Kapselfibrose bei Brustimplantaten
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Kapselfibrose ist eine der häufigsten Komplikationen nach einer Brustimplantat-Operation. Sie tritt auf, wenn sich Narbengewebe um das Implantat bildet und es hart und deformiert erscheinen lässt. Falls Sie eine Verhärtung Ihrer Brust oder Veränderungen Ihrer Brustform bemerken, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen, um sicherzustellen, dass es sich nicht um eine Kapselfibrose handelt. Es ist wichtig, dass eine frühe Diagnose gestellt wird, um eine effektive Behandlung durchzuführen und mögliche Komplikationen zu minimieren.
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Statistik zur Kapselfibrose bei Brustimplantaten
Es gibt keine genauen Zahlen darüber, wie viele Frauen tatsächlich von einer Kapselfibrose bei Brustimplantaten betroffen sind, da sie nicht immer diagnostiziert oder gemeldet wird.
Man schätzt, dass etwa 5 bis 10 Prozent der Frauen mit Brustimplantaten von einer Kapselfibrose betroffen sind. Das Risiko steigt mit der Zeit und variiert je nach Implantat und Operationsmethode. Die Angaben in der Fachliteratur schwanken erheblich, weil leichte, nur tastbare Verhärtungen deutlich häufiger sind als die schmerzhaften, behandlungsbedürftigen Formen; je nachdem, welche Schweregrade mitgezählt werden, reichen die genannten Häufigkeiten von etwa 5 bis zu 25 Prozent.
Obwohl die Kapselfibrose eine bekannte Komplikation von Brustimplantaten ist, haben viele Frauen keine Symptome oder Erfahrungen damit. Wenn Sie jedoch eine Veränderung Ihrer Brustform, Größe oder Textur bemerken, sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, um eine Diagnose zu erhalten.
Bei einer Brustvergrößerung in München können Sie sich vor der Operation umfassend über die Risiken informieren.
Ursachen einer Kapselfibrose
Eine Kapselfibrose bei Brustimplantaten kann aus verschiedenen Gründen auftreten. Eine der häufigsten Ursachen ist eine Abwehrreaktion des Körpers auf das Implantat, was zu einer übermäßigen Produktion von Bindegewebe führt. Dies kann zu einer Verhärtung der Kapsel um das Implantat und somit zu den Symptomen der Kapselfibrose führen.
Andere Faktoren, die das Risiko einer Kapselfibrose erhöhen können, sind Infektionen, Blutungen während der Operation, schlechte Implantatposition, fehlende Stabilisierung des Implantats oder falsche Implantatform und -materialien. Auch das Rauchen gilt als Risikofaktor, weil es die Durchblutung des Gewebes und die Wundheilung beeinträchtigt. Zu beachten ist außerdem: Eine Bindegewebskapsel bildet der Körper um jedes Implantat, das ist normal und noch keine Komplikation; krankhaft ist erst, wenn diese Kapsel sich verdickt und zusammenzieht. Es ist wichtig, dass Sie sich bei einem Verdacht auf Kapselfibrose von einem plastischen Chirurgen untersuchen lassen, um die Ursache zu bestimmen und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
Symptome einer Kapselfibrose
Der Begriff Kapselkontraktur bezeichnet dasselbe Krankheitsbild wie die Kapselfibrose und wird gleichbedeutend verwendet. Eine Kapselkontraktur ist eine der häufigsten Komplikationen nach einer Brustimplantation und tritt bei etwa 10 % bis 25 % der Patientinnen auf. Dabei bildet der Körper eine harte Narbenkapsel um das Implantat herum, die sich zusammenzieht und das Implantat verformt.
Die Symptome können von leichten Verhärtungen bis zu Schmerzen, Veränderungen der Brustform und sichtbaren Deformitäten reichen. In extremen Fällen kann es auch zu einer Veränderung der Farbe der Haut und dem Platzen des Implantats kommen. Sie müssen sofort einen Arzt aufsuchen, wenn Sie Symptome einer Kapselkontraktur haben.
