Das lösen Gewinne in unserem Gehirn aus

Das menschliche Gehirn ist ein überaus komplexes System, welches sich beinahe permanent ändert. Erfahrungen sind für das Gehirn besonders wichtig, denn hierüber werden neue Verknüpfungen geschaffen. Doch all die Eindrücke könnten wir gar nicht verarbeiten, wenn wir nicht den Schlaf hätten. Die Regeneration in den Nachtstunden ist essenziell, denn wenn auf den Schlaf verzichtet wird, könnte es sogar zum Gedächtnisverlust kommen.

Inhaltsverzeichnis

Das Gehirn ist durstig nach glücklichen Momenten

Gehirnzellen bestehen aus Dendriten und Axonen, an deren Ende sich Synapsen bilden können. Die Zahl der Synapsen spielt eine bedeutendere Rolle beim Informationsaustausch, als die Anzahl der Nervenzellen. Klicken, um zu vergrößern.

Wenn uns etwas Spaß macht, dann soll dieser Moment immer wieder neu erlebt werden. Das trifft zum Beispiel bei Achterbahnfahrten ein, aber auch bei Glücksspielgewinnen. Das Gehirn fühlt sich im jeweiligen Kontext sofort wieder an den „glücklichen Moment“ erinnert. Im Falle eines Casino-Spieles wäre dies die eindrucksvolle Musik oder aber auch die interaktive Grafik.

Für gewöhnlich entsteht hieraus sogar eine neue Welt, welche dann betreten werden kann, wenn der Alltag zu stressig wird. Dies ist auch gar nicht verwerflich, denn diese Spiele sorgen immerhin auch für eine gewisse Unterhaltung am Abend. Weiterhin ist es in Ordnung, wenn das monatliche Budget noch nicht gänzlich investiert wurde.

Verstanden werden muss aber auch, dass es durch diese Momente zu einer Änderung im Gehirn kommt. Die Situation und auch die Stimmung werden immer wieder dafür sorgen, dass man sich nach dem Spielen sehnt. Zur Sucht kommen darf es aber nicht, denn weiterhin muss das Spielen als Hobby angesehen werden.

Dopaminrausch durch Gewinne

Verantwortungsvolles Spielen ist wichtig, denn es entsteht durch Gewinne ein Dopaminrausch. Dopamin ist das Glückshormon, hierdurch entstehen demnach Glücksgefühle. Der Neurotransmitter aktiviert zusätzlich noch das Belohnungssystem und dies nach einigen Spielrunden sogar schon dann, wenn ein Gewinn bevorstehen könnte.

Dies ist vergleichbar mit einem normalen Videospiel, welches auf der PlayStation oder Xbox gespielt wird. Bereits der bevorstehende Showdown sorgt für eine Spannung oder für ein wohliges Gefühl. Problematisch wird es erst dann, wenn die eigenen Grenzen überschritten werden.

Die Wirkung von Dopamin im Detail

Die Wirkung entfaltet sich im zentralen Nervensystem, wobei aber das Dopamin als Botenstoff zwischen Gehirn und Nervenzellen dient. Durchaus hat die Wirkung von Dopamin noch einen Einfluss auf andere Körperregionen — so wird es auch in der Medizin verwendet. Wenn es zu einem Nierenversagen kommt, dann wird häufig auch der Neurotransmitter verabreicht, da die Durchblutung in den Nieren angeregt wird.

Fast-Gewinne stimulieren das Gehirn ähnlich

Schematische Darstellung der Funktionsbereiche des menschlichen Gehirns. Klicken, um zu vergrößern.

Darüber hinaus ist es wichtig zu wissen, dass bereits Fast-Gewinne für die Ausschüttung von Glücksgefühlen sorgen. Hierdurch entsteht mit der richtigen Musik außerdem eine ganz neue Atmosphäre. Zu beobachten ist dies vor allem bei Spielbanken, welche mit dem exklusiven Ambiente für eine ganz neue Umgebung sorgen.

Die Glücksgefühle kommen demnach immer früher und dies ist so ähnlich wie beim Konsum von Alkohol. Dabei entsteht ebenfalls das Glückshormon Serotonin und dies sorgt wiederum dafür, dass jedes Wochenende eine neue Feier aufgesucht wird.

All diese Gegebenheiten müssen verstanden werden, denn dies ist ein Teil des verantwortungsbewussten Spielens. Wer über die Kenntnisse verfügt, wird kaum in eine Sucht verfallen, denn das Spielen geschieht somit bewusst.

Senioren profitieren davon

Eine Studie aus den USA hat untersucht, was denn überhaupt der Schlüsselfaktor von Glücksspiel ist — wodurch wird die Ausschüttung von Glückshormonen derartig gesteigert? Offenbar liegt es an der Selbstbestimmung.

