Nasentropfen

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 26. April 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Nasentropfen wirken abschwellend und werden in erster Linie bei Erkältungen und Allergien verwendet, die die Atemwege anschwellen lassen und die Atmung so erschweren. Nasentropfen sollen hier, wie auch Nasenspray, Abhilfe schaffen. Zusätzlich unterstützen sie jedoch oft auch die Heilung der irritierten und gereizten Schleimhäute.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Nasentropfen?

Bei Erkältungen und Allergien kommen neben Nasenspray oft auch Nasentropfen zum Einsatz. Sie sind mit verschiedenen Wirkstoffen versehen, die in den meisten Fällen abschwellend und beruhigend wirken.

Mögliche Gründe, die uns die Atmung durch unangenehme Schwellungen in den Nasennebenhöhlen erschweren, gibt es recht viele. Die beiden häufigsten Ursachen sind allerdings Erkältungen und Allergien.

Hier kommen neben Nasenspray oft auch Nasentropfen zum Einsatz, um Abhilfe zu schaffen. Sie sind mit verschiedenen Wirkstoffen versehen, die in den meisten Fällen abschwellend und beruhigend wirken. Dadurch sorgen sie dafür, dass der Betroffene wieder durchatmen kann. Zusätzlich helfen die Tropfen durch verschiedene Inhaltsstoffe, dass die Schleimhäute geschützt und beruhigt werden.

Diese werden durch die Erkältungs- und Allergieprozesse meistens sehr stark in Mitleidenschaft gezogen, was sich durch das Putzen der Nase ebenso verschlimmern kann, wie durch eine zu häufige Verwendung der Nasentropfen. Anders als Nasenspray werden Nasentropfen übrigens nicht in die Nase „gepumpt“, sondern meistens mittels einer Pipette in die Nase geträufelt.

Geschichte & Entwicklung

Die Geschichte der Nasentropfen ist eng mit der Entwicklung der medizinischen Behandlung von Nasenbeschwerden verbunden. Schon im alten Ägypten verwendeten Heilkundige Mischungen aus Ölen, Salzen und Pflanzenextrakten, um Symptome wie verstopfte Nasen zu lindern. Diese Praktiken finden sich in verschiedenen Formen auch in anderen alten Kulturen wie bei den Griechen und Römern.

Im 19. Jahrhundert begann die moderne pharmazeutische Industrie zu florieren, und mit ihr kamen Innovationen in der Behandlung von Erkältungssymptomen. Die ersten kommerziellen Nasentropfen wurden in den 1860er Jahren entwickelt und enthielten oft Kokain, das aufgrund seiner stark abschwellenden und lokalanästhetischen Wirkungen verwendet wurde. Diese Produkte wurden jedoch wegen der Suchtgefahr und der schädlichen Nebenwirkungen des Kokains zunehmend kritisiert.

Im frühen 20. Jahrhundert kamen dann neue Wirkstoffe auf, wie Ephedrin und später Xylometazolin, die effektiv die Nasenschleimhäute abschwellen ließen, ohne die schwerwiegenden Nebenwirkungen von Kokain. Diese Substanzen revolutionierten die Behandlung von Nasenverstopfungen und sind bis heute die Basis vieler über den Ladentisch erhältlichen Nasentropfen.

Mit fortschreitender medizinischer Forschung und Technologie wurden Nasentropfen weiterentwickelt, um eine noch sicherere und zielgerichtetere Behandlung zu ermöglichen, einschließlich der Formulierungen mit Salzlösungen und Steroiden, die bei chronischen Nasenproblemen eingesetzt werden. Nasentropfen sind heute ein unverzichtbarer Bestandteil der Selbstmedikation und zeigen, wie sich ein einfaches Heilmittel über Jahrtausende entwickelt und modernisiert hat.

Nasentropfen gegen Schnupfen & verstopfte Nase

Nasentropfen weisen verschiedene Arten und Wirkungsweisen vor, die sich zum einen an den möglichen Beschwerdefall richten, der vorliegen kann. Zum anderen werden Nasentropfen aber auch durch ihre Zusammensetzung und Konzentration unterschieden.

