Rauchen

Medizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. Mai 2024
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

Sie sind hier: Startseite Ratgeber Rauchen
Viele Videos: Wann zum Arzt gehen? - Das können Sie selbst tun! - MedLexi.de auf YouTube

Rauchen ist ein weit verbreitetes Verhalten, das weltweit erhebliche gesundheitliche und soziale Auswirkungen hat. Obwohl sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Tabak im Laufe der Jahrhunderte verändert hat, bleibt Rauchen eine der führenden vermeidbaren Todesursachen. Die globale Prävalenz von Tabakkonsum, die sowohl durch traditionelle Zigaretten als auch durch moderne Formen wie E-Zigaretten beeinflusst wird, trägt weiterhin zu einer Vielzahl gesundheitlicher Probleme bei.

Historisch gesehen hat das Rauchen einen tiefgreifenden kulturellen Wandel durchlaufen. Während es einst als Symbol für sozialen Status und Freiheit galt, stehen heute die schädlichen Auswirkungen für Gesundheit und Umwelt im Vordergrund. Die Tabakindustrie, die jahrzehntelang massiv für ihre Produkte warb, steht nun zunehmend im Kreuzfeuer von Regulierungen und Gesundheitskampagnen, die auf die Verringerung des Tabakkonsums abzielen.

Dieser Artikel untersucht die gesundheitlichen und medizinischen Aspekte des Rauchens im Detail. Dabei liegt der Fokus auf den chemischen Bestandteilen von Tabakrauch und deren Auswirkungen auf den menschlichen Körper. Neben den akuten Effekten des Rauchens werden insbesondere die langfristigen Gesundheitsfolgen beleuchtet, die für Raucher und ihre Umgebung erheblich sind. Schließlich betrachten wir die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen und analysieren verschiedene Strategien zur Prävention und Intervention.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte & Statistiken über das Rauchen

Es ist eine bekannte Tatsache, dass das Nikotin und das Rauchen das gefährlichste Gift für den Kreislauf unter den üblichen Genussmitteln darstellt.

Als Kolumbus im Jahre 1492 als erster Europäer Zigarren rauchende Indianer sah, ahnte er sicher nicht, welche Bedeutung diese Gepflogenheit für die Weltwirtschaft, das Privatleben und für die Gesundheit erlangen sollte.

Alexander von Humboldt sagte einmal: „Zwei Pflanzen von großer Bedeutung sind von Amerika zu uns herübergekommen, die eine zum Segen – die Kartoffel, die andere zum Verderben – der Tabak!“ 1930 betrug die Jahresweltproduktion schon ungefähr 2800 Millionen Tonnen Rohtabak, das sind etwa 50.000 Tonnen reines Nikotin. Jedoch sind diese Zahlen heute bereits um ein vielfaches angestiegen.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges waren Zigaretten und Tabakwaren sogar ein wichtiges Zahlungsmittel, die beinahe einen Währungsersatz darstellten. Im April 2008 wurden allein in Deutschland 3,3 Milliarden Zigaretten versteuert. Der Jahresverbrauch stieg auf 46 Milliarden Zigaretten an. Das bedeutet, dass im Durchschnitt jeder Deutsche 1000 Zigaretten geraucht hat. Der zunehmende Nikotingenuss stellt ein ernstes Problem dar.


Chemische Bestandteile von Tabakrauch

Tabakrauch ist eine komplexe Mischung aus Tausenden von chemischen Substanzen, von denen viele gesundheitsschädlich sind. Diese Substanzen lassen sich in zwei Hauptkategorien unterteilen: die gasförmigen Bestandteile und die Partikel. Zu den wichtigsten Bestandteilen gehören:

Nikotin

Nikotin ist die primäre psychoaktive Substanz im Tabak, die für die suchterzeugenden Eigenschaften des Rauchens verantwortlich ist. Es wirkt als Stimulans und beeinflusst das zentrale Nervensystem. Obwohl Nikotin selbst nicht direkt krebserregend ist, trägt es zur Entwicklung von Abhängigkeit und zur weiteren Exposition gegenüber anderen schädlichen Chemikalien bei.

