Cluster-Kopfschmerz
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 18. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
Sie sind hier: Startseite Krankheiten Cluster-Kopfschmerz
Cluster-Kopfschmerz ist charakterisiert durch periodisch auftretende einseitige Schmerzattacken schwerster Intensität im Bereich der Schläfen und Augen, von welchen in erster Linie junge Männer betroffen sind. Aufgrund der bisher ungeklärten Ätiologie von Cluster-Kopfschmerz existieren keine kausalen Therapien (auf die Ursachen zielende Therapie). Allerdings kann bei frühzeitigem Therapiebeginn ein Cluster-Kopfschmerz medikamentös gut behandelt werden.
Inhaltsverzeichnis |
Was ist Cluster-Kopfschmerz?
Als Cluster-Kopfschmerz wird ein arealabhängiger Schmerzzustand bezeichnet, der mit schwersten halbseitigen Schmerzattacken im Bereich der Schläfen und Augen einhergeht. Die Schmerzattacken treten gebündelt (in Clustern) bis zu achtmal täglich auf und können unbehandelt 15 bis 180 Minuten andauern.
In 80 Prozent der Fälle wechseln sich die periodisch auftretenden Schmerzattacken (z.T. über Wochen bis Monate) mit monate- bis jahrelangen symptomfreien Intervallen ab (episodischer Cluster-Kopfschmerz). Bei 20 Prozent der Fälle liegt hingegen ein chronischer Cluster-Kopfschmerz vor, der durch über ein Jahr andauernde Schmerzattacken ohne Remissionsphasen (beschwerdefreie Phasen von mindestens drei Monaten) gekennzeichnet ist.
Ursachen
Die Ursachen von Cluster-Kopfschmerz sind nicht genau geklärt. Da die Attacken gehäuft im Frühjahr und Herbst (meteorologische Übergangsphasen) auftreten, werden Störungen des Biorhythmus als mögliche Ursachen vermutet.
Da darüber hinaus die Attacken bei Cluster-Kopfschmerz gehäuft zur selben Tageszeit auftreten, werden Fehlregulationen in denjenigen Hirnarealen vermutet, die unter anderem den Schlaf-Wach-Rhythmus regeln (Hypothalamus).
Daneben werden genetische Ursachen für Cluster-Kopfschmerz angenommen, wenngleich bisher kein einzelnes für die Erkrankung verantwortliches Gen identifiziert werden konnte. Die Wahrscheinlichkeit für Cluster-Kopfschmerz ist allerdings stark erhöht (um das 18-fache), wenn ein Verwandter ersten Grades die Erkrankung aufweist.
Ferner können spezifische Triggerfaktoren wie Alkohol- und Nikotinkonsum, helles oder flackerndes Licht, Höhenluft, physische Anstrengung sowie bestimmte gefäßerweiternde Wirkstoffe (Histamin, Nitrate) Attacken von Cluster-Kopfschmerz auslösen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Der Clusterkopfschmerz ist durch plötzlich auftretende heftige bohrende oder schneidende Kopfschmerzen gekennzeichnet. Dabei empfinden die Patienten stechende Schmerzen hinter dem Auge, die sich wie ein glühend heißes Messer im Auge anfühlen. Bei einer Kopfschmerzattacke ist immer nur eine Kopfseite betroffen. Gleichzeitige Kopfschmerzen auf beiden Seiten kommen nie vor.
In seltenen Fällen kann der Kopfschmerz aber während eines Anfalls auch die Kopfseite wechseln. Neben den heftigen Kopfschmerzen kommt es zusätzlich zu tränenden Augen, einer Rötung der Bindehaut, Lidschwellungen, laufender Nase, starkem Schwitzen im Gesicht und auf der Stirn sowie zum Horner-Syndrom auf der betroffenen Gesichtshälfte. Diese Begleiterscheinungen treten immer auf derselben Seite wie der Schmerz auf; sie sind das wichtigste Unterscheidungsmerkmal gegenüber anderen Kopfschmerzformen. Das Horner-Syndrom zeichnet sich durch ein herabhängendes Oberlid, eine verengte Pupille und einen in die Augenhöhle eingesunkenen Augapfel aus.
