Cromoglicinsäure
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Cromoglicinsäure ist ein Wirkstoff, der hauptsächlich zur Prophylaxe vor allergischen Erkrankungen angewendet wird. Der Wirkstoff wird im Allgemeinen in Form von Inhalationssprays, Kapseln zur Inhalation, Augen- und Nasentropfen sowie Nasensprays appliziert.
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Was ist Cromoglicinsäure?
Cromoglicinsäure gehört zur Wirkstoffgruppe der Cromone. Bekannte Derivate des Chromons sind neben der Cromoglicinsäure die Flavone (gelbe Pflanzenfarbstoffe) und auch bestimmte krampflösend und gefäßerweiternd wirkende Glykoside, wie z. B. das Khellinin.
Khellinin wird aus Doldengewächsen isoliert, während Cromoglicinsäure synthetisch hergestellt wird. Aufgrund seiner besseren Wasserlöslichkeit wird in den Arzneimitteln das Dinatriumsalz der Cromoglicinsäure verwendet. Ungelöst liegen Cromoglicinsäure und deren Salz als weißer, kristalliner Feststoff vor. Der Wirkstoff wird zur Vorbeugung allergischer Reaktionen immer nur lokal angewendet, in Form von Tropfen, Sprays, inhalatorisch oder als Kapsel mit Wirkung an der Darmschleimhaut.
Eine enterale Aufnahme (über den Darm) ist nicht möglich. Der Grund dafür ist in der geringen Lipophilie (Fettlöslichkeit) von Cromoglicinsäure oder ihrem Salz zu suchen. Cromoglicinsäure wirkt direkt an den Mastzellen und verhindert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren, wie z. B. das Histamin. Da Cromoglicinsäure eine sehr kurze Halbwertzeit besitzt, muss sie zur Vorbeugung vor allergischen Reaktionen mindestens viermal täglich angewendet werden.
Pharmakologische Wirkung
Cromoglicinsäure verhindert die Freisetzung von Entzündungsmediatoren durch die Hemmung der Chloridkanäle der aktivierten Mastzellen. In den Mastzellen sind gewisse Botenstoffe, wie Histamin oder Heparin, gespeichert, die für die körpereigene Abwehr verantwortlich sind.
Besonders Histamin ruft bei der Abwehrreaktion Entzündungsreaktionen hervor. Bei einer allergischen Reaktion werden diese Botenstoffe in einem erhöhten Maße zur Bekämpfung von normalerweise ungefährlichen Substanzen freigesetzt. Cromoglicinsäure wirkt zwar nicht sofort, aber nach mehrwöchiger Anwendung hemmend auf die Freisetzung der Entzündungsmediatoren. Daher ist eine alleinige Anwendung von Cromoglicinsäure bei einer bestehenden akuten allergischen Reaktion ungeeignet.
Ihre Wirkung entfaltet Cromoglicinsäure bei einer Allergie nur, wenn sie langfristig und regelmäßig angewendet wird. Geeignet ist der Wirkstoff daher zur Vorbeugung vor einer Allergie. Die Entfaltung der Wirkung kann aber 2-4 Wochen dauern. Deshalb sollte die Behandlung mehrere Wochen vor einer zu erwartenden Allergie-Saison beginnen. Aus Tier- und Laborversuchen ist die Hemmung der Mediatorfreisetzung aus vorbereiteten Mastzellen gut belegt. Betroffen ist dabei nicht nur das Histamin: Die US-amerikanische Produktinformation einer Zubereitung zum Einnehmen nennt ausdrücklich auch die Leukotriene, jene Botenstoffe, die früher als langsam wirkende Substanz der Überempfindlichkeitsreaktion beschrieben wurden und die an der Verengung der Bronchien und an der Schwellung der Schleimhäute beteiligt sind.
