Schmorl-Knorpelknötchen
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 23. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Bei Schmorl-Knorpelknötchen handelt es sich um eine pathologische Veränderung im Bereich der Wirbelsäule. Dabei sind in erster Linie die Bandscheiben von den Verformungen betroffen. Im Rahmen der Erkrankung verlagert sich das Gewebe der Bandscheiben, sodass es in die Wirbelkörper gelangt.
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Was sind Schmorl-Knorpelknötchen?
Im Zusammenhang mit der Entwicklung von Schmorl-Knorpelknötchen kommt es zu einer sogenannten Herniation von Gewebe der Bandscheiben in den Körper der einzelnen Wirbel. Die Krankheit wurde zum ersten Mal von Christian Georg Schmorl beschrieben. Dem Mediziner zu Ehren erhielt das Phänomen den Namen Schmorl-Knorpelknötchen.
Im englischen Sprachraum wird die Erkrankung im überwiegenden Teil der Fälle als ‚Schmorl's nodes‘ bezeichnet. Schmorl-Knorpelknötchen sind allerdings sehr häufig und werden meist zufällig entdeckt, wenn die Wirbelsäule aus einem anderen Grund geröntgt oder im MRT untersucht wird. Bei der Mehrzahl der Betroffenen verursachen sie keinerlei Beschwerden und haben keinen eigenen Krankheitswert. Prinzipiell handelt es sich bei Schmorl-Knorpelknötchen um Bestandteile des Gewebes der Bandscheiben. Dieses Gewebe dringt in die Platten der Wirbel ein, sowohl oberseits als auch unterseits. Auf den Wirbelkörpern lastet das Gewicht der Wirbelsäule.
Das in die Wirbelkörper eindringende Gewebe der Bandscheiben weist im Verlauf der Erkrankung zunehmend Verkalkungen und Verknorpelungen auf. Zudem stellen Schmorl-Knorpelknötchen ein charakteristisches Symptom der Scheuermann'schen Krankheit dar. Im Rahmen dieser Krankheit zeigen sich während der Phase der Pubertät bei den betroffenen Patienten Störungen beim Wirbelsäulenwachstum.
Ursachen
Sind Beeinträchtigungen der üblichen Wachstumsvorgänge der Grund für die Bildung von Schmorl-Knorpelknötchen, so sind in den meisten Fällen die Endplatten der Wirbel betroffen. Diese Endplatten bestehen überwiegend aus Knorpel. Auch bei Unfällen beziehungsweise Traumata mit Schmorl-Knorpelknötchen als Folge steht die Verletzung der Endplatten am Anfang.
Außerdem leiden in zahlreichen Fällen Patienten mit Morbus Scheuermann zur gleichen Zeit auch an den Schmorl-Knorpelknötchen. Die typische Verlagerung von Gewebe der Bandscheiben ergibt sich in der Regel durch Lücken in den Deck- und Grundplatten der Wirbelkörper. Derartige Lücken bestehen entweder von Geburt an oder wurden durch verschiedene Einflussfaktoren erworben.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Leiden Personen an Schmorl-Knorpelknötchen, so treten diverse Krankheitsbeschwerden auf. Die Knötchen erscheinen als Dellen in den Endplatten der Körper der Wirbel. Dabei sind in der Regel sowohl die unteren Grundplatten als auch die oberen Deckplatten von den Schmorl-Knorpelknötchen betroffen. Die Dellen sind schwächer oder stärker ausgeprägt und reichen von kleinen Mulden bis hin zu kugelähnlichen Einstülpungen.
In der Folge dieser Dellen ist es möglich, dass sich eine Verschmälerung der Bandscheiben entwickelt. Derartige Verformungen sind bei röntgentechnischen Untersuchungen durch charakteristische Abflachungen im sogenannten Fach der Bandscheiben relativ deutlich sichtbar. Jene Deckplatte des Wirbelkörpers, die auf der anderen Seite des Schmorl-Knorpelknötchens liegt, weist unter Umständen einen Überwuchs auf.
Dieses Phänomen bezeichnen Mediziner auch als sogenanntes Edgren-Vaino-Zeichen. Zu Beginn der Krankheit kommt es lediglich zu einer Verlagerung von Gewebe. Dieses Bandscheibengewebe verkalkt im Verlauf der Zeit und bildet Verknorpelungen.
Diagnose & Krankheitsverlauf
Der Arzt beginnt die Diagnosestellung der Schmorl-Knorpelknötchen mit dem obligatorischen Patientengespräch beziehungsweise der Anamnese. Er ergründet die Krankheitsanzeichen und Beschwerden sowie den Lebensstil und eventuelle krankheitsbegünstigende Faktoren für die Entstehung der Schmorl-Knorpelknötchen. Besonders relevant sind möglicherweise erfolgte Traumata im Bereich der Wirbelsäule.