Typisch ist auch eine extreme Unruhe während einer Clusterkopfschmerzattacke. Das trifft auf über 90 Prozent der Betroffenen zu. Diese Unruhe äußert sich im ständigen Hin- und Herlaufen sowie durch rastloses Wippen mit dem Oberkörper. Darin liegt ein wesentlicher Unterschied zur Migräne: Wer eine Migräneattacke hat, zieht sich in einen abgedunkelten Raum zurück und legt sich hin, während es Betroffene einer Cluster-Attacke im Liegen nicht aushalten. Die Anfälle treten besonders im Frühjahr oder Herbst auf. Des Weiteren beginnen die Kopfschmerzen immer zur gleichen Zeit häufig frühmorgens oder zwei Stunden nach dem Einschlafen.
Allerdings sind die Abstände zwischen den einzelnen Kopfschmerzattacken oft unterschiedlich lang. Dazwischen liegen manchmal wochen- oder monatelange beschwerdefreie Zeiten. Ein einzelner Anfall kann zwischen 15 und 180 Minuten dauern. Viele Patienten leiden aufgrund der heftigen Attacken auch an Depressionen.
Diagnose & Verlauf
Cluster-Kopfschmerz wird anhand der typischen Symptome diagnostiziert. Wird neben den charakteristischen Schmerzattacken eine Rötung des Auges und des Gesichts, Hyperhidrose (übermäßiges Schwitzen), Rhinorrhoe (Nasensekretion), Lakrimation (Tränenfluss), Miosis (Pupillenverengung), Ptosis (herabhängendes Oberlid), ein Lidödem (Augenlidschwellung) oder Bewegungsunruhe während der Attacken festgestellt, kann von einem Cluster-Kopfschmerz ausgegangen werden.
Zur Absicherung und Differentialdiagnostik dienen ein Nitroglyzerintest (Abgrenzung zu Migräne oder Trigeminusneuralgie) sowie neurologische und bildgebende Verfahren (Ausschluss von Tumoren als Beschwerdeursache). Zusätzlich sollte durch eine Augenuntersuchung ein Glaukomanfall (Grüner Star), der einem Cluster-Kopfschmerz ähnelt, ausgeschlossen werden.
Cluster-Kopfschmerz weist in der Regel einen chronisch-rezidivierenden Verlauf auf, bei welchem sich beschwerdefreie Intervalle auch nach Jahren noch mit Phasen abwechseln, die von Schmerzattacken dominiert werden. Jedoch lässt Cluster-Kopfschmerz mit zunehmendem Alter in Bezug auf Intensität und Häufigkeit der Attacken nach.
Komplikationen
Bei einem Cluster-Kopfschmerz tritt ein sehr unangenehmer Kopfschmerz beim Patienten auf. In der Regel kann sich der Betroffene beim Cluster-Kopfschmerz nicht mehr konzentrieren und nicht mehr klar denken. Die Schmerzen können sich auch in die Zähne, Ohren und den Nacken verteilen und auch an diesen Stellen zu starken Schmerzen führen.
Durch den Cluster-Kopfschmerz ist gewöhnliches Arbeiten nicht mehr möglich, sodass der Alltag des Patienten durch diese Attacken stark eingeschränkt wird. Dies kann sich auch negativ auf die sozialen Kontakte auswirken, wenn sich der Patient zurückzieht oder durch den Cluster-Kopfschmerz eine leicht aggressive Stimmung beim Betroffenen entsteht.
Oft kommt es bei diesen Kopfschmerzen zu einem Schwitzen, manchmal auch zu Übelkeit und Erbrechen. Durch die starken Schmerzen herrscht auch eine körperliche Unruhe, die sogar Panikattacken auslösen kann. Die Augen werden gerötet und gereizt. Unbehandelt klingt eine Attacke in den meisten Fällen nach 15 bis 180 Minuten von selbst wieder ab.
