Müdigkeit

Letzte Aktualisierung am 22. September 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Müdigkeit, Ermüdung und erhöhte Schläfrigkeit sind in der Regel keine Symptome einer Erkrankung. Dennoch kann Müdigkeit auch ein Krankheitssymptom bei den verschiedensten Krankheiten sein, wenn der Körper und sein Immunsystem geschwächt ist.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Müdigkeit?

Unter Müdigkeit, die nicht auf eine gesunde Müdigkeit zurückzuführen ist, leiden fast 1/3 der Bevölkerung in Deutschland. Besonders Frauen und stressgeplagte Menschen leiden häufiger unter Müdigkeitserscheinungen.

Wie bereits angemerkt ist Müdigkeit im Regelfall kein krankhaftes Symptom. Jeder gesunde Mensch verspürt nach einer individuellen Zeit das Gefühl der Müdigkeit. Besonders nach einem harten und anstregenden Tag auf Arbeit ist der Körper und der Geist oft sehr müde.

Müdigkeit kann aber auch aufgrund von Schlafmangel aufkommen. Dieser Schlafmangel kann durch den Menschen selbst bewusst herbei geführt werden oder bezieht sich auf Schlafstörungen als Ursache. Zu unterscheiden sind eine schnelle Ermüdung und eine Dauermüdigkeit. Die Intensität einer Müdigkeit wird von einer leichten Müdigkeit bis hin zur chronischen Müdigkeit eingestuft.

Müdigkeit kann sich selbst auch durch andere Symptome und Körpererscheinungen äußern. Typisch dafür sind Allgemeine Schwäche, Konzentrationsstörungen, Kalte Extremitäten, Unlust, fehlende Motivation und Schlappheit. Unter Müdigkeit, die nicht auf eine gesunde Müdigkeit zurückzuführen ist, leiden fast 1/3 der Bevölkerung in Deutschland. Besonders Frauen und stressgeplagte Menschen leiden häufiger unter Müdigkeitserscheinungen.

Ursachen

Müdigkeit hat normalerweise keine krankhaften Ursachen sondern ist sehr wichtig für einen gesunden Schlaf. Besonders aber in Bezug auf Schlafstörungen liegt die Ursache für Müdigkeit hier zumeist bei seelischen und körperlichen Störungen, die das normale Schlafbedürfnis und den Schlafrhythmus nachhaltig aus der Bahn bringen. Diese Müdigkeit ist zwar nicht organisch, kann sich jedoch nach längerer Zeit auch auf die Organe auswirken (z.B. Kopfschmerzen und Magenschmerzen). Häufigste Randerscheinungen und Ursachen bei den seelischen Ursachen für Müdigkeit sind Angststörungen, Depressionen und soziale Belastungen.

Am meisten tritt Müdigkeit jedoch bei Virusinfektionen auf. Die Erkältung ist wohl die häufigste Ursache für Allgemeine Schwäche und Müdigkeit. Weitere mögliche Erkrankungen, die im direkten Zusammenhang mit einer ausgeprägten Müdigkeit stehen, finden sie weiter unten im Abschnitt Krankheiten.

Aber auch starke Schnarcher leiden häufig an einer Übermüdung, da sie aufgrund von Atemwegsproblemen (Atemnot, Schlafapnoe) zu wenig tiefen und gesunden Schlaf in der Nacht bekommen.

Die häufigsten Erkrankungen, die eine starke Müdigkeit als Symptom haben sind: Hepatitis, Schilddrüsenunterfunktion, Diabetes mellitus und diverse Krebserkrankungen. Auch manche Medikamente führen durch ihre Nebenwirkungen zu Müdigkeit. Vor allem Neuroleptika, Antidepressiva und Antihistaminika sind hierfür typische Vertreter. Schwermetalle sind ebenso bekannt für ihre leistungshemmenden und müdigkeitshervorrufenden Wirkung (z.B. Amalgam, Blein, Kohlenwasserstoffe und Kohlenmonoxid)

Weiterhin kann auch der übermäßige Konsum von Alkohol Müdigkeit hervorrufen. Besonders Bier wirkt durch sein Hopfenanteil stark einschläfernd.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Müdigkeit kann viele Ursachen haben und stellt keine Krankheit dar. Vielmehr kann es sich um ein Symptom einer solchen handeln. Um dies herauszufinden, wendet der Arzt eine Kombination aus Befragung und physischer Untersuchung an.

Fragen zu den Lebensgewohnheiten oder körperlichen Auffälligkeiten beziehungsweise bisherigen Krankheiten schließen sich in der Regel Untersuchungen an. Neben dem Abtasten verschiedener Organe können Blutuntersuchungen oder sogar das Unterbringen in einem Schlaflabor zu einer Diagnose führen.