Nach dem Gespräch mit dem Patienten setzt der behandelnde Arzt unterschiedliche Verfahren der Untersuchung ein. Zunächst hat sich die Person in der Regel einer röntgentechnischen Untersuchung zu unterziehen. Dieses bildgebende Verfahren gibt meist erste Hinweise auf das Vorhandensein von Schmorl-Knorpelknötchen. Darüber hinaus wird oftmals eine MRT-Untersuchung durchgeführt, da die Schmorl-Knorpelknötchen hier deutlicher darstellbar sind als beim Röntgen.
Im Rahmen der bildgebenden Untersuchungsverfahren sind die typischen Eindellungen der Endplatten am Wirbel sichtbar. Das Bandscheibenfach ist deutlich flacher als üblich und weist auf die Schmorl-Knorpelknötchen hin. Auf diese Weise ist auch Morbus Scheuermann diagnostizierbar. Der behandelnde Arzt hat grundsätzlich auch eine Differentialdiagnose durchzuführen.
Dabei werden die Schmorl-Knorpelknötchen von anderen potenziellen Krankheiten abgegrenzt, die zum Teil durch ähnliche Symptome imponieren. Der Arzt überprüft zum Beispiel, ob der Patient an Chorda dorsalis-Rückbildungsstörungen oder pathologischen Anomalien im Anschluss an eine Spondylodiszitis leidet. Hilfreich bei der Differentialdiagnose ist das Edgren-Vaino-Zeichen, das sich bei Schmorl-Knorpelknötchen bei bildgebenden Verfahren zeigt und die Abgrenzung von anderen Erkrankungen erleichtert.
Komplikationen
Bei den Schmorl-Knorpelknötchen handelt es sich um Eindellungen in den Endplatten der Wirbelkörper, die von außen weder sichtbar noch tastbar sind. Die Schmorl-Knorpelknötchen müssen dabei nicht in jedem Fall zu Beschwerden führen, sodass auch nicht immer eine Behandlung notwendig ist.
Allerdings kann aufgrund der Erkrankung die Bandscheibe schmaler werden, sodass es zu Schmerzen oder zu Einschränkungen in der Bewegung kommen kann. Der als Edgren-Vaino-Zeichen bezeichnete Überwuchs der gegenüberliegenden Deckplatte ist ebenfalls ein reiner Befund der Bildgebung und äußerlich nicht zu erkennen. Treten die Schmorl-Knorpelknötchen jedoch im Rahmen eines Morbus Scheuermann auf, kann der dabei entstehende Rundrücken gerade bei Kindern und Jugendlichen zu Hänseleien und in der Folge zu psychischen Beschwerden führen. Weiterhin kann das Gewebe der Bandscheiben im weiteren Verlauf der Erkrankung verkalken oder Knorpel ausbilden.
Bei der Behandlung der Schmorl-Knorpelknötchen treten in der Regel keine besonderen Komplikationen auf. Mit Hilfe verschiedener Therapien oder Krankengymnastik können die Beschwerden eingeschränkt werden. Operative Eingriffe sind bei der Erkrankung ebenfalls nur selten notwendig. Der Betroffene sollte allerdings beachten, dass die Einnahme von Schmerzmitteln über einen langen Zeitraum den Magen beschädigen kann. Die Lebenserwartung des Betroffenen wird von den Schmorl-Knorpelknötchen allerdings nicht negativ beeinflusst.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Ein Schmorl-Knorpelknötchen muss nicht in jedem Fall durch einen Arzt behandelt werden. Die Eindellung selbst bildet sich zwar nicht von alleine zurück, verursacht aber bei den meisten Menschen dauerhaft keine Beschwerden und bedarf dann auch keiner Therapie. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn Rückenschmerzen auftreten, die nicht innerhalb weniger Wochen abklingen.
Da die Knötchen im Inneren der Wirbelkörper liegen, sind sie von außen weder zu ertasten noch zu sehen; sie fallen erst in der Bildgebung auf. Einschränkungen in der Bewegung oder starke Schmerzen am Rücken können jedoch auf die Schmorl-Knorpelknötchen hindeuten und sollten von einem Arzt untersucht werden. Bemerken Eltern bei ihrem Kind in der Wachstumsphase eine zunehmende Rundrückenbildung, sollte dies ärztlich abgeklärt werden, da dahinter ein Morbus Scheuermann stehen kann. Die Behandlung und Diagnose der Erkrankung kann meist durch einen Orthopäden erfolgen.
Behandlung & Therapie
Ob eine Behandlung der Schmorl-Knorpelknötchen notwendig ist, hängt vom Ausmaß der Beschwerden sowie den Begleitumständen ab. Werden sie zufällig entdeckt, ohne dass der Betroffene Beschwerden hat, ist keine Behandlung erforderlich. Treten die Schmorl-Knorpelknötchen im Zusammenhang mit Morbus Scheuermann auf, sind ebenfalls therapeutische Maßnahmen abzuwägen. Bei einigen Patienten lindert regelmäßige Krankengymnastik die Beschwerden der Krankheit.