Wenn Sie eine Verhärtung Ihrer Brust bemerken, kann dies ein Anzeichen für eine Kapselfibrose sein. Die Verhärtung kann sich als sicht- oder fühlbarer Knoten zeigen und kann von Schmerzen begleitet sein. Diese Veränderung des Gewebes entsteht, wenn die Bindegewebskapsel, die sich um das Implantat bildet, zu fest und dick wird und auf das Implantat drückt. Wenn Sie diese Symptome bemerken, sollten Sie unbedingt Ihren Arzt aufsuchen, da eine Kapselfibrose auch zu weiteren Komplikationen führen kann.
Diagnose einer Kapselfibrose
Um eine Kapselfibrose bei Brustimplantaten diagnostizieren zu können, müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Wenn Sie den Verdacht auf eine Kapselfibrose haben, sollten Sie sich unverzüglich an Ihren behandelnden Arzt wenden.
Durch eine gründliche Anamnese und körperliche Untersuchung kann Ihr Arzt erste Hinweise auf eine Kapselfibrose erkennen.
Um eine gesicherte Diagnose zu stellen, müssen jedoch weitere Untersuchungen durchgeführt werden. Dazu zählen insbesondere die Mammografie oder Brust-MRT sowie der Ultraschall der Brust. Mithilfe dieser Untersuchungsmethoden kann eine Kapselfibrose und deren Ausprägung genau untersucht werden. Den Schweregrad teilen Ärzte nach der Baker-Klassifikation in vier Grade ein: Grad I bedeutet eine weiche, unauffällige Brust, Grad II eine tastbare Verhärtung, Grad III eine zusätzlich sichtbare Verformung und Grad IV eine harte, verformte und schmerzhafte Brust. Von dieser Einteilung hängt ab, ob überhaupt behandelt werden muss.
Anamnese und körperliche Untersuchung
Die Anamnese und körperliche Untersuchung dienen als erste Schritte zur Diagnose einer Kapselfibrose. Bei der Anamnese wird nach Symptomen wie Kapselkontraktur, Verhärtung der Brust und Brustformveränderungen gefragt. Zudem wird auch nach Vorerkrankungen oder Medikamenteneinnahme gefragt, die das Risiko für eine Kapselfibrose erhöhen können.
Die körperliche Untersuchung umfasst die Begutachtung des Aussehens und der Form der Brust sowie das Abtasten und Bewegen der Implantate. Dabei werden auch Schmerzempfindlichkeit und Beweglichkeit der Implantate überprüft. Sie sollten immer eine ärztliche Untersuchung wahrnehmen, wenn Sie Anzeichen einer Kapselfibrose haben oder sich Sorgen um Ihre Brustgesundheit machen.
Mammografie oder Brust-MRT
Die Mammografie und das Brust-MRT können weitere Informationen zur Diagnosestellung einer Kapselfibrose liefern. Bei der Mammografie wird die Brust mithilfe von Röntgenstrahlen untersucht, während beim MRT eine Magnetfeld- und Radiowellen-Technologie eingesetzt wird. Beide Untersuchungen können Aufschluss darüber geben, ob die Implantate intakt sind oder ob es Anzeichen für eine Kapselfibrose gibt.
Vor allem das MRT kann eine bessere Darstellung des Gewebes und der Implantate liefern. Bei der Untersuchung werden Sie gebeten, sich auf eine spezielle Liege zu legen und die Brust wird in eine Vorrichtung eingebettet, um eine gute Bildqualität zu gewährleisten. Eine Mammografie oder ein Brust-MRT ist nur dann notwendig, wenn körperliche Untersuchungen nicht ausreichend sind oder um eine Kapselfibrose in einem frühen Stadium zu erkennen.
Ultraschall der Brust
Ein weiteres Verfahren, das zur Diagnose einer Kapselfibrose eingesetzt wird, ist der Ultraschall der Brust. Hierbei wird eine Sonde auf die Brust aufgelegt, um hochfrequente Schallwellen zu erzeugen. Diese Schallwellen werden von den verschiedenen Gewebetypen in der Brust unterschiedlich stark reflektiert. Die reflektierten Schallwellen werden von der Sonde aufgefangen und auf einem Bildschirm dargestellt.
Der Arzt oder die Ärztin kann auf diese Weise Veränderungen des Implantats oder der umliegenden Gewebe erkennen. So lassen sich mit Ultraschall auch die Dicke der Kapsel und ihre Textur bewerten, um eine Kapselkontraktur zu diagnostizieren. Ultraschall ist ein sehr nützliches Werkzeug bei der Diagnose einer Kapselfibrose, da er schnell und einfach durchgeführt werden kann und keine ionisierende Strahlung verwendet wird.
