Mittelhandknochenbruch
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Im Bereich der Mittelhand befinden sich 5 Mittelhandknochen, die die Handwurzelknochen mit den Fingerknochen verbinden. Die ganze Hand besteht aus 27 Knochen. Durch starke Gewalteinwirkung beim Sport, durch einen Unfall oder Sturz kann es zum Mittelhandknochenbruch (medizinisch: Metacarpale-Fraktur) kommen.
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Was ist ein Mittelhandknochenbruch?
Ein Mittelhandknochenbruch ist ein Bruch im Bereich der fünf Mittelhandknochen. Im Bereich der Mittelhand unterscheidet man verschiedene Knochenabschnitte: den Übergang von der Mittelhand zu den Fingerknochen nennt man Mittelhandköpfchen, der längere Bereich ist der Schaft und der Übergang des Mittelhandknochens, der Handwurzel und Mittelhand verbindet, heißt Basis des Mittelhandknochens.
In allen drei Bereichen kann es sowohl zu offenen als auch geschlossenen Brüchen von einem oder mehreren Mittelhandknochen kommen. Handelt es sich um eine offene Wunde, müssen Knochenbruch und Hautverletzung gleichzeitig behandelt werden.
Ein Mittelhandknochenbruch kann bei jedem der Mittelhandknochen vorkommen. Durch den Bruch kommt es zu Schmerzen, Blutergüssen und Schwellungen in der Mittelhand und häufig auch zu Fehlstellungen durch eine verschobene Bruchstelle.
Ursachen
Bei einem Sturz kann es jeden treffen, wenn man ungünstig fällt und sich beim Abfangen beim Fallen einen oder mehrere Knochen der Mittelhand bricht.
Die mit Abstand häufigste Form ist die sogenannte Boxerfraktur: der Bruch des fünften Mittelhandknochens dicht unterhalb des Köpfchens, der entsteht, wenn die geballte Faust gegen einen harten Gegenstand schlägt. Betroffen sind keineswegs nur Boxer – häufiger sind es Menschen, die im Streit gegen eine Wand oder eine Tür geschlagen haben.
Typische Symptome & Anzeichen
Diagnose & Verlauf
Eine genaue Diagnose lässt sich nur mit Hilfe von Röntgenaufnahmen stellen, die in verschiedenen Ebenen angefertigt werden, um erkennen zu können, wie viele Knochen beim Mittelhandknochenbruch betroffen sind, ob sich die Knochen an der Bruchstelle verschoben haben und wie die Bruchlinie verläuft.
Normalerweise sind außer der Röntgenuntersuchung keine weiteren Untersuchungen notwendig, weil man die Bruchsituation anhand des Röntgenbildes gut beurteilen kann.
Ergänzt wird das Röntgenbild durch eine einfache Prüfung am Patienten: Beim langsamen Faustschluss müssen alle Fingerkuppen zum Kahnbein am Daumenballen zeigen. Überkreuzen sich stattdessen zwei Finger, sind die Bruchstücke gegeneinander verdreht. Dieser sogenannte Rotationsfehler ist auf dem Röntgenbild oft kaum zu erkennen, entscheidet aber über die weitere Behandlung.
Wenn es zu einem Mittelhandknochenbruch gekommen ist, sollte man sofort die Hand ruhigstellen und kühlen. Wenn er schnell behandelt wird, heilt ein Mittelhandknochenbruch innerhalb weniger Wochen aus. Für die Zeit der Heilung muss die Hand ruhig gestellt werden.
Wenn der Knochenbruch nicht behandelt wird und falsch zusammenwächst, können bleibende Schäden entstehen, die die Beweglichkeit der Hand stark beeinträchtigen können.
Komplikationen
Diese können sich mitunter auch in den Arm ausbreiten und dort zu unangenehmen Beschwerden führen. Ebenso können nächtliche Schmerzen den Schlaf negativ beeinflussen und zu Schlafstörungen und weiterhin zu Depressionen führen. Damit es nicht zu Folgeschäden oder zu einer falschen Verwachsung des Knochens kommt, ist auf jeden Fall ein Besuch beim Arzt notwendig, um diesen Beschwerden vorzubeugen.
In der Regel wird der Mittelhandknochenbruch mit Hilfe eines Gipsverbandes relativ einfach geheilt und behandelt. Dabei kommt es nicht zu besonderen Komplikationen. In einigen Fällen sind weiterhin auch Maßnahmen der Physiotherapie notwendig, um die Beschwerden vollständig zu beseitigen und die Bewegung der Hand wiederherzustellen. Allerdings kann es auch nach der Behandlung der Fraktur zu Störungen der Sensibilität oder zu Lähmungen an der Hand kommen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Erkrankung nicht verringert oder eingeschränkt.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Eine Fraktur des Mittelhandknochens sollte in der Regel immer von einem Arzt versorgt werden. Nur wer sich für eine ärztliche Behandlung entscheidet, der kann eine vollständige und zeitnahe Genesung erwarten. Eine solche Fraktur wird im Normalfall von starken und beinahe unausstehlichen Schmerzen begleitet, sodass betroffene Personen unmittelbar einen Arzt aufsuchen.
