Ephedrin

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 11. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ephedrin ist chemisch ein Alkaloid und hat eine stimulierende Wirkung auf den Organismus. Es wurde als Medikament bei Atemwegserkrankungen, niedrigem Blutdruck und im geringeren Maße auch bei Narkolepsie eingesetzt. In Deutschland dient es heute vor allem der Behandlung eines Blutdruckabfalls während einer Narkose. Die stimulierenden Eigenschaften von Ephedrin verführen auch zu dessen Missbrauch als Partydroge.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Ephedrin?

Ephedrin
Ephedrin wurde als Medikament bei Atemwegserkrankungen, wie Asthma, eingesetzt.

Ephedrin wird aus den Pflanzen der Gattung Ephedra gewonnen. Gewonnen wird der Stoff aus den asiatischen Arten, deren getrocknete Sprosse in China als Ma-Huang aufgebrüht werden. Die amerikanischen Arten, aus denen der sogenannte Mormonentee bereitet wird, gelten dagegen als frei von Ephedrin.

Ephedrin ist ein sogenanntes Alkaloid. Alkaloide sind zwar keine einheitliche Stoffklasse, haben aber einige gemeinsame Eigenschaften. Alle Alkaloide sind Produkte des Sekundärstoffwechsels von Pflanzen, Pilzen, aber auch von Tieren. Sie sind stickstoffhaltig und üben auf den tierischen oder menschlichen Körper einen charakteristischen Einfluss aus.

Meist sind sie giftig und schmecken bitter. Ephedrin wirkt als indirektes Sympathomimetikum auf den Sympathikus ein und entfaltet auf dieser Grundlage seine charakteristischen stimulierenden Eigenschaften, die sowohl positive als auch negative Effekte auf den Organismus haben können.

Pharmakologische Wirkung

Der Einfluss von Ephedrin beruht auf der Tatsache, dass es im Sympathikus die vermehrte Freisetzung von Noradrenalin aus den präsynaptischen Nervenenden mit gleichzeitiger Hemmung der Wiederaufnahme in die Synapsen bewirkt.

So erhöht sich die Konzentration von Noradrenalin im synaptischen Spalt. Das heißt, dass Ephedrin indirekt die Wirkung von Noradrenalin erhöht. Noradrenalin ist ein Stresshormon, das normalerweise für die kurzfristige Bereitstellung von Energie bei einer Notsituation sorgt. In diesem Fall wird die Fettverbrennung angekurbelt und der Abbau von Muskelprotein gestoppt. Gleichzeitig muss in dieser Situation natürlich auch der erhöhte Sauerstoffbedarf durch die Erweiterung der Bronchien, Stimulierung der Herzfrequenz und Erhöhung des Blutdrucks gesichert werden.

Andere für diese Notsituation störende körperliche Funktionen, wie Nahrungsaufnahme oder Verdauungstätigkeiten, werden eingeschränkt. Ist die Notsituation vorüber, sind diese körperlichen Reaktionen auch nicht mehr notwendig und werden normalerweise sofort beendet. Der Noradrenalinspiegel im synaptischen Spalt sinkt und der Körper beruhigt sich. Ephedrin ruft aber auch ohne Notsituation diese Reaktionen hervor, indem es die Noradrenalinkonzentration erhöht.

Diese Reaktionen klingen erst ab, wenn auch Ephedrin abgebaut ist. Damit initiiert Ephedrin körperliche Reaktionen, die in der entsprechenden Situation gar nicht notwendig sind, aber trotzdem positive, aber auch negative Effekte für den Körper haben können.

Bei diesem mittelbaren Weg bleibt es allerdings nicht. Die deutschen Fachinformationen beschreiben Ephedrin als ein sympathomimetisches Amin, das zugleich unmittelbar auf die Alpha- und die Beta-Rezeptoren einwirkt; die vermehrte Ausschüttung von Noradrenalin aus den Nervenenden des Sympathikus kommt als zweiter, mittelbarer Weg hinzu. Wie andere sympathomimetische Amine regt Ephedrin das zentrale Nervensystem, das Herz-Kreislauf-System, die Atmung sowie die Schließmuskeln im Verdauungs- und im Harntrakt an. Dieselben Fachinformationen führen außerdem an, dass Ephedrin selbst die Monoaminoxidase hemmt.

Nach einer Einspritzung in die Vene steht der Wirkstoff vollständig zur Verfügung; auch nach Einnahme über den Mund gelangt ein sehr hoher Anteil in den Kreislauf. Der weit überwiegende Teil verlässt den Körper unverändert mit dem Urin. Wie rasch das geschieht, hängt vom Säuregrad des Urins ab: In saurem Urin wird deutlich mehr Ephedrin ausgeschieden als in alkalischem, und entsprechend kürzer fällt dort die Halbwertszeit aus.

