Kryotherapie

Bei der Kryotherapie oder Kältetherapie handelt es sich um ein Verfahren, bei dem extremniedrige Temperaturen eingesetzt werden, um einen positiven Effekt auf den Körper zu erzielen. Dies reicht von Schmerzlinderung für Entzündungen in den Gelenken über Eisbeutel für Schwellungen bis hin zur Vereisung von Pigmentflecken, Warzen oder Tumoren.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Kryotherapie?

Folglich ist Kryotherapie zunächst lediglich ein Sammelbegriff für eine Vielzahl an Therapien für unterschiedliche Beschwerden.

Jede Behandlung, bei der Temperaturen unter 0°C eingesetzt werden, bezeichnet man als Kryotherapie. Wird mit Kälte gearbeitet, ohne dass die angewandte Temperatur unter 0°C liegt, spricht man von Kältetherapie. Hierzu gehören die als Hausmittel weit verbreiteten Quark- oder Alkoholwickel. Diese niedrigen Temperaturen können auf unterschiedliche Art erreicht werden.

Vereisungen führt man häufig mit einer Kältesonde durch, die auf oder in das zu vereisende Gewebe eingebracht wird. In selteneren Fällen wird ein kältetragendes Medium direkt in das Gewebe injiziert. Auch Anwendungen in der Kältekammer zählen zur Kryotherapie, bei denen Patienten kurzfristig außergewöhnlich niedrigen Temperaturen ausgesetzt werden, um etwa Stoffwechselvorgänge zu beeinflussen.

Schließlich zählt auch der Eisbeutel, mit dem ein geschwollenes Knie gekühlt wird, in den Bereich der Kryotherapie.

Funktion, Wirkung, Anwendung & Ziele

Für die Kryotherapie gibt es vielfältige Anwendungsgebiete. Sehr häufig wird sie von Dermatologen eingesetzt, um unerwünschte Hautpartien zu entfernen. Hierzu gehören Pigmentflecken, Blutschwämmchen, Warzen und Narben genau so wie Haut-Tumoren.

Die betroffene Stelle wird für wenige Sekunden punktgenau vereist, in der Folge zersetzt sich das Gewebe, zerfällt und wird im Heilungsprozess durch gesundes Gewebe ersetzt. Der eigentliche Eingriff dauert häufig nur wenige Minuten, der Heilungsprozess in den meisten Fällen eine bis sechs Wochen. Zurück bleiben höchstens minimale unauffällige Narben. Auch Warzen werden oft auf diese Weise entfernt.

Jede Behandlung, bei der Temperaturen unter 0°C eingesetzt werden, bezeichnet man als Kryotherapie.

Auch im Bereich der Schmerztherapie erfreut sich die Kryotherapie großer Beliebtheit. Kleinere Schwellungen und Entzündungen kann man zuhause mit einem Kühlpack oder einem Eisbeutel selber behandeln. Professionell angewandt bedeutet Kryotherapie im Bereich der Schmerzlinderung beispielsweise, die Hüllen von Nervenfasern im Bereich des Rückens mittels einer Kältesonde zu vereisen, um chronische Rückenschmerzen zu behandeln.

Da sich die Hüllen der Nervenfasern regenerieren, muss eine solche Behandlung in regelmäßigen Abständen, etwa alle sechs bis achtzehn Monate, wiederholt werden. Diese Behandlung findet ebenfalls ambulant statt. Sie gilt als minimal invasives Vorgehen. Anschließend muss keine Schonungsphase eingehalten werden, eine Krankschreibung ist nicht notwendig.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Durch dermatologische Kryotherapie entstandene Wunden heilen für gewöhnlich unkompliziert und ohne Nebenwirkungen ab. Während des Auftauprozesses verspürt man für gewöhnlich ein Kribbeln oder Stechen, das jedoch nur wenige Minuten anhält.

Im Rahmen der Regeneration des abgestorbenen Gewebes kann sich darüber hinaus eine Blase bilden, die mit Gewebsflüssigkeit gefüllt ist, ähnlich einer Brandblase. Die Wunde kann, je nach Größe, mit einem Pflaster oder kleinen Verband abgedeckt und mit antibakterieller Salbe behandelt werden. Gelegentlich kommt es im Bereich der Vereisung zu einer Schwellung, die sich jedoch bald zurückbildet.

