Pick-Krankheit
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Die Pick-Krankheit, auch Morbus Pick genannt, ist eine Form der Demenz, die mit Veränderungen in der Persönlichkeitsstruktur einhergeht. Da eine Heilung nicht möglich ist, konzentriert sich die Therapie auf die Abschwächung der Symptome.
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Was ist die Pick-Krankheit?
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Als Pick-Krankheit wird eine Erkrankung bezeichnet, die zu den Demenzerkrankungen zählt. Ihren Namen hat sie von dem Prager Neurologen Arnold Pick, welcher die Krankheit im Jahr 1892 erstmals beschrieb und erforschte. Der Neurologe fand dabei unter anderem heraus, wie sich die Krankheit äußert und wie ihr Verlauf ist. Die Therapiemethoden wurden erst in den letzten Jahrzehnten ausgearbeitet; sie können den Verlauf nur mildern, eine Heilung ermöglichen sie nicht.
Heute wird die Pick-Krankheit den frontotemporalen Demenzen zugerechnet, also jenen Demenzformen, bei denen zuerst der Stirn- und der Schläfenlappen des Gehirns schrumpfen. Der Ausdruck „Morbus Pick“ wird dabei enger gefasst als früher: Er bezeichnet vor allem die Form, bei der sich unter dem Mikroskop die sogenannten Pickschen Körper nachweisen lassen.
Die Pick-Krankheit kennzeichnet sich durch eine Veränderung der Persönlichkeit. Damit einhergehend kommt es häufig zu Problemen im sozialen Umfeld, die den Betroffenen auch psychisch zu schaffen machen.
Ursachen
Sicher ist, dass die Krankheit vermehrt innerhalb von Familien auftritt. Etwa vier von zehn Betroffenen haben weitere Erkrankte in der Verwandtschaft; ein eindeutiger Erbgang lässt sich jedoch nur bei weniger als einem Zehntel aller Fälle nachweisen. Die Mehrzahl der Erkrankungen tritt also ohne erkennbare familiäre Häufung auf. Was genau erwähnte Gen-Defekte auslöst, ist jedoch nicht geklärt, was eine zielgerichtete Behandlung erschwert. Sind entsprechende Gen-Veränderungen vorhanden, kommt es in fast allen Fällen zum Ausbruch der Pick-Krankheit. Meist geschieht dies zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr.
Symptome, Anzeichen & Beschwerden
Am Anfang der Pick-Krankheit stehen eine Wesensänderung und Auffälligkeiten im Verhalten, nicht die Gedächtnisstörung. Weil sich die Betroffenen zunächst vor allem im Wesen verändern, wird die Erkrankung häufig zuerst für eine psychische Erkrankung wie eine Depression gehalten. Darüber hinaus vergessen Betroffene anerzogene Verhaltensregeln und benehmen sich unter Menschen dementsprechend auffällig.
Im Detail leiden Betroffene unter Apathie und Antriebslosigkeit. Sie vernachlässigen ihre Körperpflege, verwahrlosen und benehmen sich in Gesellschaft ungehemmt. Häufig kommt es zur sogenannten Witzelsucht und mitunter auch zu sexuellen Anzüglichkeiten. Die Betroffenen verlieren ihre ethischen Werte, werden mitunter straffällig und benehmen sich generell triebhaft. Häufig wechselt sich die Apathie mit einer starken Euphorie ab.
Im Verlauf der Erkrankung treten zunehmend auch körperliche Beschwerden auf. Die Betroffenen verlieren ihre Sprechfähigkeit, leiden unter Orientierungsstörungen und später unter klassischer Demenz mit Muskelversteifung. Dadurch kommt es zur Pflegebedürftigkeit und die psychischen Symptome verstärken sich weiter.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Die Pick-Krankheit kann nach einem ersten Verdacht der Betroffenen von einem Arzt diagnostiziert werden. Aufgrund der Seltenheit von Morbus Pick ist es dazu zwingend notwendig, eine umfassende Anamnese zu erstellen. Eventuelle Fälle von Demenz in der Familie werden dabei ebenso ermittelt wie die genauen Symptome. Meist werden hierfür nahe Verwandte oder Freunde der Betroffenen hinzugezogen.
Die körperliche Untersuchung besteht im Wesentlichen aus einer nuklearmedizinischen Diagnostik, innerhalb welcher der Glucose-Stoffwechsel des Gehirns kontrolliert wird. Ist dieser herabgesetzt, deutet dies auf die Pick-Krankheit hin. Auch eine herabgesetzte Durchblutung kann ein Indiz sein, muss jedoch durch weitere Untersuchungen untermauert werden. Dabei handelt es sich um Ausschlussdiagnosen, die den Betroffenen auf andere Formen der Demenz untersuchen, um diese ausschließen und letztlich die Pick-Krankheit diagnostizieren zu können. Lange stützte sich die Diagnostik vor allem auf solche nuklearmedizinischen Verfahren. Heute steht am Anfang in der Regel eine Kernspintomographie des Kopfes, die den Schwund des Stirn- und des Schläfenlappens sichtbar macht; nuklearmedizinische Untersuchungen kommen ergänzend hinzu, wenn das Bild unklar bleibt.