Teer

Teer ist eine Sammelbezeichnung für eine Vielzahl von Feststoffpartikeln, die beim Verbrennen von Tabak entstehen. Diese Partikel enthalten krebserregende Stoffe wie Benzol, Benzo(a)pyren und Nitrosamine. Teer ist dafür bekannt, die Atemwege zu reizen und sich in der Lunge abzulagern, was zu Entzündungen, Atemwegserkrankungen und Krebs führen kann.

Kohlenmonoxid

Kohlenmonoxid ist ein farb- und geruchloses Gas, das beim Verbrennen von Tabak freigesetzt wird. Es bindet sich an Hämoglobin im Blut und reduziert dadurch die Sauerstofftransportkapazität. Dies kann zu einer Sauerstoffunterversorgung der Organe führen und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen.

Weitere Schadstoffe

Schwermetalle: Stoffe wie Cadmium und Blei, die in Tabakrauch vorkommen, sind giftig und können die Nieren und andere Organe schädigen.

Formaldehyd: Ein krebserregender Stoff, der Atemwegsreizungen und Asthma verursachen kann.

Aromatische Amine: Diese krebserregenden Chemikalien sind in Tabakrauch enthalten und können das Risiko für Blasenkrebs erhöhen.

Zusätzlich zu den natürlichen Bestandteilen von Tabak werden dem Tabakprodukt oft Zusatzstoffe beigefügt, die die Rauchbarkeit verbessern oder das Produkt attraktiver machen sollen. Diese Zusätze können jedoch beim Verbrennen zusätzliche gesundheitsschädliche Substanzen freisetzen.

Die chemische Komplexität des Tabakrauchs macht ihn zu einer besonders gefährlichen Substanz, deren Auswirkungen auf die Gesundheit weitreichend und schwerwiegend sind.

Akute gesundheitliche Auswirkungen

Die akuten gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens setzen fast unmittelbar nach dem Einatmen des Tabakrauchs ein. Viele dieser Effekte sind auf das Vorhandensein von Nikotin und anderen toxischen Substanzen im Tabakrauch zurückzuführen:

Kurzfristige Effekte auf das Herz-Kreislauf-System

Nikotin stimuliert das sympathische Nervensystem und führt zu einer erhöhten Herzfrequenz, einem erhöhten Blutdruck und einer verengten peripheren Durchblutung. Dies erhöht kurzfristig die Belastung für das Herz-Kreislauf-System und kann bei empfindlichen Personen zu Herzrasen, erhöhtem Blutdruck und Brustschmerzen führen.

Atemwegsreizung

Die Reizstoffe im Tabakrauch können die Atemwege reizen und zu Husten, Kurzatmigkeit und einem brennenden Gefühl im Rachen führen. Diese Symptome sind auf die Entzündungsreaktionen und die Produktion von Schleim zurückzuführen, die durch den Kontakt mit den im Rauch enthaltenen Schadstoffen hervorgerufen werden.

Verringerte Sauerstoffversorgung

Das im Tabakrauch enthaltene Kohlenmonoxid bindet sich an Hämoglobin im Blut und verhindert den Sauerstofftransport. Dies führt zu einer verminderten Sauerstoffversorgung des Körpers, was zu Kopfschmerzen, Schwindel und einem allgemeinen Gefühl von Müdigkeit und Schwäche führen kann.

Suchtentwicklung

Nikotin gelangt schnell in den Blutkreislauf und erreicht innerhalb weniger Sekunden das Gehirn. Dies löst eine Freisetzung von Neurotransmittern wie Dopamin aus, die zu einem Gefühl von Belohnung und Entspannung führen. Diese kurzfristigen Effekte können bereits nach wenigen Anwendungen zu einer Nikotinabhängigkeit führen.

Beeinträchtigte Geruchs- und Geschmackswahrnehmung

Tabakrauch kann die Schleimhäute der Nase und des Mundes beeinträchtigen, was zu einer vorübergehenden Verringerung des Geruchs- und Geschmackssinns führt. Raucher berichten oft von einer verminderten Wahrnehmung von Aromen, die sich unmittelbar nach dem Rauchen verschlechtern kann.

