Orthopantomographie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 3. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Orthopantomographie ist eine unkomplizierte Untersuchung, die den kompletten Kieferbereich darstellt. Für die Aufnahmen werden Röntgenstrahlen eingesetzt. Dank der geringen Belastung handelt es sich für Zahnärzte um eine risikoarme Möglichkeit, diagnostische Aufnahmen des Kiefer- und Halsbereiches zu machen.

Der Begriff setzt sich aus griechischen Wortbestandteilen zusammen und beschreibt der Sache nach eine Schichtaufnahme, die den gesamten Zahnbogen in einer einzigen, gleichsam aufgeklappten Ansicht wiedergibt. Sie ersetzt keine gezielte Einzelaufnahme, sondern liefert den Überblick, aus dem sich ergibt, wo genauer hingeschaut werden muss.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Orthopantomographie?

Orthopantomographie
Die Orthopantomographie ist eine unkomplizierte Untersuchung, die den kompletten Kieferbereich darstellt.

Bei der Orthopantomographie handelt es sich um eine Röntgenaufnahme des dentalen Bereiches. Neben den Gelenken des Kiefers zeigt diese Untersuchung beide Kieferhöhlen, die Zähne sowie die sich in direkter Umgebung befindlichen Bereiche des Kiefers. Sogar die Seiten des Halses werden abgebildet. Die Orthopantomographie stammt aus Finnland und wurde vom Unternehmen Palomex entwickelt.

Mittlerweile zählt diese auch unter dem Namen Panorama-Schichtaufnahme bekannte Untersuchung zu den standardmäßigen Praktiken im radiographischen Arbeitsbereich der Medizin. Mehrere Abkürzungen finden für dieses Verfahren ebenfalls Verwendung. Dies sind OPT, OPG sowie OPTG. Die Orthopantomographie führen Zahnärzte in einer Praxis oder in einer Klinik durch. Benötigt wird für die Aufnahmen des dentalen Bereiches das OPT-Gerät. Der Vorteil dieser Untersuchung liegt darin, dass sich Patienten lediglich einer einzigen Orthopantomographie unterziehen müssen. Da sie so viele Bereiche abbildet, ist die Erstellung mehrerer Röntgenaufnahmen in diversen Untersuchungen überflüssig. Im Zuge dieser einen Orthopantomographie entwickeln Zahnärzte meist komplette Planungen für die Behandlung.

Das Besondere an der Aufnahme ist, dass sie keine einfache Durchleuchtung darstellt, sondern eine Schichtaufnahme. Röntgenröhre und Aufnahmeeinheit sitzen an einem gemeinsamen Ausleger und bewegen sich gegenläufig um den Kopf des Patienten. Dadurch bleibt nur eine bogenförmige Schicht scharf abgebildet – jene, die auf den Verlauf des Zahnbogens abgestimmt ist. Strukturen, die davor oder dahinter liegen, verwischen und treten im Bild zurück. Auf diese Weise entsteht aus einem gekrümmten, räumlichen Bereich eine flache Darstellung, in der Oberkiefer und Unterkiefer nebeneinander erscheinen, als wäre der Kiefer aufgeklappt worden.

Abgebildet werden neben den Zähnen auch die Zahnwurzeln und die sie umgebenden Knochenfächer, die Kieferhöhlen, die aufsteigenden Unterkieferäste, die Kiefergelenkköpfchen und der Verlauf des Nervenkanals im Unterkiefer. Bei Kindern und Jugendlichen zeigt die Aufnahme zusätzlich die noch im Knochen liegenden Zahnkeime und den Stand des Zahnwechsels. Gerade diese Übersicht macht das Verfahren für die Planung zahnärztlicher und kieferorthopädischer Behandlungen so nützlich.

Die Entwicklung der Panoramaschichtaufnahme geht auf Arbeiten in Finnland um die Mitte des 20. Jahrhunderts zurück. Von dort verbreitete sich das Verfahren rasch, weil es einen Bedarf deckte, den Einzelaufnahmen nicht erfüllen konnten: einen schnellen Überblick über beide Kiefer in einem einzigen Bild. Heute gehört ein Panoramagerät zur Ausstattung vieler zahnmedizinischer Praxen, in Kliniken steht es meist in einer eigenen Röntgeneinheit. Dass die Aufnahme inzwischen überwiegend digital erfolgt, hat den Ablauf verändert: Das Bild steht unmittelbar zur Verfügung, lässt sich in Helligkeit und Kontrast anpassen, vergrößern und in der Patientenakte ablegen, und Wiederholungen wegen einer misslungenen Belichtung sind seltener geworden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Für die Orthopantomographie benötigen Zahnärzte ein OPT-Gerät. Dieses funktioniert mit der in der Radiographie weit verbreiteten Röntgen-Technik. Verbaut sind in diesem Gerät entweder eine Zeilenkamera oder eine Film-Kassette. Dies sind die beiden möglichen Aufnahmegeräte. Film-Kassetten sind dabei weitgehend durch digitale Sensoren abgelöst worden. Im Zuge der Aufnahme wird das Gesicht des Patienten mit dem Aufnahmegerät umfahren. Dies entspricht einem Halbkreis.