In den meisten Fällen wählt man, bestenfalls durch eine ärztliche oder pharmazeutische Beratung (etwa durch den Apotheker des Vertrauens), eine Sorte Nasentropfen aus, die für den vorliegenden Beschwerdefall geeignet ist. Je nach Alter des Patienten und nach Konzentration des Mittels können die Nasentropfen durchschnittlich in einer Dosierung von rund drei Tropfen pro Nasenloch drei bis vier Mal täglich angewendet werden.

Natürlich sollte man hier unbedingt die produkteigene Gebrauchsanleitung berücksichtigen, die allen Nasentropfen beiliegt. Übergreifend wird medizinisch jedoch empfohlen, dass man Nasentropfen nicht dauerhaft oder über einen längeren Zeitpunkt hinweg verwenden sollte.

Pflanzliche, natürliche & pharmazeutische Nasentropfen

Nasentropfen sind in vielen verschiedenen Arten erhältlich. Man unterscheidet bei Nasentropfen allerdings zwischen fünf verschiedenen Typen, von denen vier als Arzneimittel gelten.

Zu diesen zählen alle chemischen Mittel, die abschwellend wirken sowie Mittel, die Kortison, Antihistamin oder Cromoglicinsäure enthalten. Die fünfte Art von Nasentropfen umfasst alle natürlichen, homöopathischen und pflanzlichen Zusammensetzungen, wie beispielsweise Tropfen aus und mit Meerwasser, Kräutermischungen und ätherischen Ölen.

Der Unterschied zwischen natürlichen und chemischen Mitteln ist der, dass natürliche Zusammensetzungen weniger aggressiv wirken oder zur Pflege und Heilung der angegriffenen Schleimhäute gedacht sind. Meerwassertropfen weisen beispielsweise die Hauptwirkung vor, die Schleimhäute feucht zu halten und eine schnelle Heilung zu unterstützen, wenn diese gereizt, trocken und rissig sind.

Mischungen mit Kräutern wie etwa Thymian oder mit ätherischen Ölen können allerdings auch bei angeschwollenen Schleimhäuten auf sanfte Art für eine erleichterte Atmung sorgen. Dennoch wirken diese nur sehr bedingt abschwellend. Deshalb muss bei starken Beschwerden oft trotzdem auf chemisch-pharmazeutische Mittel zurückgegriffen werden.

Allerdings gibt es mittlerweile auch Tropfen, die natürliche Bestandteile mit in die Rezepturen aufnehmen, um die Wirkung sanfter zu gestalten. Ebenso gibt es sanft dosierte Tropfen für Kinder, Allergiker und sensible Menschen.


Risiken & Nebenwirkungen

So angenehm und erleichternd die Verwendung von Nasentropfen beim Beschwerdefall sein mag, bei längerem Nutzen greifen diese die Schleimhäute des Körpers an. Deshalb wird empfohlen, dass man Nasentropfen selbst bei einem schweren Krankheits- oder Allergiefall nicht länger als maximal zehn Tage am Stück verwenden sollte.

Bei zusätzlichen Beschwerden wie stark angegriffenen und gereizten Schleimhäuten sollte man die Verwendung zudem sofort beenden und einen Arzt aufsuchen. Ebenfalls sollte man Kombinationen aus verschiedenen Mitteln mit dem Arzt oder Apotheker besprechen, auch wenn es sich um natürliche Mittel oder um Nasensalben handelt. Denn auch ungewollte Wechselwirkungen können ein Risiko darstellen, das nicht unterschätzt werden sollte.

Alternativen

Neben den traditionellen Nasentropfen gibt es verschiedene alternative Medikamente und Therapieformen zur Behandlung von Nasenbeschwerden wie verstopfter Nase und Sinusitis. Hier ein Überblick über einige Alternativen und deren Vergleich:

Nasensprays: Im Gegensatz zu Nasentropfen, die flüssig sind und mittels Schwerkraft in die Nasenwege gelangen, werden Nasensprays oft als Aerosol oder feiner Nebel appliziert. Dies ermöglicht eine gleichmäßigere Verteilung des Wirkstoffs in den Nasenwegen, was bei chronischer Sinusitis oder allergischer Rhinitis besonders effektiv sein kann.