Die akuten gesundheitlichen Auswirkungen des Rauchens sind oft die ersten Anzeichen für die potenziell schwerwiegenderen chronischen Folgen. Sie verdeutlichen die unmittelbaren Belastungen, die der Tabakkonsum auf den Körper ausübt.

Gefahren & Krankheiten

Das Vorbeugen von Raucherkrankheiten und die Bekämpfung des Zigarettenmissbrauchs werden immer wichtigere medizinische und volksgesundheitliche Bedeutung erlangen bzw. sind es bereits seit Jahren. Die Gefahr des gewohnheitsmäßigen Missbrauchs ist beim Nikotingenuss besonders groß, welch sich der richtige Genuss erst beim regelmäßigen Rauchen einstellt. Regelmäßiges Rauchen aber führt schnell zur Sucht.

Die akute Vergiftung nach der ersten Zigarette mit ihren unangenehmen Erscheinungen, wie Übelkeit, Schwindelgefühl und Herzbeschwerden, ist nur zu schnell überwunden und bald wird das Rauchen zu einem geistigen, seelischen und körperlichen Anregungsmittel bzw. Droge.

Fast alle Sinne (Geschmack, Geruch, Tastsinn) werden zunächst angeregt. Die Müden werden erfrischt, die Nervösen entspannt, die Ängstlichen mutig – das glauben zumindest die Raucher – und der Ausweg aus vielen Schwierigkeiten ist der Griff in die Tasche nach der Zigarette.

Die Schädlichkeit des Rauchens kann im Tierexperiment kaum bewiesen werden, da der Rauchvorgang durch das Tier schlecht nachgeahmt werden kann. Daher kann man immer nur jeweils einen der den Raucher schädigenden Faktoren, wie die Teerprodukte oder das flüchtige Alkaloid Nikotin oder das Kohlenoxyd, im Tierversuch ausprobieren.

Doch sollte das große Experiment am Menschen vollauf genügen, um die nötigen Schlüsse zu ziehen. Seit einigen Jahrzehnten nimmt der Bronchialkrebs ungeheuer stark zu, und zwar entsprechend dem steigenden Zigarettenverbrauch. Die Teerprodukte, die bei der Verbrennung frei werden, lösen Entzündungen aus, verhindern die Heilung, und damit ist der Boden für eine Geschwulst vorbereitet.

Die beschriebenen Schäden finden wir immer wieder bei unseren Patienten in der Klinik und beim Arzt. Seit mehreren Jahren beobachten wir besonders aufmerksam erkrankte Raucher auf solche Erscheinungen hin. Bei etwa 45 Prozent aller Raucherkranken werden die Leiden durch das Rauchen ausgelöst, verschlimmert oder in der Heilung behindert.

Gerade Krankheitserscheinungen wie Durchblutungsstörungen an Händen und Füßen und am Herz (Angina pectoris, Herzinfarkt), Raucherentzündung, Bronchitis, Bronchialkrebs, Magen- und Zwölffingerdarmentzündungen und Geschwüre, einige chronische Verstopfungen sind typische Raucherleiden.

Eingehende Untersuchungen haben auch den schädlichen Einfluss auf die Geschlechtsorgane nachgewiesen. Öfter erleben wir, dass Patienten auf Grund ihrer chronischen Magenschleimhautentzündung immer wieder Magengeschwüre bekommen, bis sie eines Tages beim Chirurgen landen, der den halben Magen wegoperieren muss. Das Schädliche Rauchen wirkt weiter ein, die Gastritis wird wieder schlimmer, und es entstehen neue Störungen, die sich dann bald auf die Nachbarorgane auswirken.

Das Nikotin ist vor allem ein Gefäßnervengift. Während die Teerprodukte Entzündungen auslösen, sie als chronisch werden lassen und damit den Boden für eine Geschwulst vorbereiten, muss die besondere Wirkung des Nikotins auf Herz und Gefäße immer wieder hervorgehoben werden.