Der Patient kann in dieser Zeit allerdings nicht arbeiten und keine starken körperlichen Tätigkeiten ausführen. Die Behandlung der Attacke selbst erfolgt mit hoch dosiertem Sauerstoff oder mit unter die Haut gespritztem Sumatriptan; herkömmliche Schmerzmittel wirken hier nicht. Falls die Schmerzen nur temporär auftreten, kommt es dabei zu keinen weiteren Komplikationen. Bei untypischem Beschwerdebild muss allerdings eine andere Ursache für die Kopfschmerzen ausgeschlossen werden, etwa ein Tumor oder ein Glaukomanfall, da hier zusätzliche Komplikationen und Beschwerden drohen.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Kopfschmerzen, die über mehrere Tage anhalten oder in ihrer Intensität sehr stark sind, sollten grundsätzlich von einem Arzt untersucht werden. Ein Arztbesuch ist ebenfalls zu empfehlen, wenn sich die Schmerzen ausbreiten oder weitere Beschwerden auftreten. Ein erstmals auftretender, schlagartig einsetzender Kopfschmerz von nie gekannter Heftigkeit ist ein Notfall und muss sofort abgeklärt werden, weil dahinter eine Hirnblutung stecken kann. Bei Cluster-Kopfschmerzen treten neben dem Schmerz typischerweise Begleitsymptome auf derselben Gesichtshälfte auf: ein tränendes, gerötetes Auge, eine laufende oder verstopfte Nase, ein herabhängendes Lid und eine verengte Pupille.
Um die genaue Ursache zu ermitteln, ist ein Arzt aufzusuchen. Führen die einseitigen Schmerzen zu einer verminderten Leistungsfähigkeit oder Einschränkung bei der Bewältigung alltäglicher Aufgaben, ist ein Arzt zu konsultieren. Vor der Einnahme von Schmerzmedikamenten sollte grundsätzlich die Rücksprache mit einem Mediziner erfolgen. Kommt es wiederholt zu Schlafstörungen, tritt Fieber auf oder setzen Aufmerksamkeitsprobleme ein, ist ein Arzt aufzusuchen. Wird durch die Kopfschmerzen eine Fehlhaltung des Kopfes ausgelöst, können Muskelverspannungen oder Verhärtungen der Muskeln im Nacken-, Schulter- sowie Rückenbereich ausgelöst werden.
Damit das Skelett- und Muskelsystem nicht erkrankt, sollten die Beschwerden ärztlich abgeklärt und behandelt werden. Kommt es aufgrund der Kopfschmerzen zu einer verminderten Nahrungsmittelzufuhr, muss ein Arzt aufgesucht werden, wenn eine ungewollte Gewichtsabnahme eintritt oder ein Gefühl der inneren Trockenheit auftritt. Ein Arztbesuch ist darüber hinaus nötig, wenn sich psychische oder emotionale Probleme einstellen und der Betroffene die Belastungen als sehr störend und beeinträchtigend empfindet.
Behandlung & Therapie
Die Therapie von Cluster-Kopfschmerz zielt zum einen auf die Schmerzlinderung während der Attacken (Akuttherapie) und zum anderen auf die Vermeidung weiterer Attacken (prophylaktische Therapie oder Intervalltherapie). Während bei einem akuten Cluster-Kopfschmerz die herkömmliche Schmerzmedikation nicht oder lediglich unzureichend hilft, verschafft die Inhalation von 100-prozentigem Sauerstoff in der Regel nach wenigen Minuten eine Schmerzlinderung. Wichtig ist dabei die richtige Anwendung: Der Sauerstoff wird über eine dicht sitzende Gesichtsmaske mit Reservoirbeutel eingeatmet, mit einem Fluss von etwa zwölf bis fünfzehn Litern pro Minute über fünfzehn bis zwanzig Minuten. Eine Nasenbrille reicht dafür nicht aus.
Ebenfalls wirksam sind Sumatriptan (subkutane Selbstinjektion) oder Zolmitriptan (Nasenspray) zur Behandlung von akuten Cluster-Kopfschmerz-Attacken. Diese beiden zur Gruppe der Triptane gehörenden Wirkstoffe unterdrücken u.a. die Schmerzwahrnehmung und blockieren die Freisetzung der schmerzvermittelnden Neuropeptide. Entscheidend ist die Darreichungsform: Nur die Injektion unter die Haut und das Nasenspray fluten schnell genug an. Tabletten – auch Triptane in Tablettenform sowie Ibuprofen, Paracetamol oder Acetylsalicylsäure – wirken beim Cluster-Kopfschmerz nicht, weil die Attacke bereits vorüber ist, bevor der Wirkstoff wirken kann.