Saline Lösungen: Isotonische oder hypertone Salzlösungen sind eine milde und natürliche Alternative zu medikamentösen Nasentropfen. Sie helfen, die Nasenschleimhäute zu befeuchten, Schleim zu verdünnen und Allergene sowie Erreger auszuspülen. Saline Lösungen sind besonders für den langfristigen Gebrauch geeignet, da sie keine Rebound-Effekte verursachen.

Dampfinhalation: Einatmen von Dampf ist eine traditionelle Methode, die hilft, die Atemwege zu befeuchten und Schleim zu lösen. Zusätze wie Eukalyptusöl oder Kamille können die therapeutische Wirkung verstärken und bieten eine beruhigende Komponente.

Neti-Topf: Diese traditionelle Methode aus der ayurvedischen Medizin verwendet einen kleinen Kännchen, um eine Salzwasserlösung durch die Nasenwege zu spülen. Es ist besonders wirksam bei der Reinigung der Sinushöhlen und kann helfen, Symptome von Allergien und Infektionen zu lindern.

Antihistaminika und Steroide: Für allergiebedingte Nasenbeschwerden können oral eingenommene Antihistaminika oder nasale Steroidsprays verwendet werden. Diese Medikamente wirken, indem sie die Entzündungsreaktion des Körpers reduzieren und sind besonders bei saisonaler allergischer Rhinitis effektiv.

Jede dieser Therapieformen hat spezifische Vor- und Nachteile. Während Nasensprays und Steroide schnelle Linderung bringen können, bieten natürliche Methoden wie Salzlösungen und Dampfinhalation eine sicherere Alternative für eine langfristige Anwendung ohne das Risiko von Nebenwirkungen oder Abhängigkeit.

Forschung & Zukunft

In der aktuellen Forschung zu Nasentropfen gibt es einige vielversprechende Trends und Entwicklungen, die darauf abzielen, die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Medikamente zu verbessern sowie neue Anwendungsgebiete zu erschließen:

Zielgerichtete Wirkstoffabgabe: Modernste Technologien in der Wirkstoffabgabe zielen darauf ab, Medikamente präziser an die betroffenen Bereiche innerhalb der Nasenhöhlen zu transportieren. Durch den Einsatz von Nanotechnologie und mikroverkapselten Wirkstoffen können Medikamente langsamer und kontrollierter freigesetzt werden, was eine längere und effektivere Behandlung ermöglicht.

Verbesserung der Formulierungen: Forscher arbeiten an der Verbesserung der Formulierungen von Nasentropfen, um die Absorption der Wirkstoffe zu optimieren und Irritationen zu minimieren. Neue Gel-Formulierungen bieten beispielsweise eine längere Verweildauer im Nasengang, was die Effizienz der Behandlung steigert.

Natürliche und biobasierte Inhaltsstoffe: Ein Trend zur Verwendung natürlicher und biobasierter Inhaltsstoffe ist in der Entwicklung von Nasentropfen zu beobachten. Inhaltsstoffe wie Xylitol, das bakterielle Adhäsion hemmt, oder pflanzliche Extrakte, die entzündungshemmende Eigenschaften besitzen, werden zunehmend erforscht.

Behandlung von mehr als nur Symptomen: Neben der üblichen symptomatischen Behandlung von Stauungen und Allergien untersucht die Forschung nun auch Nasentropfen, die präventive oder heilende Wirkungen aufweisen könnten. Beispielsweise wird an Formulierungen gearbeitet, die das Immunsystem lokal stärken oder die Heilung von Gewebeschäden in den Nasenwegen unterstützen.

Einsatz gegen Virusinfektionen: Angesichts der jüngsten globalen Gesundheitskrisen wird auch der Einsatz von Nasentropfen zur Bekämpfung von Virusinfektionen, einschließlich COVID-19, erforscht. Hierbei werden antivirale Wirkstoffe eingesetzt, die direkt in den Nasentropfen formuliert sind, um die Viren an der primären Eintrittspforte im Körper zu bekämpfen.

Diese Trends zeigen, dass die Forschung zu Nasentropfen sich kontinuierlich weiterentwickelt, um effektivere und sicherere Behandlungsoptionen für eine Vielzahl von nasalen Gesundheitsproblemen zu entwickeln.

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