Es ist eine bekannte Tatsache, dass das Nikotin und das Rauchen das gefährlichste Gift für den Kreislauf unter den üblichen Genussmitteln darstellt. Die Durchblutungsstörungen an den Beinen wirken sich so aus, dass allmählich nach immer kürzeren Strecken Krämpfe auftreten, die Patienten vorübergehend stehenbleiben müssen und erst dann weitergehen können. Der Volksmund spricht vom Raucherbein.

Diese Tatsachen bleiben bestehen, auch wenn es Menschen gibt, die angeblich ohne Schaden bis ins hohe Alter hinein täglich rauchen. Die Empfindlichkeit jedes einzelnen für Gifte ist äußerst unterschiedlich. Dennoch kann es jeden treffen, da eine Vorhersage niemals möglich ist.

Langfristige gesundheitliche Folgen

Der Langzeitkonsum von Tabak hat schwerwiegende gesundheitliche Auswirkungen, die sich über Jahre hinweg ansammeln und zu chronischen Krankheiten und einer erheblich verkürzten Lebenserwartung führen können. Die wichtigsten langfristigen gesundheitlichen Folgen sind:

Kardiovaskuläre Erkrankungen

Rauchen ist ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Es verursacht eine Verengung der Blutgefäße, fördert die Bildung von Blutgerinnseln und führt zu Bluthochdruck. Langfristig erhöht es das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und periphere arterielle Verschlusskrankheit.

Atemwegserkrankungen

Die Schadstoffe im Tabakrauch schädigen die Lungen langfristig und führen zu chronischen Erkrankungen wie chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD), chronischer Bronchitis und Lungenemphysem. Diese Erkrankungen verursachen eine dauerhafte Atemnot und eine Verringerung der Lungenfunktion.

Krebserkrankungen

Rauchen ist die Hauptursache für Lungenkrebs und erhöht auch das Risiko für viele andere Krebsarten, darunter Mund-, Rachen-, Speiseröhren-, Magen- und Blasenkrebs. Die krebserregenden Stoffe im Tabakrauch können genetische Veränderungen in den Zellen verursachen, die letztendlich zur Krebsentstehung führen.

Beeinträchtigte Immunfunktion

Langfristiger Tabakkonsum kann das Immunsystem schwächen und die Anfälligkeit für Infektionen erhöhen. Raucher haben ein höheres Risiko für Atemwegsinfektionen, Lungenentzündungen und Tuberkulose.

Auswirkungen auf die Fruchtbarkeit

Rauchen kann die Fruchtbarkeit bei Männern und Frauen beeinträchtigen. Bei Frauen erhöht es das Risiko für Fehlgeburten, Frühgeburten und Probleme bei der Plazentafunktion. Bei Männern kann es die Spermienqualität und -produktion verringern.

Veränderungen der Haut

Rauchen beschleunigt den Alterungsprozess der Haut und führt zu vorzeitigen Falten und Verfärbungen. Die eingeschränkte Blutzirkulation und die schädlichen Substanzen im Rauch reduzieren die Hautelastizität und die Fähigkeit zur Regeneration.

Die langfristigen gesundheitlichen Folgen des Rauchens machen deutlich, wie wichtig die Raucherentwöhnung und Prävention sind. Der Schaden, den das Rauchen im Laufe der Zeit anrichtet, ist erheblich und kann oft nur schwer oder gar nicht rückgängig gemacht werden.

Auswirkungen des Rauchens auf bestimmte Bevölkerungsgruppen

Rauchen wirkt sich auf alle Bevölkerungsgruppen aus, jedoch sind bestimmte Gruppen aufgrund ihrer besonderen physiologischen und sozialen Bedingungen anfälliger für die gesundheitlichen Schäden des Tabakkonsums.

Kinder und Jugendliche

Kinder und Jugendliche sind besonders anfällig für die schädlichen Auswirkungen des Rauchens, insbesondere durch Passivrauchen. Das Einatmen von Tabakrauch in der Umgebung kann zu Entwicklungsproblemen, Atemwegserkrankungen und einem erhöhten Risiko für Asthma führen. Darüber hinaus erhöht der frühe Kontakt mit Tabak das Risiko, selbst Raucher zu werden, und führt zu einer längeren und schwereren Abhängigkeit im Erwachsenenalter.

