Infektion

Letzte Aktualisierung am 20. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Eine Infektion bezeichnet die Abwehr des Körpers von eingedrungenen Mikroorganismen wie Viren, Bakterien oder Pilze. Daraus ergeben sich Infektionskrankheiten mit und ohne klinischen Symptomen. Die Palette an Infektionskrankheiten ist sehr groß und reicht von gängigen Kinderkrankheiten bis zu schweren Infektionen, die das Leben bedrohen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Infektion?

Eine Infektion wird durch den Angriff von Mikroorganismen auf den Körper ausgelöst. Die Erreger vermehren sich schnell und breiten sich im Körper aus. Der Körper versucht die Ausbreitung abzuwehren und die Erreger zu bekämpfen, wodurch eine Infektion entsteht.

Nicht alle uns umgebenden Bakterien machen krank. Im Darm oder auf der Haut sorgen sie sogar dafür, dass wir gesund bleiben und die Verdauung ordnungsgemäß funktioniert.

Die meisten Infektionen verlaufen bei gesunden Menschen mit gutem Abwehrsystem nur mit schwachen Symptomen. Das Immunsystem erkennt die Angreifer und bekämpft sie. Harmlose Keime befinden sich etwa permanent auf unserer Haut, im Verdauungstrakt oder an Geschlechtsorganen und richten beim gesunden Menschen keinerlei Schaden an.

Ist der Betroffene durch eine andere Krankheit geschwächt, kommt sein Organismus aus dem Gleichgewicht. Es kommt zu einer Abwehrreaktion, die den Organismus schwächt. Je nachdem, wie stark die Abwehrkräfte sind, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Ist die Abwehrreaktion zu schwach, breiten sich die Mikroorganismen weiter aus, übertragen sich über den Blutkreislauf auf wichtige Organe und führen zu einer generalisierten Sepsis.

Ursachen

Keime sind überall in unserer Umgebung und können auf vielfältige Weise in den Körper gelangen. Wir nehmen sie beim Schlucken, beim Berühren von Biomüll, durch Schnitte im Finger, beim Niesen oder durch Handkontakt und Tröpfcheninfektion mit infizierten Menschen auf. Auch bei Operationen besteht ein Infektionsrisiko.

Das Immunsystem schützt uns vor Infektionen, da wir permanent von Viren und Bakterien angegriffen werden. Ist es geschwächt oder die Zahl aggressiver Keime zu hoch, hat die Abwehr keine Chance. Es kommt zu einer Infektionserkrankung. Allergien, Infekte und Autoimmunerkrankungen schwächen das Immunsystem.

Das Verteidigungssystem des menschlichen Organismus gegen Angriffe von außen ist allerdings komplex. Zum einen besitzen wir anatomische Barrieren wie die Schleimhäute, die erste Instanz gegen Angriffe. Anders als vielfach angenommen schützt übermäßige Hygiene nicht vor Infektionen, sondern macht uns anfälliger, weil die natürliche Barriere zerstört wird.

Die zweite Instanz ist das körpereigene Immunsystem. Alles, was dem Körper bedrohlich erscheint, wird von den Abwehrzellen vernichtet. Die Abwehrreaktion zeigt sich meist mit Fieber. Die normale Temperatur des Menschen liegt zwischen 36 und 37,5 °C. Ab 38 °C spricht man von Fieber. Über 41 °C wird die Körpertemperatur lebensbedrohlich, da Zellen zerstört werden. Fieber ist zwar ein sehr wichtiges, aber keineswegs stets vorhandenes Symptom für eine Infektionserkrankung.

Das Immunsystem hat auch ein Gedächtnis. Nach einer Infektion wird das Immunsystem stärker, denn der Körper kann sich bestimmte Keime merken. Dieser Schutzmechanismus funktioniert genauso wie bei einer Impfung. Die Impfung gaukelt dem Körper eine Infektion mit Keimen vor, sodass der Körper Abwehrstoffe entwickelt. Wird der Mensch später tatsächlich von diesem Erreger befallen, reagieren die Abwehrstoffe darauf. Mit der Zeit lässt dieses Gedächtnis jedoch nach.

Bei Allergien ist das körpereigene Abwehrsystem nicht voll funktionsfähig. Bei einer Hausstaubmilbenallergie oder bei Heuschnupfen richtet sich die Abwehr gegen Stoffe die prinzipiell harmlos sind. Die meisten Menschen, die diese Stoffe einatmen, spüren nichts. Ein allergischer Mensch hat keine schützenden Antikörper und zeigt allergische Symptome. Das Immunsystem hat in diesem Fall nicht die Fähigkeit, eine Abwehrreaktion zu erlernen und künftig auf die Stoffe zu reagieren.