In einem Pflegeheim wurden die Senioren mit einem simulierten Glücksspiel konfrontiert. Es wurde festgestellt, dass es zu einem Glücksgefühl gekommen ist, obwohl die Patienten zuvor ein eher stark isoliertes Verhalten hatten. Es gab bereits Symptome einer sozialen Verwahrlosung.

Messbare Ereignisse im Körper

Schematische Darstellung zur Anatomie und Aufbau des Gehirns. Klicken, um zu vergrößern.

Die Universität Hohenheim hat sich mit der Thematik beschäftigt, inwiefern Glücksspiel und persönliches Glück zusammenhängt. Hierfür haben die Forscher das Herz und auch die Haut untersucht. Beide Organe haben deutliche Zeichen gegeben, welche allesamt aber im gesunden Bereich lagen.

So war eine gesunde Beschleunigung der Herzfrequenz messbar, wenn es zu einem Gewinn oder zu einem Fast-Gewinn gekommen ist. Zusätzlich kam es zu gestiegenen Werten hinsichtlich der Hautleitmessung. Somit wurde auch festgehalten, dass es bei einem Fast-Gewinn ebenfalls zu einer Reaktion gekommen ist.

Eine weitere Studie aus Deutschland hat außerdem Spieler mit Magnetresonanztomographie untersucht. Ein Gewinn oder eine entsprechende Gewinnsituation hat bei allen Spielern das Belohnungszentrum des Gehirns aktiviert. Dies auch, obwohl es sich um ein simuliertes Glücksspiel gehandelt hat.

Damit bestätigt sich erneut, dass die Stimmung hierdurch gehoben werden kann, insofern das Spielen als Freizeitaktivität oder als Unterhaltungsprogramm gesehen wird. So ähnlich funktionieren auch die bereits erwähnten Videospiele für die gängigen Konsolen.

Die Stimmung kann auch umschlagen

Wie bei jedem Hobby oder Freizeitaktivität muss aber auch das Budgetmanagement stimmen. Die Stimmung schlägt sonst bei jeder Aktivität schnell in das Negative um. Damit all dies funktioniert sind wichtige Tipps zu berücksichtigen.

Zu einem sollte keinesfalls gespielt werden, um Geld zu verdienen. Weiterhin ist der Verlust eher wahrscheinlich als ein großer Gewinn. Es gibt aber Methoden, um den Spielspaß über eine Weile aufrechtzuerhalten. Dies beginnt bereits bei der Wahl des richtigen Einsatzes, welcher immer in Relation zum Budget stehen sollte.

Außerdem sollte mit dem Geld dann auch abgeschlossen werden, denn das Gehirn möchte keinen Verlust — es hat sogar Angst davor, wie eine Studie von Benedetto De Martino vom britischen University College London zeigt.

Zahlreiche Mythen im Umlauf

Zudem gibt es zahlreiche Mythen über das Gehirn und dessen Entfaltung von Glückshormonen. So wird nachgesagt, dass sich Schokolade gut auf die kognitiven Fähigkeiten auswirkt. Dies stimmt allerdings nicht, denn bei Untersuchungen konnte die Wirkung nicht bestätigt werden. Als Hirn-Dopingmittel fällt Schokolade demnach durch.

Außerdem wird auch gesagt, dass Alkohol sogar Gehirnzellen abtöten kann. Dies stimmt aber nicht, denn selbst bei einem Rausch werden keine Gehirnzellen zerstört. Es werden aber Verbindungen getrennt, wodurch ein Gedächtnisverlust entstehen kann. Ein exzessiver Alkoholkonsum kann ab einem gewissen Zeitpunkt für einen nachhaltigen Schaden sorgen.

Wie eingangs erwähnt, ist das Gehirn aber ein hochkomplexes System, welches die Wissenschaft und Medizin womöglich niemals vollständig untersuchen kann. Immer wieder kommen neue Informationen hierüber ans Licht. Es wird noch einige Jahrzehnte dauern, bis der Mensch das Gehirn womöglich vollständig entschlüsselt hat. Der Milliardär Elon Musk schafft mit Neuralink immerhin schonmal eine passende Schnittstelle zwischen Gehirn und Maschine.

Quellen

  • Lieb, K., Frauenknecht, S., Brunnhuber, S.: Intensivkurs Psychiatrie und Psychotherapie. Urban & Fischer, München 2015
  • Möller, H.-J., Laux, G., Deister, A.: Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2015
  • Möller. H.-J., Laux, G., Deister, A., Braun-Scharm, H., Schulte-Körne, G.: Duale Reihe Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie. Thieme, Stuttgart 2013

Dieser Artikel wurde unter Maßgabe der aktuellen medizinischen Fachliteratur und fundierter wissenschaftlicher Quellen verfasst.
Qualitätssicherung durch: Dr. med. Nonnenmacher
Letzte Aktualisierung am: 3. Juni 2020

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