Geräuschaudiometrie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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In der Geräuschaudiometrie nach Langenbeck wird die Hörschwelle für verschiedene Tonhöhen bei gleichzeitiger Überlagerung des Reintons mit einem Hintergrundrauschen ermittelt.

Der audiometrische Test erlaubt bei einer bereits festgestellten sensorineuralen Schwerhörigkeit Rückschlüsse darauf, wo die Schädigung liegt: in der Sensorik (Sensoren in der Hörschnecke) oder im nachgelagerten neuronalen Bereich. Die Methode wurde von Bernhard Langenbeck bereits 1949 und 1950 entwickelt und vorgestellt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Geräuschaudiometrie?

Geräuschaudiometrie
Der audiometrische Test erlaubt Rückschlüsse darauf, ob die Schädigung in der Sensorik oder im nachgelagerten neuronalen Bereich liegt.

Die Geräuschaudiometrie nach Langenbeck unterscheidet sich von der „normalen“ Tonaudiometrie dadurch, dass zusätzlich zur Ermittlung der Hörschwelle für frequenzabhängige Töne in Form von absoluten oder relativen Schalldruckpegeln die einzelnen Töne mit einem Rauschen gleichbleibender Intensität unterlegt werden.

Der Schalldruckpegel des Rauschens wird so gewählt, dass es im mittleren Frequenzbereich die individuelle Ruhehörschwelle verdeckt, bei hohen und tiefen Tönen aber unterhalb der Hörschwelle für Reintöne liegt. Das Verfahren lässt vor allem Rückschlüsse darauf zu, ob im Falle eines verminderten Hörvermögens die Ursache in einer Schädigung der Sinneszellen in der Hörschnecke (Cochlea) liegt oder in einer Schädigung des nachgelagerten Übertragungsweges (Hörnerv) oder der neuronalen Verarbeitungszentren.

Im Falle einer beeinträchtigten Funktion der Rezeptoren in der Cochlea empfinden die Probanden eine weniger starke Überdeckung der zu hörenden Reintöne als bei einer nachgelagerten nervlich bedingten Schwerhörigkeit. Die Abklärung über eine eventuell vorliegende Schallleitungs- oder Schallempfindungsstörung kann bereits im Vorfeld über den Vergleich der Hörschwellen zwischen Körperschall und Luftleitungsschall erfolgen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Bei einem Verdacht auf eine verminderte Hörleistung ist es zunächst von Interesse, den Verdacht mittels subjektiver und objektiver Tests zu bestätigen oder auszuräumen. Falls sich eine Hörschwäche bestätigt, muss im Sinne einer erfolgreichen Therapie herausgefunden werden, worin die Ursachen für das gestörte Hörvermögen liegen.

Prinzipiell können mechanisch-physikalische Beeinträchtigungen vorliegen wie ein mit Ohrenschmalz verstopfter äußerer Gehörgang oder das Trommelfell kann beschädigt und vorübergehend oder permanent in seiner Funktion beeinträchtigt sein. In manchen Fällen sind auch die Gehörknöchelchen, die den Schall mechanisch weiterleiten, erkrankt oder verkalkt (Otosklerose) und führen zu Problemen in der Schallleitung. Weitere Ursachen können in einer Funktionseinschränkung der Sinneshärchen in der Cochlea liegen, die die „gehörten“ Töne in elektrische Impulse umwandeln, oder es liegen Probleme in der nachgelagerten neuronalen Verarbeitung der Hörsignale vor.

Wenn eine Schallleitungsstörung ausgeschlossen werden kann, so dass von einer Schallempfindungsstörung als Ursache für eine diagnostizierte Schwerhörigkeit auszugehen ist, stellt die Geräuschaudiometrie nach Langenbeck ein erweitertes Diagnoseverfahren dar. Ähnlich wie in einem „normalen“ Audiogramm werden dem Probanden oder Patienten über Kopfhörer Reintöne verschiedener Höhe in das linke oder rechte Ohr gespielt und gleichzeitig mit einem permanenten Rauschen überlagert. Es handelt sich dabei um sogenanntes „Weißes Rauschen“, das in einem begrenzten Frequenzspektrum eine konstante Leistungsdichte aufweist.

