Elektrische oder manuelle Zahnbürste

Elektrisch oder manuell putzen: Mit dieser Methode werden Zähne wirklich sauber

Die elektrische Zahnbürste ist nur etwas für Faule oder Kinder – so lautet noch immer eine weitverbreitete Meinung zu der richtigen Mundhygiene. Zahlreiche Studien zeigen jedoch, dass dies gar nicht stimmt. Neben der optimalen Bürste ist auch die Putztechnik entscheidend dafür, ob Zunge, Zähne und Zahnfleisch wirklich gut gepflegt und hygienisch sauber werden.

Inhaltsverzeichnis

Elektrische Zahnbürsten sind tatsächlich besser, wenn:

Elektrische Zahnbürsten sind meist Rotationszahnbürsten. Die Reinigungsleistung ist in geringem Maße besser als von normalen Zahnbürsten.

Nicht nur Kinder, sondern auch immer mehr Erwachsene widmen sich der Mundhygiene mit einer elektrischen Zahnbürste. Zu Recht, wie viele Wissenschaftler und Mundhygieneexperten finden, denn das vibrierende Putzen ist mit dem passenden Kopf und der richtigen Anwendung viel effizienter.

Wer eine elektrische Zahnbürste kaufen möchte, sollte dabei auf die Anforderungen seines Mundraums achten. Runde Bürstenköpfe ermöglichen beispielsweise ein präzises Arbeiten an einzelnen Zähnen, während ovale Köpfe großflächiger putzen.

Die optimale Borstenabstimmung entscheidet ebenso über den Reinigungserfolg. Eine unterschiedliche Borstenhöhe am Kopf reinigt besonders gründlich, auch schwerer zugängliche Stellen. Weiches Borstenmaterial entfernt die Rückstände besonders schonend und ist ideal für empfindliches Zahnfleisch, während mittelharte Borsten für normale Pflegeansprüche geeignet sind.

Wie die Universität Greifswald in einer Untersuchung herausfand, kann das richtige Putzen mit elektrischen Zahnbürsten einem Verlust der Zähne vorbeugen und das Zahnfleisch pflegen. Die Forscher fanden heraus, dass es bei den Testpersonen mit elektrischen Zahnbürsten circa 20 Prozent weniger Zahnverlust gab als bei Anwendern, die eine Handzahnbürste nutzten.

Effektiv vorgehen gegen Parodontitis

Schematische Darstellung von gesundem Zahlfleisch, Parodontose und Zahnfleischentzündung. Klicken, um zu vergrößern.

Mehr als 50 Prozent aller Erwachsenen in Deutschland über 40 Jahre leiden laut Informationen des Bundesministeriums für Bildung und Forschung an der hartnäckigen Zahnfleischerkrankung Parodontitis.

Unbehandelt kann die Zahnfleischentzündung sogar zum Zahnverlust führen. Außerdem kann sie sogar Herz-Kreislauf-Erkrankungen begünstigen oder das Fehlgeburtenrisiko erhöhen. Experten empfehlen deshalb, regelmäßig zur Reinigung der Zahnfleischtaschen zu gehen, um den dort häufig verborgenen Zahnstein entfernen zu lassen, der die Entzündungen fördert.

Eine elektrische Zahnbürste mit einem Mehrborsten-Profil-Kopf hilft dabei, das Zahnfleisch gründlich zu reinigen und sogar die Zwischenräume zu erreichen. Eine abschließende Behandlung mit Zahnseide nach jedem Putzen entfernt auch die letzten Rückstände sorgfältig.

Elektrisch oder Schall?

Neben den klassischen elektrischen Zahnbürsten gibt es auch Schallzahnbürsten. Der Unterschied liegt vor allem in den Bewegungen pro Minute. Eine Schallzahnbürste hat davon etwa 30.000, eine elektrische Zahnbürste rotiert deutlich langsamer.

Wer zu empfindlichem Zahnfleisch und raschen Zahnverschmutzungen neigt, erzielt mit den Schallzahnbürsten aufgrund der höheren Bewegung bessere Reinigungsergebnisse. Kombiniert mit einer gut schäumenden Zahnpasta lassen sich auf diese Weise auch schwer zugängliche Stellen besser reinigen.

Tipp: Damit die elektrische Zahnbürste optimal reinigt, müssen die Borsten intakt sein. Experten empfehlen einen regelmäßigen Austausch, spätestens nach drei Monaten aufgrund des Verschleißes und der Besiedelung mit Viren, Bakterien und Pilzen. Neigen sich die Borsten am Kopf seitlich, sollten sie unbedingt getauscht werden. Wer die Bürste zwei- bis dreimal pro Tag nutzt, muss circa alle acht Wochen mit dem Tausch rechnen.

Nicht nur das Equipment, sondern auch die Technik ist entscheidend für die Zahngesundheit

Der Ex-Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, Dietmar Oesterreich, äußerte sich in einem Interview zur optimalen Technik beim Zähneputzen. Dabei sagte er, dass die elektrischen Zahnbürsten durch ihren Automatismus alles richtig machten, um eine gute Reinigungsleistung zu erzielen.

