Stimmstörungen

Letzte Aktualisierung am 31. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Dysphonie oder Stimmstörung zeigt sich vorwiegend darin, dass vorübergehend die sogenannte Phonation oder Artikulationsfähigkeit der Stimme Menschen aller Altersgruppen beeinträchtigt sein kann.

Inhaltsverzeichnis

Definition Stimmstörungen

Im Rahmen einer Definition werden Stimmstörungen (Dysphonie) als ein veränderter Klang der Stimme bezeichnet. Die Stimmstörungen zeichnen sich dadurch aus, dass die normale Stimme des Betroffenen anders klingt, als dies vor dieser krankhaften Beeinträchtigung der Fall war.

Innerhalb der Stimmstörungen werden zahlreiche Formen gekennzeichnet, die auch gegenwärtig aktuell sind. Insbesondere in ihrer Stimme stark beanspruchte Menschen können unter variierenden Stimmstörungen leiden.

Einige Arten der Stimmstörungen basieren auf natürlichen Ursachen, andere wiederum sind erworbenen Ursprungs. In der Regel treten Abnormitäten der Stimmerzeugung auf, die sich nicht nur in der Artikulation, sondern auch in körperlich-organischen Beschwerden äußern können.

Ursachen

Die Ursachen der Stimmstörungen werden in der Physiologie des Menschen selbst als und in einer Überbelastung des Stimmapparates durch äußere Einflüsse und durch eine ungünstige Sprechweise begünstigt. Darüber hinaus sind organische Beeinträchtigungen des Kehlkopfes sowie der Stimmbänder Auslöser für die Stimmstörungen (Dysphonie).

In der Pubertät treten im Zusammenhang mit dem Stimmwechsel bei den Jungen sowie nach der Menopause durch hormonelle Umstellungen Stimmstörungen bei Frauen auf.

Sogenannte usogene Ursachen werden dadurch bestimmt, dass die Stimme nicht richtig benutzt wird. Insbesondere dauerhaftes und lautes Reden, das Pressen der Stimme sowie eine Fehlbelastung der Stimmbänder können zur Entstehung von Stimmstörungen beitragen. Die Stimmbandknötchen sind die überwiegenden Auslöser der Dysphonie.

Stimmstörungen können ebenfalls durch entzündliche Veränderungen an den Stimmbändern, Tumore und Lähmungen am Stimmapparat entstehen oder am Kehlkopf sowie im Einklang mit Erkältungen vor sich gehen. Die Ursachen für Stimmstörungen (Dysphonie) können auch in der Psyche begründet sein.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Stimmstörungen werden in der Regel von ziemlich eindeutigen und klaren Symptomen begleitet. Als Grunderkrankung liegt in vielen Fällen eine Reizung der Stimmbänder vor. Typisches Symptom sind starke Halsschmerzen und eine deutlich hörbare Heiserkeit der betroffenen Person. Hinzu können Schluckbeschwerden kommen, sodass betroffene Personen im gesamten Alltag sehr stark eingeschränkt sind.

Bleibt ein solches Krankheitsbild gänzlich unbehandelt, so können weitere unangenehme Symptome entstehen. Neben den Halsschmerzen kommt es zu einem eitrigen Husten. Dieser lässt sich nur sehr schwer abhusten, sodass sich die Stimmstörungen weiter verstärken werden. Lediglich durch die Einnahme entsprechender Medikamente können die auftretenden Symptome gelindert werden.

Stimmstörungen können aufgrund unterschiedlicher Grunderkrankungen entstehen. In den meisten Fällen liegt eine bakterielle Infektion vor, die eine Stimmstörung herbeiführt. Wer auf einen Besuch beim Arzt verzichtet, der muss mit einer erheblichen Verschlimmerung der auftretenden Symptome rechnen.

Die Halsschmerzen und Schluckbeschwerden nehmen erheblich zu, sodass die Nahrungsaufnahme stark beeinträchtigt ist. Zusätzlich kommt es zur Eiterbildung im Rachenbereich, der vermehrt in der Nacht auftritt. Wer sich hingegen für eine ärztliche und medikamentöse Behandlung entscheidet, der kann mit einem schnellen Abklingen der einzelnen Symptome rechnen.

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung zur Anatomie der Stimmbänder und ihrer verschieden Erkrankungen. Klicken, um zu vergrößern.

Die Betroffenen klagen bei Stimmstörungen über eine eingeschränkte Sprechfähigkeit und über einen ungewöhnlichen Klang der Stimme. Die Stimme ist rauchig, kratzig, klingt rau oder schrill oder leidet unter einer Klangarmut und wird leiser. Neben klassischen Begleiterscheinungen wie Räusperzwang, Schluckdrang, Halsschmerzen, Hustenreiz und Trockenheitsgefühl besteht ein Druck im Bereich des Stimmapparates.

Die Diagnose der Stimmstörungen (Dysphonie) erfolgt durch das Anhören der Stimme, Untersuchungen durch den Hals-Nasen-Ohrenarzt sowie durch eine weiterführende Laryngoskopie. Darüber hinaus kann eine Befragung des Betroffenen wichtige Angaben zur eindeutigen Diagnostik der Stimmstörungen (Dysphonie) geben. Während einer Laryngoskopie wird der Kehlkopf gespiegelt, also direkt mit einem entsprechenden Gerät angeschaut.

Komplikationen

Stimmstörungen können aus vielen verschiedenen Gründen auftreten, sodass mögliche Komplikationen auch entstehen können. In den meisten Fällen entstehen Stimmstörungen aufgrund einer Infektion, sodass gleichzeitig unterschiedliche Begleiterscheinungen auftreten können. Zu diesen besagten Begleiterscheinungen zählen langanhaltende und stechende Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen und eine erhöhte Temperatur.