Der Schalldruck des Rauschens wird so gewählt, dass er oberhalb der Wahrnehmungsschwelle für Töne mittlerer Frequenz (1 bis 4 kHz) liegt, aber unterhalb der Wahrnehmungsschwelle für tiefe und hohe Töne. Im Gegensatz zu Audiogrammen ohne Geräuschhinterlegung, für die in der Regel die individuellen Hörschwellen als Abweichung relativ zu den Normalwerten eingetragen werden, ist es bei der Geräuschaudiometrie üblich, die Hörschwellen als absolute Schalldruckpegel auf einem entsprechenden Vordruck einzutragen. Hierdurch wird der Einfluss des Hintergrundrauschens auf die Hörschwelle der Reintöne gut sichtbar. Die Ergebnisse des Testverfahrens nach Langenbeck lassen erkennen, ob ein neuronales oder ein sensorisches Problem vorliegt.

Bei einer sensorisch (cochleär) bedingten Schwerhörigkeit werden Reintöne weniger stark vom Hintergrundrauschen verdeckt als bei einer neuronal bedingten Schallempfindungsschwäche. Bei einer cochleär bedingten Schwerhörigkeit liegen die Reintonpunkte – ähnlich wie bei Personen ohne Hörprobleme – im Niveau des Rauschens und münden bei den tiefen und hohen Tönen in die nicht mit Geräusch hinterlegten Ruhehörschwellen.

Bei einer neuronal bedingten Hörschwäche werden die Reintöne von den Patienten erst bei einem höheren Schalldruck als das Rauschen wahrgenommen. In dem Aufzeichnungsdiagramm liegen die Hörschwellpunkte der Reintöne deshalb immer unterhalb des „Rauschpegels“. Sie weichen sozusagen der nichtverdeckten Ruhehörschwelle aus. Die aufgezeichneten Hörschwellpunkte im Diagramm für die Geräuschaudiometrie nach Langenbeck geben bereits optisch den klaren Hinweis darüber, ob ein cochleäres oder ein retro-cochleäres, also ein nachgeschaltetes neuronales, Problem vorliegt.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Audiogramme werden nicht nur zur Feststellung und Lokalisierung von Schallleitungs- oder Schallempfindungsschwerhörigkeit verwendet, sondern können auch dem Nachweis dienen, dass das Hörvermögen des Probanden innerhalb einer vorher festgelegten Bandbreite dem Normalhören entspricht.

Das ist z. B. eine gängige Praxis zur Feststellung der Fliegertauglichkeit bei Berufs- und Linienpiloten. In Fällen, in denen eines der beiden Ohren ein deutlich schlechteres Hörvermögen aufweist, stellt sich das Problem des „Überhörens“. Das Ohr mit dem besseren Hörvermögen kann den über Kopfhörer eingespielten Ton eher wahrnehmen als das „schlechtere“ Ohr, was das Ergebnis des Audiogramms verfälschen kann, weil der Patient nicht merkt, dass er den zu erkennenden Ton mit dem „falschen“ Ohr wahrnimmt.

Das Überhören passiert in der Regel dann, wenn die Hörschwelle des schlechteren Ohrs um mehr als 40 dB über der des besser hörenden Ohrs liegt. Um trotzdem zu einem unverfälschten Ergebnis zu kommen, wird das bessere Ohr „vertäubt“. Es wird mit einem lauten Geräusch beaufschlagt, um es vorübergehend für den Prüfton zu desensibilisieren. Bei der Einstellung des Schalldruckpegels für das Vertäubungsgeräusch muss die Unbehaglichkeitsschwelle beachtet werden, ab der das Geräusch als unangenehm oder sogar als schmerzhaft empfunden wird. Sonstige Gefahren oder Nebenwirkungen eines Geräuschaudiogramms nach Langenbeck sind nicht bekannt.

Für die untersuchte Person selbst ist das Verfahren nicht eingreifend. Es wird kein Instrument in den Körper eingeführt, es kommt weder Strahlung noch ein Medikament zum Einsatz, und die Untersuchung wirkt nicht nach. Unangenehm empfunden werden können die aufliegenden Kopfhörer, besonders wenn der Gehörgang gereizt, entzündet oder frisch behandelt ist; aus diesem Grund werden Gehörgang und Trommelfell vor einer Hörprüfung in der Regel betrachtet. Bei einer Verletzung des Trommelfells oder einer akuten Entzündung wird die Messung verschoben oder auf die verträglichen Anteile beschränkt.

