Gesundheitsschäden durch Fernsehen, Computer und Internet


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 12. September 2018

Dauerndes Fernsehen, Internet oder Computerspielen ist eigentlich die bequemste Form der Feierabend- und Freizeitgestaltung. Man braucht das Gerät nur einzuschalten, lässt sich in den Sessel fallen und wird unterhalten. Die Welt wird ins Haus geliefert. Unangemeldeten Besuch - auch von gern Gesehenen - empfindet man als Katastrophe und nötigt nach kurz geflüsterter Begrüßung auch den Gästen die Sesselperspektive auf. Im Gegensatz zum Radio, bei dem man sich während des Hörens auch noch anderweitig beschäftigen kann, zwingt das Fernsehen und der Computer zu größerer Aufmerksamkeit.

Inhaltsverzeichnis

Gefahren durch Fernsehen & Computer

Während sich der Schall kugelförmig ausbreitet, also auch "um Ecken" und aus allen Richtungen aufgenommen werden kann, erfordert das Bild, das sich als Sehstrahl nach den optisch-physikalischen Gesetzen geradlinig fortpflanzt, dass sich der Betrachter in der Nähe aufhalten und sich relativ starr darauf einstellen muss. Die Massenmedien Fernsehen und Internet greifen deshalb wesentlich stärker in den Lebensablauf und in die Alltagsgewohnheiten ein als das Radio. Sicher taucht darum so häufig die Frage auf, ob die im Fernsehgerät oder Monitor erzeugten Strahlen als "Strahlung" schädlich sind.

Wie in der Röntgenröhre werden die Elektronen in älteren Bildröhren mit hoher Spannung beschleunigt und gebremst. Eingehende wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, dass bei einem dreistündigen Aufenthalt in zwei Metern Entfernung vom Bildschirm ohne Berücksichtigung der Schutzscheibe eine Strahlendosis entstand, die weit unter der natürlichen, kosmischen Strahlenbelastung des Menschen lag. Daraus ergibt sich, dass bei den handelsüblichen modernen Fernsehgeräten, wie Flachbildschirmen, selbst für Jugendliche und Schwangere keine Strahlengefahr besteht.

Richtiges Fernsehen & Arbeiten am Computer

Um die Augen zu schonen, sollten Fernsehsendungen und Computerspiele niemals in völlig dunklem Raum konsumiert werden. Eine matte Zimmerbeleuchtung ist erforderlich.

Wenn auch das Fernsehen und der Computer in dieser Beziehung ungefährlich ist, gibt es doch zwei wichtige Voraussetzungen für sogenanntes gesundes Fernsehen und Arbeiten am Monitor. Um die Augen zu schonen, sollten Fernsehsendungen und Computerspiele niemals in völlig dunklem Raum konsumiert werden. Eine matte Zimmerbeleuchtung ist erforderlich.

Die Fernsehlampe oder Schreibtischlampe stellt man dabei am besten neben oder hinter das Gerät, damit das Licht nicht direkt auf den Bildschirm fällt und Reflexionen das Bildgeschehen beeinträchtigen. Diese Raumbeleuchtung verhindert die Überanstrengung der Augenmuskeln, da die Augen sonst stets zu einer Mittelstellung von Nah- und Fernsicht gezwungen werden.

Außerdem sollte der Abstand des Betrachters vom Apparat fünf- bis achtmal so groß sein wie der Bildschirm hoch ist. Beim Arbeiten am Computermonitor lässt sich diese Faustregel leider nicht immer bewerkstelligen. Das Gerät wird am günstigsten in Augenhöhe aufgestellt. Es ist stets darauf zu achten, dass der Blickwinkel nicht mehr als 60° beträgt. Dieser Abstand ermöglicht dem Auge, schnelle Bewegungen, die in Filmen oftmals vorkommen, zu verschmelzen.

Kinder interessiert das Geschehen auf dem Bildschirm leider oft so stark, dass sie zu dicht an den Fernseher oder Computer herangehen. Sie sollten von Anfang an daran gewöhnt werden, in richtiger Entfernung zu sitzen und nicht mit der Nase, sondern mit den Augen zu sehen. Besser ist es jedoch, Kinder gar nicht erst vor dem Computer oder Fernseher zu "parken", sondern sich aktiv mit den Kindern draußen und drinnen selbst zu beschäftigen. Die Schulleistungen ihrer Kinder werden dadurch verbessert und das Kind läuft nicht Gefahr an Nervosität und Aufmerksamkeitsstörungen zu erkranken.