Wenn diese Begleiterscheinungen gänzlich ohne ärztliche Behandlung bleiben, dann wird es zu einer erheblichen Verstärkung der Beschwerden kommen. Starke Halsschmerzen sind ebenfalls eine Komplikation, die häufig in Verbindung mit einer Stimmstörung in Zusammenhang gebracht werden können. Wenn bestehende Halsschmerzen ohne jegliche Behandlung bleiben, dann kann es sogar zur Bildung von Eiterflüssigkeit kommen.

Der betroffenen Person wird das Sprechen sehr schwer fallen, da jede Belastung der Stimmbänder starke Schmerzen verursachen wird. Die auftretende Eiterflüssigkeit setzt sich unter Umständen im Hals fest, sodass das Abhusten sehr schwer fallen wird. Wenn bei auftretenden Schmerzen beim Sprechen ein Arzt aufgesucht wird, können mögliche Komplikationen frühzeitig vermieden beziehungsweise effektiv bekämpft werden.

Im schlimmsten Fall können sogar bleibende Schäden zurückbleiben, wenn auf einen Besuch beim Arzt verzichtet wird. Aus diesem Grund ist eine ärztliche beziehungsweise medikamentöse Behandlung sinnvoll und unerlässlich, sofern mögliche Komplikationen vermieden werden wollen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Leidet der Betroffene unter Halsschmerzen, Störungen des Schluckaktes oder einem Gefühl der Enge im Hals, sollte ein Arzt konsultiert werden. Kann die Aussprache nicht mehr wie gewohnt erfolgen, liegt eine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, die diagnostiziert und behandelt werden muss. Können Lebensmittel nicht mehr wie gewohnt aufgenommen und verzehrt werden, besteht Handlungsbedarf. Bei einem Kratzen im Hals, einer rauen Stimme oder dem Verlust der üblichen Stimmkraft liegt eine Erkrankung vor. Kommt es zu Husten, einem Auswurf oder Schwellungen im Bereich des Halses, wird ein Arzt zur Abklärung der Ursache benötigt.

Stellen sich beim Sprechen ungewollte Nebengeräusche ein, ändert sich die Stimmfarbe oder hat der Betroffene keine Kontrolle über den Stimmfluss, sollte ein Arzt aufgesucht werden. Treten aufgrund der Stimmstörungen emotionale oder seelische Unregelmäßigkeiten auf, benötigt der Betroffene Hilfe. Schlafstörungen, eine innere Unruhe, oder ein allgemeines Unwohlsein sind Anzeichen einer bestehenden gesundheitlichen Beeinträchtigung. Halten die Beschwerden über eine längere Zeit an oder werden sie im Verlauf von mehreren Tagen stärker, ist ein Arzt von den Beobachtungen zu berichten. Abgeschlagenheit, eine Abnahme der gewohnten Leistungsfähigkeit sowie eine innere Schwäche sind weitere Anzeichen einer vorliegenden Erkrankung. Um einen Behandlungsplan erstellen zu können, wird eine Diagnosestellung benötigt.

Behandlung & Therapie

Zur Therapie von Stimmstörungen werden neben der medikamentösen ebenso die operativen Behandlungen sowie stimmtherapeutische Verfahren empfohlen. Diese richten sich nach dem Ausmaß der Dysphonie. Teilweise heben sich die Stimmstörungen wieder von selbst auf. Sind die Stimmstörungen organisch bedingt, können auch Operationen beispielsweise zur Entfernung von Stimmbandknötchen oder Polypen an den Stimmbändern Erfolg versprechen.

Zur Behandlung von Stimmbandlähmungen als Ursache für die Stimmstörungen werden Stimmübungen oder Elektrotherapieverfahren angewandt, um diese zu behandeln. Bei Schäden des Stimmapparates gelten Stimm- und Atemübungen als sinnvolle therapeutische Maßnahmen gegen Dysphonie.

Darüber hinaus können in einigen Fällen ebenso psychotherapeutische Behandlungen hilfreich sein, um die durch seelische Probleme ausgelösten Stimmstörungen zu therapieren. In vielen Fällen ist eine Kombination entsprechender Anwendungen geeignet, um die Dysphonie dauerhaft zu kurieren.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Eine wichtige Komponente, um erworbene Stimmstörungen vorzubeugen, stellt ein effizienter und möglichst für den Stimmapart schonender Einsatz der Stimme im Alltag dar. Dies betrifft insbesondere die Vermeidung von Überbelastungen der Stimmbänder als Prophylaxe der Stimmstörungen.

Gerade in Berufen mit einer permanenten Belastung der Stimme ist es erforderlich, spezielle Sprech- und Atemtechniken zu erlernen, um Stimmstörungen vorzubeugen. Andere Möglichkeiten, um eine Dysphonie rechtzeitig zu vermeiden, sind ein reduzierter Tabakkonsum sowie der langanhaltende Aufenthalt in stark mit Staub belasteter Umgebungen. Auch sehr heiße oder scharf gewürzte Speisen sowie einer Austrocknung der Schleimhäute sollte vermieden werden.

Sehr günstig wirken sich teilweise unbewusste Vorgänge wie das Räuspern und Hüsteln sowie das permanente leise Reden auf die Entstehung von Stimmstörungen (Dysphonie) aus. Deshalb sollte eher deutlich und in Pausen geredet werden.

Quellen

  • Arnold, W.: Checkliste Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Thieme, Stuttgart 2011
  • Boenninghaus, H. G., Lenarz, T.: Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2012
  • Reia, M.: Facharztwissen HNO-Heilkunde. Springer, Heidelberg 2009


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