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Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Infektionskrankheiten werden durch Erreger hervorgerufen und sie treten in einer sehr großen Bandbreite auf. Infektionskrankheiten reichen von einer einfachen Erkältung über typische Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken und Röteln bis hin zu HIV oder Tropenkrankheiten. Umgangssprachlich werden sie auch Infekte genannt, sind aber nicht mit einer Infektion zu verwechseln. Eine Infektion ist die Entzündung einer Wunde.

Infektionskrankheiten werden von einem breiten Spektrum an Symptomen begleitet und haben unterschiedliche Zeitverläufe. Man unterscheidet sie nach der Herkunft der Erreger, der Eintrittspforte der Erreger, Infektionsverlauf oder Übertragungsweg. Auch die Ausdehnung der Infektion kann ein Unterscheidungskriterium sein.

Am häufigsten werden Infektionskrankheiten durch Bakterien ausgelöst. Bakterien sind beispielsweise für Tuberkulose, Hirnhautentzündung, Cholera, Pest oder Borreliose verantwortlich. Auch Keuchhusten und Diphtherie werden durch Bakterien übertragen und können für kleine Kinder lebensgefährlich werden. Der Wundstarrkrampf (Tetanus) wird durch sehr widerstandsfähige Bakterien ausgelöst.

Pilzerkrankungen finden sich häufig an Augen, Mundschleimhäuten und Geschlechtsteilen.

Alle klassischen Kinderkrankheiten sowie Hepatitis B, Grippe, Schnupfen, viele Erkältungskrankheiten und Aids werden durch Viren ausgelöst. Hepatitis B ist eine ansteckende Lebererkrankung, die sich schnell chronisch entwickelt. Gürtelrose wird vom gleichen Virus ausgelöst wie Windpocken, ist aber viel gefährlicher.

Je nachdem, ob Pilze, Viren oder Bakterien die Auslöser sind, erfolgt eine andere Therapie. Zur Behandlung muss der Erreger zunächst bestimmt werden. Vor manchen Erregern kann man sich durch eine Impfung schützen.

Am nachhaltigsten ist es jedoch, sich durch ein starkes Immunsystem zu schützen, das sich positiv beeinflussen lässt. Durch eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse und Bewegung an der frischen Luft können wir es stärken. Neben Vitaminen ist auch die Zufuhr von Mineralien wie Zink, Eisen, Calcium, Kalium und Selen wichtig.

Infektionen durch Bakterien sind oft gefährlich und werden häufig mit Antibiotika behandelt. Bei Infektionen durch Viren helfen Antibiotika nicht. Es gibt jedoch andere Medikamente, welche die Vermehrung der Viren stoppen.

Komplikationen

Eine Infektion wird in den meisten Fällen durch Bakterien verursacht, die verschiedene Komplikationen hervorrufen können. Häufig treten im Zusammenhang mit einer Infektion starke und langanhaltende Kopfschmerzen auf, die nur mit Hilfe von entsprechenden Medikamenten beseitigt werden können. Weitere mögliche Begleiterscheinungen sind eine erhöhte Temperatur, Fieber, Übelkeit, Erbrechen und starke Halsschmerzen beziehungsweise Schluckbeschwerden.

Wer diese einzelnen Krankheitsbilder ohne Behandlung lässt, der geht natürlich ein großes Risiko ein, sodass mit einer deutlichen Verschlimmerung zu rechnen ist. Wer allerdings frühzeitig auf eine Behandlung mit den richtigen Medikamenten zurückgreift, der kann die oben genannten Krankheitsbilder deutlich lindern und bekämpfen.

Wer allerdings keine Behandlung in die Wege leitet, der muss mit erheblichen Komplikationen rechnen. Die Beschwerden werden innerhalb kurzer Zeit deutlich zunehmen, sodass sich die Infektion im gesamten Körper ausbreiten wird. Nicht selten entwickelt sich in diesem Zusammenhang eine schwere Grippe, die ohne jegliche Behandlung eine große Gefahr darstellt.

Wer unter einer bakteriellen Infektion leidet, der sollte immer auf eine medikamentöse Behandlung zurückgreifen. Nur so können schwerwiegende Komplikationen und Beschwerden vermieden werden. Falls keine Behandlung stattfindet, dann werden sich die oben genannten Komplikationen erheblich verschlimmern.

Aussicht & Prognose

Die Prognose einer Infektion ist günstig. Bei der Inanspruchnahme einer medizinischen Versorgung wird die Ausbreitung der Krankheitserreger schnellstmöglich gestoppt. Anschließend sterben die auslösenden Keime ab und werden aus dem Organismus transportiert. Die Regeneration beginnt und die körpereigenen Kräfte werden schrittweise aufgebaut. Bei einem stabilen Immunsystem und ausreichender Schonung kommt es innerhalb weniger Wochen zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit.