Ebenso aufschlussreich ist, was Cromoglicinsäure nicht kann. Dieselbe Produktinformation hält fest, dass der Stoff von sich aus weder die Blutgefäße verengt noch wie ein Antihistaminikum die Histaminrezeptoren besetzt noch wie ein Kortisonpräparat wirkt. Damit fehlen ihm die Eigenschaften, auf denen die rasche Wirkung anderer Antiallergika bei einer bereits laufenden Reaktion beruht: das Abschwellen der Schleimhaut, die Blockade der Histaminrezeptoren und die breite Hemmung der Entzündung. Der Wirkstoff kann verhindern, dass Botenstoffe freigesetzt werden, aber er kann nicht rückgängig machen, was sie bereits bewirkt haben.
Medizinische Anwendung & Verwendung
Cromoglicinsäure ist ein zur Langzeitanwendung bestimmtes Antiallergikum. Typische mit Cromoglicinsäure behandelte Erkrankungen sind z. B. Asthma bronchiale, die allergische Rhinitis (Heuschnupfen), die allergische Konjunktivitis (Bindehautentzündung) und allergische Reaktionen der Verdauungsorgane.
Die Behandlung dient meist zur Prophylaxe, weil die Wirkung erst mit einer erheblichen Zeitverzögerung eintritt. Systemisch wirkt Cromoglicinsäure kaum, weil sie zu weniger als 10 Prozent vom Körper resorbiert wird. Daher kann das Medikament meist nur lokal an den betroffenen Stellen angewendet werden. Zur Vorbeugung und Behandlung von asthmatischen Erkrankungen findet jedoch auch eine kombinatorische Anwendung von Cromoglicinsäure mit Reproterol statt.
Reproterol wirkt Bronchien-erweiternd und kann zunächst die beim Asthma bronchiale auftretende akute Atemnot lindern. Die Langzeitanwendung des kombinierten Medikaments bei bestehendem Asthma führt langfristig zu guten Behandlungserfolgen, da hier die entzündungshemmende Wirkung und die schnelle Linderung der Luftnot in einem Arzneimittel zusammengefasst sind. Lange Zeit wurden Cromone auf diese Weise auch in der Dauerbehandlung des Asthmas eingesetzt. Die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma führt sie in ihrer Fassung von 2024 nicht mehr auf; Grundlage der Langzeittherapie sind dort die inhalativen Corticosteroide.
Aufgrund der schlechten Resorption und der kurzen Halbwertzeit von Cromoglicinsäure muss das Medikament über Wochen mehrmals täglich appliziert werden. Zur Behandlung von Nahrungsmittelallergien kann Cromoglicinsäure auch oral in Form von Kapseln aufgenommen werden. Auch hier entfaltet der Wirkstoff seinen Einfluss lokal an der Darmschleimhaut nach Auflösung der Kapseln im Darm. Wie gering die Aufnahme aus dem Darm ausfällt, hat die US-amerikanische Produktinformation gemessen: Nach dem Schlucken gelangt nur ein sehr kleiner Bruchteil der eingenommenen Menge in den Blutkreislauf, der weitaus größte Teil verlässt den Körper unverändert mit dem Stuhl. Gerade diese schlechte Aufnahme macht die Kapseln für Beschwerden des Verdauungstrakts brauchbar, denn der Wirkstoff bleibt dort, wo er gebraucht wird.
Ein Anwendungsgebiet, das sich aus dieser örtlichen Wirkung im Darm ergibt, ist die Mastozytose, eine seltene Erkrankung mit einer krankhaften Vermehrung von Mastzellen. In den Vereinigten Staaten ist eine Zubereitung zum Einnehmen für die Behandlung dieser Erkrankung zugelassen. Beschrieben ist dort eine Besserung von Durchfall, Hitzewallungen, Kopfschmerzen, Erbrechen, Nesselsucht, Bauchschmerzen, Übelkeit und Juckreiz bei einem Teil der Behandelten.
Verabreichung & Dosierung
Bei der Verabreichung und Dosierung von Cromoglicinsäure, einem Mastzellstabilisator zur Vorbeugung allergischer Reaktionen, sind mehrere wichtige Punkte zu beachten. Cromoglicinsäure wird in verschiedenen Darreichungsformen angeboten, darunter Augentropfen, Nasensprays, Inhalationslösungen und Kapseln zur oralen Anwendung. Die richtige Wahl der Form hängt von der Art der Allergie ab, z. B. allergische Rhinitis, allergisches Asthma oder Nahrungsmittelallergien.
