Halluzinationen (Sinnestäuschungen)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Krankheiten Halluzinationen (Sinnestäuschungen)

Halluzinationen und Sinnestäuschungen sind Wahrnehmungsstörungen. Ein Betroffener empfindet oder sieht dabei Eindrücke, obwohl sich hierzu keine realen Auslöser finden lassen. Die Inhalte von Halluzinationen und deren Ausprägungen sind verschieden - Therapien behandeln in der Regel die ursächlichen Faktoren.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Halluzinationen?

Halluzinationen
Ein Anfangssymptom von Halluzinationen ist, dass man als Betroffener plötzlich Dinge an bekannten Orten wahrnimmt, die sonst nie dagewesen sind. Vor allem im optischen Bereich kommt dies häufig vor.
© vchalup – stock.adobe.com

Halluzinationen oder Sinnestäuschungen werden in der Medizin der Gruppe der Wahrnehmungsstörungen zugeordnet. Halluzinationen können außerdem als Trugwahrnehmungen bezeichnet werden. Dabei werden unter anderem Dinge wahrgenommen, die nicht gegenständlich real vorhanden sind.

Wichtig ist dabei: Eine Halluzination ist ein Symptom und keine eigene Diagnose. Sie ist auch nicht gleichbedeutend mit einer Schizophrenie – hinter Halluzinationen können ganz unterschiedliche seelische und körperliche Ursachen stecken, und manche Formen treten sogar bei völlig gesunden Menschen auf.

Von der eigentlichen Halluzination werden zwei verwandte Erscheinungen unterschieden. Bei einer Illusion ist tatsächlich ein Reiz vorhanden, er wird nur verkannt – etwa wenn ein Mantel an der Garderobe in der Dämmerung für eine Person gehalten wird. Bei einer Pseudohalluzination nimmt der Betroffene zwar etwas wahr, das nicht da ist, weiß aber gleichzeitig, dass es nicht wirklich existiert.

Es gibt verschiedene Formen von Sinnestäuschungen. So unterscheidet man beispielsweise zwischen den akustischen Halluzinationen (z.B. das Hören von Stimmen), den optischen Halluzinationen (ein Wahrnehmen von Bildern), den olfaktorischen Halluzinationen (Sinnestäuschungen, die den Geruch betreffen), den gustatorischen Halluzinationen (Sinnestäuschungen, die den Geschmack betreffen) oder den taktilen Halluzinationen (unter anderem Berührungs- oder Tasthalluzinationen).

Welches Sinnesgebiet betroffen ist, gibt bereits einen Hinweis auf die Ursache: Stimmenhören ist typisch für die Schizophrenie, optische Halluzinationen sprechen eher für ein Delir, eine Demenz oder eine Drogenwirkung. Geruchs- und Geschmackstäuschungen lenken den Verdacht auf eine Epilepsie oder einen Prozess im Gehirn, und das Gefühl von Krabbeln unter der Haut tritt vor allem bei Kokainkonsum und im Alkoholentzug auf.

In Medizin und Psychologie werden Halluzinationen weiterhin betrachtet unter Aspekten wie deren Klarheit (also die Klarheit bzw. Deutlichkeit, in der Sinnestäuschungen einem Betroffenen erscheinen) oder deren Intensität. Auch spielt die Tatsache eine Rolle, ob ein Betroffener weiß, dass die Inhalte seiner Halluzinationen nicht der Realität entsprechen.

Ursachen

Halluzinationen können durch verschiedene Faktoren verursacht sein. Dabei unterscheiden sich je nach Form der Sinnestäuschungen die möglichen Ursachen. Akustische Halluzinationen können ausgelöst werden durch psychiatrische Erkrankungen wie die Schizophrenie oder auch verschiedene Formen der Depression.

Auch optischen Sinnestäuschungen können psychiatrische Erkrankungen zugrunde liegen; so werden optische Halluzinationen beispielsweise beobachtet bei Delirien in Folge einer Alkoholabhängigkeit. Ebenso können optische Sinnestäuschungen aber auch durch organische Erkrankungen oder die Einnahme von Drogen (wie beispielsweise LSD, Kokain oder Cannabis) oder Medikamenten bedingt sein.

Geruchs- und Geschmacks-Halluzinationen können unter anderem ausgelöst werden durch tumoröse Veränderungen des Gehirns oder durch einen sich ankündigenden epileptischen Anfall - ebenso wie durch verschiedene psychiatrische Syndrome.

Die Liste möglicher Auslöser ist damit aber längst nicht erschöpft. Neben der Schizophrenie und schweren affektiven Psychosen kommen vor allem das Alkoholentzugsdelir, Medikamente wie L-Dopa gegen die Parkinson-Krankheit, Anticholinergika oder hoch dosiertes Kortison, Demenzen – insbesondere die Demenz mit Lewy-Körperchen –, die Epilepsie, Hirntumoren, hohes Fieber bei Kindern sowie ausgeprägter Schlafmangel infrage.

Eine oft verkannte Sonderform ist das Charles-Bonnet-Syndrom: Menschen mit einer schweren Seh- oder Hörbehinderung nehmen Bilder oder Geräusche wahr, die nicht vorhanden sind, obwohl sie geistig völlig gesund sind. Harmlos sind auch die sogenannten hypnagogen und hypnopompen Halluzinationen, die viele Menschen beim Einschlafen und beim Aufwachen erleben.

Eine Sonderstellung nimmt das Delir ein. Es beginnt akut, geht mit schwankender Bewusstseinslage, Desorientiertheit und Unruhe einher und ist ein medizinischer Notfall: Dahinter steckt regelmäßig eine körperliche Ursache wie eine Infektion, eine Stoffwechselentgleisung, ein Medikamentenfehler oder ein Alkoholentzug, die sofort abgeklärt werden muss.


Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Das Schwierige an Halluzinationen ist, dass der Erkrankte sie für real wahrnimmt. Er kann die Sinnestäuschung und das, was wirklich vorliegt, nicht mehr voneinander unterscheiden. Diese Sinnestäuschungen können akustischer, optischer oder olfaktorischer Art sein und auf dem betreffenden Gebiet Beschwerden auslösen.

Ein Anfangssymptom von Halluzinationen ist, dass man als Betroffener plötzlich Dinge an bekannten Orten wahrnimmt, die sonst nie dagewesen sind. Vor allem im optischen Bereich kommt dies häufig vor. Man sieht zum Beispiel farbige Flächen an der Wand, nimmt die Farben der Ampel verändert wahr oder ähnliches. Stark ausgeprägte Halluzinationen können das Erleben von gesamten Situationen hervorrufen.

Bei akustischen Sinnestäuschungen hört der Betroffene meist Stimmen, auch wenn er allein ist. Diese unterhalten sich deutlich über ihn oder geben Ratschläge. Auch das Hören von Musik ist typisch. Bei olfaktorischen und gustatorischen Halluzinationen riechen oder schmecken die Erkrankten bestimmte nicht vorhandene Stoffe. Hier ist es besonders schwierig, zwischen Trugschluss und Realität zu unterscheiden.

Es gibt auch Sinnestäuschungen, welche sich auf die Wahrnehmung des eigenen Körpers beziehen. Hierbei spüren Betroffene beispielsweise, wie ein bestimmtes Organ sich bewegt oder wächst. Auch kann das Gefühl aufkommen, ein Körperteil würde nicht Teil des Körpers sein, wobei dieses dann als störend oder schmerzend empfunden wird.

Diagnose & Verlauf

Eine Diagnose von Halluzinationen erfolgt in der Regel auf der Basis der Erzählungen von Betroffenen. Aufgrund der Schilderungen durch den Patienten ist es dem Diagnostiker (einem Mediziner, Psychiater oder Psychologen) möglich, verschiedene Charakteristika vorliegender Sinnestäuschungen zu bestimmen.

Zur Befragung eines Patienten stehen dem Diagnostiker in der Regel verschiedene Fragenkataloge zur Verfügung, die dabei helfen können, eine detaillierte Beurteilung bestehender Halluzinationen durchzuführen.

Weil eine Halluzination nur ein Symptom ist, gehört zur Abklärung immer auch die Suche nach einer körperlichen Ursache. Dazu zählen eine körperliche und neurologische Untersuchung, eine Blutuntersuchung, die Durchsicht aller eingenommenen Medikamente sowie je nach Verdacht eine Bildgebung des Kopfes oder eine Ableitung der Hirnströme. Bei älteren Menschen und bei akutem Beginn ist außerdem gezielt an ein Delir zu denken.