Die eigentliche Belastung liegt in der Lautstärke. Sowohl die Prüftöne im oberen Bereich der Messreihe als auch das Rauschen, mit dem sie unterlegt werden, und ein etwaiges Vertäubungsgeräusch können als unangenehm empfunden werden. Menschen mit einer erhöhten Geräuschempfindlichkeit und Menschen mit ausgeprägtem Tinnitus erleben diesen Teil der Untersuchung häufig als besonders belastend; der Pegel wird deshalb schrittweise gesteigert, die Unbehaglichkeitsschwelle wird beachtet, und die Untersuchung kann jederzeit unterbrochen werden. Nach einer Belastung mit lautem Schall kann die Hörschwelle vorübergehend angehoben sein, was sich in einem unmittelbar anschließenden Ohrgeräusch oder Druckgefühl äußern kann und sich üblicherweise von selbst zurückbildet. Damit eine solche vorübergehende Verschiebung das Ergebnis nicht verfälscht, wird zwischen belastenden Messabschnitten Zeit gelassen; bleibende Schäden durch eine sachgerecht durchgeführte Audiometrie sind nicht bekannt.

Das größte Risiko des Verfahrens ist damit nicht körperlicher Art, sondern liegt in einem falschen Ergebnis. Da die Geräuschaudiometrie auf den Angaben der untersuchten Person beruht, kann Unaufmerksamkeit, Übermüdung, ein Missverständnis der Aufgabe oder auch eine bewusst unzutreffende Angabe das Bild verändern und die weitere Abklärung in eine falsche Richtung lenken. Ein Ergebnis, das nicht zum übrigen Befund passt, wird deshalb nicht als Diagnose gewertet, sondern überprüft.

Ablauf und Rahmen der Untersuchung

Die Geräuschaudiometrie nach Langenbeck wird im Rahmen der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde durchgeführt, in der Praxis ebenso wie in der Klinik. Die Messung übernimmt ärztliches oder audiologisch geschultes Personal an einem Audiometer, das die Prüftöne seitengetrennt abgibt und ihnen gleichzeitig ein Rauschen unterlegen kann. Sie findet in einem schallgedämmten Raum oder in einer Audiometriekabine statt, weil Umgebungsgeräusche gerade bei leisen Prüftönen die Hörschwelle verfälschen würden.

Eine Vorbereitung ist nicht nötig; nüchtern zu erscheinen oder Medikamente abzusetzen wird nicht verlangt. Hilfreich ist es, vor dem Termin keine starke Lärmbelastung auf sich genommen zu haben, weil das Gehör danach über Stunden weniger empfindlich sein kann. Wer ein Hörgerät trägt, bringt es mit, legt es für die Messung aber ab, da die Hörschwelle ohne Versorgung bestimmt wird. Vorgeschaltet ist üblicherweise die Betrachtung von Gehörgang und Trommelfell, damit einfache mechanische Ursachen wie eine Verlegung durch Ohrenschmalz erkannt sind, bevor die Feinabstufung beginnt.

Für die Messung selbst sitzt die untersuchte Person mit Kopfhörern und hält einen Signalgeber in der Hand. Die Aufgabe besteht darin, jedes Mal zu drücken, wenn der Prüfton wahrgenommen wird – auch dann, wenn er sehr leise ist oder wenn unklar bleibt, ob er wirklich gehört wurde. Genau hier liegt für viele die Schwierigkeit: Aus dem gleichmäßigen Rauschen den Ton herauszuhören, verlangt Aufmerksamkeit, und die Versuchung, im Zweifel nicht zu drücken, führt zu einer zu hoch angesetzten Schwelle. Die Untersuchung ist schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten je Ohr und Messreihe. Im Anschluss werden die eingetragenen Punkte besprochen; das Diagramm bleibt Teil der Krankenunterlagen und dient bei späteren Messungen als Vergleich.