Die Wirkung von Cromoglicinsäure setzt erst nach einer gewissen Zeit ein, da der Wirkstoff präventiv wirkt, indem er die Freisetzung von Histamin aus den Mastzellen blockiert. Deshalb sollte die Therapie regelmäßig angewendet werden, auch wenn keine akuten Symptome vorliegen. Bei der Inhalation zur Asthmabehandlung wird in der Regel eine Dosis von 10 bis 20 mg viermal täglich empfohlen, wobei die genaue Dosierung vom Arzt festgelegt wird. Bei Nasensprays oder Augentropfen kann die Verabreichung mehrmals täglich erfolgen, abhängig von der Schwere der Symptome.
Die Behandlung sollte nicht abrupt abgebrochen werden, da dies zu einer Verschlechterung der Symptome führen kann. Stattdessen wird eine schrittweise Reduktion der Dosis empfohlen. Zudem ist die Anwendung von Cromoglicinsäure nur zur Vorbeugung sinnvoll und nicht zur akuten Behandlung von allergischen Reaktionen geeignet. Bei Unklarheiten sollte stets ärztlicher Rat eingeholt werden, um die optimale Dosierung und Anwendungsform zu gewährleisten.
Risiken & Nebenwirkungen
Cromoglicinsäure wird sehr gut vertragen. Auch bei Langzeitanwendungen wurden nur selten Nebenwirkungen beobachtet. Jedoch kann jeder Wirkstoff bei einer entsprechenden körperlichen Konstitution zu Überempfindlichkeitsreaktionen führen.
Nebenwirkungen können somit als Grundrisiko angesehen werden. Bei der Anwendung von Augentropfen kann es in seltenen Fällen zu Augenbrennen, Fremdkörpergefühl oder auch Schwellung der Augenbindehaut kommen. Nasensprays mit Cromoglicinsäure können unter Umständen zu Kopfschmerzen oder Geschmackssinn-Störungen führen.
Auch bei inhalatorischer oder oraler Anwendung kommt es in Einzelfällen zu Überempfindlichkeitsreaktionen, wie Hautausschlag, Nesselsucht, Magen-Darm-Probleme oder Atemverkrampfung. Obwohl der Wirkstoff allergischen Erkrankungen vorbeugt, tritt in sehr seltenen Fällen auch ein allergischer Schock auf. Unerwünschte Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind bisher nicht bekannt. Aus weltweiten Meldungen nach der Markteinführung und aus Untersuchungen bei anderen Erkrankungen ist eine längere Liste von Beschwerden zusammengekommen, bei denen ein ursächlicher Zusammenhang mit dem Wirkstoff in den meisten Fällen offen bleibt. Den größten Teil davon stellen Beschwerden des Verdauungstrakts: Durchfall, Übelkeit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Völlegefühl, Blähungen, Entzündungen von Zunge und Mundschleimhaut, Erbrechen, Schluckbeschwerden und Krämpfe der Speiseröhre. Seltener genannt sind Beschwerden der Haut wie Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht mit Schwellung, Rötung mit Brennen und eine gesteigerte Lichtempfindlichkeit, ferner Gelenk- und Muskelschmerzen sowie Steifigkeit und Schwäche der Beine. Aus dem Bereich des Nervensystems wurden Kopfschmerzen, Schwindel, vermindertes oder verändertes Empfinden, Migräne und Krampfanfälle gemeldet, aus dem seelischen Bereich Psychosen, Angst, Niedergeschlagenheit, Trugwahrnehmungen, Verhaltensänderungen, Schlaflosigkeit und Nervosität. Hinzu kommen Herzrasen, Extraschläge des Herzens und Herzklopfen, Rachenentzündung und Luftnot sowie vereinzelt Erschöpfung, Wassereinlagerungen, unangenehmer Geschmack, Brustschmerz, Benommenheit nach dem Essen, Beschwerden beim Wasserlassen, Einblutungen in die Haut, veränderte Leberwerte, Veränderungen des Blutbildes, Ohrensausen und ein Beschwerdebild, das dem Lupus erythematodes ähnelt.