Der Verlauf von Halluzinationen richtet sich unter anderem nach den Ursachen, die den Sinnestäuschungen zugrunde liegen. Handelt es sich hierbei um zu therapierende oder zu heilende Ursachen, so besteht in der Regel auch eine günstige Prognose für das Bekämpfen der damit verbundenen Halluzinationen.

Komplikationen

Bei Halluzinationen ist es nicht möglich, die Beschwerden oder Komplikationen universell vorherzusagen. In den meisten Fällen hängen diese immer davon ab, weswegen die Halluzinationen auftreten oder durch welche Droge diese hervorgerufen wurden. In den meisten Fällen verschwinden die Halluzinationen wieder nach einem gewissen Zeitraum, sodass die Beschwerden nicht dauerhaft anhalten.

Liegt den Halluzinationen eine körperliche Ursache wie ein Delir oder eine Vergiftung zugrunde, ist häufig zusätzlich das Bewusstsein getrübt. Dabei kann es bei einem Sturz zu Verletzungen kommen. Weiterhin können die Betroffenen ihr Denken und Handeln in der Regel nicht mehr richtig einschätzen, sodass es zu einem erhöhten Unfallrisiko kommt. Auch die Koordination und die kognitiven Fähigkeiten werden durch die Halluzinationen extrem stark eingeschränkt. Die Betroffenen können sich dabei auch in einem Delirium befinden und starke psychische Beschwerden oder Depressionen entwickeln.

Weiterhin kann es durch die Halluzinationen zu Schweißausbrüchen oder Panikattacken kommen. Behandelt wird in erster Linie die zugrunde liegende Ursache; zusätzlich lassen sich die Halluzinationen selbst durch Medikamente dämpfen. Allerdings muss der Betroffene auf die jeweiligen Substanzen verzichten, die für die Halluzinationen verantwortlich sind. Dabei ist gegebenenfalls ein Entzug notwendig, sollte der Patient drogenabhängig sein. In vielen Fällen ist auch eine psychologische Behandlung des Patienten notwendig.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ob bei Halluzinationen ein Arzt aufgesucht werden sollte, hängt in der Regel sehr stark von der Ursache der Halluzinationen ab. Sollte der Betroffene Alkohol oder andere Drogen zu sich genommen haben, so klingen die Sinnestäuschungen mit der Wirkung des Rauschmittels häufig von alleine wieder ab. Harmlos sind sie deshalb aber nicht: Treten Halluzinationen erst auf, wenn das Trinken beendet wurde, handelt es sich um ein Alkoholentzugsdelir, das lebensgefährlich ist und sofort notärztlich behandelt werden muss. Auch Verwirrtheit, Zittern, Schwitzen, Herzrasen oder Krampfanfälle sind Warnzeichen, die keinen Aufschub dulden.

Sollten die Halluzinationen länger anhalten, so ist ebenfalls ein Arzt aufzusuchen. Falls die Symptome durch Medikamente auftreten, so ist ebenso ein Arzt zu konsultieren. Der Patient sollte seine Medikamente nicht absetzen oder wechseln, ohne vorher einen Arzt konsultiert zu haben.

Falls die Halluzinationen allerdings ohne Einnahme von Medikamenten oder ohne Konsum von Drogen eintreten, muss ein Mediziner aufgesucht werden, denn dahinter kann ebenso gut eine körperliche Erkrankung wie eine seelische stecken; beides muss auf jeden Fall abgeklärt werden. Dabei kann in erster Linie ein Allgemeinarzt aufgesucht werden, welcher den Betroffenen meistens an einen Psychologen oder Psychiater überweisen kann. Im Falle einer Drogenabhängigkeit kann auch ein Entzug durchgeführt werden, um die Halluzinationen zu bekämpfen.

Behandlung & Therapie

Eine effektive Therapie von Halluzinationen setzt in der Regel an der Bekämpfung der Ursachen an, die vorliegende Sinnestäuschungen bedingen. Liegen Halluzinationen beispielsweise organische Erkrankungen oder Fehlfunktionen zugrunde, so kann ein frühzeitiges Behandeln dieser Störungen zu einer positiven Beeinflussung damit verbundener Sinnestäuschungen führen.

