zu regulieren und Beschwerden zu lindern, indem spezifische Punkte stimuliert werden. Akupunktur verwendet feine Nadeln, während Akupressur durch Druck auf diese Punkte erfolgt.
  • Reflexzonenmassage: Diese Technik konzentriert sich auf bestimmte Reflexzonen an den Händen, Füßen oder Ohren, die mit verschiedenen Organen und Körperteilen verbunden sind. Durch die Stimulation dieser Zonen können verschiedene Beschwerden gelindert werden.
  • Faszientherapie: Faszien sind das Bindegewebe, das Muskeln und Organe umgibt. Diese Therapie zielt darauf ab, Spannungen und Verklebungen in den Faszien zu lösen, um Beweglichkeit und Komfort wiederherzustellen.
  • Triggerpunkttherapie: Diese Methode konzentriert sich auf die Behandlung von Schmerzpunkten im Muskelgewebe, die als Triggerpunkte bekannt sind. Durch Druck und Dehnung werden diese Punkte gelockert, um Schmerzen zu lindern und die Beweglichkeit zu verbessern.
  • Lymphdrainage: Diese sanfte Technik zielt darauf ab, den Abfluss von Lymphflüssigkeit zu fördern, um Schwellungen zu reduzieren und das Immunsystem zu unterstützen. Sie kann bei verschiedenen Erkrankungen wie Lymphödem oder nach Operationen eingesetzt werden.
  • Kinesiologie-Taping: Durch das Anbringen von elastischen Bändern auf die Haut werden bestimmte Muskelgruppen unterstützt und die Durchblutung gefördert. Dies kann Schmerzen reduzieren und die Beweglichkeit verbessern.
  • Aromatherapie: Die Verwendung von ätherischen Ölen zur Entspannung und zur Linderung von Beschwerden kann eine alternative oder ergänzende Therapie sein. Die Öle können durch Inhalation oder auf die Haut aufgetragen werden.

Bei der Auswahl einer alternativen Therapie ist es wichtig, die individuellen Bedürfnisse und Einschränkungen des Patienten zu berücksichtigen sowie mit einem qualifizierten Fachmann zusammenzuarbeiten, um die geeignetste Option zu finden.

Quellen

  • Federspiel, F., Herbst, V.: Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005
  • Kaptchuk, T. J.: Das große Buch der chinesischen Medizin. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main, 2006
  • Kraft, K., Stange, R. (Hrsg): Lehrbuch Naturheilverfahren. Hippokrates, Stuttgart 2010

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