Bei Schmorl-Knorpelknötchen mit Morbus Scheuermann ist es teilweise erforderlich, dass die erkrankten Patienten ein Korsett tragen, um die Wirbelsäule zu stabilisieren und zu unterstützen. Falls die betroffenen Personen an Schmerzen leiden, kommen entsprechende Schmerzmittel zum Einsatz. Nur selten sind operative Eingriffe zur Therapie von Schmorl-Knorpelknötchen und Morbus Scheuermann notwendig.
Vorbeugung
Eine Prävention von Schmorl-Knorpelknötchen ist tendenziell schwierig. Hilfreich ist stets ausreichende körperliche Aktivität, um die Muskulatur des gesamten Körpers und insbesondere der Wirbelsäule zu stärken. Auf diese Weise lassen sich manche Traumata der Wirbelkörper abdämpfen.
Nachsorge
Bei Schmorl-Knorpelknoten gibt es unterschiedliche Krankheitsverläufe. Ein Teil der Patienten bleibt beschwerdefrei und nimmt keine Schmerzen an der Wirbelsäule wahr. Bei anderen Betroffenen kommt es zu Rückenschmerzen oder zu einer eingeschränkten Beweglichkeit der Wirbelsäule. Ein symptomfreier Verlauf bedarf keiner weiteren Behandlung. Eine Nachsorge ist nicht sinnvoll. Der Patient kann sich dennoch einer ärztlichen Kontrolle unterziehen, nachdem bei einer Untersuchung Schmorl-Knoten festgestellt wurden.
Der Arzt kann eine mögliche Verschlechterung des Zustandes rechtzeitig erkennen und therapieren. Gehen die Knoten mit Schmerzen oder eingeschränkter Mobilität einher, ist eine Nachsorge ratsam. Das Ziel ist die Vermeidung von Folgeschäden an der betroffenen Wirbelsäulenpartie sowie die Beschwerdenlinderung.
Bei einer medikamentösen Schmerztherapie muss die Verträglichkeit nachsorgend kontrolliert werden. Die Medikamente dürfen nicht länger eingenommen werden als ärztlich verordnet. Mithilfe einer physiotherapeutischen Behandlung bleibt die Beweglichkeit der Wirbelsäule erhalten. Ist ein operativer Eingriff erfolgt, überprüft der Orthopäde den Heilungsverlauf.
Der Hausarzt führt die Nachsorge nach der Entlassung des Patienten fort. Sie endet, wenn die Wirbelsäule wieder belastbar ist. Betroffene Kinder mit einem begleitenden Morbus Scheuermann fallen häufig durch einen Rundrücken auf. Die Folgen können Mobbing und unsensibles Verhalten seitens der Altersgenossen sein. Eine Psychotherapie kann präventiv gegen Depressionen wirken. Das Selbstbewusstsein des Patienten soll dabei stabilisiert werden.
Das können Sie selbst tun
Die Möglichkeiten der Selbsthilfe richten sich bei den Schmorl-Knorpelknötchen auf die Reduzierung möglicher Risikofaktoren und der Verbesserung des Wohlbefindens. Um vorhandene Beschwerden oder Fehlbildungen im Wachstumsprozess zu reduzieren, sind körperliche Überlastungen zu vermeiden. Sportliche Aktivitäten und tägliche Bewegungsabläufe sollten nach den Möglichkeiten des Organismus ausgerichtet sein. Treten erste Unregelmäßigkeiten auf, sind Ruhephasen und eine ausreichende Schonung wichtig.
Um dem Körper genügend Zeit zur Regeneration zu geben, sollte die Schlafhygiene optimiert werden. Für einen erholsamen Schlaf sind Zimmertemperatur, Schlafutensilien und Lichtverhältnisse auf die natürlichen Bedürfnisse des Menschen abzustimmen. Nebengeräusche und Unterbrechungen des Nachtschlafes sollten vermieden werden.
Für eine Reduzierung von verschriebenen Schmerzmedikamenten können kognitive Trainings oder alternative Heilmethoden verwendet werden. Patienten berichten, dass sie häufig weniger unter Schmerzen leiden, wenn sie die Methoden der Hypnose, des autogenen Trainings oder der Meditation in regelmäßigen Zeitabständen nutzen. Viele Techniken können eigenverantwortlich je nach Bedarf angewendet werden.
Für eine ausreichende Entlastung des Skelettsystems ist das Tragen von gutem Schuhwerk anzuraten. Hohe Absätze an den Schuhen sollten vermieden werden und die Größe der Schuhe ist an die Fußgröße anzupassen. Dadurch können Gangunsicherheiten, Fehlhaltungen oder Beschwerden der Fortbewegung reduziert werden. Treten muskuläre Probleme auf, sollten Massagen oder Wärmebehandlungen durchgeführt werden.
Quellen
- Krämer, R., Matussek, J., Theodoridis, T.: Bandscheibenbedingte Erkrankungen.
ISBN: 9783135556062
- Niethard, F. U., Biberthaler, P., Pfeil, J.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Wirth, C. J. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
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- Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie Unfallchirurgie.
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- Müller, F.-J., Schuster, C., Weigel, B.: Klinische Untersuchungstests in Orthopädie und Unfallchirurgie.
ISBN: 9783642396908