Eine eindeutige Diagnose ist erst nach dem Tod des Betroffenen möglich. Dabei werden Teile des Schläfenlappens unter dem Mikroskop untersucht. Besonders eindeutig sind die sogenannten „Pickschen Körper“, welche sich bei Morbus Pick in den Nervenzellen des Temporalhirns befinden.
Unabhängig davon, ob und wann die Krankheit diagnostiziert wird, verläuft sie langsam und ohne Chance auf Heilung. Stehen zu Beginn noch die Wesensänderung und leichte Störungen des Denkens im Vordergrund, treten nach und nach schwerwiegende Beschwerden bis hin zur Muskelversteifung und schließlich zum Tod auf.
Komplikationen
Auch eine Antriebslosigkeit oder Angstzustände können auftreten und sich negativ auf den Alltag auswirken. Die Pick-Krankheit kann dabei auch zu Orientierungsstörungen führen und die Koordination und die Konzentration des Patienten erheblich verringern. Die Betroffenen sind in der Regel auf die Hilfe anderer Menschen in ihrem Alltag angewiesen und können diesen nicht mehr allein meistern.
Die Pick-Krankheit verkürzt zudem die Lebenserwartung; von den ersten Beschwerden bis zum Tod vergehen im Mittel etwa acht Jahre, im Einzelfall aber deutlich mehr oder weniger. Eine kausale Behandlung der Pick-Krankheit ist nicht möglich, sodass die einzelnen Beschwerden mit Hilfe verschiedener Therapien gelindert werden können. Ein Aufhalten des Krankheitsverlaufs gelingt damit jedoch nicht. Eventuell können auch Medikamente eingesetzt werden, die allerdings mit Nebenwirkungen behaftet sein können.
Behandlung & Therapie
Die Pick-Krankheit ist bislang nicht heilbar. Die Behandlung konzentriert sich deshalb darauf, die Symptome abzuschwächen und den Verlauf der Krankheit hinauszuzögern. Dazu werden unterschiedliche Therapiemethoden wie etwa Sport oder Musik angewandt. Während es bei der sportlichen Betätigung darum geht, die Selbstkontrolle zu stärken, sind Musik- und Kunsttherapien geeignet, um positive Gefühle und Erinnerungen herbeizurufen und zu festigen.
Davon ab werden verschiedene Therapien, die zur Schulung und Erhaltung des Denkvermögens und der Lernfähigkeit gedacht sind, angewandt. Zusätzlich zu erwähnten Therapiemethoden werden meist auch Medikamente verabreicht. Da diese jedoch mitunter starke Nebenwirkungen haben, wird heutzutage versucht, Betroffene vor allem mit Hilfe alternativer Therapiemethoden in ihrer Selbstkontrolle und ihrem Wesen zu festigen.
Die bei der Alzheimer-Krankheit üblichen Antidementiva – die Cholinesterasehemmer und Memantin – wirken bei der Pick-Krankheit nach heutigem Kenntnisstand nicht und können die Verhaltensauffälligkeiten sogar verstärken. Medikamente kommen deshalb nur gegen einzelne Beschwerden in Betracht, etwa gegen Unruhe oder gegen enthemmtes Verhalten.
Aussicht & Prognose
Die Pick-Krankheit kann in der Regel nicht wieder vollständig geheilt werden. Die Betroffenen sind aus diesem Grund meistens auf eine lebenslange Therapie angewiesen, um die Beschwerden zu lindern und einzuschränken. Dabei können sich die Beschwerden ohne Behandlung auch deutlich verschlechtern und damit auch das Leben des Betroffenen erheblich einschränken. Je früher daher ein Arzt kontaktiert und auch eine Behandlung eingeleitet wird, desto besser ist meist auch der weitere Verlauf dieser Erkrankung. Häufig sind die Betroffenen der Pick-Krankheit in ihrem Alltag auf die Hilfe und auch auf die Unterstützung der eigenen Familie angewiesen. Dadurch kann der Alltag erheblich erleichtert werden. Mit Hilfe verschiedener Therapie können die Beschwerden ebenso eingeschränkt werden.