Gesundheitsschäden durch zuviel Fernsehen & Computerspielen

Es bleibt also die Frage zu beantworten, wie sich regelmäßiges Fernsehen und Computerspielen auf unsere Organe auswirkt. Besonders bei nervöser Konstitution können Störungen des Nervensystems, wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Angst- und Unlustgefühle, Gesichtsblässe, Übelkeit oder ähnliches, auftreten, wenn man kein Programm oder Spiel auslässt und wahllos alles ansieht oder spielt, was geboten wird. Nach Untersuchungen holländischer Ärzte entspricht der Konzentrationsaufwand hierbei der einer mehrstündigen hochkonzentrierten Tätigkeit. Durch üblichen Genuss alkoholischer Getränke vor und während des Fernsehens wird die Fernsehbelastbarkeit des Nervensystems zusätzlich geschwächt. Durch die sogenannte Photostimulation können durch das Fernsehen auch epileptische Krämpfe oder eine ähnliche Funktionsstörung des Gehirns ausgelöst werden.

Meistens handelt es sich um Menschen, die vorher bereits solche Krämpfe hatten; nur in seltenen Fällen lösen das Fernsehen und Computerspiele einen ersten derartigen Anfall aus. Das Umschalten und besonders das Flimmern des Bildes bewirken intensive Helligkeitsveränderungen, die laut ärztlicher Beobachtung bei Epilepsiekranken - zum Teil auch bei Gesunden - bei der Untersuchung der Hirntätigkeit im Elektroenzephalogramm (EEG) Schwankungen der Hirnstromkurve erkennen lassen. Je näher sich der Betreffende am Computer oder TV-Gerät aufhält und je öfter er ihn selbst reguliert, desto häufiger können derartige Erscheinungen auftreten.

Situationen, wie stark wechselnde Lichtreize sie auslösen, sind daher bei Epileptikern zu vermeiden, obwohl dieser Effekt bei modernen Geräten nur noch sehr selten in Erscheinung tritt. Aber auch die Augen der Gesunden werden angestrengt, wenn sie längere Zeit auf einen Gegenstand blicken müssen, der sich nur in geringem Abstand befindet. Damit die Brennweite kleiner wird, muss sich die Augenlinse stärker wölben. Normalerweise erholen sich angestrengte Augen dadurch, dass man in die Ferne schaut. Dokumentations- oder Spielfilme mit weiten Landschaftsaufnahmen bilden jedoch keinen Ersatz dafür, weil der Abstand zum Bild gering bleibt. Oft verursachen auch Augenfehler, die so lange noch nicht bemerkt worden waren, beim Fernsehen oder Computer Beschwerden, wie Schmerzen oder Entzündungserscheinungen.

Personen mit Lesebrille sollten für die Mittelstellung der Augen besondere Brillen tragen. Begleitet wird das Fernsehen von Ultra-Schallwellen, die vom kindlichen Gehör noch als hohe Pfeiftöne wahrnehmbar sind. Diese feinen anhaltenden Töne bewirken auch, dass Tiere mit empfindlichem Gehör, beispielsweise Katzen, vor einem eingeschalteten Fernsehgerät fliehen. Während der Mahlzeiten ist es nicht empfehlenswert, das Fernsehgerät einzuschalten. Dauernde Ablenkung beim Essen ist oft die Ursache von Verdauungsstörungen. Unnötiges Luftschlucken und verringerte Kaufähigkeit können dann als unangenehme Begleiterscheinung ein Magenschleimhauterkrankung einleiten.

Darüber hinaus wird auch die Verdauungsträgheit durch ständiges Sitzen vor dem Bildschirm begünstigt. Die andauernde einseitige Körperhaltung bedingt zwangsläufig mangelnde Blutzirkulation und Schlaffheit des Herzmuskels. Besonders das Sitzen im Sessel kann Krampfaderbildungen und periphere Durchblutungsstörungen begünstigen. Es ist deshalb empfehlenswert, vor oder nach mehrstündigem Fernsehen oder Arbeiten am Computer Bewegungsübungen zu machen oder die Körperstellung zu verschieben, wie es beispielsweise durch einen Schaukelstuhl möglich ist. Wenn man die Füße hochlagert, werden Stauungen der venösen Gefäße an den unteren Extremitäten verhindert, und der Körper kann sich entspannen.

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Fernsehen & Computerspiele machen nervös & schlaflos

Waren auf dem Bildschirm aufregende Geschehnisse zu sehen, beschäftigen sich sowohl Kinder als auch Erwachsene im Bett und im Traum damit. Kein Wunder, dass sie nervös werden, wenn der Schlaf dann nicht die gewöhnliche Dauer und Tiefe hat. Besonders bei Kindern wirken sich Schlafstörungen leicht in Form von Appetitlosigkeit aus. Deshalb sollte ein für Kinder ungeeignetes Programm grundsätzlich abgeschaltet werden. Auch ist nicht zu empfehlen, dass man Kinder frei über das Fernsehgerät verfügen lässt.