Dadurch kann schnellstmöglich eine entsprechende Behandlung eingeleitet werden. In einigen Fällen ist sogar ein operativer Eingriff erforderlich, um eine komplikationsfreie Heilung zu ermöglichen. Anders sieht die Sache aus, wenn lediglich ein Haarriss vorliegt. Dabei handelt es sich um einen kleinen Riss im Knochen, der nicht so schmerzhaft ist wie eine bestehende Fraktur.
In vielen Fällen nehmen betroffene Personen einen solchen Haarriss überhaupt nicht wahr, da dieser nur von einem geringen Schmerz begleitet wird. Der Bewegungsablauf ist nur bedingt eingeschränkt, sodass oftmals nicht der Verdacht einer Fraktur besteht. Ein solcher Riss im Knochen wächst in den meisten Fällen selbstständig wieder zusammen. Ob tatsächlich nur ein Haarriss und nicht doch ein verschobener Bruch vorliegt, lässt sich allerdings ohne Röntgenaufnahme nicht beurteilen. Halten Schmerzen oder Schwellung nach einem Schlag oder Sturz an, sollte die Hand deshalb in jedem Fall ärztlich untersucht werden. Wenn eine Fraktur des Knochens vorliegt, muss zwingend ein Besuch beim Arzt erfolgen, um eine vollständige Heilung zu ermöglichen.
Behandlung & Therapie
Ein Mittelhandknochenbruch kann je nach betroffenem Bereich auf unterschiedliche Weise behandelt werden. Köpfchenbrüche oder Brüche im Bereich um das Köpfchen herum müssen meist nicht operiert werden. Sie werden eher gerichtet und anschließend ca. 3 - 6 Wochen durch einen Gipsverband ruhig gestellt. Wenn durch den Mittelhandknochenbruch Knochen stärker verschoben sind, ist aber eine Operation des Bruches notwendig, um spätere Schäden auszuschließen.
Ausschlaggebend für diese Entscheidung ist weniger das Ausmaß der Verschiebung als die Art der Fehlstellung. Ein Rotationsfehler, bei dem sich die Finger beim Faustschluss überkreuzen, muss immer korrigiert und in der Regel operativ stabilisiert werden, weil sonst der Faustschluss dauerhaft gestört bleibt. Eine reine Abkippung des Köpfchens nach innen wird dagegen gerade am fünften Mittelhandknochen in erheblichem Umfang toleriert, da sie die Funktion der Hand kaum beeinträchtigt.
Offene Brüche müssen in der Regel immer operiert werden wegen des hohen Infektrisikos einer offenen Wunde. Der Verlauf der Heilung kann mit Röntgenuntersuchungen überwacht werden. Meistens kann schon ein paar Tage nach der Behandlung vorsichtig mit Physiotherapie begonnen werden, um die Beweglichkeit und die Kraft der Hand ganz langsam wiederherzustellen.
In den meisten Fällen heilt der Mittelhandknochenbruch durch Ruhigstellung mit einem Gipsverband innerhalb weniger Wochen wieder aus. Bei offenen Brüchen kann es manchmal zu Komplikationen kommen, wenn sich die Wunde entzündet oder es zu Nachblutungen oder Wundheilungsstörungen kommt. Wenn der Bruch gut gerichtet oder operiert wird, kommt es auch nicht zu Fehlstellungen oder Beweglichkeitseinschränkungen.
Anfangs können noch Schwellungen oder Taubheitsgefühle sowie Schmerzen beim Wetterwechsel auftreten, die meistens jedoch einige Monate später verschwinden. Auch die Beweglichkeit der Mittelhand stellt sich erst nach und nach wieder ein.
Aussicht & Prognose
Die Prognose der Patienten mit Mittelhandknochenbruch ist in den meisten Fällen gut. Im Röntgenbild kann der Bruch noch lange sichtbar sein, obwohl sich schon nach drei Wochen ein neues Knochengewebe bildet und der betroffene Knochen dadurch erneut ausreichende Stabilität bekommt. Sobald die Betroffenen im Bruchbereich keine Druckschmerzen mehr verspüren, kann und soll die gebrochene Hand intensiv, jedoch ohne Belastung bewegt werden. Nach fünf Wochen kann langsam und unter Beachtung der eigenen Schmerzgrenzen damit begonnen werden, die Hand erneut zu belasten.