Ein direktes Vorbeugen der Pick-Krankheit ist dabei nicht möglich, da sich ihre Ursachen nicht beeinflussen lassen. Gibt es Hinweise auf eine familiäre Form, können Betroffene und Angehörige eine genetische Beratung in Anspruch nehmen. Sie ist ein Angebot, das über das Erkrankungsrisiko in der Familie aufklärt; ob jemand sie wahrnimmt und wie er sich danach entscheidet, bleibt allein ihm überlassen. Die Krankheit kann dabei nur hinausgezögert, aber nicht vollständig geheilt werden. Der weitere Verlauf ist auch stark vom Umfang der Krankheit abhängig, sodass eine allgemeine Voraussage hier nicht erfolgen kann. Die Lebenserwartung ist durch die Pick-Krankheit verringert.
Vorbeugung
Da es sich bei der Pick-Krankheit um eine Erkrankung handelt, deren Ursachen zum Teil in den Genen liegen, kann ihr nur in einem begrenzten Umfang vorgebeugt werden. So können geistige und soziale Aktivität die verbliebenen Fähigkeiten länger erhalten; einer Pick-Krankheit vorbeugen lässt sich damit jedoch nicht.
Darüber hinaus ist ein gesunder Lebensstil mit einer ausgewogenen Ernährung und genügend Bewegung wichtig, um körperlich und geistig länger fit zu bleiben. Bricht die Pick-Krankheit dann aus, können die einzelnen Stadien unter Umständen hinausgezögert werden, was letztlich die Lebensqualität verbessert. Zuletzt ist ein soziales Umfeld enorm wichtig. Dieses sollte im Falle einer Erkrankung über die Symptome und Verhaltensänderungen aufgeklärt werden, damit es mit dem Fortschreiten der Krankheit als Stütze fungieren kann.
Generell vermeiden lässt sich Morbus Pick also nicht. Sind die Anlagen vorhanden, bricht die Krankheit früher oder später aus. In welchem Umfang dies geschieht, hängt allerdings davon ab, wie schnell die Krankheit erkannt wird und welche Maßnahmen vor und während der Erkrankung getroffen werden.
Nachsorge
In den meisten Fällen stehen Patienten bei der Pick-Krankheit wenige oder nur sehr eingeschränkte Maßnahmen einer Nachsorge zur Verfügung, da die Krankheit selbst nicht richtig geheilt werden kann. Daher sollte schon sehr früh ein Arzt kontaktiert werden, damit es nicht zu weiteren Komplikationen oder zu anderen Beschwerden kommt. Die meisten Betroffenen sind dabei auf eine intensive Therapie und Unterstützung durch die eigene Familie und Angehörige angewiesen.
Dadurch können eventuell auch Depressionen oder andere psychische Verstimmungen verhindert werden. Weiterhin ist häufig auch die Einnahme von verschiedenen Medikamenten sehr wichtig, um die Beschwerden einzuschränken. Bei dieser Einnahme sollte der Betroffene immer die regelmäßige Einnahme und auch eine richtige Dosierung beachten.
Liegt in der Familie eine erbliche Form vor, steht Betroffenen mit Kinderwunsch eine genetische Beratung offen. Ob sie dieses Angebot annehmen und wie sie sich anschließend entscheiden, bleibt allein ihnen überlassen. Wie lange die Erkrankung im Einzelfall verläuft, lässt sich nicht im Allgemeinen vorhersagen.
Das können Sie selbst tun
Die Pick-Krankheit ist ein ernstes Leiden, dem nur in sehr begrenztem Umfang entgegengewirkt werden kann. Die Betroffenen können verschiedene Therapiemethoden wie Sport oder Musik anwenden, um das Voranschreiten der Erkrankung hinauszuzögern.
Wenn Gedächtnisstörungen bemerkt werden, sollte mit dem Schreiben eines Tagebuchs begonnen werden. Dies festigt die Erinnerungen und kann dadurch für die Erkrankten eine wichtige Stütze sein. Musik und Kunst helfen dabei, positiv zu bleiben und das Erinnerungsvermögen zu stärken. Den psychischen Beschwerden lässt sich außerdem mit Sport, einer ausgewogenen Diät und der Vermeidung von Stress entgegenwirken. In den späteren Stadien der Erkrankung benötigt der Betroffene den Rückhalt von Freunden und Familie. Insbesondere bei einer Pflegebedürftigkeit ist ein soziales Auffangnetz, aber auch eine finanzielle Absicherung wichtig.
Menschen, die an der Pick-Krankheit leiden, sollten mit dem Arzt frühzeitig über die notwendigen Maßnahmen sprechen. Der Mediziner kann auch über alternative Therapiemethoden informieren, zum Beispiel Methoden aus der Chinesischen Medizin oder aus der Naturheilkunde. Der Besuch in einem Fachzentrum für neurologische Erkrankungen hilft vielen Betroffenen, die Erkrankung besser zu verstehen und zu akzeptieren.
Quellen
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