Für die Frage der Organfunktion gibt dieselbe Produktinformation eine klare Begründung. Weil der aufgenommene Anteil des Wirkstoffs über die Galle und über die Nieren ausgeschieden wird, kommt bei eingeschränkter Nieren- oder Leberfunktion eine Verringerung der Gabe in Betracht. Für Säuglinge und Kleinkinder gilt eine eigene Zurückhaltung: Die Anwendung bei Kindern unter zwei Jahren bleibt nach der Produktinformation schweren Krankheitsbildern vorbehalten, bei denen der zu erwartende Nutzen die Gefahren deutlich überwiegt.
Kontraindikationen
Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Cromoglicinsäure betreffen vor allem Personen mit Überempfindlichkeit oder Allergien gegen den Wirkstoff oder andere Bestandteile des Präparats. Eine allergische Reaktion auf Cromoglicinsäure selbst ist selten, kann aber in Form von Hautausschlägen, Atembeschwerden oder Schwellungen auftreten, was die Anwendung des Medikaments ausschließt.
Zudem sollten Patienten mit einem akuten Bronchospasmus oder schwerem Asthma vorsichtig sein, da Cromoglicinsäure nicht zur Behandlung von akuten Symptomen geeignet ist. Sie wird nur als prophylaktisches Mittel verwendet und kann bei akuten Atembeschwerden keine ausreichende Hilfe bieten.
Auch bei bestimmten Formen von Leber- oder Nierenerkrankungen sollte die Verwendung von Cromoglicinsäure vorsichtig erfolgen, da der Wirkstoff teilweise über diese Organe ausgeschieden wird. In solchen Fällen ist eine Rücksprache mit einem Arzt erforderlich, um das Risiko zu minimieren.
Bei Kindern unter zwei Jahren und schwangeren oder stillenden Frauen sollte die Anwendung ebenfalls nur unter ärztlicher Aufsicht erfolgen, da die Sicherheit und Wirksamkeit in diesen Gruppen nicht vollständig etabliert ist. Besonders in der Schwangerschaft wird die Anwendung nur empfohlen, wenn der potenzielle Nutzen das Risiko für das ungeborene Kind überwiegt. Die Datenlage dahinter beschreibt die US-amerikanische Produktinformation genauer. In Fortpflanzungsversuchen an Mäusen, Ratten und Kaninchen ergaben sich keine Hinweise auf Missbildungen der Ungeborenen. Angemessene und gut kontrollierte Untersuchungen an schwangeren Frauen fehlen jedoch, und Ergebnisse aus Tierversuchen lassen sich nicht ohne Weiteres auf den Menschen übertragen. Ob der Wirkstoff in die Muttermilch übergeht, ist nicht bekannt; weil zahlreiche Arzneistoffe in die Muttermilch gelangen, ist bei stillenden Frauen Vorsicht geboten.
Interaktionen mit anderen Medikamenten
Cromoglicinsäure zeigt im Allgemeinen nur wenige Interaktionen mit anderen Medikamenten, was sie zu einer relativ sicheren Option in der Langzeittherapie macht. Dennoch sollten einige potenzielle Wechselwirkungen beachtet werden. Da Cromoglicinsäure primär lokal wirkt und nur in geringen Mengen systemisch aufgenommen wird, sind die Risiken für schwerwiegende systemische Interaktionen gering.
Bei der gleichzeitigen Anwendung von inhalativen Kortikosteroiden oder Beta-2-Sympathomimetika zur Asthmatherapie gibt es keine bekannten negativen Wechselwirkungen, und die Medikamente können zusammen angewendet werden. Cromoglicinsäure kann sogar die Wirkung dieser Mittel unterstützen, indem sie die Freisetzung der Entzündungsmediatoren hemmt und so den Bedarf an diesen Medikamenten reduziert.
