Infektion
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 19. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Eine Infektion bezeichnet das Eindringen und Vermehren von Mikroorganismen wie Viren, Bakterien, Pilzen, Parasiten oder Prionen im Körper. Daraus ergeben sich Infektionskrankheiten mit und ohne klinische Symptome. Eine Infektion ist dabei nicht gleichbedeutend mit einer Erkrankung: Bleibt sie ohne Krankheitszeichen, spricht man von einer stummen oder inapparenten Infektion; erst wenn Beschwerden auftreten, liegt eine Infektionskrankheit vor. Die Palette an Infektionskrankheiten ist sehr groß und reicht von gängigen Kinderkrankheiten bis zu schweren Infektionen, die das Leben bedrohen.
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Was ist eine Infektion?
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Eine Infektion wird durch den Angriff von Mikroorganismen auf den Körper ausgelöst. Die Erreger vermehren sich schnell und breiten sich im Körper aus. Der Körper versucht die Ausbreitung abzuwehren und die Erreger zu bekämpfen, wodurch die typischen Krankheitszeichen entstehen. Ansteckend können Betroffene auch dann sein, wenn sie selbst keine Beschwerden verspüren.
Nicht alle uns umgebenden Bakterien machen krank. Im Darm oder auf der Haut sorgen sie sogar dafür, dass wir gesund bleiben und die Verdauung ordnungsgemäß funktioniert.
Die meisten Infektionen verlaufen bei gesunden Menschen mit gutem Abwehrsystem nur mit schwachen Symptomen. Das Immunsystem erkennt die Angreifer und bekämpft sie. Harmlose Keime befinden sich etwa permanent auf unserer Haut, im Verdauungstrakt oder an Geschlechtsorganen und richten beim gesunden Menschen keinerlei Schaden an.
Ist der Betroffene durch eine andere Krankheit geschwächt, kommt sein Organismus aus dem Gleichgewicht. Es kommt zu einer Abwehrreaktion, die den Organismus schwächt. Je nachdem, wie stark die Abwehrkräfte sind, zeigen sich unterschiedliche Symptome. Ist die Abwehrreaktion zu schwach, breiten sich die Mikroorganismen weiter aus, übertragen sich über den Blutkreislauf auf wichtige Organe und führen zu einer generalisierten Sepsis.
Ursachen
Das Immunsystem schützt uns vor Infektionen, da wir permanent von Viren und Bakterien angegriffen werden. Ist es geschwächt oder die Zahl aggressiver Keime zu hoch, hat die Abwehr keine Chance. Es kommt zu einer Infektionserkrankung. Allergien, Infekte und Autoimmunerkrankungen bringen das Immunsystem aus dem Gleichgewicht. Allergien und Autoimmunerkrankungen beruhen dabei nicht auf einer zu schwachen, sondern auf einer fehlgeleiteten Abwehr, während ein durchgemachter Infekt den Körper vorübergehend anfälliger machen kann.
Das Verteidigungssystem des menschlichen Organismus gegen Angriffe von außen ist allerdings komplex. Zum einen besitzen wir anatomische Barrieren wie die Schleimhäute, die erste Instanz gegen Angriffe. Anders als vielfach angenommen schützt übermäßige Hygiene nicht vor Infektionen, sondern macht uns anfälliger, weil die natürliche Barriere zerstört wird. Gemeint ist damit die übertriebene Desinfektion von Haut und Wohnumfeld; das gründliche Händewaschen mit Seife gehört dagegen zu den wirksamsten Schutzmaßnahmen gegen Infektionen überhaupt.
Die zweite Instanz ist das körpereigene Immunsystem. Alles, was dem Körper bedrohlich erscheint, wird von den Abwehrzellen vernichtet. Die Abwehrreaktion zeigt sich meist mit Fieber. Die normale Temperatur des Menschen liegt zwischen 36 und 37,5 °C. Ab 38 °C spricht man von Fieber. Über 41 °C wird die Körpertemperatur lebensbedrohlich, da Zellen zerstört werden. Fieber ist zwar ein sehr wichtiges, aber keineswegs stets vorhandenes Symptom für eine Infektionserkrankung.
Das Immunsystem hat auch ein Gedächtnis. Nach einer Infektion wird das Immunsystem stärker, denn der Körper kann sich bestimmte Keime merken. Dieser Schutzmechanismus funktioniert genauso wie bei einer Impfung. Die Impfung gaukelt dem Körper eine Infektion mit Keimen vor, sodass der Körper Abwehrstoffe entwickelt. Wird der Mensch später tatsächlich von diesem Erreger befallen, reagieren die Abwehrstoffe darauf. Mit der Zeit lässt dieses Gedächtnis jedoch nach.