Daneben kommen im schmerzfreien Intervall bei episodischem Cluster-Kopfschmerz neben Verapamil auch Lithium, Glucocorticoide oder Methysergid prophylaktisch zum Einsatz (Intervalltherapie). Verapamil gilt heute als Mittel der ersten Wahl; da es die Erregungsleitung des Herzens beeinflusst, sind vor und während der Behandlung regelmäßige EKG-Kontrollen nötig. Kortison dient dazu, die Zeit bis zum Wirkungseintritt des Verapamils zu überbrücken. Methysergid ist in Deutschland dagegen nicht mehr im Handel; an seine Stelle sind Topiramat und seit 2019 der Antikörper Galcanezumab getreten, der für den episodischen Cluster-Kopfschmerz zugelassen ist.
Bei chronischem Cluster-Kopfschmerz wird Verapamil oder Lithium im Rahmen einer Langzeittherapie eingesetzt. Eine neuere Methode stellt die sogenannte Tiefenhirnstimulation durch einen Hirnschrittmacher dar. Bei diesem als Neuromodulation bezeichneten Verfahren werden den Betroffenen operativ Elektroden in den Hypothalamus eingesetzt, die die Nervensignale in diesem Hirnareal durch entsprechende elektrische Reize modifizieren.
Dieses vielversprechende Verfahren, für das bisher keine Langzeitergebnisse vorliegen, wird jedoch nur angewandt, wenn eine medikamentöse Therapie wirkungslos geblieben ist oder bei chronischem Cluster-Kopfschmerz mit sehr schwerem Verlauf.
Aussicht & Prognose
Der Krankheitsverlauf der Cluster-Kopfschmerzen ist chronisch-rezidivierend und wird unterschieden in einen chronischen und episodischen Verlauf. Zwischen den Phasen der Schmerzattacken kommt es zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit. Ungefähr 80% der Patienten weisen einen episodischen Verlauf auf. In einigen Fällen kommt es zu einem Übergang von einem episodischen zu einem chronischen Verlauf.
In den Jahreszeiten Frühjahr und Herbst steigt die Zahl der betroffenen Patienten deutlich an. Betroffene berichten von immer gleichen Tageszeiten, zu denen sie unter den starken Schmerzen leiden. Meist stellen sie sich in den Morgenstunden oder unmittelbar nach dem Einschlafen ein.
Neben den benannten wiederkehrenden Eigenschaften des Cluster-Kopfschmerz kann es bei einem episodischen Verlauf zu langen Pausen zwischen den Schmerzattacken kommen. Oftmals sind Patienten über Jahre beschwerdefrei, bis anschließend eine neue Phase mit Cluster-Kopfschmerzen auftritt. Der episodische Cluster-Kopfschmerz dauert für einige Wochen oder Monate an, bis er anschließend wieder abklingt.
Bei einem chronischen Krankheitsverlauf dauern die Schmerzattacken über ein Jahr an, bis es zu einer Zeit der Beschwerdefreiheit kommt. Hier sind die Intervalle bis zum nächsten Auftreten auf wenige Wochen begrenzt. Eine dauerhafte Spontanheilung des Cluster-Kopfschmerzes ist bei beiden Verläufen jederzeit möglich. In den Phasen der Schmerzperioden werden durch Medikamente die Beschwerden reduziert. Bei Kenntnis des individuellen Auslösers kann dieser selbst vermieden werden.
Vorbeugung
Da die Ursachen von Cluster-Kopfschmerz nicht geklärt sind, existieren keine ursächlich vorbeugenden Maßnahmen. Sehr wohl gibt es aber eine wirksame medikamentöse Vorbeugung: Zu Beginn einer Clusterperiode wird eine Prophylaxe mit Verapamil begonnen und nach dem Ende der Periode wieder ausgeschlichen. Daneben sollten Triggerfaktoren wie Alkohol, grelles oder flackerndes Licht, Höhenluft und Nikotinkonsum zur Vorbeugung einer Cluster-Kopfschmerz-Attacke gemieden werden. Alkohol nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Innerhalb einer Clusterperiode löst schon ein kleines Glas fast zuverlässig innerhalb einer Stunde eine Attacke aus, während er in der beschwerdefreien Zeit folgenlos bleibt.
Nachsorge
Während und nach der ärztlich begleiteten Therapie sollten zuhause Maßnahmen ergriffen werden, um die Symptome der Cluster-Kopfschmerzen zu minimieren.
