Prostata

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. Mai 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Die Prostata oder Vorsteherdrüse ist ein wichtiges männliches Geschlechtsorgan. In dieser Funktion übernimmt die Prostata regulative Prozesse, sie kann aber auch zu verschiedenen Beschwerdebildern führen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Prostata?

Schematische Darstellung zur Anatomie einer gesunden Prostata und einer vergrößerten Prostata. Klicken, um zu vergrößern.

Die Prostata wird auch als Vorsteherdrüse bezeichnet. Die Prostata ist eine Geschlechtsdrüse, die beim männlichen Menschen und bei männlichen Säugetieren vorkommt. Die Vorsteherdrüse zählt zu den sogenannten inneren Geschlechtsorganen und verfügt über Muskelfasern, Drüsen und Bindegewebe, das reich an Gefäßen ist. Umgeben ist die Prostata von einer bindegewebigen, festen Kapsel.

Beim Menschen befindet sich die Prostata zwischen Harnblase und Beckenboden, wobei sie den beginnenden Teil der Harnröhre umgibt. Fest verbunden ist die Vorsteherdrüse außerdem mit dem unteren Rand des Schambeins. Hinter der Prostata ist der Mastdarm gelegen.

Durch die Prostata verläuft der sogenannte Spritzkanal, der während einer Ejakulation das Ejakulat leitet. Beim gesunden Menschen hat die Prostata die ungefähre Größe einer Kastanie und wiegt rund 20 Gramm.

Bedeutung & Funktion

Eine der Hauptaufgaben der Prostata ist die Produktion einer Befruchtungsflüssigkeit in Form eines Sekrets. Gebildet wird dieses Sekret beim Mann etwa mit der beginnenden Pubertät. Unter anderem enthält die Befruchtungsflüssigkeit der Prostata Eiweiße, die dazu beitragen, dass das Sperma verflüssigt wird.

Außerdem enthält die Befruchtungsflüssigkeit der Prostata das sogenannte Spermin; das Spermin ist unter anderem für den Schutz der DNA verantwortlich. Das Sekret der Prostata hat einen ungefähren pH-Wert von 6,4. Dieser pH-Wert erhöht während des Geschlechtsverkehrs die Überlebensfähigkeit der Spermien, denn das Milieu der weiblichen Vagina ist sauer, um einen Schutz vor Infektionen zu bieten.

Durch ihre Lage unterstützt die Prostata außerdem den Verschluss der Harnblase. Während des Urinierens trägt die Prostata dazu bei, dass die Spritzkanäle verschlossen sind, um ein Eindringen von Urin zu vermeiden. Während des Geschlechtsverkehrs gelangen Spermien und Sekret in den Teil der Harnröhre, der von der Prostata umgeben ist.

Hierhin gelangt nun auch das Prostatasekret, das ungefähr 20-30 Prozent der gesamten Spermamenge ausmacht. Dabei trägt die Prostata dazu bei, dass die so entstandene Samenflüssigkeit nicht in die Harnblase vordringen kann.

Des Weiteren spielt die Vorsteherdrüse auch mein Hormonstoffwechsel eines Mannes eine wichtige Rolle. So wird durch die Prostata beispielsweise das Geschlechtshormon Testosteron in eine biologisch sehr aktive Form verwandelt. Diese aktive Form wird als Dihydrotestosteron bezeichnet.


Gefahren, Störungen, Risiken & Krankheiten

Erkrankungen der Prostata äußern sich meist in Symptomen, die relativ unbestimmt sein können. Meist betreffen diese Symptome die Funktion des Wasserlassens und die Sexualfunktion.

Ist das Wasserlassen durch die Prostata beeinträchtigt, wird das in der Medizin auch als Miktionsstörung bezeichnet. Dieser Einfluss der Prostata ist unter anderm möglich, weil die Prostata den Blasenverschluss unterstützt. Typische Symptome sind dabei unter anderem ein verzögerter Beginn des Wasserlassens, eine Abschwächung des Harnstrahls bis hin zum Tröpfeln oder eine Restharnbildung, die das Gefühl verursacht, dass nicht der komplette Harn entleert wurde.