Bei Allergien ist das körpereigene Abwehrsystem fehlgeleitet. Bei einer Hausstaubmilbenallergie oder bei Heuschnupfen richtet sich die Abwehr gegen Stoffe, die prinzipiell harmlos sind. Die meisten Menschen, die diese Stoffe einatmen, spüren nichts. Ein allergischer Mensch bildet dagegen Antikörper gegen diese harmlosen Stoffe und zeigt allergische Symptome. Das Immunsystem hat in diesem Fall gelernt, auf einen ungefährlichen Stoff zu reagieren, statt ihn zu tolerieren.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Infektionskrankheiten werden durch Erreger hervorgerufen und sie treten in einer sehr großen Bandbreite auf. Infektionskrankheiten reichen von einer einfachen Erkältung über typische Kinderkrankheiten wie Masern, Windpocken und Röteln bis hin zu HIV oder Tropenkrankheiten. Umgangssprachlich werden sie auch Infekte genannt, sind aber nicht mit einer Infektion zu verwechseln: Eine Infektion ist bereits das Eindringen und Vermehren der Erreger und bleibt häufig ohne jedes Krankheitszeichen.
Infektionskrankheiten werden von einem breiten Spektrum an Symptomen begleitet und haben unterschiedliche Zeitverläufe. Man unterscheidet sie nach der Herkunft der Erreger, der Eintrittspforte der Erreger, Infektionsverlauf oder Übertragungsweg. Auch die Ausdehnung der Infektion kann ein Unterscheidungskriterium sein.
Viele Infektionskrankheiten werden durch Bakterien ausgelöst. Bakterien sind beispielsweise für Tuberkulose, Hirnhautentzündung, Cholera, Pest oder Borreliose verantwortlich. Auch Keuchhusten und Diphtherie werden durch Bakterien verursacht und können für kleine Kinder lebensgefährlich werden. Der Wundstarrkrampf (Tetanus) wird durch sehr widerstandsfähige Bakterien ausgelöst.
Pilzerkrankungen finden sich häufig an Haut und Nägeln, Mundschleimhäuten und Geschlechtsteilen.
Viele klassische Kinderkrankheiten sowie Hepatitis B, Grippe, Schnupfen, die meisten Erkältungskrankheiten und Aids werden durch Viren ausgelöst. Hepatitis B ist eine ansteckende Lebererkrankung, die bei einem Teil der Betroffenen chronisch verläuft. Gürtelrose wird vom gleichen Virus ausgelöst wie Windpocken, verläuft aber deutlich schmerzhafter.
Je nachdem, ob Pilze, Viren oder Bakterien die Auslöser sind, erfolgt eine andere Therapie. Zur Behandlung muss der Erreger zunächst bestimmt werden. Vor manchen Erregern kann man sich durch eine Impfung schützen.
Am nachhaltigsten ist es jedoch, sich durch ein starkes Immunsystem zu schützen, das sich positiv beeinflussen lässt. Durch eine ausgewogene Ernährung mit frischem Obst und Gemüse und Bewegung an der frischen Luft können wir es stärken. Neben Vitaminen ist auch die Zufuhr von Mineralien wie Zink, Eisen, Calcium, Kalium und Selen wichtig.
Infektionen durch Bakterien sind oft gefährlich und werden häufig mit Antibiotika behandelt. Bei Infektionen durch Viren helfen Antibiotika nicht. Es gibt jedoch andere Medikamente, welche die Vermehrung der Viren stoppen. Jede unnötige Einnahme von Antibiotika fördert die Antibiotikaresistenz, also die Unempfindlichkeit von Bakterien gegenüber diesen Mitteln. Antibiotika sollten deshalb nur nach ärztlicher Verordnung und genau so lange eingenommen werden, wie der Arzt es angeordnet hat.
Komplikationen
Wer diese einzelnen Krankheitsbilder ohne Behandlung lässt, der geht natürlich ein großes Risiko ein, sodass mit einer deutlichen Verschlimmerung zu rechnen ist. Wer allerdings frühzeitig auf eine Behandlung mit den richtigen Medikamenten zurückgreift, der kann die oben genannten Krankheitsbilder deutlich lindern und bekämpfen.