Was ein unauffälliges Ergebnis bedeutet

Die Geräuschaudiometrie beantwortet eine eng umgrenzte Frage: Sie soll bei einer bereits festgestellten Schallempfindungsschwerhörigkeit eingrenzen, ob die Ursache eher in der Hörschnecke oder hinter ihr liegt. Aus dieser Begrenzung ergibt sich, was ein unauffälliges Bild bedeutet – und was nicht.

Liegen die Hörschwellpunkte für die Reintöne im Niveau des Rauschens, so wie es bei Personen ohne Hörprobleme der Fall ist, spricht das gegen eine Störung im nachgeschalteten neuronalen Bereich. Ein Ausschluss ist es nicht. Eine Erkrankung am Hörnerv kann so gering ausgeprägt sein, dass sie sich in diesem Test nicht abbildet, und eine Störung, die den Hörnerv gar nicht, sondern erst weiter oben liegende Verarbeitungswege betrifft, entzieht sich dem Verfahren ohnehin. Ebenso wenig sagt ein unauffälliges Geräuschaudiogramm etwas darüber aus, wodurch eine Hörminderung entstanden ist; es benennt allenfalls den Ort, nicht die Ursache.

Umgekehrt ist ein Bild, das auf eine Ursache hinter der Hörschnecke hindeutet, kein Beleg für eine bestimmte Erkrankung. Es ist ein Hinweis, der zur weiteren Abklärung führt. Weil das Verfahren auf den Angaben der untersuchten Person beruht, ist auch ein widersprüchliches Ergebnis möglich; es wird dann wiederholt oder durch eine Messung ersetzt, die ohne Mitarbeit auskommt. Aus diesen Gründen wird das Geräuschaudiogramm nie für sich allein bewertet, sondern zusammen mit der Vorgeschichte, dem Untersuchungsbefund und den übrigen Hörprüfungen.

Was auf den Befund folgt

Die Geräuschaudiometrie ist eine Untersuchung, keine Behandlung; ihr Nutzen liegt darin, den nächsten Schritt zu bestimmen. Spricht der Befund für eine Störung in der Hörschnecke, richtet sich das weitere Vorgehen nach Verlauf und vermuteter Ursache. Bei plötzlich aufgetretener einseitiger Hörminderung steht die Abklärung eines Hörsturzes im Vordergrund, bei langsam fortschreitender beidseitiger Minderung eher die einer Altersschwerhörigkeit oder einer Lärmschwerhörigkeit. Bleibt eine Hörminderung bestehen, stellt sich die Frage einer Versorgung mit einem Hörgerät und – bei sehr ausgeprägtem Verlust – die Prüfung, ob ein Cochlea-Implantat in Betracht kommt.

Deutet der Befund dagegen auf eine Ursache hinter der Hörschnecke, folgen weiterführende Untersuchungen. Dazu gehören die objektiven Hörprüfungen und, bei entsprechendem Verdacht, eine Magnetresonanztomographie des Kopfes, mit der der Verlauf des Hörnervs und dessen Umgebung beurteilt werden kann; abgeklärt wird damit unter anderem ein Akustikusneurinom. Auch andere Erkrankungen des Nervensystems können eine Rolle spielen und werden dann fachneurologisch weiterverfolgt.

Bei schwankendem oder fortschreitendem Hörvermögen wird die Messung nach einiger Zeit wiederholt. Erst der Vergleich mehrerer Aufzeichnungen zeigt, ob sich etwas verändert hat; eine einzelne Messung ist immer nur eine Momentaufnahme.

Einordnung und Abgrenzung zu anderen Hörprüfungen

Am Anfang der Hördiagnostik stehen die Erhebung der Vorgeschichte, die Betrachtung des Gehörgangs und die Prüfung mit der Stimmgabel, mit der sich Schallleitung und Schallempfindung grob unterscheiden lassen. Es folgt das Tonaudiogramm, das die Hörschwelle für Luft- und Knochenleitung frequenzweise bestimmt. Ergänzend erfasst das Sprachaudiogramm, wie gut Wörter und Zahlen bei verschiedenen Lautstärken verstanden werden – eine Angabe, die für den Alltag oft aussagekräftiger ist als die Hörschwelle für Reintöne. Die Tympanometrie beurteilt Beweglichkeit des Trommelfells und Druckverhältnisse im Mittelohr und trennt damit Erkrankungen wie eine Otosklerose oder einen Paukenerguss ab.