Verzögerungen des Genesungsprozesses sind zu erwarten, wenn der Patient bereits an einer anderen Krankheit leidet oder über kein gesundes Abwehrsystem verfügt. Naturgemäß tritt dies bei Kindern oder älteren Patienten ein. Bei einem ungesunden Lebensstil muss ebenfalls mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Ohne eine ausreichende medizinische Behandlung verschlechtert sich die Prognose bei diesen Betroffenen.

In schweren Fällen kann es zu einem vorzeitigen Ableben kommen, da der Organismus geschwächt ist und sich aufgrund der verschiedenen Beeinträchtigungen nicht mehr ausreichend erholen kann. Die Krankheitserreger breiten sich nahezu ungehindert aus und der Organismus kapituliert letztlich ob der Vielzahl an Keimen.

Erwachsene Menschen, die einen gesunden Lebenswandel haben und keine weiteren Erkrankungen vorweisen, erleben im Normalfall auch ohne eine ärztliche Behandlung eine Linderung der Beschwerden. Unter der Berücksichtigung verschiedener Maßnahmen zur Selbsthilfe und mit Unterstützung von bekannten Haus- oder Naturheilmitteln kann bei einer Vielzahl der Betroffenen eine Heilung dokumentiert werden.

Das können Sie selbst tun

Was ein Patient im Falle einer Infektionskrankheit selbst tun kann, hängt von der Art der Beschwerden ab. Am verbreitetsten sind Infektionskrankheiten, die mit Husten, Heiserkeit, Schnupfen, Kopfschmerzen und Fieber einhergehen und meist unter dem Sammelbegriff "Erkältung" subsumiert werden. Wer erkältet ist sollte sich, sofern möglich, ein paar Tage Ruhe gönnen, viel Trinken, sich warm halten und gesunde, vitaminreiche, leicht verdauliche Kost zu sich nehmen. Die Einnahme von Vitamin C kann das Immunsystem zusätzlich stärken. Gegen leichte Begleiterscheinungen wie Husten oder Schnupfen helfen freiverkäufliche Medikamente aus der Apotheke. Sobald die Symptome aber schlimmer werden, sollte unverzüglich ein Arzt zugezogen werden.

Im Herbst und Winter grassiert auch regelmäßig eine Grippewelle. Die Symptome sind oft sehr ähnlich zur Erkältung, die Grippe ist aber weit aggressiver und der Verlauf meist deutlich schwerer und langwieriger. Grippe ist zudem meist hoch ansteckend. Schon allein aus diesem Grund sollte der Arbeitsplatz nicht aufgesucht und stattdessen lieber ein Arzt konsultiert werden. Gegen das hohe Fieber, das mit einer Grippe oft einhergeht, helfen aber auch Hausmittel. Insbesondere kalte Wadenwickel sorgen schnell für Linderung. Gegen viele Grippeerreger werden zudem Impfungen angeboten, von denen Personen, die einer Risikogruppe angehören, auch Gebrauch machen sollten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arzt wird benötigt, wenn der Betroffene ein Krankheitsempfinden hat. Da bei einer Infektion in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit die Beschwerden stark zunehmen, sollte ein Arztbesuch bereits bei den ersten Anzeichen erfolgen. Kommt es zu einer erhöhten Temperatur, Fieber, Schweißausbrüchen, Müdigkeit, Erbrechen oder Schwindel, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Probleme des Magens, Verdauungsbeschwerden, Durchfall oder Übelkeit sollten untersucht und behandelt werden. Bei anhaltender Appetitlosigkeit, einer allgemeinen Schwäche, diffusen Schmerzen oder einer verminderten Leistungsfähigkeit muss ein Arzt aufgesucht werden. Setzen Schlafprobleme ein, kommt es zu Störungen des Herz-Rhythmus, Lustlosigkeit oder Apathie, sollte ein Arzt um Hilfe gebeten werden.

Bei Herzrasen, einem erhöhten oder stark verminderten Blutdruck sowie einem starken Kälte- oder Hitzeempfinden ist ein Arztbesuch vonnöten. Veränderungen des Hautbildes, Schwellungen der Haut oder Rötungen sind untersuchen und behandeln zu lassen. Bei Kopfschmerzen, einer Antriebslosigkeit, rot unterlaufenden Augen, Beschwerden der Atmung oder anhaltendem Husten ist ein Arzt aufzusuchen. Leidet der Betroffene unter Schnupfen, Schluckbeschwerden, sexuellen Funktionsstörungen oder Reizungen der Haut, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei der Bildung von Eiter, offenen Wunden oder psychischen Problemen empfiehlt sich eine Abklärung der Symptome. Nehmen vorhandene Beschwerden zu oder breiten sie sich im Körper aus, sollte unverzüglich ein Arztbesuch erfolgen.

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012
  • Suttorp et al.: Infektionskrankheiten verstehen, erkennen, behandeln. Thieme, Stuttgart 2003


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