Häufig empfohlen wird die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln, etwa von Magnesium bei einem Mangel an Magnesium oder von Vitamin B2. Diese Empfehlungen stammen jedoch aus der Migränevorbeugung; für den Cluster-Kopfschmerz ist eine Wirkung nicht belegt. Sie ersetzen die ärztliche Prophylaxe in keinem Fall. Für Melatonin gibt es dagegen Hinweise, dass es die Zahl der nächtlichen Attacken verringern kann.
Der Lebensstil sollte entsprechend der Krankheit angepasst werden. So empfiehlt sich eine angemessene sportliche Betätigung. Regelmäßige Bewegung treibt den Blutkreislauf an und reduziert Stress. Auch Yoga-Kurse und Meditation können ihren Beitrag zu einer Linderung beitragen. Auf körperliche Anstrengung während einer Clusterperiode sollte allerdings verzichtet werden, weil sie eine Attacke auslösen kann.
Atemübungen ersetzen die Sauerstoffbehandlung nicht: Wirksam ist allein der medizinische Sauerstoff aus der Flasche in hoher Dosierung. Betroffene sollten außerdem sicherstellen, dass der Schlafrhythmus eingehalten und zu gleichbleibenden Zeiten ins Bett gegangen wird, da Störungen des Schlaf-Wach-Rhythmus Attacken begünstigen.
Ingwertee wirkt auf die Vanilloid-Rezeptoren und kann Übelkeit lindern. Auf die Attacken selbst hat er keinen Einfluss. Ratsam ist außerdem, auf Suchtmittel wie Alkohol, Tabak oder Betäubungsmittel aller Art zu verzichten. Dies gilt besonders während einer Clusterperiode. Die genannten Stoffe verschlimmern die Symptome der Cluster-Kopfschmerzen.
Das können Sie selbst tun
Cluster-Kopfschmerzen können nur in wenigen Fällen vollständig kuriert werden. Allerdings gibt es eine Reihe von Strategien, die den Umgang mit der Krankheit erleichtern. Da die Kopfschmerz-Attacken häufig durch sogenannte Trigger ausgelöst werden, empfiehlt sich in erster Linie ein umsichtiger Umgang mit den Symptomen.
Kommt es nach dem Konsum von Alkohol zu Kopfschmerzen? Oder treten die Beschwerden nach der Einnahme von Medikamenten, Nahrungsergänzungsmitteln oder bestimmten Lebensmitteln auf? Betroffene sollten diese Fragen mit Hilfe eines Krankentagebuchs beantworten. Anschließend können entsprechende Vorkehrungen getroffen werden, um weitere Anfälle zu verhindern oder zumindest die Symptome zu lindern. Typische Auslösefaktoren sind auch Lärm, flackerndes Licht, extreme Hitze oder Höhenveränderungen – diese sollten unbedingt vermieden werden.
Sollten die Cluster-Kopfschmerzen trotz aller Maßnahmen nicht zurückgehen, ist therapeutischer Rat gefragt. Meditation oder autogenes Training können zwischen den Attacken helfen, die Belastung durch die Erkrankung besser zu tragen; die akute Attacke selbst lassen sie unbeeinflusst. Durch eine konstante Beobachtung der Auslöser und wirksamer Gegenmaßnahmen können die Beschwerden auf lange Sicht zumindest reduziert werden. Rezeptfreie Schmerzmittel aus der Apotheke helfen beim Cluster-Kopfschmerz nicht; wirksam sind allein Sauerstoff und die richtigen Triptane in der richtigen Darreichungsform, weshalb Betroffene in jedem Fall Rücksprache mit einem Arzt halten sollten.
Quellen
- Göbel, H.: Die Kopfschmerzen.
ISBN: 9783662688724
- Gaul, C., Holle-Lee, D., Diener, H.-C. (Hrsg.): Kopfschmerzen.
ISBN: 9783940615688
- Diener, H.-C., Baron, R., Maier, C. (Hrsg.): Die Schmerztherapie.
ISBN: 9783437215421
- Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
ISBN: 9783662606742
- Masuhr, K. F., Masuhr, F., Neumann, M.: Duale Reihe Neurologie.
ISBN: 9783132410961