Wer allerdings keine Behandlung in die Wege leitet, der muss mit erheblichen Komplikationen rechnen. Die Beschwerden werden innerhalb kurzer Zeit deutlich zunehmen, sodass sich die Infektion im gesamten Körper ausbreiten wird. Die gefährlichste Komplikation ist die Blutvergiftung (Sepsis), bei der die Erreger über das Blut den ganzen Körper erfassen und die Organe versagen lassen. Warnzeichen sind hohes Fieber oder auffällig niedrige Körpertemperatur zusammen mit Verwirrtheit, schneller Atmung, Herzrasen und einem rasch schlechter werdenden Allgemeinzustand. In diesem Fall ist sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren, denn eine Sepsis ist unbehandelt innerhalb weniger Stunden lebensbedrohlich.
Wer unter einer bakteriellen Infektion leidet, der sollte immer auf eine medikamentöse Behandlung zurückgreifen. Nur so können schwerwiegende Komplikationen und Beschwerden vermieden werden. Falls keine Behandlung stattfindet, dann werden sich die oben genannten Komplikationen erheblich verschlimmern.
Nachsorge
Die Nachsorge bei einer Infektion richtet sich nach den Besonderheiten der jeweils durchgemachten Infektionserkrankung. Infektionen der Haut, des Magen-Darm-Trakts und der oberen Atemwege zeigen beispielsweise, wie unterschiedlich Infektionsnachsorge aussehen kann. Während es bei oberflächlichen Infektionen von Wunden darauf ankommt, durch Vermeiden von Verunreinigung eine schnelle Regeneration zu ermöglichen, ist nach durchgemachten inneren Infektionen oft die Wiederherstellung des Immunsystems wichtiger Faktor der Nachsorge.
Dazu gehören genügend Schlaf, eine gesunde Ernährung und eine ausreichende Trinkmenge. Der Verzicht auf Nikotin und Alkohol ist ratsam. Bei Infektionen der Atemwege kann Nachsorge auch darin bestehen, auf frische Luft, zum Beispiel durch konsequentes Lüften der Räume oder regelmäßige Spaziergänge, zu achten. Bei Magen-Darm-Infektionen muss der Körper oft erst wieder langsam an die gewohnte Nahrung gewöhnt werden.
Kleine Portionen und der Verzicht auf Alkohol und Nikotin sind in der Regenerationsphase anzuraten. Bei Infektionen, die mit Antibiotika behandelt wurden, beklagen Betroffene häufig eine gestörte Darmflora. Hier achten Patienten idealerweise auf schonende Kost, die den Verzicht auf Scharfes oder Fettes beinhalten sollte. Joghurtprodukte, eventuell in Rücksprache mit dem Arzt eingenommen, können die Darmflora wieder aufbauen helfen.
Vorsichtig ist mit sportlichen Aktivitäten umzugehen. Diese sollten erst wieder aufgenommen werden, wenn der Infekt vollständig abgeklungen ist und der Patient wieder leistungsfähig ist.
Aussicht & Prognose
Die Prognose einer Infektion ist günstig. Eine allgemeingültige Aussage lässt sich allerdings nicht treffen, denn die Infektion ist kein eigenständiges Krankheitsbild: Behandelt wird stets der zugrunde liegende Erreger, und an ihm hängt auch die Prognose. Bei der Inanspruchnahme einer medizinischen Versorgung wird die Ausbreitung der Krankheitserreger schnellstmöglich gestoppt. Anschließend sterben die auslösenden Keime ab und werden aus dem Organismus transportiert. Die Regeneration beginnt und die körpereigenen Kräfte werden schrittweise aufgebaut. Bei einem stabilen Immunsystem und ausreichender Schonung kommt es innerhalb weniger Wochen zu einer vollständigen Beschwerdefreiheit.
Verzögerungen des Genesungsprozesses sind zu erwarten, wenn der Patient bereits an einer anderen Krankheit leidet oder über kein gesundes Abwehrsystem verfügt. Naturgemäß tritt dies bei Kindern oder älteren Patienten ein. Bei einem ungesunden Lebensstil muss ebenfalls mit Beeinträchtigungen gerechnet werden. Ohne eine ausreichende medizinische Behandlung verschlechtert sich die Prognose bei diesen Betroffenen.
In schweren Fällen kann es zu einem vorzeitigen Ableben kommen, da der Organismus geschwächt ist und sich aufgrund der verschiedenen Beeinträchtigungen nicht mehr ausreichend erholen kann. Die Krankheitserreger breiten sich nahezu ungehindert aus und der Organismus kapituliert letztlich ob der Vielzahl an Keimen.