Müdigkeit zeigt sich im Verlauf darin, dass der Patient tagsüber über wenig Antrieb und Kraft verfügt und viel lieber schlafen würde. Vom bloßen Wunsch zu schlafen bis hin zum tatsächlichen kurzen "Einnicken" ist dabei alles möglich.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Müdigkeit wird dann zum Problem, wenn sie einen Menschen bleiern den ganzen Tag in seinen üblichen Leistungen beeinträchtigt. Der Arztbesuch ist fällig, wenn jemand von einer vitalen Person plötzlich oder schleichend zu einem ständig müden Menschen mutiert. Bei einem Arztbesuch sollte der Betroffene auch möglicherweise aufgefallene begleitende Symptome schildern. Daraus kann der Arzt oft schon Rückschlüsse auf die möglichen Ursachen der Erschöpfung ziehen.

Überwältigende Müdigkeit, die sich plötzlich einstellt, sollte immer untersucht werden. Zusätzliche Beschwerden wie erhöhte Temperatur, muskuläre Schwäche, Depressionen, Atemnot oder Schwindelattacken können dem Arzt wichtige Hinweise auf mögliche Verursacher der Müdigkeit vermitteln. Möglicherweise liegt der Grund in nächtlichen Atemaussetzern. Diese können oft erst im Schlaflabor festgestellt werden. Bestehen seitens des Betroffenen keine Erkenntnisse auf einen möglichen Zusammenhang, kann der Arzt nach der Befragung Labortests und weitere Untersuchungen vornehmen. Dabei sollten auch Lebenszusammenhänge oder berufliche Belastungen hinterfragt werden.

Der Hausarzt kann nach dem Erstgespräch weitere Überweisungen veranlassen, um zu einer Diagnose bezüglich der Müdigkeit zu kommen. Er kann den Patienten ins Schlaflabor, zu einem Neurologen oder einem Psychologen überweisen. Stehen Vergiftungen mit Chemikalien oder eine Selbstvergiftung mit Drogen oder Rauschmitteln im Fokus seines Verdachts, wird der Mediziner entsprechende Maßnahmen vorschlagen. Die aktive Mitarbeit des Patienten ist dabei erforderlich.

Behandlung & Therapie

Im Regelfall geht der Betroffene wegen Müdigkeit nicht zum Arzt. Sollte die Müdigkeit aber länger anhalten oder sich gar verstärken, ist es ratsam einen Arzt zu konsultieren. Der Arzt wird dann vor allem nach Dauer und Intensität der Müdigkeit fragen und zu welchen Tageszeiten die Müdigkeit besonders stark auftritt.

Vor allem will der Arzt ergründen, ob die Müdigkeit psychosomatische Ursachen hat oder ob eventuell ernsthafte Erkrankungen dahinter stecken. Auch ein möglicher Mineralienmangel im Blut (Eisen, Calcium und Magnesium) sollten durch eine Blutuntersuchung im Labor mit berücksichtigt werden. Ist die Ursache eher im sozialen und seelischen Umfeld zu finden, so wird der Arzt sie gegebenenfalls zu einem Facharzt (z.B. Psychotherapeut) weiter vermitteln. Dort wird dann besonders die Ursache im beruflichen oder familiären und sozialen Umfeld gesucht. Weiterhin sollten sie dem Arzt alle Medikamente mitteilen, die sie derzeit einnehmen.

Sind bisher keine Ursachen gefunden, wird der Arzt eine körperliche Untersuchung einleiten. Hierbei werden vor allem die Lymphknoten, Milz und Leber untersucht. Die Lunge, das Herz und die Atmungsorgane werden abgehört. Weiterhin wird die Kraft der Muskeln und deren Reflexe getestet. Besteht Verdachte auf weitere Ursachen, können auch weitere Behandlungen (z.B. Schlaflabor, Elektrokardiogramm (EKG), Blutuntersuchungen) vom Arzt verordnet werden.

Ist dann endlich die richtige Ursache für die Müdigkeit bzw. den Schlafmangel gefunden, kann die individuelle Therapie beginnen. Genaueres wird ihnen ihr Arzt mitteilen. Ist eine organische Erkrankung die Ursache für ihre Müdigkeit, so ist diese zunächst zu behandeln.

Von Schlafmitteln wie Schlaftabletten und Ähnlichem sei abzuraten, da sie abhängig machen können. Versuchen sie, in Absprache mit ihrem Arzt, zunächst die Schlafstörungen mit pfanzlichen bzw. natürlichen Medikamenten, wie Melisse, Baldrian und Hopfen.

Aussicht & Prognose

Müdigkeit kann bei Menschen aus sehr verschiedenen Gründen auftreten. In der Regel kann daher keine universelle Voraussage bei diesem Symptom getroffen werden. Allerdings kann Müdigkeit in den meisten Fällen einfach mit Bettruhe, Schlaf und Entspannung behandelt werden.