Behandlung der Kapselfibrose
Wenn Sie von einer Kapselfibrose betroffen sind, hängt die geeignete Behandlung von verschiedenen Faktoren ab, wie dem Schweregrad der Symptome und der Art des Implantats. Es gibt sowohl konservative als auch operative Behandlungsmöglichkeiten. Bei leichteren Symptomen kann eine konservative Behandlung mit Massagen, physikalischen Maßnahmen wie einer Ultraschallbehandlung oder medikamentöser Therapie ausreichend sein.
In schwereren Fällen kann eine operative Behandlung notwendig werden. Dabei wird das Implantat entweder ausgetauscht oder entfernt. Eine weitere Möglichkeit ist die En-bloc-Entfernung des Implantates zusammen mit dem umgebenden Gewebe und der Fibrose-Kapsel. Die Behandlung einer Kapselfibrose bei Brustimplantaten sollten Sie von einem erfahrenen Facharzt durchführen lassen.
Operative Behandlung
Wenn konservative Maßnahmen nicht ausreichen oder die Kapselfibrose zu weit fortgeschritten ist, kann eine operative Behandlung notwendig sein. Dabei bestehen verschiedene Optionen je nach Schweregrad der Erkrankung. Es ist jedoch wichtig, dass Sie sich vor jeder Behandlung ausführlich von Ihrem Arzt beraten lassen und alle Risiken und Vorteile abwägen.
Mögliche operative Verfahren sind der Austausch der Implantate, die Entfernung des Implantates oder die En-bloc-Entfernung des Implantates. Bei einem Austausch der Implantate wird zugleich die verhärtete Bindegewebskapsel entfernt und ein neues Implantat eingesetzt; die Entfernung der Kapsel ist der entscheidende Schritt, ein bloßer Implantatwechsel genügt nicht. Auch nach einer vollständigen Entfernung der Kapsel kann sich erneut eine Kapselfibrose bilden, ein Rückfallrisiko bleibt also bestehen.
En-bloc-Entfernung des Implantates
Wenn Sie sich für die Entfernung des Implantates entscheiden, kann eine En-bloc-Entfernung in Erwägung gezogen werden. Hierbei wird das Implantat gemeinsam mit der umliegenden Kapsel entfernt, um eine Verbreitung von möglichen Implantatmaterialien im Körper zu vermeiden. Diese Methode sollte von erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden, um ein vollständiges Entfernen der Kapsel zu gewährleisten. Die En-bloc-Entfernung wird insbesondere bei Verdacht auf ein implantatassoziiertes anaplastisches großzelliges Lymphom (BIA-ALCL) empfohlen.
Fazit und Ausblick
Insgesamt ist die Kapselfibrose eine mögliche Komplikation bei der Brustvergrößerung mit Implantaten. Wenn Sie eine Brustvergrößerung planen oder bereits haben durchführen lassen, sollten Sie sich bewusst sein, dass das Risiko einer Kapselfibrose besteht. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass sich dieses Risiko mit der richtigen Auswahl der Implantate und regelmäßigen Kontrolluntersuchungen minimiert werden kann.
Wenn Sie Anzeichen einer Kapselfibrose bemerken, ist es wichtig, schnell einen Arzt aufzusuchen, um die richtige Behandlung zu erhalten. Das gilt besonders für ein plötzliches Anschwellen einer Brust oder eine Formveränderung, die erst Jahre nach der Operation auftritt: Dahinter kann eine späte Flüssigkeitsansammlung stecken, die abgeklärt gehört. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass eine sorgfältige Planung und Nachsorge das Risiko von Komplikationen bei einer Brustvergrößerung minimieren kann.
Quellen
- Berger, A., Hierner, R., Pallua, N. (Hrsg.): Plastische Chirurgie.
ISBN: 9783662488492
- Henne-Bruns, D. (Hrsg.): Duale Reihe Chirurgie.
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- Kreienberg, R. (Hrsg.): Mammakarzinom, interdisziplinär.
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- Böcker, W. u. a. (Hrsg.): Lehrbuch Pathologie.
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