Sind Halluzinationen auf bestimmte Medikationen zurückzuführen, so kann ein therapeutischer Schritt darin liegen, das oder die entsprechende(n) Arzneimittel zu identifizieren und eine Umstellung der Medikation zu veranlassen.

Häufig lassen sich aber verschiedene mögliche Auslöser von Sinnestäuschungen nicht umgehend und klar definieren; so kann es sinnvoll sein, verschiedene therapeutische Ansätze zu kombinieren, um eine individuell wirksame Therapie zu entwickeln:

Beispielsweise können beim Vorliegen psychiatrischer Ursachen für Halluzinationen medikamentöse mit psychotherapeutischen Therapieschritten verbunden werden. Ähnliches trifft zu bei organisch bedingten Sinnestäuschungen.

Im Rahmen einer Psychotherapie kann ein Betroffener unter anderem lernen, mit bestehenden Halluzinationen besser umgehen zu können. So kann sich der Leidensdruck, der für den Einzelnen mit Sinnestäuschungen verbunden ist, vermindern.

Aussicht & Prognose

Da Halluzinationen keine eigenständige Erkrankung darstellen, gibt es für diese Beschwerden keine grundsätzliche Prognosestellung. Das Auftreten von Halluzinationen wird bestimmt durch die vorliegende Grunderkrankung und muss daher individuell eingeschätzt werden. Kann die Grunderkrankung geheilt werden, kommt es auch zu einer Reduzierung der Sinnestäuschungen. Eine vollständige Heilung ist daher bei einigen Patienten möglich.

Bei einem vorübergehenden akuten Zustand, der durch Drogen oder Alkohol ausgelöst ist, erlebt der Patient im Normalfall eine Spontanheilung. Mit dem Abbau und Abtransport der Giftstoffe aus dem Organismus bilden sich Wahrnehmungstäuschungen allmählich zurück.

In den meisten Fällen sind sie innerhalb einiger Stunden oder weniger Tage vollständig verschwunden. Liegt eine psychische Erkrankung vor, kann es zu lebenslangen Erscheinungen der Sinnestäuschungen kommen. Sie gehören beispielsweise bei einer Schizophrenie oder anderen psychotischen Erkrankungen zum Krankheitsbild des Patienten. Oftmals sind diese Erkrankungen nicht heilbar, lassen sich aber gut behandeln.

Durch die Gabe von Medikamenten wird das Auftreten von Halluzinationen weitestgehend abgemildert oder vorübergehend unterdrückt. Sobald der Patient seine Medikation absetzt kommt es jedoch zu erneuten Halluzinationen. In einigen Fällen fehlt es den Betroffenen an einer Krankheitseinsicht. Sie begeben sich daher in keine Therapie und lassen sich entsprechend nicht behandeln. Gerade bei schweren Erkrankungen ist die fehlende Krankheitseinsicht häufig; diese Menschen bleiben unbehandelt und erleben letztlich lebenslang Halluzinationen.


Vorbeugung

Auch ein Vorbeugen der Entwicklung von Halluzinationen kann vor allem darin bestehen, psychiatrische oder organische Problematiken frühzeitig therapieren zu lassen. Werden diese möglichen Ursachen von Sinnestäuschungen durch gezielte Behandlungen kontrolliert, so sinkt das Risiko der Entwicklung von Halluzinationen.

Des Weiteren kann ein verantwortungsvoller Umgang mit Arzneimitteln und Rauschmitteln verschiedenen Formen von Halluzinationen und Sinnestäuschungen vorbeugen.

Nachsorge

Die Möglichkeiten oder die Maßnahmen einer Nachsorge hängen bei Halluzinationen in der Regel sehr stark von der Ursache und von der Ausprägung dieser Beschwerden ab. Daher kann keine allgemeine Voraussage über die Möglichkeiten der Nachsorge erfolgen. Die Krankheit muss in erster Linie von einem Arzt richtig behandelt werden, damit die Beschwerden gelindert werden können.

Sollten die Halluzinationen durch die Einnahme von bestimmten Medikamenten oder Drogen auftreten, müssen diese abgesetzt werden – bei verordneten Medikamenten allerdings nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt. Dabei sollten immer regelmäßige Untersuchungen durch einen Arzt durchgeführt werden, um einen Entzug richtig durchzuführen. Bei anderen psychischen Verstimmungen oder bei Depressionen ist meist die Behandlung von einem professionellen Psychologen notwendig.

Allerdings sind auch die Gespräche mit den Angehörigen oder mit Freunden sehr sinnvoll und auch hilfreich und können die Beschwerden der Halluzinationen lindern. In erster Linie muss der Auslöser oder die Grunderkrankung für die Halluzinationen erkannt und behandelt werden, um diese Täuschungen dauerhaft zu behandeln.

In schwerwiegenden Fällen ist der Betroffene auf eine Behandlung in einer geschlossenen Klinik angewiesen. Die Angehörigen sollten den Patienten behutsam auf die Symptome der Halluzinationen aufmerksam machen und ihn für eine Behandlung gewinnen; ein Streit über die Frage, ob das Wahrgenommene wirklich existiert, führt dabei nicht weiter. Nicht selten ist dabei auch der Kontakt zu anderen Betroffenen sehr hilfreich.

Das können Sie selbst tun

Halluzinationen sind Wahrnehmungen, auf die der Betroffene keinen willentlichen Einfluss hat. Sie lassen sich nicht abstellen, indem man sich zusammennimmt. Möglichkeiten der Selbsthilfe gibt es dennoch: Ausreichender Schlaf, ein geregelter Tagesablauf, der Verzicht auf Alkohol und Drogen sowie das zuverlässige Einnehmen verordneter Medikamente vermindern die Häufigkeit von Sinnestäuschungen deutlich.

Viele Betroffene lernen im Verlauf, ihre Halluzinationen als solche zu erkennen. Ihnen hilft es, sich abzulenken, das Gehörte oder Gesehene an einer zweiten Person zu überprüfen und frühe Warnzeichen zu notieren, um rechtzeitig Hilfe zu holen. Solange dem Erkrankten dagegen nicht bewusst ist, dass er einer Sinnestäuschung unterliegt, sind vielmehr die Angehörigen oder Personen aus dem nahen sozialen Umfeld des Betroffenen gefordert.

Ihnen wird empfohlen, sich umfassend über die Erkrankung zu informieren, um Missverständnisse zu vermeiden. Sie können darüber mehr über die eigenen Möglichkeiten der Hilfeleistung erfahren und können sich informieren, wie sie sich selbst schützen oder abgrenzen können. Oftmals müssen sie darüber aufgeklärt werden, welche Verhaltensmuster des Erkrankten als Bestandteil der Erkrankung angesehen werden müssen. Dies hilft dabei, angemessen auf schwierige Situationen zu reagieren.

Wichtig für Angehörige ist außerdem: Halluzinationen lassen sich nicht wegdiskutieren. Wer dem Betroffenen beweisen will, dass da nichts ist, erreicht meist nur Streit und Rückzug. Hilfreicher ist es, die Wahrnehmung weder zu bestreiten noch zu bestätigen, ruhig zu bleiben, das damit verbundene Gefühl anzusprechen – etwa die Angst – und für eine sichere, ruhige und gut beleuchtete Umgebung zu sorgen.

In vielen Fällen sollten die nahen Angehörigen selbst psychologische Hilfe annehmen, um die Geschehnisse gut verarbeiten zu können. Bei Halluzinationen werden die Erkrankten häufig als Gefahr für sich selbst und andere angesehen. Daher sollten die Möglichkeiten für eine ärztliche Versorgung in Erfahrung gebracht werden, um für alle Beteiligten die besten Entscheidungen treffen zu können.

Quellen

  • Möller, H.-J., Laux, G., Kapfhammer, H.-P. (Hrsg.): Psychiatrie, Psychosomatik, Psychotherapie.
    ISBN: 9783662492932
  • Tebartz van Elst, L., Schramm, E., Berger, M., et al.: Psychiatrie und Psychotherapie.
    ISBN: 9783437224874
  • Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Neurologie.
    ISBN: 9783131359476
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

Das könnte Sie auch interessieren