Schwangere Frauen

Rauchen während der Schwangerschaft birgt erhebliche Risiken für die Mutter und das ungeborene Kind. Es kann zu Fehlgeburten, Frühgeburten und niedrigem Geburtsgewicht führen. Darüber hinaus erhöht es das Risiko für Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen beim Kind. Auch das Passivrauchen ist für schwangere Frauen gefährlich, da es ähnliche Risiken birgt.

Ältere Menschen

Ältere Menschen, die seit Jahrzehnten rauchen, weisen oft fortgeschrittene chronische Krankheiten auf, die durch das Rauchen verschlimmert werden. Diese Krankheiten umfassen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen und verschiedene Krebsarten. Der Tabakkonsum beeinträchtigt zudem die körperliche Funktion und die Lebensqualität im Alter.

Sozial benachteiligte Gruppen

Personen mit niedrigem sozioökonomischem Status rauchen häufiger und sind damit einem höheren Risiko für tabakbedingte Krankheiten ausgesetzt. Gleichzeitig haben sie oft weniger Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und Raucherentwöhnungsprogrammen, was es schwieriger macht, das Rauchen aufzugeben.

Menschen mit Vorerkrankungen

Rauchen verschlimmert den Zustand von Menschen, die bereits an chronischen Erkrankungen wie Diabetes, Bluthochdruck oder Atemwegserkrankungen leiden. Es kann die Behandlung dieser Krankheiten erschweren und die Prognose erheblich verschlechtern.

Die spezifischen Auswirkungen des Rauchens auf diese Bevölkerungsgruppen unterstreichen die Notwendigkeit gezielter Präventions- und Interventionsmaßnahmen. Eine wirksame Raucherentwöhnung kann für diese Gruppen den Unterschied zwischen Gesundheit und Krankheit ausmachen.

Prävention und Intervention

Die Prävention des Rauchens und die Unterstützung bei der Raucherentwöhnung sind entscheidend, um die gesundheitlichen Auswirkungen des Tabakkonsums zu reduzieren. Unterschiedliche Strategien und Maßnahmen sind dabei notwendig, um Menschen zu erreichen und ihnen beim Aufhören zu helfen.

Raucherentwöhnung

Medikamentöse Therapie: Medikamente wie Nikotinersatzpräparate (Pflaster, Kaugummis, Sprays), Bupropion und Vareniclin können die Entzugssymptome lindern und die Erfolgsaussichten verbessern.

Verhaltenstherapie: Professionelle Beratung und Verhaltenstherapie, ob in Einzel- oder Gruppensitzungen, können helfen, die Auslöser für das Rauchen zu erkennen und Bewältigungsstrategien zu entwickeln.

Digitale Unterstützung: Apps, Online-Programme und Telefonhotlines bieten zusätzliche Unterstützung für Menschen, die mit dem Rauchen aufhören möchten.

Gesetzgebung und Politik

Rauchverbote: Gesetze, die das Rauchen in öffentlichen Räumen, Arbeitsplätzen und in der Nähe von Kindern verbieten, schützen Nichtraucher und fördern ein rauchfreies Umfeld.

Steuern und Preise: Erhöhte Tabaksteuern und Mindestpreise für Zigaretten können den Tabakkonsum reduzieren, insbesondere bei Jugendlichen.

Werbebeschränkungen: Beschränkungen für die Tabakwerbung, insbesondere gegenüber Jugendlichen, tragen dazu bei, die Anziehungskraft des Rauchens zu reduzieren.

Öffentlichkeitsarbeit und Bildung

Aufklärungskampagnen: Nationale und lokale Kampagnen informieren über die gesundheitlichen Risiken des Rauchens und fördern ein gesundes, rauchfreies Leben.

Schulische Programme: Bildungseinrichtungen können Programme anbieten, die Schüler über die Gefahren des Rauchens aufklären und sie dazu ermutigen, nicht mit dem Rauchen zu beginnen.

Gemeinschaftsinitiativen: Lokale Organisationen können Aufklärung und Unterstützung für Raucher und deren Familien anbieten.