Verletzungen der Prostata können sich beispielsweise ausdrücken durch eine Harnblutung, also durch eine Beimischung von Blut zum Urin. Ist die Prostata von einer Entzündung betroffen (hierbei spricht man von der sogenannten Prostatitis), kann es unter anderem zu einem Blutanteil im Sperma kommen. Dies kann auch verursacht werden durch ein sogenanntes benignes Prostatasyndrom (BPS), das vor allem bei Männern mittleren bis höheren Alters auftritt. In den meisten Fällen ist ein solcher Blutanteil im Sperma allerdings harmlos.

Das benigne Prostatasyndrom (BPS) beschreibt Beschwerden, die mit der Behinderung des Harnabflusses durch die Prostata einhergehen. Mit steigendem Alter nimmt diese Erkrankung zu. Ursache ist unter anderem eine gutartig vergrößerte Prostata. Eine Behandlung ist medikamentös oder operativ möglich. Prostatakrebs bzw. das Prostatakarzinom ist ein bösartiger Tumor, der in der Regel von den äußeren Prostatadrüsen ausgeht.

Im Frühstadium ist Prostatakrebs durch Bestrahlungen oder Operationen häufig zu heilen. Unter Männern ist Prostatakrebs die häufigste Form eines bösartigen Tumors. Die Ursachen der Entstehung von Prostatakrebszellen sind weitgehend unklar.

10 Dinge, die Sie über die Prostata wissen sollten

1. Was ist die Prostata und welche Funktion erfüllt sie?

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist eine kleine Drüse, die ein wichtiger Teil des männlichen Fortpflanzungssystems ist. Sie produziert eine Flüssigkeit, die Teil des Spermas ist und Spermien schützt und nährt.

2. Welche typischen Gesundheitsprobleme betreffen die Prostata?

Häufige Gesundheitsprobleme der Prostata sind Prostatitis (Entzündung), benigne Prostatahyperplasie (BPH) und Prostatakrebs. Diese Erkrankungen betreffen oft ältere Männer und können unterschiedlich schwerwiegend sein.

3. Wie kann ich erkennen, ob ich Probleme mit der Prostata habe?

Symptome von Prostataproblemen sind Schwierigkeiten beim Wasserlassen, ein schwacher Urinstrahl, Schmerzen im Beckenbereich und Blut im Urin oder Sperma. Es ist wichtig, diese Symptome ernst zu nehmen und einen Arzt aufzusuchen.

4. Wie kann ich meine Prostatagesundheit verbessern?

Eine gesunde Ernährung, regelmäßige Bewegung und die Vermeidung von Tabak und übermäßigem Alkoholkonsum können dazu beitragen, die Gesundheit der Prostata zu fördern. Regelmäßige ärztliche Untersuchungen sind ebenfalls wichtig.

5. Ist Prostatakrebs tödlich?

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebsarten bei Männern, aber er ist oft behandelbar, besonders wenn er früh erkannt wird. Die Überlebensrate ist bei frühzeitiger Diagnose hoch.

6. Wie wird Prostatakrebs diagnostiziert?

Ein PSA-Bluttest und eine digitale rektale Untersuchung (DRE) sind übliche Screening-Methoden. Bei einem Verdacht können weitere Tests wie eine Biopsie oder Bildgebungsverfahren durchgeführt werden.

7. Wann sollte ich mit Prostatauntersuchungen beginnen?

Männer sollten ab 50 Jahren regelmäßig Untersuchungen durchführen lassen. Bei familiärer Vorbelastung sollte man bereits ab 45 Jahren mit Untersuchungen beginnen.

8. Wie wird Prostatakrebs behandelt?

Behandlungsoptionen umfassen Operation, Bestrahlung, Hormontherapie und aktive Überwachung. Die Wahl der Behandlung hängt vom Stadium des Krebses, dem Gesundheitszustand des Patienten und seinen Präferenzen ab.

9. Gibt es Alternativen zu invasiven Behandlungen bei BPH?

Ja, Medikamente können helfen, die Symptome einer vergrößerten Prostata zu lindern. In einigen Fällen können auch minimal-invasive Verfahren eingesetzt werden.