Eine Gefahr beim Gebrauch von Kältepacks aus dem Gefrierfach, welches die am häufigsten angewandte Form von Kryotherapie im eigenen Haushalt ist, besteht darin, dass man sich unbemerkt kleinere Erfrierungen zuzieht, wenn man nicht sachgemäß mit dem Kältepack umgeht. Es empfiehlt sich daher, eine dünne Lage Stoff, beispielsweise ein Geschirrtuch, als Barriere zwischen Haut und Kühlpack zu legen.

Vermeiden lässt sich diese Gefahr, wenn man statt eines Kühlpacks einen herkömmlichen Eisbeutel verwendet. Am besten zerkleinert man das Eis in der Küchenmaschine, um den Beutel besser den Konturen des betroffenen Körperteils anpassen zu können.

Umstritten ist der Gebrauch der Ganzkörper-Kryotherapie. Während einige Ärzte hervorragende Ergebnisse etwa bei der Behandlung von Rheumapatienten verzeichnen, erhoffen beispielsweise Leistungssportler sich davon einen erhöhten Testosteronspiegel. Andere Anbieter berufen sich auf eine angeblich aus Japan kommende Tradition. Kurze Aufenthalte in der Kältekammer, so wird behauptet, dienen der Stärkung des Immunsystems und zum Stressabbau. Diese Wirkung ist wissenschaftlich jedoch umstritten.

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Seeber, S.: Therapiekonzepte Onkologie. Springer, Berlin 2007

Von Ärzten geprüft und nach hohen wissenschaftlichen Standards verfasst
Dieser Artikel wurde anhand medizinischer Fachliteratur, aktuellen Forschungsergebnissen und Studien erstellt und von einem Mediziner vor Veröffentlichung geprüft.

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 30. August 2018

Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

luise kommentierte am 02.03.2015

Ich habe mit der Ganzkörper-Kryotherapie nur beste Erfahrungen. Nach zwei Auffahrunfällen von zwei Sattelzügen auf der Autobahn und einem Skiunfall hatte ich immer wiederkehrende starke Schmerzen. Eine Migräne seit der Kindheit, ein Unfall mit einer Leiter und eine Knieverletzung-Athroskopie sind seither nur mehr ein minimaler Bedarf an Schmerztabletten notwendig. Die Beweglichkeit aller Gelenke ist wieder vorhanden, Infektanfälligkeit sozusagen auf null, trotz fehlender Grippe-Impfungen. Seit Beginn der Behandlung vor zwei Jahren, hatte ich keine Grippeerkrankung, keine grippalen Infekte und auch kein Husten und Schnupfen mehr. Die Migräneanfälle sind seltener und stark reduziert.

Maria kommentierte am 02.11.2015

Eine Freundin von mir litt seit mehreren Jahrzehnten wegen einer fortgeschrittenen Spondylarthrose unter unerträglichen Schmerzen. Sie wurde zuletzt mit Morphium behandelt, da die Schmerzen immer unerträglicher wurden. Sie hat im Frühjahr eine Kryotherapie gemacht (alles andere hat sie schon versucht) und ist bis heute, mehr als ein halbes Jahr später, immer noch schmerzfrei.

Andreas kommentierte am 12.10.2016

Ich hatte wirklich starke Schlafprobleme. Habe von meinem Arzt eine Ganzkörphertherapie verschrieben bekommen. Dachte nie im Leben, dass man mit Kälte so einen Effekt erziehlen kann. Nach ungefähr der zehnten Behandlug in der Eissauna, habe ich das erste Mal seit einem Jahr wieder vernünftig durchgeschlafen.

Angelika kommentierte am 13.04.2017

Bei mir wurde vor einer Woche die Kryotherapie an der LWS L4/5 gemacht, weil ich starke Schmerzen an den Beinen habe. Es strahlt vom Rücken aus. Zwei Tage nach der Behandlung bekam ich starke Schmerzen am Rücken (Behandlungsseite), die bis heute anhalten. Wer hat das auch schon mal gemacht? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht?