Jod (Iod)

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Jod, teilweise auch als Iod bezeichnet, ist ein sogenanntes Spurenelement. Dieses kann vom Körper nicht selbst hergestellt und muss daher mit der Nahrung aufgenommen werden.

Inhaltsverzeichnis

Wofür braucht der Körper Jod

Eine Blutuntersuchung der Jodwerte dient dem Arzt zur weiteren Diagnose von verschiedenen Krankheiten.

Jod ist ein lebenswichtiges Spurenelement, das der menschliche Körper nicht selbst produzieren kann, weshalb es über die Nahrung aufgenommen werden muss. Es spielt eine zentrale Rolle bei der Produktion von Schilddrüsenhormonen, die wiederum für zahlreiche Körperfunktionen essenziell sind. Diese Hormone, bekannt als Thyroxin (T4) und Triiodthyronin (T3), beeinflussen den Stoffwechsel, die Körpertemperatur, das Wachstum und die Entwicklung, sowie die Funktion des Herz-Kreislauf-Systems.

Ein ausreichender Jodstatus ist besonders wichtig für Schwangere und Kinder, da Schilddrüsenhormone für die Entwicklung des Gehirns und des Nervensystems unerlässlich sind. Bei Kindern kann ein Jodmangel zu Wachstums- und Entwicklungsstörungen führen, bei Erwachsenen zu einer Unterfunktion der Schilddrüse, die sich in Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme und Kälteempfindlichkeit äußert.

Des Weiteren kann ein chronischer Jodmangel zu einer Vergrößerung der Schilddrüse führen, bekannt als Kropf. Die Schilddrüse versucht, den Mangel durch Vergrößerung auszugleichen, um mehr Hormone produzieren zu können, was jedoch ohne ausreichende Jodzufuhr nicht effektiv ist.

Um einen Jodmangel zu vermeiden, ist eine ausgewogene Ernährung wichtig, die jodreiche Lebensmittel wie Seefisch, Meeresfrüchte, Milchprodukte und, in vielen Ländern, jodiertes Speisesalz enthält. Die richtige Jodzufuhr unterstützt nicht nur die Funktion der Schilddrüse, sondern auch die allgemeine Gesundheit und das Wohlbefinden.

Wirkungsweise von Jod (Iod)

Der tägliche Bedarf von Jod (Iod) eines Erwachsenen beträgt etwa 200 Mikrogramm. Kinder bis zu einem Alter von 13 Jahren benötigen entsprechend weniger.

Schwangere und stillende Frauen wiederum sollten zwischen 230 und 260 Mikrogramm Jod am Tag zu sich nehmen. Bei älteren Personen wiederum sinkt der Jodbedarf wieder etwas.

Jodmangel ist ein weltweit auftretendes Problem. Zwar gilt Deutschland auch als Jodmangelgebiet, was die Böden betrifft - trotzdem kann man sich hier dank des Jodsalzes ausgewogen ernähren.

Bedeutung

Eine herausragende Bedeutung kommt dem Spurenelement Jod für die Schilddrüse zu. Eine Überfunktion der Schilddrüse beispielsweise und auch Schilddrüsenkrebs werden gezielt mit Jod behandelt.

Ein Mangel an Jod dagegen kann zu einer gefährlichen Vergrößerung der Schilddrüse führen - bekannt ist dies auch als sogenannter Kropf. Die Bedeutung von Jod für die Schilddrüse ist daher so enorm, weil Jod ein Bestandteil der Schilddrüsenhormone ist - etwa 70 bis 80 Prozent des aufgenommenen Jodes werden in der Schilddrüse verbraucht. Die Schilddrüsenhormone wiederum sind im Wesentlichen verantwortlich für das Wachstum und die Zellteilung.

Besonders schwangere Frauen sollten auf eine ausreichende Versorgung des Körpers mit dem Spurenelement Jod achten, denn ein Jodmangel kann Missbildungen des Embryos hervorrufen. Aus diesem Grund sollten auch Kinder besonders viel Jod zu sich nehmen, denn eine ausreichende Versorgung ist vor allem in der Phase des Wachstums ganz entscheidend. Körperliche und geistige Unterentwicklungen könnten die schlimme Folge eines Jodmangels im Kindesalter sein.

Ein Jodmangel macht sich meist erst in fortgeschrittenem Stadium bemerkbar. Typische Symptome dann sind Müdigkeit, Antriebsarmut und Konzentrationsstörungen. Die Haut kann müde, fahl und teigig aussehen, da sich vermehrt Flüssigkeit im Unterhautgewebe einlagert. Auch der Stimme kann man den Mangel an Jod anmerken: diese wird in vielen Fällen heiser und rau.

Jodmangel in Deutschland ist in den letzten Jahren allerdings deutlich seltener geworden, da vermehrt mit Jodsalz gewürzt wird. Eine Überdosierung mit Jod kann kaum passieren; lediglich wer an einer Überfunktion der Schilddrüse leidet, sollte auf die Einnahme von zu viel Jod verzichten. Jodtabletten wiederum sind für den Körper kaum schädlich, wenn auch unnötig. Nur bei einer deutlichen Überdosierung (beispielsweise wenn pro Tag ein Milligramm Jod aufgenommen wird), kann es zu Beschwerden im Magen- und Darmbereich sowie zu Hautausschlägen kommen. Schmerzen und Brennen sowie ein metallener Geschmack im Mund sind dann ebenfalls keine Seltenheit.

Wie hoch sind normale Referenzwerte

Die empfohlene Zufuhr von Jod variiert je nach Alter, Geschlecht und Lebensphase. Die Referenzwerte dienen als Richtlinien, um einen Jodmangel sowie eine übermäßige Zufuhr, die ebenfalls gesundheitsschädlich sein kann, zu vermeiden. Generell wird die Jodzufuhr in Mikrogramm (µg) pro Tag angegeben.

Für Säuglinge wird eine Zufuhr von etwa 50 µg pro Tag in den ersten sechs Lebensmonaten empfohlen, die auf 80 µg täglich im zweiten Lebenshalbjahr ansteigt. Kinder zwischen 1 und 8 Jahren sollten täglich etwa 90 µg aufnehmen, während für Kinder von 9 bis 13 Jahren etwa 120 µg empfohlen werden. Jugendliche und Erwachsene benötigen rund 150 µg Jod pro Tag.

Bei schwangeren Frauen steigt der Bedarf aufgrund der erhöhten Produktion von Schilddrüsenhormonen und der Versorgung des Fötus auf etwa 200 µg täglich an. Stillende Mütter benötigen sogar bis zu 260 µg, um sowohl ihren eigenen Bedarf als auch den des Säuglings durch die Muttermilch zu decken.

Diese Referenzwerte können je nach Empfehlungen nationaler und internationaler Gesundheitsorganisationen leicht variieren. Eine ausgewogene Ernährung, die jodreiche Lebensmittel wie Meeresfische, Milchprodukte und jodiertes Salz beinhaltet, kann in der Regel die Deckung dieser Bedarfe unterstützen.

Es ist jedoch wichtig, auf eine nicht zu hohe Zufuhr zu achten, da übermäßiges Jod zu Schilddrüsenfunktionsstörungen und anderen gesundheitlichen Problemen führen kann. In bestimmten Fällen, wie bei Schwangeren oder bei bekanntem Jodmangel, kann eine Supplementierung nach ärztlicher Beratung sinnvoll sein.

Kann zu viel Jod schaden?

Eine übermäßige Zufuhr von Jod kann tatsächlich schädlich sein und zu verschiedenen Gesundheitsproblemen führen. Obwohl Jod ein essenzielles Spurenelement ist, das für die Produktion von Schilddrüsenhormonen notwendig ist, kann eine zu hohe Aufnahme die Schilddrüsenfunktion beeinträchtigen und zu Störungen führen. Ein Zustand, der durch zu viel Jod verursacht wird, ist die sogenannte Jod-Induzierte Hyperthyreose, bei der die Schilddrüse zu viele Hormone produziert. Dies kann Symptome wie Gewichtsverlust, Herzklopfen, erhöhte Schwitzen, Nervosität und Schlafprobleme verursachen.

Ein weiteres potentielles Problem ist die Jod-Induzierte Hypothyreose, bei der eine übermäßige Jodaufnahme paradoxerweise zu einer verringerten Produktion von Schilddrüsenhormonen führen kann, was zu Symptomen wie Müdigkeit, Gewichtszunahme, Kälteintoleranz und Verlangsamung des Stoffwechsels führt.

Langfristig kann eine zu hohe Jodzufuhr auch das Risiko für bestimmte Arten von Schilddrüsenkrebs erhöhen und zur Entwicklung von Autoimmunerkrankungen der Schilddrüse beitragen, wie die Hashimoto-Thyreoiditis, eine Form der Hypothyreose, oder die Graves-Krankheit, die eine Hyperthyreose verursacht.

Die Empfindlichkeit gegenüber hohen Jodmengen kann individuell sehr unterschiedlich sein. Einige Menschen können hohe Dosen ohne offensichtliche negative Auswirkungen tolerieren, während bei anderen bereits bei moderater Überdosierung Symptome auftreten können. Daher ist es wichtig, die Zufuhr von Jod durch die Ernährung und gegebenenfalls Nahrungsergänzungsmittel sorgfältig zu überwachen und dabei die empfohlenen Tagesmengen nicht deutlich zu überschreiten, es sei denn, es wird aus medizinischen Gründen anders empfohlen.

Vorkommen in Lebensmitteln

Besonders reich an Jod sind Meeresfische und Meerestiere, doch auch in jodiertem Speisesalz und in Mineralwasser kommt Jod in mehr oder weniger großen Mengen vor. Selbst in Eiern und Milch sind nicht unbedeutende Jodanteile vorhanden.

Die Fischarten mit dem größten Jodgehalt sind Schellfisch, Seelachs und Scholle. Fisch als größter Jodlieferant sollte daher mindestens einmal wöchentlich auf dem Speiseplan stehen.

Mit einer ausgewogenen und gesunden Ernährung ist ein Jodmangel heutzutage eigentlich kaum möglich.

Die Einnahme von Jodpräparaten ist nicht nötig, kann allerdings bei schwangeren und stillenden Frauen durchaus verordnet werden. Auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch können auf Jodpräparate zurückgreifen.


Tipps für eine optimale Versorgung mit Jod

Eine optimale Versorgung mit Jod ist essentiell für die Gesundheit, insbesondere für die Schilddrüsenfunktion. Um einen angemessenen Jodstatus zu erreichen und aufrechtzuerhalten, können folgende Tipps hilfreich sein:

  • Vielfältige Ernährung: Integrieren Sie jodreiche Lebensmittel in Ihre Ernährung. Dazu gehören Seefisch wie Kabeljau, Schellfisch und Seelachs, Meeresfrüchte, Algen sowie Milch und Milchprodukte. Auch Eier enthalten Jod, vor allem wenn die Hühner jodiertes Futter erhalten haben.
  • Jodiertes Speisesalz verwenden: In vielen Ländern wird Speisesalz mit Jod angereichert. Die Verwendung von jodiertem Salz in moderaten Mengen kann einen Beitrag zur Jodversorgung leisten, ohne dabei den empfohlenen Salzkonsum zu überschreiten.
  • Aufnahme während Schwangerschaft und Stillzeit beachten: Schwangere und stillende Frauen haben einen erhöhten Jodbedarf. Es ist wichtig, dass sie ihren Jodstatus im Auge behalten und gegebenenfalls nach ärztlicher Empfehlung Jodsupplemente einnehmen.
  • Vorsicht mit Nahrungsergänzungsmitteln: Bei der Verwendung von Nahrungsergänzungsmitteln, die Jod enthalten, ist Vorsicht geboten. Die Dosierung sollte die empfohlene Tagesdosis nicht überschreiten, um eine Überdosierung zu vermeiden.
  • Regelmäßige Überprüfung: Besonders Personen mit Schilddrüsenerkrankungen oder diejenigen, die in Regionen mit niedriger Jodversorgung leben, sollten ihren Jodstatus regelmäßig ärztlich überprüfen lassen.
  • Bewusster Konsum von Algenprodukten: Obwohl Algen eine gute Jodquelle sind, kann der Jodgehalt stark variieren. Es ist wichtig, den Konsum zu moderieren und auf Produkte mit angegebenem Jodgehalt zurückzugreifen, um eine Überdosierung zu vermeiden.

Durch die Beachtung dieser Tipps kann das Risiko für Jodmangel oder eine Überdosierung minimiert und ein gesunder Jodstatus unterstützt werden.

Quellen

  • Dormann, A., Luley, C., Heer, C.: Laborwerte. Urban & Fischer, München 2005
  • Horn, F.: Biochemie des Menschen. Das Lehrbuch für das Medizinstudium. Thieme, Stuttgart 2018
  • Piper, W.: Innere Medizin. Springer, Berlin 2013

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