Medizinische Anwendung & Verwendung

Die positiven Auswirkungen von Ephedrin auf den Körper schlagen sich auch in seinem Anwendungsspektrum nieder. Ephedrin wurde bei der Behandlung von Asthma bronchiale eingesetzt. Die heutige Nationale VersorgungsLeitlinie Asthma führt den Wirkstoff nicht mehr auf; die Dauerbehandlung stützt sich stattdessen auf inhalative Kortikosteroide.

Früher war ein frei verkäufliches Präparat auf dem Markt. Es ist seit Langem nicht mehr erhältlich; ephedrinhaltige Mittel zum Einnehmen unterliegen heute der Verschreibungspflicht. Ein anderes Einsatzgebiet ist die Behandlung von niedrigem Blutdruck.

Ephedrin wurde auch in Nasensprays und Nasentropfen zum Abschwellen der Nasenschleimhäute bei Schnupfen verwendet. In Deutschland ist seit 2001 kein solches Fertigarzneimittel mehr zugelassen; die heute üblichen abschwellenden Nasensprays enthalten stattdessen Xylometazolin oder Oxymetazolin.

Speziell bei Hypotonie nach einer Periduralanästhesie wird Ephedrin verwendet. Aufgrund der Grundumsatzerhöhung wurde Ephedrin auch zur Bekämpfung von Adipositas eingesetzt. Der höhere Energiebedarf des Organismus kurbelt die Fettverbrennung an.

Auch die Hemmung des Muskeleiweißabbaus wirkt sich auf den Energiehaushalt aus. Die zentral anregende Wirkung hat auch positive Auswirkungen bei der Behandlung der Narkolepsie. Heute beschränkt sich der Einsatz von Ephedrin jedoch nur auf spezielle Anwendungsgebiete, weil das Nutzen-Risiko-Verhältnis ungünstig ist.

In Deutschland sind vor allem Injektionslösungen mit Ephedrinhydrochlorid zugelassen. Ihr Anwendungsgebiet ist die Behandlung eines Blutdruckabfalls während einer Spinal-, Epidural- oder Allgemeinanästhesie.

Ephedrin ist verschreibungspflichtig: Die Arzneimittelverschreibungsverordnung erfasst Zubereitungen zur parenteralen Anwendung ausnahmslos, solche zur oralen Anwendung unter anderem dann, wenn Ephedrin der einzige Wirkstoff ist oder mit Coffein verbunden wird. Dem Betäubungsmittelgesetz unterliegt der Stoff dagegen nicht. Weil sich aus Ephedrin unerlaubt Methamphetamin herstellen lässt, führt ihn die Europäische Union in der Kategorie 1 ihrer Grundstoffüberwachung.

Verabreichung & Dosierung

Ephedrin ist ein Sympathomimetikum, das in Deutschland heute der Behandlung einer Hypotonie (niedriger Blutdruck) während einer Anästhesie dient; bei Asthma und bei Nasenverstopfung wurde es früher angewendet. Bei Verabreichung und Dosierung sind mehrere wichtige Aspekte zu beachten, um die Sicherheit und Wirksamkeit des Medikaments zu gewährleisten.

Grundsätzlich kann Ephedrin oral, intramuskulär, intravenös oder subkutan verabreicht werden. Die deutschen Zulassungen betreffen heute jedoch die Anwendung während einer Narkose. Die Dosierung variiert je nach Verabreichungsweg und Indikation. Für die orale Einnahme bei Asthma gibt es in Deutschland keine zugelassene Dosierung mehr. Für die intravenöse Anwendung bei einem Blutdruckabfall während der Narkose beträgt die übliche Einzeldosis 5 bis 10 mg; die deutschen Fachinformationen sehen vor, sie bei Bedarf in Abständen von wenigen Minuten zu wiederholen, und begrenzen die innerhalb von 24 Stunden gegebene Gesamtmenge.

Patienten mit bestimmten Vorerkrankungen sollten Ephedrin mit Vorsicht verwenden. Dazu gehören Menschen mit Herzerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Schilddrüsenüberfunktion, Glaukom und Prostatahypertrophie. Diese Erkrankungen können durch Ephedrin verschlechtert werden, und die Dosis muss möglicherweise angepasst werden.