Es ist jedoch ratsam, bei gleichzeitiger Einnahme von anderen Mastzellstabilisatoren oder Medikamenten, die das Immunsystem beeinflussen, vorsichtig zu sein. Bei der Anwendung von Antihistaminika gibt es keine bekannten negativen Interaktionen, da diese Medikamente unterschiedliche Wirkmechanismen haben und sich ergänzen können.
Patienten, die unter bestimmten Nieren- oder Leberfunktionsstörungen leiden und Medikamente einnehmen, die über diese Organe abgebaut werden, sollten Rücksprache mit einem Arzt halten, da Cromoglicinsäure in geringen Mengen systemisch aufgenommen und unverändert über Galle und Urin ausgeschieden wird. In solchen Fällen kann eine engmaschige Überwachung ratsam sein, um mögliche kumulative Effekte auszuschließen.
Alternative Behandlungsmethoden
Wenn Cromoglicinsäure nicht vertragen wird oder keine ausreichende Wirkung zeigt, gibt es verschiedene alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe zur Kontrolle von allergischen Reaktionen und Asthma. Eine gängige Alternative sind Antihistaminika, die die Wirkung von Histamin blockieren und dadurch allergische Symptome wie Juckreiz, Niesen und Augenreizungen reduzieren. Diese Medikamente sind in verschiedenen Formen erhältlich, darunter Tabletten, Nasensprays und Augentropfen, und wirken schnell bei akuten Symptomen.
Für die langfristige Kontrolle von allergischem Asthma oder schwereren allergischen Reaktionen werden oft inhalative Kortikosteroide eingesetzt. Diese wirken entzündungshemmend und unterdrücken das Immunsystem, um die Entzündungsreaktion in den Atemwegen zu reduzieren. Sie sind wirksamer bei der Prävention von Asthmaanfällen als Cromoglicinsäure, müssen jedoch regelmäßig und über einen längeren Zeitraum angewendet werden.
Eine weitere Alternative sind Leukotrien-Antagonisten, wie Montelukast, die entzündungsfördernde Leukotriene blockieren. Diese Medikamente sind vor allem bei Asthma und allergischen Reaktionen hilfreich, insbesondere wenn andere Therapien nicht ausreichen.
Für schwerere Fälle, insbesondere bei schweren allergischen Reaktionen oder Asthma, können biologische Therapien wie Omalizumab in Betracht gezogen werden. Diese wirken gezielt auf Immunprozesse, indem sie IgE-Antikörper blockieren, die eine zentrale Rolle in allergischen Reaktionen spielen. Bemerkenswert ist dabei, welche Wirkstoffe die Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma in ihrer Fassung von 2024 aufführt und welche nicht. Montelukast, Omalizumab, Theophyllin und Reproterol sind dort mit eigenen Textstellen vertreten, die Cromone dagegen an keiner Stelle, weder unter dem Gruppennamen noch unter den Einzelnamen Cromoglicinsäure und Nedocromil. Nedocromil ist der zweite Vertreter dieser Stoffgruppe und wirkt wie die Cromoglicinsäure an den Mastzellen. Für die Dauerbehandlung des Asthmas sind damit die inhalativen Kortikosteroide die Grundlage. Über die örtliche Anwendung an Auge, Nase und Darmschleimhaut sagt diese Leitlinie nichts aus, weil sie sich auf das Asthma bezieht; die Zulassungen für Augentropfen, Nasensprays und Kapseln bleiben von ihr unberührt.
Quellen
- Kroegel, C., Bonella, F., Costabel, U. (Hrsg.): Klinische Pneumologie.
ISBN: 9783131297518
- Zink, A. (Hrsg.): Therapie-Handbuch - Dermatologie und Allergologie.
ISBN: 9783437238376
- Plewig, G., Ruzicka, T., Kaufmann, R., Hertl, M. (Hrsg.): Braun-Falco's Dermatologie, Venerologie und Allergologie.
ISBN: 9783662495445
- Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
ISBN: 9783437426223
- Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
ISBN: 9783804746541
