Mittelhandknochenbruch

Im Bereich der Mittelhand befinden sich 5 Mittelhandknochen, die die Handwurzelknochen mit den Fingerknochen verbinden. Die ganze Hand besteht aus 27 Knochen. Durch starke Gewalteinwirkung beim Sport, durch einen Unfall oder Sturz kann es zum Mittelhandknochenbruch (medizinisch: Metacarpale-Fraktur) kommen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Mittelhandknochenbruch?

Ein Mittelhandknochenbruch ist ein Bruch im Bereich der fünf Mittelhandknochen. Im Bereich der Mittelhand gibt es verschiedenen Knochen: den Übergang von der Mittelhand zu den Fingerknochen nennt man Mittelhandköpfchen, der längere Bereich ist der Schaft und der Übergang des Mittelhandknochens, der Handwurzel und Mittelhand verbindet, heißt Basis des Handmittelknochens.

In allen drei Bereichen kann es sowohl zu offenen als auch geschlossenen Brüchen von einem oder mehreren Mittelhandknochen kommen. Handelt es sich um eine offene Wunde, müssen Knochenbruch und Hautverletzung gleichzeitig behandelt werden.

Ein Mittelhandknochenbruch kann bei jedem der Mittelhandknochen vorkommen. Durch den Bruch kommt es zu Schmerzen, Blutergüssen und Schwellungen in der Mittelhand und häufig auch zu Fehlstellungen durch eine verschobene Bruchstelle.

Ursachen

Mittelhandknochenbrüche können verschiedene Ursachen haben. Häufig sind Boxer von derartigen Knochenbrüchen betroffen, aber auch andere Sportler, besonders die, welche einen Gegenstand mit der Hand umgreifen müssen.

Bei einem Sturz kann es jeden treffen, wenn man ungünstig fällt und sich beim Abfangen beim Fallen einen oder mehrere Knochen der Mittelhand bricht.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Eine genaue Diagnose lässt sich nur mit Hilfe einer Röntgenaufnahmen stellen, die in verschiedenen Schichten dargestellt werden, um erkennen zu können, wie viele Knochen beim Mittelhandknochenbruch betroffen sind, ob sich die Knochen an der Bruchstelle verschoben haben und wie die Bruchlinie verläuft.

Normalerweise sind außer der Röntgenuntersuchung keine weiteren Untersuchungen notwendig, weil man die Bruchsituation anhand des Röntgenbildes gut beurteilen kann.

Wenn es zu einem Mittelhandknochenbruch gekommen ist, sollte man sofort die Hand ruhigstellen und kühlen. Wenn er schnell behandelt wird, heilt ein Mittelhandknochenbruch innerhalb weniger Wochen aus. Für die Zeit der Heilung muss die Hand ruhig gestellt werden.

Wenn der Knochenbruch nicht behandelt wird und falsch zusammenwächst, können bleibende Schäden entstehen, die die Beweglichkeit der Hand stark beeinträchtigen können.

Komplikationen

Durch den Mittelhandknochenbruch leiden die Betroffenen in erster Linie an starken Schmerzen. Die Hand selbst kann in der Regel nicht mehr bewegt werden, sodass es zu Bewegungseinschränkungen und zu verschiedenen Einschränkungen im Alltag des Patienten kommt. Weiterhin treten auch Blutergüsse und Schwellungen an der betroffenen Region auf und die Patienten leiden an starken Schmerzen an der Hand.

Diese können sich mitunter auch in den Arm ausbreiten und dort zu unangenehmen Beschwerden führen. Ebenso können nächtliche Schmerzen den Schlaf negativ beeinflussen und zu Schlafstörungen und weiterhin zu Depressionen führen. Damit es nicht zu Folgeschäden oder zu einer falschen Verwachsung des Knochens kommt, ist auf jeden Fall ein Besuch beim Arzt notwendig, um diese Beschwerden vorzubeugen.