Die Müdigkeit tritt oft als Erscheinung bei Erkältungen, Grippen und anderen Infekten auf und verschwindet wieder, sobald der Patient geheilt ist. Nicht selten tritt die Müdigkeit auch nach dem Essen auf, was ebenso ein gewöhnliches Symptom ist. Sollte die Müdigkeit allerdings andauernd auftreten und auch durch Schlaf und Erholung nicht zu bekämpfen sein, so sollte ein Arzt aufgesucht werden. In diesen Fällen kann die Müdigkeit ein Symptom für eine andere, schwerwiegendere Krankheit sein.

Eine richtige Behandlung gegen die Müdigkeit gibt es nicht, der Körper muss sich entsprechend ausruhen. Sie tritt auch oft im höheren Alter auf und stellt hier keine Komplikation dar.

In einigen Fällen kann die Müdigkeit von Kopfschmerzen, Depressionen und einem Gefühl der Bedrücktheit begleitet werden. Hier ist es ratsam, einen Psychologen aufzusuchen, da die Müdigkeit in diesem Fall einen psychologischen Ursprung hat. Meistens ist die Müdigkeit allerdings nur temporär.

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Hausmittel & Kräuter gegen Müdigkeit

  • Die sogenannte Frühjahrsmüdigkiet äußert sich oftmals in Kopfschmerzen, mangelnder Konzentration, Müdigkeit und Unlustgefühlen. Das liegt daran, dass während der Wintermonate der Körper wenig natürliches Licht bekommen hat, dafür aber meistens in stickiger Heizungsluft sein musste, bedeckt mit dicker, undurchlässiger Kleidung. Außerdem fehlen die reinigenden Wirkungen frischer Pflanzennahrung.

Um dieser Frühjahrsmüdigkeit zu begegnen, ist es ratsam, einige Zeit auf fette und eiweißreiche Kost, auf kalorienreiche Mehlspeisen und Süßigkeiten zu verzichten - am besten legt man einige kurze Fastenpreioden ein. Wichtig ist, dass der Körper viel frische Luft und Bewegung bekommt (Spaziergänge, Gartenarbeit, erste Sonnenbäder). Frische Salate und Gemüsesäfte und folgende Heilpfanzen unterstützen den Kampf gegen die Frühjahrsmüdigkeit: Brennnessel, Huflattich, Wacholder, Spitzwegerich, Schachtelhalm, Knoblauch und Zwiebeln.

  • Gegen Müdigkeit, die nicht auf organischen Erkrankungen basiert, können folgende Methoden helfen: Ausreichender Schlaf von 8 Stunden, Genuss von Kaffee und Koffeinprodukten einstellen, Keine Beruhigungsmittel und Alkohol, Viel Bewegung in an der frischen Luft, Sport treiben, Einen einheitlichen und gleichbeleibenden Tagesrhythmus gestalten, Viel Trinken und kühle Duschen am Morgen und nach dem Sport.

Das können Sie selbst tun

Eine Müdigkeit kann aus vielen Gründen auftreten. In der Regel entsteht die Müdigkeit allerdings durch Stress und durch einen Schlafmangel. Daher muss der Patient sich bei Müdigkeit ausruhen und dem Körper die Möglichkeit geben, sich zu entspannen und zu erholen. Es ist auch möglich kurze Pausen während des Tages einzulegen, allerdings sollte auch ein gesunder Schlaf erfolgen, damit sich der gesamte Körper regenerieren kann.

Stress sollte bei Müdigkeit vermieden werden. Es ist oft nicht möglich, stressige Situationen im Alltag komplett zu vermeiden, allerdings kann vor dem Schlafengehen eine Entspannungstherapie durchgeführt werden. Dazu eignen sich vor allem Sportarten wie Yoga. Gegen die Müdigkeit hilft oft eine erhöhte Zufuhr von Flüssigkeiten, hier kann auch Kaffee eingesetzt werden, um der Müdigkeit entgegenzuwirken. Allerdings sollte der Betroffene nicht übermäßig viel Kaffee zu sich nehmen, da hier sonst eine Abhängigkeit entsteht.

Sollte die Müdigkeit vor allem nach dem Essen auftreten, so ist eine Umstellung der Ernährung sinnvoll. Fettige Speisen sollten vermieden werden. Eine gesunde Ernährung und die Aufnahme einer sportlichen Tätigkeit wirkt sich immer gut auf den Körper aus. Sollte die Müdigkeit durch ein chronisches Problem auftreten, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, da hier eine ärztliche Behandlung notwendig ist.

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2017
  • Stuck, B.A., Maurer, J.T., Schredl, M., Weeß, H.-G.: Praxis der Schlafmedizin. Springer, Berlin 2013
  • Zulley, J., Knab, B.: Unsere Innere Uhr. Mabuse-Verlag, Frankfurt am Main 2009


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