Wer eine Handzahnbürste nutzt und das gleiche Ergebnis erzielen möchte, muss deutlich koordinierter arbeiten und die kreisenden Bewegungen mit dem richtigen Druck in den Mundraum bringen. Allerdings kann es auch bei der Verwendung der elektrischen Zahnbürste zur fehlenden Reinigungsleistung kommen. Wird sie beispielsweise zu fest aufgedrückt, reizt sie das Zahnfleisch. Auch das Führen der elektrischen Bürste im Mundraum will gelernt sein, denn sie bewegt sich nicht automatisch von einem Ende zum anderen.

Um mit der elektronischen Unterstützung ein optimales Reinigungsergebnis zu erzielen, ist eine Struktur beim Putzen hilfreich. Zahnärzte empfehlen, mindestens zwei bis drei Minuten für die Mundhygiene aufzuwenden. So wird die elektronische Bürste beispielsweise zunächst an der oberen Zahlenreihe von links nach rechts angesetzt. Die meisten Bürstenmodelle haben einen integrierten Timer von circa einer Minute. Damit fällt es leichter, sich pro Durchgang auf eine Ahnenreihe zu konzentrieren.

Die Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde fand in einer Studie heraus, dass der Zahnbelag erst nach mehreren Minuten wirklich entfernt wird. Nach etwa einer Minute waren nur 27 Prozent der Belege entfernt. Probanden, die zwei Minuten putzten, konnten immerhin circa 41 Prozent des Zahnbelags entfernen. Nach drei Minuten war noch mehr Zahnbelag im Mundraum beseitigt und auch das Zahnfleisch fühlte sich laut Aussagen vieler Probanden deutlich angenehmer und gepflegter an.

Dreimal täglich putzen: Experten sprechen sich dafür aus

Das tägliche Benutzen der Zahnbürste und der Zahnpasta gehört zu den Grundlagen einer gesunden Mundhygiene. Wird das Zähneputzen häufig vergessen, kommt es sehr schnell zur Karies.

Mehrmals Zähne putzen und dazu Zahnseide verwenden – das empfehlen Mundpflege-Experten für die Gesundheit des Zahnfleischs und der Zähne. Auf das Putzen am Morgen und Abend sollte niemand verzichten, doch auch nach dem Mittagessen ist der Griff zur Zahnbürste empfehlenswert.

Auch beim Verzehr von Salat, Nudeln, Pommes und Co. bleiben Spuren auf den Zahnoberflächen zurück, die sich hartnäckig halten und sogar Flecken hervorrufen. Wer weite Zwischenräume hat, sollte unbedingt dreimal täglich putzen und auch die Zahnseide griffbereit haben.

Kräuter, Salz, Pfeffer oder andere kleinste Rückstände setzen sich in den Zahnzwischenräumen fest und machen sich auch in den Zahnfleischtaschen breit. Werden sie dort nicht entfernt, kann es zu (schmerzhaften) Entzündungen und Zahnfleischbluten kommen.

Die Handzahnbürste hat nicht ausgedient

Das tägliche Benutzen der Zahnbürste gehört zu den Grundlagen einer gesunden Mundhygiene. Wird das Zähneputzen häufig vergessen, kommt es sehr schnell zur Karies.

Leiden Patienten unter Zahnfleischproblemen oder Zahnfleischblutungen, ist ein häufiger Wechsel des Bürstenkopfs empfehlenswert. Wer eine elektrische Zahnbürste nutzt, muss in diesem Fall deutlich tiefer in die Tasche greifen. Deshalb empfehlen Experten hierbei eine Handzahnbürste, da sie bei der Anschaffung günstiger sind und die Varianz bei den Bürstenköpfen bedingt durch die Hersteller größer ist.

Um das Zahnfleisch zu schonen, sind zunächst weiche Borsten empfehlenswert. Die Bürste wird im 45-Grad-Winkel angesetzt, um vom Zahnfleisch in Richtung der Zähne zu arbeiten und sanft Rückstände zu entfernen. Hat sich die Gesundheit des Zahnfleischs verbessert, kann der Wechsel auf mittelharte Borsten (nach Rücksprache mit dem Zahnarzt) erfolgen.

Die manuelle Zahnbürste ist auch ideal, um zwischendurch die Zähne beispielsweise nach dem Mittagessen zu reinigen. Elektrische Bürsten sind oft deutlich schwerer und weniger kompakt, lassen sich in einer Handtasche nur mühsam verstauen. Um dennoch mitten am Tag und außerhalb der eigenen vier Wände nicht auf eine gute Mundhygiene zu verzichten, sind manuelle Zahnbürsten optimal.

Quellen

  • Gängler, P., et al.: Konservierende Zahnheilkunde und Parodontologie. Thieme, Stuttgart 2010
  • Meyer-Lückel, H., et al.: Karies. Thieme, Stuttgart 2012
  • Meyer-Lückel, H., Paris, S., Ekstrand, K. (Hrsg.): Karies: Wissenschaft und Klinische Praxis. Thieme, Stuttgart 2012

Letzte Aktualisierung am: 16. November 2022

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