Zervikale intraepitheliale Neoplasie

Letzte Aktualisierung am 4. Oktober 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Die zervikale intraepitheliale Neoplasie, kurz CIN, bezeichnet charakteristische Veränderungen von Gewebezellen am Gebärmutterhals. Sie gelten als Vorstufe (Präkanzerose) des Gebärmutterhalskrebses (Zervixkarzinom).

Inhaltsverzeichnis

Was ist zervikale intraepitheliale Neoplasie

Bei der zervikalen intraepithelialen Neoplasie verändern sich die Gewebezellen am Gebärmutterhals. Diese Veränderung gilt als häufigster Auslöser für Gebärmutterhalskrebs. Ca. 80 % der Bevölkerung sind von einer Infektion mit HPV betroffen. Die zervikale intraepitheliale Neoplasie tritt häufig vor der Menopause auf, sodass vor allem jüngere Frauen einem erhöhten Risiko unterliegen. Die CIN wird in 3 Stadien eingeteilt.

CIN 1: leichte Dysplasie

Hierbei kommt es zu ersten Veränderungen der Zellen. Vorerst erfolgt in diesem Stadium eine Beobachtung. Kommt es in den nächsten Monaten zu keiner Rückbildung, folgt eine Entfernung des Gewebes. Etwa die Hälfte der CIN 1 Läsionen bilden sich von allein zurück und sind nicht therapiebedürftig.

CIN 2: mittelschwere Dysplasie

Die Behandlung erfolgt in der Regel bereits nach kurzer Beobachtungszeit.

CIN 3: schwere Dysplasie

In diesem Stadium ist die zervikale intraepitheliale Neoplasie bereits weit fortgeschritten und bedarf umgehender Behandlung. Hierbei ist fast das gesamte Gewebe betroffen.

Eine andere Möglichkeit der Einteilung ist die Pap-Klassifikation. Es gibt 5 Stadien, die sich, wie auch bei der CIN- Einteilung, nach den Merkmalen der Zellen richtet bzw. dem Schweregrad der Infektion.

Ursachen

Die Ursache einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie liegt in der Infektion mit humanen Papillomaviren, kurz HPV. Betroffen sind vor allem Frauen im Alter zwischen 24 und 30 Jahren. Bei einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie des 3. Grades, ist die Gefahr an Gebärmutterhalskrebs zu erkranken am Höchsten.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Bei einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie treten in der Regel keine Symptome auf. Die Krebsvorstufe kann nur im Rahmen einer regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung diagnostiziert werden. Erst wenn sich ein Gebärmutterhalskrebs entwickelt hat, werden in einem späten Stadium blutig-schleimige Ausflüsse beobachtet. Das größte Risiko für eine zervikale intraepitheliale Neoplasie besteht für Frauen im Alter von 30 Jahren.

Fünfzehn Jahre später tritt dann der Altersgipfel für das Zervixkarzinom ein. Nicht jede zervikale intraepitheliale Neoplasie führt jedoch zu Gebärmutterhalskrebs. In ca. 80 Prozent der Fälle bilden sich die Veränderungen im Anfangsstadium von allein wieder zurück. Insgesamt kann die Präkanzerose in drei Stadien eingeteilt werden (CIN I-III).

Das Stadium CIN I ist durch milde Veränderungen des Plattenepithels gekennzeichnet. Dabei hellt das Zellplasma um den Zellkern herum auf. Der Zellkern lässt sich stärker anfärben. Des Weiteren verändern die Zellkerne ihre Form. Sie erscheinen nicht mehr rund. Im Stadium CIN II kommen bereits schwerwiegende Gewebeveränderungen vor, die fast alle Epithelschichten betreffen. Verstärkte Zellteilungen finden teilweise auch außerhalb des Plattenepithels statt.

Die einzelnen Zellen unterscheiden sich in Form und Größe. Außerdem werden leichte Zellkernanomalien beobachtet. Allerdings besteht immer noch eine Differenzierung der Zellschichten. Im dritten Stadium der zervikalen intraepithelialen Neoplasie sind die unterschiedlichen Zellgrößen noch ausgeprägter. Es handelt sich bereits um ein Karzinom, welches jedoch noch auf einen Gewebeabschnitt begrenzt ist.

Diagnose & Verlauf

Bei der zervikalen intraepithelialen Neoplasie zeigen sich keine Symptome. Aus diesem Grund sind regelmäßige gynäkologische Untersuchungen und Krebsabstriche unerlässlich. Sie sollten einmal jährlich durchgeführt werden.

Bei der Untersuchung wird, mittels Untersuchungsmikroskop (Kolposkop), der Muttermund eingehend betrachtet. Durch eine verdünnte Essigsäure- oder Jodlösung zeigen sich auf den erkrankten Hautaralen charakteristische Veränderungen.