Dabei werden Strahlen ausgesendet, die den Kiefer durchleuchten. Dabei treten die Strahlen in Bündeln auf. Diese haben eine Größe von 0,25 mm. Auf dem Weg zum Aufnahmegerät erweitern sie sich auf 3 mm. Dank der ausgeklügelten Technik handelt es sich um eine effektive Tomographie, die die Kieferbereiche gekrümmt abbildet. Während der Orthopantomographie steht der Patient, da das Gerät für diese Körperhaltung gebaut ist. Dieses Prozedere wird für ihn allerdings dadurch leichter, dass er sich an Griffen festhalten kann. Während der Aufnahmen muss der Patient auf eine Platte beißen. Dies tut er mit seinen Vorderzähnen. Da sich der Kopf ohne Befestigung unkontrolliert bewegen könnte, muss er fixiert werden. So vermeiden die Ärzte Verwacklungen, mit denen die Aufnahmen unbrauchbar wären.

Die Untersuchung ist für den Patienten komplett schmerzfrei. Das Einzige, was von ihm verlangt wird, ist Konzentration. Trotz der Fixierung des Kopfes muss er schließlich stillhalten, damit die Aufnahmen mit dem OPT-Gerät gelingen. Das Ziel der Orthopantomographie liegt darin, aussagekräftige Aufnahmen des Kiefers inklusive der Zähne zu bekommen. Mit ihnen zielen Ärzte darauf ab, eindeutige Diagnosen zu stellen. Allerdings geht mit diesem Verfahren auch ein Nachteil einher, der die Diagnose erschweren kann. Die Halswirbelsäule befindet sich in der Mitte und überschneidet sich mit den Frontzähnen oben und unten. Die Orthopantomographie gilt dennoch als bequemes und einfaches Verfahren zum Stellen verlässlicher Diagnosen. Dies gilt nicht nur für Schäden an den Zähnen oder klare Erkenntnisse hinsichtlich der Weisheitszähne. Da Teile des Halses aufgenommen werden, sind unter Umständen Verkalkungen von Blutgefäßen sichtbar. Betroffen sind dabei vor allem die Halsschlagadern.

Sind die Arterien verkalkt, besteht in der Folge die Gefahr eines Herzinfarktes oder Schlaganfalles. Demzufolge kann die Panorama-Schichtaufnahme nicht nur Zahnärzten, sondern auch Herz-Kreislauf-Spezialisten helfen. Insgesamt ist es mit dieser Untersuchung möglich, pathologische Zusammenhänge und ihre Folgen für das Kausystem des Menschen zu erkennen. Ursachen von Schmerzen im Kiefer oder Probleme mit den Weisheitszähnen identifizieren Zahnärzte mit der Orthopantomographie zuverlässig. Bei erkannten Krankheiten in den Halsschlagadern sollten allerdings weitere Untersuchungen folgen.

Angezeigt ist eine Panoramaschichtaufnahme immer dann, wenn ein Überblick über beide Kiefer gebraucht wird und Einzelaufnahmen dafür nicht ausreichen. Typische Anlässe sind die Planung vor der Entfernung verlagerter Weisheitszähne, die Vorbereitung eines Zahnimplantats, bei der das Knochenangebot und die Lage des Nervenkanals abgeschätzt werden müssen, die kieferorthopädische Behandlungsplanung, der Verdacht auf eine Zyste oder eine andere knöcherne Veränderung, die Suche nach verbliebenen Wurzelresten, die Beurteilung des Knochenverlaufs bei fortgeschrittener Parodontitis, die Abklärung eines Kieferbruchs nach einem Unfall sowie die Untersuchung der Kiefergelenke bei Beschwerden beim Kauen oder Mundöffnen. Auch vor umfangreicheren Sanierungen mit Zahnersatz verschafft sie einen raschen Gesamteindruck.