10. Wie wichtig ist die Ernährung für die Prostatagesundheit?

Eine gesunde Ernährung, reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, kann das Risiko von Prostataproblemen senken. Der Verzicht auf fettreiche und stark verarbeitete Lebensmittel ist ebenfalls ratsam.

Gesunde Prostata: 7 Tipps für Ihre Vorsteherdrüse

Gesunde Ernährung: Eine ausgewogene Ernährung, reich an Obst, Gemüse und Vollkornprodukten, fördert die Prostatagesundheit. Besonders empfohlen werden Tomaten, die reich an Lycopin sind, und Kreuzblütler wie Brokkoli.

Ausreichend Bewegung: Regelmäßige Bewegung, wie tägliches Gehen oder Sport, hilft, das Gewicht zu kontrollieren und kann das Risiko für Prostatakrebs und BPH verringern.

Genügend Flüssigkeit: Ausreichendes Trinken, insbesondere Wasser, unterstützt die Funktion der Blase und der Prostata, indem es die Harnwege spült.

Rauchen aufgeben: Rauchen kann das Risiko von Prostatakrebs erhöhen. Das Aufhören reduziert nicht nur dieses Risiko, sondern verbessert auch die allgemeine Gesundheit.

Alkoholkonsum reduzieren: Übermäßiger Alkoholkonsum kann die Prostata negativ beeinflussen. Ein moderater oder geringer Alkoholkonsum wird empfohlen.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen: Männer über 50 (oder über 45 mit familiärer Vorbelastung) sollten regelmäßige Untersuchungen durchführen lassen, um Prostataprobleme frühzeitig zu erkennen.

Stress reduzieren: Chronischer Stress kann die Hormonbalance beeinflussen und möglicherweise die Prostatagesundheit beeinträchtigen. Entspannungstechniken wie Yoga und Meditation können helfen, Stress abzubauen.

Bedeutung des PSA-Tests für die Prostata

Der Prostata-spezifische Antigen (PSA)-Test ist ein Bluttest, der den PSA-Wert misst, ein Protein, das von Prostatazellen produziert wird. Der Test dient dazu, mögliche Prostataprobleme wie Krebs, benigne Prostatahyperplasie (BPH) oder Entzündungen zu erkennen.

Warum ist der PSA-Test wichtig?

Der PSA-Test ist ein wichtiger Bestandteil der Vorsorgeuntersuchung, insbesondere bei Männern ab 50 Jahren. Ein erhöhter PSA-Wert kann auf Prostatakrebs hinweisen, obwohl auch andere Erkrankungen wie BPH oder Prostatitis zu erhöhten Werten führen können. Durch die regelmäßige Überwachung des PSA-Werts kann ein potenziell gefährlicher Anstieg frühzeitig erkannt werden.

Grenzen des PSA-Tests

Ein erhöhter PSA-Wert ist nicht immer ein Indikator für Prostatakrebs, und normale Werte schließen die Krankheit nicht vollständig aus. Falsch positive oder negative Ergebnisse sind möglich, was zu unnötigen Biopsien oder einer verspäteten Diagnose führen kann. Daher ist der Test nicht perfekt und sollte als Teil eines umfassenden Gesundheitsplans verwendet werden.

Weitere Diagnosemöglichkeiten

Bei einem auffälligen PSA-Wert sind zusätzliche Untersuchungen wie eine digitale rektale Untersuchung (DRU), eine Prostatabiopsie oder bildgebende Verfahren erforderlich. Diese Untersuchungen helfen, eine genaue Diagnose zu stellen und die geeignete Behandlung festzulegen.

PSA-Test und Risikofaktoren

Männer mit erhöhtem Risiko für Prostatakrebs, etwa bei einer Familiengeschichte oder afroamerikanischer Abstammung, sollten den Test bereits ab 45 Jahren in Betracht ziehen. Das Verständnis der individuellen Risikofaktoren kann helfen, den besten Zeitpunkt für den Beginn der Vorsorgeuntersuchungen zu bestimmen.

Nutzen-Risiko-Abwägung

Der PSA-Test ist ein umstrittenes Thema, da er auch zu Überdiagnosen und Überbehandlungen führen kann. Dennoch bietet er bei richtiger Interpretation und Anwendung einen wichtigen Einblick in die Prostatagesundheit. Männer sollten die Entscheidung für oder gegen den Test in Absprache mit einem Arzt treffen, der die individuellen Risikofaktoren und die gesundheitliche Vorgeschichte berücksichtigt.

Insgesamt ist der PSA-Test ein nützliches Werkzeug, um Prostatakrebs und andere Erkrankungen frühzeitig zu erkennen. Es ist wichtig, die Vor- und Nachteile zu verstehen, um eine informierte Entscheidung über die eigene Gesundheitsvorsorge zu treffen.

Im Focus: Benigne Prostatahyperplasie

Die benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine häufige Erkrankung, die Männer im mittleren und höheren Alter betrifft. Sie beschreibt die nicht-krebsartige Vergrößerung der Prostata, die zu verschiedenen Harnproblemen führen kann. Es ist wichtig, die Symptome zu erkennen und mögliche Behandlungsoptionen zu verstehen.

Symptome der BPH

Eine vergrößerte Prostata kann den Harnfluss beeinträchtigen, da sie die Harnröhre komprimiert. Häufige Symptome sind:

Häufiges Wasserlassen: Ein verstärkter Harndrang, besonders nachts (Nykturie), ist typisch.

Schwierigkeiten beim Wasserlassen: Ein schwacher Urinstrahl oder das Gefühl, die Blase nicht vollständig entleeren zu können.

Startprobleme: Verzögerter Beginn des Wasserlassens, auch „Warten auf den Harnstrahl“ genannt.

Nachtröpfeln: Unkontrollierter Harnverlust nach dem Wasserlassen.

Diagnose

Die Diagnose der BPH beginnt oft mit einer Anamnese, gefolgt von einer digitalen rektalen Untersuchung (DRU) zur Beurteilung der Prostatagröße. Zusätzliche Tests können einen PSA-Bluttest, eine Urinanalyse oder bildgebende Verfahren wie Ultraschall umfassen.

Behandlungsoptionen

Die Behandlung der BPH hängt von der Schwere der Symptome und der Beeinträchtigung der Lebensqualität ab. Es gibt verschiedene Ansätze:

Lebensstiländerungen: Eine Verringerung des Koffein- und Alkoholkonsums sowie die Reduzierung von Flüssigkeitsaufnahme am Abend können helfen.

Medikamente: Alphablocker können die Muskeln der Prostata und Blase entspannen und so den Harnfluss verbessern. 5-Alpha-Reduktase-Inhibitoren können die Prostata langfristig verkleinern.

Minimal-invasive Verfahren: Thermische Verfahren wie die transurethrale Mikrowellentherapie (TUMT) können das überschüssige Prostatagewebe reduzieren.

Operation: Bei schwerer BPH ist eine transurethrale Resektion der Prostata (TURP) eine gängige Methode, um das blockierende Prostatagewebe zu entfernen.

Prävention und Prognose

Eine gesunde Lebensweise mit ausreichender Bewegung, einer ausgewogenen Ernährung und regelmäßigen Vorsorgeuntersuchungen kann das Risiko einer BPH reduzieren. Obwohl die BPH selbst nicht lebensbedrohlich ist, kann sie ohne Behandlung die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen und zu Komplikationen wie Harnwegsinfektionen oder Blasensteinen führen.

Das frühzeitige Erkennen von Symptomen und die Absprache mit einem Arzt sind entscheidend, um eine geeignete Behandlungsstrategie zu finden und langfristige Komplikationen zu vermeiden.

Quellen

  • Fritsch, H., Kühnel, W.: Taschenatlas der Anatomie. Bd. 2: Innere Organe. Thieme, Stuttgart 2018
  • Renz-Polster, H., Krautzig, S. (Hrsg.): Basislehrbuch Innere Medizin. Urban & Fischer, München 2012
  • Schmelz, H.U., Sparwasser, C., Weidner, W.: Facharztwissen Urologie. Springer, Berlin 2010

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