In der Regel wird der Mittelhandknochenbruch mit Hilfe eines Gipsverbandes relativ einfach geheilt und behandelt. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. In einigen Fällen sind weiterhin auch Maßnahmen der Physiotherapie notwendig, um die Beschwerden vollständig einzuschränken und die Bewegung der Hand wiederherzustellen. Allerdings kann es auch nach der Behandlung der Fraktur zu Störungen der Sensibilität oder zu Lähmungen an der Hand kommen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Erkrankung nicht verringert oder eingeschränkt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Fraktur des Mittelhandknochens sollte in der Regel immer von einem Arzt versorgt werden. Nur wer sich für eine ärztliche Behandlung entscheidet, der kann eine vollständige und zeitnahe Genesung erwarten. Eine solche Fraktur wird im Normalfall von starken und beinahe unausstehlichen Schmerzen begleitet, sodass betroffene Personen unmittelbar einen Arzt aufsuchen. Dadurch kann schnellstmöglich eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. In einigen Fällen ist sogar ein operativer Eingriff möglich, um eine komplikationsfreie Heilung zu ermöglichen. Anders sieht die Sache aus, wenn lediglich ein Haarriss vorliegt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Riss im Knochen, der nicht so schmerzhaft ist, wie eine bestehende Fraktur.

In vielen Fällen nehmen betroffene Personen einen solchen Haarriss überhaupt nicht wahr, da dieser nur von einem geringen Schmerz begleitet wird. Der Bewegungsablauf ist nur bedingt eingeschränkt, sodass oftmals nicht der Verdacht einer Fraktur besteht. Der Vorteil: Ein solcher Riss im Knochen wächst in den meisten Fällen völlig selbstständig und ohne ärztliche Versorgung zusammen. Somit muss in so einem Fall nicht zwingend ein Besuch beim Arzt erfolgen. Wenn jedoch eine Fraktur des Knochens vorliegt, muss zwingend ein Besuch beim Arzt erfolgen, um eine vollständige Heilung zu ermöglichen.

Behandlung & Therapie

Ein Mittelhandknochenbruch kann je nach betroffenem Bereich auf unterschiedliche Weise behandelt werden.

Köpfchenbrüche oder im Bereich um das Köpfchen herum können nicht operiert werden. Sie werden eher gerichtet und anschließend ca. 3 - 6 Wochen durch einen Gipsverband ruhig gestellt. Wenn durch den Mittelhandknochenbruch Knochen stärker verschoben sind, ist aber eine Operation des Bruches notwendig, um spätere Schäden auszuschließen.

Offene Brüche müssen in der Regel immer operiert werden wegen des hohen Infektrisikos einer offenen Wunde. Der Verlauf der Heilung kann mit Röntgenuntersuchungen überwacht werden. Meistens kann schon ein paar Tage nach der Behandlung vorsichtig mit Physiotherapie begonnen werden, um die Beweglichkeit und die Kraft der Hand ganz langsam wiederherzustellen.

In den meisten Fällen heilt der Mittelhandknochenbruch durch Ruhigstellung mit einem Gipsverband innerhalb weniger Wochen wieder aus. Bei offenen Brüchen kann es manchmal zu Komplikationen kommen, wenn sich die Wunde entzündet oder es zu Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen kommt. Wenn der Bruch gut gerichtet oder operiert wird, kommt es auch nicht zu Fehlstellungen oder Beweglichkeitseinschränkungen.

Anfangs können noch Schwellungen oder Taubheitsgefühle auftreten oder Schmerzen beim Wetterwechsel auftreten, die meistens jedoch einige Monate später verschwinden. Auch die Beweglichkeit der Mittelhand stellt sich erst nach und nach wieder ein.

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Aussicht & Prognose

Die Prognose der Patienten mit Mittelhandknochenbruch ist in den meisten Fällen gut. Im Röntgenbild kann der Bruch noch lange sichtbar sein, obwohl sich schon nach drei Wochen ein neues Knochengewebe bildet und der betroffene Knochen dadurch erneut ausreichende Stabilität bekommt. Sobald die Betroffenen im Bruchbereich keine Druckschmerzen mehr verspüren, kann und soll die gebrochene Hand intensiv jedoch ohne Belastung bewegt werden. Nach fünf Wochen kann langsam und unter Beachtung der eigenen Schmerzgrenzen, damit begonnen werden die Hand erneut zu belasten.