Ephedrin kann eine Reihe von Nebenwirkungen verursachen, darunter Nervosität, Zittern, Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Herzklopfen und erhöhter Blutdruck. Schwerwiegendere Nebenwirkungen können Herzrhythmusstörungen, Angina pectoris und erhöhter Blutzucker sein. Bei Auftreten dieser Symptome sollte die Behandlung abgebrochen und ein Arzt konsultiert werden.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind ebenfalls zu beachten. Ephedrin kann die Wirkung von zentralnervös stimulierenden Substanzen wie Koffein verstärken und die blutdrucksenkenden Wirkungen von Antihypertensiva verringern. Die gleichzeitige Einnahme von Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) kann zu hypertensiven Krisen führen und ist kontraindiziert.

Das Risiko unerwünschter Wirkungen steigt mit der verabreichten Menge; ein Überschreiten der vorgesehenen Dosis erhöht es. Die sichere Anwendung von Ephedrin beruht deshalb auf der ärztlichen Verordnung und auf einer laufenden Überwachung der behandelten Person.

Risiken & Nebenwirkungen

Eine zu häufige oder unkontrollierte Anwendung von Ephedrin kann jedoch zu negativen körperlichen Folgen führen. Ephedrin bewirkt die Erhöhung der Konzentration von Noradrenalin, einem Stresshormon für kurzfristige Ausnahmesituationen.

Das führt zu Bluthochdruck, erhöhter Herzfrequenz, aber auch zu Leistungssteigerung im Sport. So wird Ephedrin auch als Dopingmittel im Sport eingesetzt. Langfristig kann die Anwendung von Ephedrin dann zu Herz-/Kreislauferkrankungen führen. Da Ephedrin euphorisierend wirkt, dient es oft als Partydroge mit all ihren negativen Auswirkungen. Langfristig angewendet besteht die Gefahr der Entstehung von chronischen Erkrankungen und Drogenabhängigkeit.

Wird Ephedrin in hohen Konzentrationen eingesetzt, kann es unter Umständen zu Unruhe, Angstzuständen, Delirium, Halluzinationen und Tremor kommen. Typische Symptome sind auch Kopfschmerzen, Krämpfe und Übelkeit. Längere Anwendungen in hohen Konzentrationen können wie bei anderen Drogen zur Drogensucht führen.


Kontraindikationen

Typische Kontraindikationen bei der Verwendung von Ephedrin umfassen mehrere Erkrankungen und Patientengruppen, bei denen das Medikament nicht angewendet werden sollte, um ernsthafte Nebenwirkungen und Komplikationen zu vermeiden.

Eine der Hauptkontraindikationen ist eine bekannte Überempfindlichkeit oder Allergie gegen Ephedrin oder andere Sympathomimetika. Patienten mit einer solchen Allergie sollten Ephedrin meiden, um schwere allergische Reaktionen wie Hautausschläge, Atembeschwerden oder anaphylaktischen Schock zu verhindern.

Ephedrin ist auch kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Hypertonie (Bluthochdruck) oder schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie koronare Herzkrankheit, Herzinsuffizienz, Arrhythmien und Angina pectoris. Das Medikament kann den Blutdruck und die Herzfrequenz erhöhen, was diese Erkrankungen verschlimmern und das Risiko für kardiovaskuläre Komplikationen erhöhen kann.

Patienten mit Phäochromozytom, einem hormonproduzierenden Tumor der Nebennieren, sollten Ephedrin ebenfalls nicht einnehmen. Das Medikament kann die Freisetzung von Katecholaminen erhöhen, was zu gefährlich hohen Blutdruckwerten führen kann.

Ephedrin ist kontraindiziert bei Patienten mit schwerer Hyperthyreose (Schilddrüsenüberfunktion), da es die Stoffwechselrate weiter erhöhen und Symptome wie Herzklopfen, Zittern und Nervosität verstärken kann.

Glaukompatienten, insbesondere solche mit Engwinkelglaukom, sollten Ephedrin vermeiden, da es den Augeninnendruck erhöhen und die Symptome verschlimmern kann.

Menschen mit Prostatahypertrophie (vergrößerte Prostata) sollten ebenfalls auf die Einnahme von Ephedrin verzichten, da das Medikament Harnverhalt verursachen kann, indem es den Blasenauslassmuskel stimuliert.

Schwangere und stillende Frauen sollten Ephedrin nur unter strenger ärztlicher Aufsicht verwenden, da es die Plazenta passieren und in die Muttermilch übergehen kann. Dies könnte potenziell das ungeborene Kind oder das Neugeborene beeinflussen.

