Cannabinoide: Worin unterscheiden sich THC und CBD

Tetrahydrocannabinol (Kürzel: THC) und Cannabidiol (Kürzel: CBD) sind zwei von vielen Cannabinoiden, die Cannabispflanzen produzieren. Sie sind allerdings die chemischen Verbindungen, über die weltweit am meisten gesprochen wird. Was sie so besonders macht und worin sich CBD und THC unterscheiden, wird nachfolgend erläutert.

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THC versus CBD: das Wichtigste im Überblick

Cannabis-Produkte werden auch heute noch argwöhnisch beäugt – allerdings haben sie einige gesundheitsbereichernde Eigenschaften, bei denen sich ein genauerer Blick lohnt. © yanadjan - Fotolia.com

THC und CBD zählen zu einer Gruppe chemischer Verbindungen, die Cannabispflanzen produzieren. Man bezeichnet sie auch als Cannabinoide. Konsumieren wir diese, können verschiedene Wechselwirkungen auftreten, die Teile unserer Physiologie beeinflussen. Aus diesem Grund sind CBD-Produkte wie beispielsweise CBD-Öle auf Cannabinoidbasis so beliebt.

Die Cannabinoide, die in CBD-Ölen enthalten sind, ähneln den Cannabinoiden des menschlichen Endocannabinoid-Systems (ECS) sehr stark. Aus diesem Grund können sie mit diesen wie in einer Art Symbiose zusammenwirken. Das körpereigene ECS reguliert wichtige Körperprozesse und ist sowohl mit dem Immun- und Nervensystem als auch mit mehreren Gehirnarealen und den wichtigsten Organen eng verknüpft.

CBD-Öl gibt es in verschiedenen Stärken, zum Beispiel mit fünf, zehn, 15 und 20 Prozent CBD-Gehalt. Die Prozentzahl entscheidet allerdings nicht allein über die Wirkung von CBD. Jeder Organismus reagiert auf den Wirkstoff anders. Deshalb muss jeder die optimale Konzentration für sich selbst herausfinden. Für die Anwendung wird das Öl in den Mund getropft. Dort gelangt es über die Mundschleimhaut in die Blutbahn, wo es mit den körpereigenen Cannabinoiden interagiert.

Etwa 113 Cannabinoide sind in der Pflanzenart Cannabis sativa (der echte Hanf) bis heute bekannt. THC und CBD sind in den höchsten Mengen enthalten. Deshalb liegt der Fokus auf diesen beiden Cannabinoiden. Aber auch andere in der Hanfpflanze enthaltene Cannabinoide wirken sich auf den Körper aus. Das Problem: Sie lassen sich schwieriger isolieren und die Forschung weiß bisher zu wenig über ihre möglichen Wirkungen.

Tetrahydrocannabinol: Was ist THC?

CBD ist ein Cannabinoid aus Hanf und ein Hauptwirkstoff von Cannabis. Im Gegensatz zum THC macht CBD aber nicht süchtig. CBD-Öl enthält Vitamine wie B1, B2 und E, Proteine, Eisen, Magnesium, Kupfer, Kalzium, Natrium, Zink und Phosphor, sowie verschiedene Mineralstoffe wie Kalium.

Tetrahydrocannabinol (THC) ist die chemische Verbindung, die am meisten in der Cannabis sativa vorkommt. Seine hohe Konzentration in der Cannabispflanze ist jedoch nicht der Grund, warum THC eine so hohe Bekanntheit erlangt hat. Diese ist vielmehr auf seine psychotrope Wirkung zurückzuführen.

CBD sowie andere Cannabinoide der Hanfpflanze beeinflussen das Wohlbefinden ohne erwähnenswerte Nebenwirkungen. THC interagiert dagegen mit bestimmten Regionen des Gehirns und verursacht das bekannte High-Gefühl. Dieses euphorische Gefühl beeinflusst eine gewisse Zeit lang die Art und Weise, wie ein Mensch fühlt und denkt.

Cannabidiol: Was ist CBD?

Bei CBD handelt es sich um das Cannabinoid, das in Cannabis sativa am zweithäufigsten vorkommt. Die Verbindung weist diverse spezifische Fähigkeiten auf und ist, wie erwähnt, der Hauptbestandteil von CBD-Öl und anderen CBD-Produkten. Anders als THC ist CBD nicht psychotrop. Es soll unser Wohlbefinden positiv beeinflussen, indem es verschiedene biologische Vorgänge unterstützt. Dabei induziert CBD jedoch kein High-Gefühl.

Woher kommen die Verbindungen THC und CBD?

THC und CBD machen also einen wesentlichen Teil der chemischen Zusammensetzung der Pflanzenart Cannabis sativa aus. Die echte Hanfpflanze ist ein robustes und vielfältiges Gewächs, von dem zahlreiche weitere Varianten, Unterarten und Sorten existieren. Die häufigsten Varianten sind Marihuana und Hanf, wobei die unzähligen Sorten leicht unterschiedliche Eigenschaften besitzen. Die chemische Struktur, die sich aus den Cannabinoiden THC und CBD sowie vielen weiteren Cannabinoiden, Flavonoiden und Terpenen zusammensetzt, haben aber alle Arten gemeinsam.