Wenn der Bruch rasch behandelt wird, heilt er für gewöhnlich innerhalb nur weniger Wochen aus. Allerdings sollte in der Zeit der Heilung die Hand absolut ruhig gestellt werden. Sollte der Bruch nicht behandelt werden und dadurch falsch zusammenwachsen, können langfristige Schäden entstehen die vor allem die Beweglichkeit der Hand sehr beeinträchtigen. In wenigen Fällen ist zudem eine Physiotherapie nötig, um die Beschwerden vollständig zu beseitigen und besonders die Bewegungsfähigkeit wieder herzustellen. Es kann jedoch auch nach einer Behandlung zu Störungen in der Sensibilität und sogar zu Lähmungen der Hand kommen. In manchen sehr seltenen Fällen heilt der Mittelhandknochenbruch nicht wie gewünscht aus. Die Enden des Knochenbruchs wachsen dann nicht wieder zusammen, und es bildet sich stattdessen ein „falsches Gelenk“ aus.

Vorbeugung

In den meisten Fällen kann man einem Mittelhandknochenbruch nicht vorbeugen, ausgenommen bei bestimmten Sportarten. Bei hoher Verletzungsgefahr sollte man die gefährdeten Bereiche optimal vor Gewalteinwirkung schützen. Stürze kann man meistens nicht vermeiden, denn sie passieren plötzlich und unbewusst, selbst wenn man aufmerksam ist.

Beim Skateboardfahren oder Inlineskaten trägt man in der Regel besondere Schutzkleidung wie auch in einigen Sportarten wie Football oder Rugby, in denen die Spieler durch intensiveren Körperkontakt im Bereich der Hände stärker gefährdet sind.

Das können Sie selbst tun

Ein Mittelhandknochenbruch muss in der Regel von einem Arzt in jedem Fall behandelt werden. Sollte eine ärztliche Behandlung nicht eintreten, so kann der Knochen falsch verwachsen, sodass es zu Schmerzen und zu weiteren Komplikationen kommen kann.

Bei einem Mittelhandknochenbruch muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden, falls es sich um einen Unfall handelt. Die Heilung des Bruches kann durch die Ruhigstellung und die Schonung der Hand deutlich beschleunigt werden. Der Betroffene sollte dabei von anstrengenden Tätigkeiten oder von Sportarten absehen. Auch die Zufuhr von Spurenelementen und Mineralien kann sich positiv auf das Wachstum des Knochens und die Heilung auswirken. Die meisten Patienten sind bei diesem Bruch auch auf eine Therapie angewiesen. Mit dieser kann schon einige Tage nach dem Eingipsen begonnen werden, um die Beweglichkeit der Hand vollständig wiederherzustellen. Der Patient kann dabei auch zu Hause verschiedene Übungen durchführen.

Bei Schwellungen oder Taubheitsgefühlen sind einige Patienten auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. In der Regel sollten hier die Angehörigen oder die Freunde dem Betroffenen zur Seite stehen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Verletzung in der Regel nicht negativ beeinflusst.

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
  • Niethard, F., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2014

Autor

Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 20. Dezember 2018

Mein Name ist Dr. med. Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

HEIDI kommentierte am 11.09.2016

Ich habe einen Metacarpale Bruch-V an der rechten Hand. Dieser war stark geschwollen und wurde trotz meines Protestes sofort eingegibst, von einem Assistenzarzt. Er legte die Hand in einen Gipsverband. Schon am nächsten Tag sah sich ein Arzt meine Hand an, weil ich wahnsinnige Schmerzen bekam und das was ich sehen konnte stark geschwollen war. Dem Assistensarzt hatte ich aber vorher daraufhingewiesen, ich hatte schon zweimal an der linken Hand, nach Gips, einen Morbus-Sudeck bekommen. Es stellten mindestens vier Ärzte fest, dass der Gips viel zu eng war und darum entstand wieder ein CRPS. Inwieweit hat der Arzt jetzt daran Schuld? Ich habe jetzt eine Krallenhand welche ich nicht mehr gebrauchen kann.

Joanna kommentierte am 24.10.2016

Ich hatte einen Longboard Unfall. Ich bin mit der Hand auf den Boden geknallt. Sie ist taub und ich spüre nichts, außer wenn ich sie bewege, dann könnte ich hüpfen vor Schmerzen. Beim Arbeiten spüre ich ein Ziehen und beim Heben oder auf- und ablaufen brennt es. Kann es eine Fraktur sein?