Wenn der Bruch rasch behandelt wird, heilt er für gewöhnlich innerhalb nur weniger Wochen aus. Allerdings sollte in der Zeit der Heilung die Hand absolut ruhig gestellt werden. Sollte der Bruch nicht behandelt werden und dadurch falsch zusammenwachsen, können langfristige Schäden entstehen, die vor allem die Beweglichkeit der Hand sehr beeinträchtigen.
In wenigen Fällen ist zudem eine Physiotherapie nötig, um die Beschwerden vollständig zu beseitigen und besonders die Bewegungsfähigkeit wieder herzustellen. Es kann jedoch auch nach einer Behandlung zu Störungen in der Sensibilität und sogar zu Lähmungen der Hand kommen. In manchen sehr seltenen Fällen heilt der Mittelhandknochenbruch nicht wie gewünscht aus. Die Enden des Knochenbruchs wachsen dann nicht wieder zusammen, und es bildet sich stattdessen ein „falsches Gelenk“ (Pseudarthrose) aus.
Vorbeugung
In den meisten Fällen kann man einem Mittelhandknochenbruch nicht vorbeugen, ausgenommen bei bestimmten Sportarten. Bei hoher Verletzungsgefahr sollte man die gefährdeten Bereiche optimal vor Gewalteinwirkung schützen. Stürze kann man meistens nicht vermeiden, denn sie passieren plötzlich und unbewusst, selbst wenn man aufmerksam ist.
Beim Skateboardfahren oder Inlineskaten trägt man in der Regel besondere Schutzkleidung wie auch in einigen Sportarten wie Football oder Rugby, in denen die Spieler durch intensiveren Körperkontakt im Bereich der Hände stärker gefährdet sind.
Nachsorge
Dem Betroffenen stehen bei einem Mittelhandknochenbruch in den meisten Fällen nur wenige und auch nur eingeschränkte Maßnahmen der direkten Nachsorge zur Verfügung. Aus diesem Grund ist der Betroffene in aller erster Linie auf eine frühzeitige Diagnose angewiesen, damit es im weiteren Verlauf nicht zu anderen Komplikationen oder Beschwerden kommt. Auf eine Selbstheilung sollte man sich dabei nicht verlassen, sodass für das richtige Zusammenwachsen der Knochen auf jeden Fall ein Arzt kontaktiert werden sollte.
In erster Linie sollten unnötige Belastungen der Hand nach der Ruhigstellung mit einem Gips vermieden werden. Dabei sind auch Maßnahmen einer Krankengymnastik oder einer Physiotherapie in vielen Fällen notwendig, um die Beweglichkeit der Hand wieder zu steigern. Viele der Übungen aus solchen Therapien kann der Betroffene auch in seinem eigenen Zuhause durchführen und damit die Heilung beschleunigen.
Sollte es beim Mittelhandknochenbruch zu Taubheitsgefühlen kommen, ist es ratsam, einen Arzt aufzusuchen, da dabei eventuell eine weitere Behandlung notwendig ist. Die Krankheit verringert in der Regel nicht die Lebenserwartung des Betroffenen, wobei keine weiteren Maßnahmen einer Nachsorge mehr notwendig sind.
Das können Sie selbst tun
Bei einem Mittelhandknochenbruch muss sofort ein Krankenhaus aufgesucht oder ein Notarzt gerufen werden, falls es sich um einen Unfall handelt. Die Heilung des Bruches kann durch die Ruhigstellung und die Schonung der Hand deutlich beschleunigt werden. Der Betroffene sollte dabei von anstrengenden Tätigkeiten oder von Sportarten absehen. Auch die Zufuhr von Spurenelementen und Mineralien kann sich positiv auf das Wachstum des Knochens und die Heilung auswirken. Die meisten Patienten sind bei diesem Bruch auch auf eine Therapie angewiesen. Mit dieser kann schon einige Tage nach dem Eingipsen begonnen werden, um die Beweglichkeit der Hand vollständig wiederherzustellen. Der Patient kann dabei auch zu Hause verschiedene Übungen durchführen.
Bei Schwellungen oder Taubheitsgefühlen sind einige Patienten auf die Hilfe anderer Menschen angewiesen. In der Regel sollten hier die Angehörigen oder die Freunde dem Betroffenen zur Seite stehen. Die Lebenserwartung des Patienten wird durch diese Verletzung in der Regel nicht negativ beeinflusst.
Quellen
- Sauerbier, M., Eisenschenk, A., Krimmer, H., Langer, M. F. (Hrsg.): Die Handchirurgie.
ISBN: 9783437236365
- Spies, C. K., Quadlbauer, S., Leixnering, M., Unglaub, F. (Hrsg.): Expertenwissen Handchirurgie.
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- Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Duale Reihe Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Wirth, C. J., Mutschler, W., Kohn, D., Pohlemann, T. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783131406439
- Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J.: Duale Reihe Radiologie.
ISBN: 9783132444621