Die deutschen Fachinformationen führen das näher aus. In Tierversuchen zeigte Ephedrin eine fruchtschädigende Wirkung, während Untersuchungen an einer begrenzten Zahl von Frauen keinen Hinweis auf ein erhöhtes Fehlbildungsrisiko ergaben. Der Wirkstoff überwindet die Plazentaschranke und ging dabei mit einer Steigerung der kindlichen Herzfrequenz und ihrer Schwankungsbreite einher; in der Schwangerschaft ist die Anwendung deshalb zu meiden oder auf das Notwendige zu beschränken. In die Muttermilch tritt Ephedrin über, und bei gestillten Säuglingen wurden Reizbarkeit und Schlafstörungen beobachtet. Abzuwägen ist daher, ob auf die Behandlung verzichtet wird oder für einige Zeit nach der Anwendung auf das Stillen.

Die gleichzeitige Anwendung von Ephedrin mit Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern) ist kontraindiziert, da dies zu hypertensiven Krisen führen kann. MAO-Hemmer verstärken die Wirkung von Ephedrin und erhöhen das Risiko eines gefährlich hohen Blutdrucks.

Dieses Verbot endet nicht mit der letzten Einnahme des MAO-Hemmers: Die deutschen Fachinformationen schließen Ephedrin auch innerhalb von zwei Wochen nach dem Absetzen einer solchen Behandlung aus. Als mögliche Folgen nennen sie einen anfallsartigen Blutdruckanstieg und eine Überwärmung des Körpers mit unter Umständen tödlichem Ausgang. Von der Verbindung mit selektiven Hemmstoffen der Monoaminoxidase A wird ebenfalls abgeraten, und zwar gleichfalls für einen Zeitraum von zwei Wochen nach deren Absetzen.

Zwei weitere Kombinationsverbote betreffen verwandte Wirkstoffe. Mehrere deutsche Fachinformationen führen unter den Gegenanzeigen die gleichzeitige Anwendung anderer indirekter Sympathomimetika auf und nennen dafür Phenylpropanolamin, Phenylephrin, Pseudoephedrin und Methylphenidat; eine von ihnen schließt darüber hinaus die Verbindung mit Alpha-Sympathomimetika aus. Als Grund geben sie das Risiko einer Gefäßverengung und anfallsartiger Blutdruckanstiege an. Verboten ist damit die Gleichzeitigkeit, nicht der Ersatz: Phenylephrin und Pseudoephedrin bleiben als Wirkstoffe, die anstelle von Ephedrin eingesetzt werden können, davon unberührt.

Vor einer Verordnung von Ephedrin ist deshalb zu prüfen, ob eine dieser Gegenanzeigen vorliegt.

Interaktionen mit anderen Medikamenten

Ephedrin kann mit verschiedenen Medikamenten in Wechselwirkung treten, was zu unerwünschten Nebenwirkungen oder zu einer verminderten Wirksamkeit führen kann. Sicherheit und Wirksamkeit der Behandlung hängen deshalb auch davon ab, welche weiteren Arzneimittel gleichzeitig angewendet werden.

Eine bedeutende Wechselwirkung besteht zwischen Ephedrin und Monoaminoxidase-Hemmern (MAO-Hemmern). Die gleichzeitige Einnahme kann zu einer hypertensiven Krise führen, da MAO-Hemmer den Abbau des durch Ephedrin freigesetzten Noradrenalins hemmen und dessen blutdrucksteigernde Wirkung dadurch verstärken. Daher ist die gleichzeitige Anwendung kontraindiziert.

Ephedrin kann die Wirkung von blutdrucksenkenden Medikamenten wie Betablockern, ACE-Hemmern und Diuretika vermindern. Da Ephedrin den Blutdruck erhöht, kann es die blutdrucksenkenden Effekte dieser Medikamente abschwächen. Patienten, die solche Medikamente einnehmen, sollten engmaschig überwacht werden, und gegebenenfalls müssen die Dosierungen angepasst werden.

Die gleichzeitige Anwendung von Ephedrin und anderen zentralnervös stimulierenden Substanzen wie Koffein oder Amphetaminen kann die stimulierenden Effekte verstärken und das Risiko für Nebenwirkungen wie Nervosität, Schlaflosigkeit, Herzklopfen und Bluthochdruck erhöhen.

Ephedrin kann die Freisetzung von Insulin beeinflussen und daher die Wirksamkeit von Antidiabetika verändern. Patienten mit Diabetes sollten ihren Blutzuckerspiegel engmaschig überwachen und gegebenenfalls ihre Medikation anpassen, um eine gute Blutzuckerkontrolle aufrechtzuerhalten.

Bei gleichzeitiger Anwendung von Digoxin, einem Medikament zur Behandlung von Herzinsuffizienz und Arrhythmien, kann Ephedrin das Risiko für Herzrhythmusstörungen erhöhen. Eine enge Überwachung der Herzfunktion ist in solchen Fällen erforderlich.