Prävention bei besonderen Gruppen

Jugendliche: Maßnahmen, die speziell auf Jugendliche abzielen, können dazu beitragen, den Einstieg in das Rauchen zu verhindern.

Schwangere Frauen: Spezielle Entwöhnungsprogramme für schwangere Frauen können die Gesundheit von Mutter und Kind schützen.

Sozial benachteiligte Gruppen: Die Bereitstellung erschwinglicher und zugänglicher Entwöhnungsdienste kann helfen, die gesundheitlichen Ungleichheiten zu verringern.

Die Kombination dieser Ansätze ist entscheidend, um das Rauchen umfassend zu bekämpfen und die gesundheitlichen Folgen des Tabakkonsums weltweit zu reduzieren.

Fazit

Rauchen ist eine der größten vermeidbaren Gesundheitsgefahren der heutigen Zeit und stellt eine erhebliche Belastung für die Gesundheitssysteme weltweit dar. Die langfristigen gesundheitlichen Folgen des Rauchens umfassen eine breite Palette von Krankheiten, darunter Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Atemwegserkrankungen und Krebs, die oft schwerwiegende und irreversible Schäden verursachen.

Besonders besorgniserregend sind die Auswirkungen auf spezifische Bevölkerungsgruppen, wie Kinder und Jugendliche, Schwangere und Menschen mit Vorerkrankungen. Diese Gruppen sind besonders gefährdet, und die Bekämpfung des Tabakkonsums bei ihnen ist von entscheidender Bedeutung, um die negativen Auswirkungen auf ihre Gesundheit zu minimieren.

Effektive Präventions- und Interventionsstrategien sind unerlässlich, um den Tabakkonsum zu reduzieren und Menschen beim Aufhören zu unterstützen. Programme zur Raucherentwöhnung, politische Maßnahmen wie Rauchverbote und erhöhte Tabaksteuern sowie umfassende Aufklärungskampagnen sind wichtige Instrumente im Kampf gegen den Tabakkonsum.

Trotz der ermutigenden Fortschritte im Bereich der Tabakkontrolle bleibt noch viel zu tun. Die Tabakindustrie ist nach wie vor stark und sucht ständig nach neuen Wegen, um ihre Produkte zu bewerben und neue Verbraucher zu gewinnen. Es ist daher wichtig, wachsam zu bleiben und die Bemühungen zur Eindämmung des Rauchens fortzusetzen.

Durch eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Regierungen, Gesundheitseinrichtungen und Gemeinschaften kann ein Umfeld geschaffen werden, das das Rauchen unattraktiv macht und Menschen unterstützt, die mit dem Rauchen aufhören möchten. Dies wird dazu beitragen, die Gesundheit der Bevölkerung zu verbessern und die erheblichen negativen Auswirkungen des Rauchens weltweit zu reduzieren.

Quellen

  • World Health Organization (WHO). (2021). Tobacco. Abgerufen von https://www.who.int/news-room/fact-sheets/detail/tobacco
  • Centers for Disease Control and Prevention (CDC). (2020). Health Effects of Cigarette Smoking. Abgerufen von https://www.cdc.gov/tobacco/data_statistics/fact_sheets/health_effects/effects_cig_smoking/index.htm
  • National Cancer Institute (NCI). (2018). Harms of Cigarette Smoking and Health Benefits of Quitting. Abgerufen von https://www.cancer.gov/about-cancer/causes-prevention/risk/tobacco/cessation-fact-sheet
  • ha, P. & Peto, R. (2014). Global Effects of Smoking, of Quitting, and of Taxing Tobacco. The New England Journal of Medicine, 370(1), 60-68.
  • Eriksen, M., Mackay, J., Schluger, N., Islami, F., Drope, J. (2015). The Tobacco Atlas. Atlanta: American Cancer Society.
  • West, R., Raw, M., McNeill, A. (2015). Health Effects of Smoking. In: Nicotine Addiction. Elsevier.
  • Doll, R., Peto, R., Boreham, J., Sutherland, I. (2004). Mortality in relation to smoking: 50 years' observations on male British doctors. British Medical Journal, 328(7455), 1519.

Das könnte Sie auch interessieren