Ebenso wichtig ist, wofür die Aufnahme nicht gedacht ist. Für die Suche nach Karies zwischen den Zähnen reicht ihre Detailauflösung nicht aus; dafür werden kleine Einzelaufnahmen angefertigt, die den Zahnzwischenraum unverzerrt wiedergeben. Für Fragen, bei denen es auf die dritte Dimension ankommt – etwa auf die genaue Lage eines verlagerten Zahns nach innen oder außen –, genügt ein flaches Übersichtsbild ebenfalls nicht; hier kommen die digitale Volumentomographie oder eine Computertomographie in Betracht, die den Kiefer räumlich darstellen, aber mit höherem Aufwand verbunden sind.

Vor der Aufnahme legt der Patient alle metallhaltigen Gegenstände im Kopf- und Halsbereich ab – Ohrringe, Halsketten, Haarspangen, Piercings, Brille und herausnehmbaren Zahnersatz –, weil solche Teile sich als helle Strukturen abbilden und Befunde überdecken können. Danach folgt die Einstellung, die über die Bildqualität entscheidet: Das Kinn liegt auf einer Auflage, die Vorderzähne fassen die Aufbissvorrichtung, Stützen an den Schläfen halten den Kopf in der Mittellinie, und Lichtlinien am Gerät helfen bei der Kontrolle der Kopfhaltung. Der Patient wird gebeten, die Schultern zu senken, die Lippen zu schließen und die Zunge an den Gaumen zu legen. Bleibt zwischen Zunge und Gaumen Luft, zeichnet sich diese als dunkler Streifen über den Wurzeln der Oberkieferzähne ab und kann die Beurteilung erschweren. Der Umlauf selbst dauert nur kurz; die gesamte Untersuchung einschließlich Einstellung ist meist nach wenigen Minuten beendet.

Die Auswertung folgt in der Regel einem festen Muster, damit kein Bereich übersehen wird: zuerst der Gesamteindruck und die Symmetrie, dann die Kiefergelenke, die Kieferhöhlen und die Unterkieferäste, anschließend der Verlauf des Knochens und zuletzt Zahn für Zahn mit Krone, Wurzel und umgebendem Knochenfach. Der Bildbefund wird gemeinsam mit dem klinischen Befund bewertet; eine Aufnahme allein ergibt noch keine Behandlungsentscheidung.

Bei der Beurteilung ist zu bedenken, dass die Panoramaschichtaufnahme eine Projektion ist und die abgebildeten Strukturen gegenüber der Wirklichkeit vergrößert wiedergibt. Der Vergrößerungsfaktor ist zudem nicht überall im Bild gleich, und er hängt davon ab, wie der Kopf im Gerät stand. Streckenangaben, die unmittelbar am Bild abgegriffen werden, sind deshalb nur als Näherung zu verstehen; für Messungen, auf die es ankommt, werden Referenzkörper mitgeröntgt oder räumliche Verfahren herangezogen. Ein besonderer Wert der Aufnahme liegt im Vergleich über die Zeit: Legt man Bilder aus mehreren Jahren nebeneinander, lässt sich beurteilen, ob der Knochen um einen Zahn weiter abgebaut wurde, ob eine Aufhellung an einer Wurzelspitze kleiner geworden ist oder ob ein verlagerter Zahn seine Lage verändert hat.

Angefertigt wird die Aufnahme von Personen, die dafür ausgebildet und im Strahlenschutz unterwiesen sind; die Entscheidung über die Untersuchung und die Befundung bleiben ärztliche beziehungsweise zahnärztliche Aufgabe. Aufnahmen sind über einen gesetzlich festgelegten Zeitraum aufzubewahren und werden auf Wunsch an weiterbehandelnde Praxen weitergegeben. Wer die Praxis wechselt oder zu einem Facharzt überwiesen wird, sollte deshalb nach vorhandenen Bildern fragen, statt eine neue Aufnahme anfertigen zu lassen. Die Praxis darf die Bilder in aller Regel digital übermitteln, so dass der Weg über einen ausgedruckten Film entfällt und die Weitergabe schnell zu erledigen ist. Auch ältere Aufnahmen behalten dabei ihren Wert, weil sie den Vergleich über die Zeit erst möglich machen.


Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Die Orthopantomographie ist für den Patienten frei von Schmerzen. Manche Betroffene berichten, dass sie sich während der Untersuchung eingeengt gefühlt haben. Dies geschieht deshalb, weil sie zwar stehen, ihren Kopf aber nicht bewegen können. Zudem müssen Patienten auf ein Plättchen beißen. Dies empfinden manche als unangenehm. Zudem ist es für viele ungewohnt, ein technisches Gerät dieser Art um ihren Kopf wandern zu sehen.