Der Unterschied zwischen Marihuana und Hanf

Medizinisches Cannabis wirkt entspannend, beruhigend und schmerzlindernd. Die Wirkstoffe Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) im medizinischen Cannabis-Präparat sind dafür verantwortlich.
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Marihuana und Hanf unterscheiden sich vor allem in ihrer chemischen Struktur. Während sich die Pflanzen optisch ähneln, werden die Unterschiede unter dem Mikroskop deutlich. Während Hanf vergleichsweise wenig Tetrahydrocannabinol enthält, ist er von Natur aus reich an Cannabidiol. Deshalb gilt er weltweit zumeist als legal, sofern die THC-Konzentration niedrig bleibt. Deshalb ist Hanf einer der Hauptkandidaten für die Herstellung von CBD-Ölen, -Salben, -Kapseln und anderen Produkten.

Marihuana weist hingegen einen hohen Gehalt an Tetrahydrocannabinol auf. Je nach Sorte kann es allerdings auch große Mengen an CBD enthalten. Für die CBD-Branche ist die Pflanze aber aufgrund der rechtlichen Hürden, die mit THC verbunden sind, als Quelle nicht immer nutzbar.

Wie beeinflussen Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol den Körper?

Noch immer arbeiten Forscher und Forscherinnen daran, herauszufinden, wie Cannabinoide im menschlichen Körper genau wirken.

Cannabidiol

Viele Cannabinoide wirken, indem sie spezielle, im Körper verteilte Rezeptoren beeinflussen. Wenn diese ein Cannabinoid ausfindig gemacht haben, interagieren sie mit diesem. Es kommt zu einer biologischen Reaktion. Diese hängt von dem Rezeptor, seiner Position im Körper und dem Cannabinoid ab. Allerdings arbeitet CBD oft auf eine andere Weise.

Konsumiert man CBD-Öl, so wirkt dieses im Hintergrund, um das komplette Rezeptornetzwerk zu kräftigen. Zwar kann Cannabidiol durchaus auch direkt mit den Rezeptoren wirken, es bevorzugt aber einen allgemeinen Ansatz für die Unterstützung des Wohlbefindens. In diesem Zusammenhang soll sich Cannabidiol auf

  • die Immunreaktion

auswirken.

Tetrahydrocannabinol

THC wirkt einfacher. Es knüpft unmittelbar an den Rezeptoren im Gehirn sowie im Verdauungssystem an. Durch diese Interaktion werden die bekannten psychotropen Nebenwirkungen hervorgerufen. Zum Beispiel:

  • veränderter Geisteszustand
  • langsamere Reaktionszeit
  • höherer Appetit

Dies macht deutlich, wie unterschiedlich CBD und THC wirken, obwohl die beiden Verbindungen aus derselben Pflanzenart stammen.

Wie ist die Rechtslage um THC und CBD?

Neben den biologischen Effekten und den chemischen Strukturen gibt es ein weiteres Merkmal, das die chemischen Verbindungen THC und CBD voneinander unterscheidet: der rechtliche Status.

Während CBD weltweit akzeptiert ist, ist dies bei THC nicht der Fall.

Damit CBD-Produkte legal sind, müssen die THC-Werte unter einem bestimmten Schwellenwert liegen. In den Vereinigten Staaten liegt der gesetzliche Wert derzeit bei 0,3 Prozent. In Europa beträgt er normalerweise 0,2 Prozent. Allerdings können die regionalen Vorschriften variieren. Um Probleme zu vermeiden, ist es daher ratsam, die Gesetzgebung in der eigenen Wohnregion zu überprüfen.

Welche Bedeutung hat der Entourageeffekt?

THC und CBD weisen deutliche Unterschiede auf. Trotzdem kann es sinnvoll sein, die beiden Cannabinoide zu kombinieren sowie weitere Cannabinoide in ein Produkt aufzunehmen. Wie Untersuchungen gezeigt haben, verstärken Cannabinoide ihre jeweiligen Wirkungen, wenn sie zusammen vorkommen.

Zwar sind Cannabinoide auch im isolierten Zustand nützlich. Werden THC, CBD und andere Verbindungen aus der Hanfpflanze zusammen verwendet, können länger anhaltende oder vielfältigere Wirkungen erzielt werden. Um den Entourageeffekt zu nutzen, sind Vollspektrum-CBD-Extrakte eine gute Option.

Diese enthalten zum einen eine vielfältige Mischung aus Flavonoiden, Terpenen und Cannabinoiden. Zum anderen liegen die THC-Werte weit unter dem vorgeschriebenen Schwellenwert, sodass diese Produkte keine psychotropen Nebenwirkungen auslösen.

Letzte Aktualisierung am: 17. Januar 2022

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