Für Kinder bis zu zehn Jahren genügt es, täglich eine halbe Stunde fernzusehen. Für ältere Kinder kommen eine bis anderthalb Stunden in Frage. Die Abendsendungen mit den leider oftmals gewaltreichen Spielfilmen gelten gewöhnlich nur für Erwachsene. Das wöchentliche Fernsehmaß des Erwachsenen dürfte mit acht bis zehn Stunden ausreichen. Menschen, die das fünfundsechzigste Lebensjahr überschritten haben, sollten nach ärztlicher Erfahrung das Fernsehen auf dreimal zwei Stunden in der Woche reduzieren. Ähnliche Zeitvorgaben empfehlen sich auch für das Computerspielen oder Arbeiten am PC.

Heute sitzen in der Woche in Deutschland über 75 Millionen Menschen vor dem Bildschirm. Die Vorzüge des Fernsehens, des Internets und des Computers sind in der ganzen Welt bekannt. Aber erst das, was uns interessiert, weiterbildet, erfreut und entspannt, ist auch von Nutzen für unsere Gesundheit. Ein Zuviel kann vielfältige gesundheitliche Störungen verursachen, doch liegt das im Grunde nicht am Fernsehen oder am Computer, sondern vielmehr an denen, die diese Technologien benutzen. Deshalb sollten die Sendungen im Fernsehen und das Internet nie den Mittelpunkt, sondern nur den Ausgangspunkt für Gespräche bilden. Im Übrigen ist es nachgewiesen, dass ein gutes Buch zum Abend den Schlaf förden, beruhigen und Demenzerkrankungen potentiell vorbeugen kann.

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Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

ursel kommentierte am 31.03.2014

Mir wird in letzter Zeit häufig übel beim Fernsehen und ich bekomme Kopfschmerzen. Zudem habe ich Herzrasen. In diesem Augenblick wird mir schon ganz komisch, während ich vor dem Computer sitze. Weiß jemand woher das kommt?

Bisy kommentierte am 16.12.2014

Ich schaue seit über einem Jahrzehnt viel zu viel Fernsehen und spiele zu viel Computer. Ich bin 23 Jahre alt und habe keine Ausbildung, weil ich nicht die nervliche Belastbarkeit eines normalen Menschen habe. Es fällt mir schwer, mich in einem langweiligen Alltag zu konzentrieren und ich habe das Gefühl, dass ich an geistiger Flexibilität verloren habe. Ich vermute, dass das die Langzeitfolgen des intensiven Mediengenusses sind.

tanjaaaaaaaaa kommentierte am 16.11.2015

Ich bemerke, seitdem ich eine Lehre als Bürokauffrau angefangen habe, dass mir ab und zu sehr übel wird. Ich hatte früher nur ca. zwei Stunden pro Woche am Computer verbracht, jetzt sind es mehr als acht Stunden täglich. Manchmal ist es einfach ein kurzer Moment in dem mir übel ist, doch manchmal ist es extrem und dauert Stunden an. Was kann man dagegen machen?

Marko kommentierte am 06.07.2017

Ich bin Freelancer und arbeite von zuhause aus im 3D Bereich. Ich arbeite an 3D Modellen für Computerspiele.
Dementsprechend oft sitze ich deswegen auch vor dem Computer. Ich kann ganz klar sagen, dass es mir morgens gut geht, aber im Laufe des Tages vorallem meine psychische Stabilität enorm nachlässt. Und ich habe mich im Laufe der Jahre immer wieder mal selbst getestet. Starte ich den Tag mit einer Tätigkeit fern weg vom Computer, geht es mir wirklich gut. Draußen sein, unter Leuten, sich bewegen und etwas körperlich machen, tut wirklich gut. Oft ist es aber so, dass ich am Computer arbeiten muss und das direkt schon morgens nach dem Aufstehen und dann fängt es an. Zuerst fühle ich mich ganz normal, aber im Laufe des Tages sammelt sich der Stress in mir und ich fühle mich nach vier oder fünf Stunden Dauerarbeit total am Boden zerstört, habe dann auch keine Lust mehr raus zu gehen oder mich mit Leuten zu unterhalten, weil ich einfach in so einer "komischen" Welt bin, zumindest gedanklich. Man fühlt sich einfach komisch. So als wäre man verwirrt. Das Ganze erfordert dann ungefähr zwei oder drei Stunden Computerpause bis ich mich wieder "normal" fühle. Ich denke, dass zu viel Computer nicht nur den Körper schwächt (sportlicher Ausgleich ist dringend erforderlich) sondern auch die Psyche.