Ephedrin kann auch mit Narkosemitteln zusammenwirken. Bei einer Narkose mit Halothan oder anderen halogenierten Anästhetika ist besondere Vorsicht geboten, weil diese Mittel zusammen mit Ephedrin schwerwiegende Herzrhythmusstörungen aus den Herzkammern auslösen können.

Von der Verbindung mit trizyklischen Antidepressiva raten die deutschen Fachinformationen ab: Sie kann einen anfallsartigen Blutdruckanstieg und Herzrhythmusstörungen auslösen, weil diese Mittel die Aufnahme von Adrenalin und Noradrenalin in die sympathischen Nervenfasern hemmen. Dasselbe gilt für die noradrenerg-serotonergen Antidepressiva Milnacipran und Venlafaxin.

Möglichen Wechselwirkungen lässt sich nur begegnen, wenn die gleichzeitig eingenommenen Arzneimittel und Nahrungsergänzungsmittel dem behandelnden Arzt bekannt sind. Die sichere Anwendung von Ephedrin stützt sich daneben auf eine regelmäßige ärztliche Überwachung und, wo nötig, auf eine Anpassung der übrigen Medikation.

Alternative Behandlungsmethoden

Wenn Ephedrin nicht vertragen wird, gibt es mehrere alternative Behandlungsmethoden und Wirkstoffe, die je nach der spezifischen Indikation eingesetzt werden können.

Für die Behandlung von Hypotonie (niedrigem Blutdruck) während der Anästhesie kann Phenylephrin eine wirksame Alternative sein. Phenylephrin ist ein Alpha-1-Adrenozeptor-Agonist, der den Blutdruck durch Vasokonstriktion erhöht, ohne die Herzfrequenz wesentlich zu beeinflussen. Es kann intravenös verabreicht werden und wird häufig bei Operationen verwendet.

Für die Behandlung von Asthma und Bronchospasmen können Beta-2-Agonisten wie Albuterol (Salbutamol) oder Terbutalin eingesetzt werden. Diese Medikamente wirken durch die Entspannung der glatten Muskulatur in den Atemwegen und erleichtern das Atmen. Sie sind in Inhalationsform, als Tabletten oder als Injektionen erhältlich.

Pseudoephedrin ist ein weiteres Sympathomimetikum, das zur Linderung von Nasenverstopfung verwendet wird. Es hat eine ähnliche Wirkungsweise wie Ephedrin, jedoch mit einem anderen Nebenwirkungsprofil. Pseudoephedrin ist in vielen rezeptfreien Erkältungsmedikamenten enthalten.

Clonidin ist dagegen kein Ersatz für Ephedrin, sondern dessen Gegenspieler. Es wirkt auf zentrale Alpha-2-Adrenozeptoren und senkt den Blutdruck durch die Hemmung der Freisetzung von Noradrenalin. Clonidin ist besonders nützlich bei der Behandlung von hypertensiven Krisen und kann auch zur Behandlung von Entzugssymptomen bei Opioidabhängigkeit verwendet werden.

Für die symptomatische Behandlung der allergischen Rhinitis können Antihistaminika wie Loratadin oder Cetirizin eingesetzt werden. Diese Medikamente blockieren die Wirkung von Histamin und reduzieren Symptome wie Niesen, Juckreiz und Nasenverstopfung.

Natürliche Alternativen zur Linderung von Nasenverstopfung und zur Unterstützung der Atemwege umfassen ätherische Öle wie Eukalyptus oder Pfefferminze, die in Dampfinhalationen oder in einem Diffusor verwendet werden können. Diese können helfen, die Atemwege zu öffnen und den Atemfluss zu erleichtern.

Welche dieser Möglichkeiten in Betracht kommt, richtet sich nach den vorliegenden Beschwerden und nach dem übrigen Gesundheitszustand der behandelten Person. Die Auswahl bleibt damit eine ärztliche Entscheidung, die Nutzen und mögliche Nebenwirkungen gegeneinander abwägt.

Quellen

  • Geisslinger, G., Gudermann, T., Hinz, B., et al.: Mutschler Arzneimittelwirkungen.
    ISBN: 9783804746541
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437426223
  • Larsen, R.: Anästhesie.
    ISBN: 9783437225123
  • Blaschek, W. (Hrsg.): Wichtl - Teedrogen und Phytopharmaka.
    ISBN: 9783804730687
  • Soyka, M. (Hrsg.): Suchtmedizin.
    ISBN: 9783437170515

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