Mitunter ist eine zervikale intraepitheliale Neoplasie auch tastbar. Besteht der Verdacht einer CIN, so wird aus dem betroffenen Areal eine kleine Gewebeprobe entnommen. Dieser Eingriff kann ambulant durchgeführt werden.

Komplikationen

Bei der zervikalen intraepithelialen Neoplasie besteht das größte Risiko darin, einen Gebärmutterkrebs zu entwickeln. Nicht jede zervikale intraepitheliale Neoplasie führt jedoch zum Krebs. Anhand des vorliegenden Schweregrades der Erkrankung kann aber abgeschätzt werden, wie hoch die Wahrscheinlichkeit für diese Komplikation ist.

Bei Schweregrad I und II ist eine Spontanheilung der Präkanzerose möglich. Bedingt durch verschiedene Faktoren besteht jedoch die Gefahr, dass auch eine Neoplasie der Schweregrade I und II fortschreitet und den Schweregrad III entwickelt. In diesem Stadium besteht nur noch in zehn Prozent der Fälle die Chance für eine vollständige Rückbildung. Während bei Schweregrad I und teilweise auch II nur beobachtet wird, muss bei Schweregrad III das veränderte Gewebe durch Operation entfernt oder durch Laserkoagulation zerstört werden.

Denn in diesem Stadium besteht ein großes Risiko für die Ausbildung eines Zervixkarzinoms (Gebärmutterkrebs). Der Verlauf einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie ist nicht vorauszusehen. Äußere Faktoren wie Immunsuppression (Schwächung des Immunsystems) oder Rauchen sowie innere Faktoren wie genetische Veranlagung fördern das Voranschreiten der Krankheit bis zur Ausbildung von Gebärmutterkrebs.

Allerdings wurde auch festgestellt, dass für Frauen, die bereits erfolgreich von der zervikalen intraepithelialen Neoplasie geheilt wurden, immer noch ein höheres Risiko besteht, später an einem Zervixkarzinom zu erkranken. Die Ursache dafür ist noch nicht bekannt. Aber es wird vermutet, dass bei den angewandten Operationsmethoden möglicherweise nicht immer alle Neoplasien erfasst werden.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung richtet sich vor allem nach dem Schweregrad, dem Alter der Patientin sowie der Lokalisation der zervikalen intraepithelialen Neoplasie.

Nicht selten kommt es zu einer Spontanheilung. Bei vereinzelten veränderten Zellen reicht mitunter eine lokale antientzündliche Therapie. Ist die zervikale intraepitheliale Neoplasie bereits fortgeschritten, ist eine Entfernung des Gewebes unumgänglich. Vor allem die Laser-Ablation ist eine gängige Methode. Hierbei werden durch einen Laserstrahl die oberflächlichen Schichten des Gewebes verdampft. Nicht selten kommt es bei dieser Behandlung jedoch zu Rezidiven.

Bei kleineren Läsionen empfiehlt sich die Kryotherapie. Bei dieser wird das betroffene Hautareal durch Kühlsonden mit einer Temperatur von ca. minus 90 Grad behandelt und zerstört. Eher selten wird die Konisation mittels Skalpell oder Elektroschlaufe angewendet. In der Regel erfolgt die Behandlung ambulant.

Wird eine zervikale intraepitheliale Neoplasie während einer Schwangerschaft diagnostiziert, kann die Behandlung erst nach der Geburt beginnen. Unabhängig davon welche Behandlung Anwendung findet, sind regelmäßige Nachuntersuchungen unerlässlich.

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Vorbeugung

Einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie ist nur bedingt vorzubeugen. Häufig wechselnde Sexualpartner, erhöhen das Risiko einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie. In erster Linie gilt es eine Infektion mit HPV Viren zu vermeiden.

Anzuraten ist die Verwendung von Kondomen beim Geschlechtsverkehr. Diese können jedoch keinen 100 prozentigen Schutz bieten, da HPV auch durch intimen Kontakt (Petting) bzw. Berührung der Genitalien übertragen werden kann. Seit einigen Jahren existiert eine Impfung gegen HPV. Diese ist jedoch aufgrund ihrer, mitunter schweren Nebenwirkungen, äußerst umstritten.

Die Impfstoffe richten sich zudem nicht gegen sämtliche Stämme des Virus, sondern vor allem gegen die Hauptauslöser, den Hochrisikovirenstämmen HPV 16 und HPV 18. Um das Risiko einer zervikalen intraepithelialen Neoplasie zu minimieren, sollte auf eine gesunde Lebensweise ohne Alkohol und Nikotin, sowie eine jährliche, eingehende Untersuchung durch den Gynäkologen, geachtet werden.

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Goerke, K., Steller, J., Valet, A.: Klinikleitfaden Gynäkologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Preiß, J. et al.(Hrsg.): Taschenbuch Onkologie. Zuckschwerdt, München 2014


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