Erwachsene Menschen, die einen gesunden Lebenswandel haben und keine weiteren Erkrankungen vorweisen, erleben im Normalfall auch ohne eine ärztliche Behandlung eine Linderung der Beschwerden. Das gilt jedoch nur für leichte Infektionen: Schwere bakterielle Erkrankungen wie eine Lungenentzündung oder eine Hirnhautentzündung heilen nicht von allein aus und müssen ärztlich behandelt werden. Unter der Berücksichtigung verschiedener Maßnahmen zur Selbsthilfe und mit Unterstützung von bekannten Haus- oder Naturheilmitteln kann bei einer Vielzahl der Betroffenen eine Heilung dokumentiert werden.
Das können Sie selbst tun
Im Herbst und Winter grassiert auch regelmäßig eine Grippewelle. Die Symptome sind oft sehr ähnlich zur Erkältung, die Grippe ist aber weit aggressiver und der Verlauf meist deutlich schwerer und langwieriger. Grippe ist zudem meist hoch ansteckend. Schon allein aus diesem Grund sollte der Arbeitsplatz nicht aufgesucht und stattdessen lieber ein Arzt konsultiert werden. Gegen das hohe Fieber, das mit einer Grippe oft einhergeht, helfen aber auch Hausmittel. Insbesondere Wadenwickel sorgen schnell für Linderung. Sie sollten allerdings nur wenige Grad kühler als die Körpertemperatur sein und nicht angelegt werden, wenn Hände und Füße kalt sind oder der Erkrankte friert. Gegen viele Grippeerreger werden zudem Impfungen angeboten, von denen Personen, die einer Risikogruppe angehören, auch Gebrauch machen sollten. Weil sich die Influenzaviren ständig verändern, muss die Grippeschutzimpfung jedes Jahr aufgefrischt werden.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ein Arzt wird benötigt, wenn der Betroffene ein Krankheitsempfinden hat. Da bei einer Infektion in den meisten Fällen innerhalb kurzer Zeit die Beschwerden stark zunehmen, sollte ein Arztbesuch bereits bei den ersten Anzeichen erfolgen. Kommt es zu einer erhöhten Temperatur, Fieber, Schweißausbrüchen, Müdigkeit, Erbrechen oder Schwindel, ist es ratsam, einen Arzt zu konsultieren. Probleme des Magens, Verdauungsbeschwerden, Durchfall oder Übelkeit sollten untersucht und behandelt werden. Bei anhaltender Appetitlosigkeit, einer allgemeinen Schwäche, diffusen Schmerzen oder einer verminderten Leistungsfähigkeit muss ein Arzt aufgesucht werden. Setzen Schlafprobleme ein, kommt es zu Störungen des Herzrhythmus, Lustlosigkeit oder Apathie, sollte ein Arzt um Hilfe gebeten werden. Bei hohem Fieber mit Verwirrtheit, Nackensteifigkeit, Atemnot, punktförmigen Hauteinblutungen oder rasch zunehmender Schwäche handelt es sich um einen Notfall: Dann ist umgehend der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu alarmieren.
Bei Herzrasen, einem erhöhten oder stark verminderten Blutdruck sowie einem starken Kälte- oder Hitzeempfinden ist ein Arztbesuch vonnöten. Veränderungen des Hautbildes, Schwellungen der Haut oder Rötungen sind untersuchen und behandeln zu lassen. Bei Kopfschmerzen, einer Antriebslosigkeit, rot unterlaufenen Augen, Beschwerden der Atmung oder anhaltendem Husten ist ein Arzt aufzusuchen. Leidet der Betroffene unter Schnupfen, Schluckbeschwerden, sexuellen Funktionsstörungen oder Reizungen der Haut, sollte ein Arzt konsultiert werden. Bei der Bildung von Eiter, offenen Wunden oder psychischen Problemen empfiehlt sich eine Abklärung der Symptome. Nehmen vorhandene Beschwerden zu oder breiten sie sich im Körper aus, sollte unverzüglich ein Arztbesuch erfolgen.
Quellen
- Suerbaum, S., Burchard, G.-D., Kaufmann, S. H. E., Schulz, T. F. (Hrsg.): Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie.
ISBN: 9783662613849
- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
ISBN: 9783982116655
- Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
ISBN: 9783132443488
- Suttorp, N., Möckel, M., Siegmund, B., Dietel, M. (Hrsg.): Harrisons Innere Medizin.
ISBN: 9783132452091
- Bröker, B. M., Fleischer, B.: Grundwissen Immunologie.
ISBN: 9783662664230