Erst wenn feststeht, dass eine Schallempfindungsstörung vorliegt, kommen die Verfahren zum Zug, die deren Ort eingrenzen. Zu ihnen gehört die Geräuschaudiometrie nach Langenbeck ebenso wie der Fowler-Test, der bei deutlich seitenunterschiedlicher Schwerhörigkeit das Lautheitsempfinden beider Ohren gegeneinander abgleicht, und Tests, bei denen kleine Lautstärkesprünge innerhalb eines Dauertons erkannt werden sollen. Der Unterschied zum Fowler-Test ist praktisch bedeutsam: Dieser benötigt ein deutlich besser hörendes Gegenohr als Bezugsgröße, während die Geräuschaudiometrie ohne Seitenvergleich auskommt und deshalb auch bei beidseitiger Hörminderung anwendbar bleibt.

Von all diesen Verfahren zu unterscheiden sind die objektiven Messungen, die keine Angabe der untersuchten Person erfordern. Die Messung otoakustischer Emissionen prüft die Funktion der äußeren Haarzellen in der Hörschnecke, die Erfassung des Stapediusreflexes den Reflexbogen über den Hirnstamm, und die Hirnstammaudiometrie bildet die Weiterleitung des Hörsignals bis in den Hirnstamm ab. Sie sind auch bei kleinen Kindern und bei fehlender Mitarbeit einsetzbar und beantworten die Frage nach dem Ort einer Schädigung heute vielfach zuverlässiger.

Grenzen und heutiger Stellenwert

Die Geräuschaudiometrie ist ein subjektives Verfahren. Ihr Ergebnis hängt davon ab, dass die Aufgabe verstanden wird, dass die Aufmerksamkeit über die Messreihe hinweg trägt und dass die Rückmeldung zutrifft. Bei kleinen Kindern, bei ausgeprägter Verwirrtheit und bei fehlender Bereitschaft zur Mitarbeit ist sie deshalb nicht geeignet. Auch ein starkes Ohrgeräusch kann die Beurteilung erschweren, weil der eigene Höreindruck mit dem Prüfton verwechselt werden kann. Hinzu kommt, dass die Zuordnung zu „cochleär“ oder „retrocochleär“ eine Vereinfachung ist: Beides kann nebeneinander bestehen, und die Übergänge sind fließend.

Ihren Platz behauptet die Methode dennoch, weil sie mit geringem Aufwand auskommt. Sie benötigt außer einem geeigneten Audiometer keine besondere Ausstattung, belastet den Körper nicht und lässt sich im Anschluss an ein Tonaudiogramm ohne zusätzlichen Termin durchführen. Seit sich objektive Verfahren verbreitet haben, ist ihre Rolle jedoch kleiner geworden: Sie liefert einen ersten Hinweis, die verbindliche Eingrenzung übernehmen in der Regel Messungen, die ohne Angaben der untersuchten Person auskommen.

Die Entstehungszeit des Verfahrens erklärt diesen Wandel. Als es vorgestellt wurde, standen objektive Hörprüfungen noch nicht zur Verfügung; die Unterscheidung zwischen einer Schädigung der Sinneszellen und einer Störung des nachgeschalteten Weges war allein über das Hörempfinden zugänglich. Die Grundidee, ein Nutzsignal gezielt gegen ein Störgeräusch zu setzen und aus dem Verhältnis beider auf den Ort der Störung zu schließen, ist dabei bis heute überzeugend geblieben und findet sich in abgewandelter Form auch in neueren Prüfverfahren wieder, etwa in Tests zum Sprachverstehen im Störgeräusch.

Quellen

  • Lehnhardt, E., Laszig, R. (Hrsg.): Praxis der Audiometrie.
    ISBN: 9783133690096
  • Probst, R., Grevers, G., Iro, H.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783131190338
  • Lenarz, T., Boenninghaus, H.-G.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde.
    ISBN: 9783642211300
  • Wendler, J. (Hrsg.): Lehrbuch der Phoniatrie und Pädaudiologie.
    ISBN: 9783131022950
  • Kramme, R. (Hrsg.): Medizintechnik.
    ISBN: 9783662487709

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