Das Risiko der Untersuchung ist allerdings gering. Dies ist aus dem Grund so, da nur wenig Strahlung freigesetzt wird. Die größte Befürchtung zahlreicher Patienten wird demnach nicht bestätigt. Das digitale Röntgen kommt mit weniger Strahlung aus als die frühere Aufnahme auf Film. Die Menge eines Fluges von mehreren Stunden wird dabei erreicht. Da die Orthopantomographie viele Bereiche auf einmal durchleuchtet und mehrere Durchführungen unnötig sind, verringert sich die Belastung durch Strahlen ebenfalls. Probleme kann es bei bestimmten Personen nur dann geben, wenn sie sich über einen längeren Zeitraum regelmäßig der Strahlung aussetzen würden.

Doch dies ist in einem Flugzeug genauso: Wer häufiger fliegt, dessen Körper hat ebenfalls mit einer höheren Strahlenbelastung zu kämpfen. Die Orthopantomographie ist allerdings keine Untersuchung, die sehr häufig beim gleichen Patienten durchgeführt wird. Nicht unerwähnt bleiben sollten allerdings einige potentielle Nachteile der Orthopantomographie. So können die Frontzähne für Probleme bei der Aufnahme sorgen. Dies tun sie, wenn sie eine extreme Stellung aufweisen. Dann besteht das Problem, dass eine gleichzeitige Darstellung der Ober- und Unterkieferfrontzähne nicht in einer perfekten Qualität möglich ist. Hinzu kommt, dass genaue Messungen nicht realisierbar sind. Dies gilt insbesondere in der Horizontalen.

Wie vor jeder Röntgenuntersuchung muss auch hier eine rechtfertigende Indikation gestellt werden. Das bedeutet, dass ein fachkundiger Arzt oder Zahnarzt im Einzelfall prüft, ob der zu erwartende Nutzen für den Patienten die Strahlenexposition überwiegt und ob sich die Frage nicht auch ohne Röntgenstrahlen beantworten ließe. Eine Panoramaschichtaufnahme ohne konkrete Fragestellung – etwa als Routine bei jedem Kontrolltermin – ist deshalb nicht vorgesehen. Frühere Aufnahmen sollten mitgebracht oder beim vorbehandelnden Zahnarzt angefordert werden, damit eine Untersuchung nicht unnötig wiederholt wird.

Bei bestehender oder möglicher Schwangerschaft sollte der Zahnarzt vor der Aufnahme darauf hingewiesen werden. Eine dringend erforderliche Aufnahme wird dadurch nicht grundsätzlich ausgeschlossen, aber die Abwägung fällt strenger aus, und aufschiebbare Untersuchungen werden verschoben. Für Kinder und Jugendliche gilt Ähnliches: Weil sich das Gewebe im Wachstum befindet, wird die Indikation besonders sorgfältig gestellt und die Aufnahme auf Fragen beschränkt, die sich anders nicht klären lassen.

Ein praktisches Risiko liegt darin, dass eine misslungene Aufnahme wiederholt werden muss. Häufigste Ursachen sind Bewegungen während des Umlaufs, eine falsche Kopfhaltung und eine nicht korrekt eingenommene Aufbissposition. Typisch für das Verfahren sind außerdem sogenannte Geisterbilder: Eine dichte Struktur auf der einen Seite kann ein zweites, unscharfes und versetztes Abbild auf der Gegenseite erzeugen, das mit einem tatsächlichen Befund verwechselt werden könnte. Wer die Aufnahme beurteilt, muss solche Überlagerungen kennen und von echten Veränderungen unterscheiden können.

Schließlich kann die Aufnahme etwas zeigen, wonach gar nicht gesucht wurde, etwa eine knöcherne Veränderung, die weiter abgeklärt werden muss. Solche Zufallsbefunde sind ein Grund, das Bild vollständig zu beurteilen und nicht nur den Bereich, aus dem die Beschwerden stammen. Sie können aber auch zu weiterer Diagnostik führen, die sich im Nachhinein als entbehrlich erweist – ein Gesichtspunkt, der in die Entscheidung über eine Übersichtsaufnahme mit einfließt.

Quellen

  • Holtmann, H.: Dentics Zahnärztliche Radiologie.
    ISBN: 9783437431340
  • Schwenzer, N., Ehrenfeld, M. (Hrsg.): Zahnärztliche Chirurgie.
    ISBN: 9783132430327
  • Schwenzer, N., Ehrenfeld, M. (Hrsg.): Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie.
    ISBN: 9783135935041
  • Reiser, M., Kuhn, F.-P., Debus, J.: Duale Reihe Radiologie.
    ISBN: 9783132444621
  • Pschyrembel, W.: Pschyrembel Klinisches Wörterbuch.
    ISBN: 9783110783346

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