Orthopäde

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 6. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Aufgrund der wachsenden Zunahme der Erkrankungen der Knochen, der Bänder, Sehnen, Gelenke und Muskeln ist der Orthopäde der Ansprechpartner für Patientinnen und Patienten aller Altersgruppen. Die Krankheiten können genetisch, durch andere krankhafte Beeinträchtigungen, Unfälle oder einen fortschreitenden Alterungsprozess begründet sein und führen die Betroffenen zum Orthopäden ihres Vertrauens.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Orthopäde?

Orthopäde
Die Orthopädie ist ein medizinisches Fachgebiet, welches sich mit der Bewegung, dem Aufbau und der Funktion des Bewegungsapparates sowie den krankheitsbedingten Einschränkungen beschäftigt.

Die Orthopädie ist ein medizinisches Fachgebiet, welches sich mit der Bewegung, dem Aufbau und der Funktion des Bewegungsapparates sowie den krankheitsbedingten Einschränkungen beschäftigt. Neben der Diagnostik basieren die Tätigkeitsfelder der Orthopäden ebenso auf der Vorbeugung und der eingehenden, gezielten Behandlung in Praxen oder den Kliniken.

Die Grundlage für die Ausbildung zum Orthopäden bildet zunächst ein Studium an einer medizinischen Hochschule, innerhalb dessen verschiedene Ausbildungsinhalte gelehrt werden. Darüber hinaus befassen sich die angehenden Orthopäden mit unfallchirurgischen Maßnahmen und Verfahren der Physiotherapie, der orthopädischen Schmerzmedizin, den möglichen chirurgischen sowie alternativmedizinischen Behandlungsweisen.

Ohne allgemeine und spezielle Kenntnisse der Anatomie und der Physiologie sowie der Arzneimittelkunde, der Hygiene und der lokalen Schmerzbetäubung können die Orthopäden ebenfalls nicht erfolgreich arbeiten. Außerdem bedient ein Orthopäde bewährte diagnostische Vorrichtungen und ist versiert in der Auswertung der röntgenologischen Befunde.

Ausbildung & Qualifikation

Ein Orthopäde ist ein Facharzt, der sich auf die Diagnose, Behandlung und Prävention von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates spezialisiert hat. Um Orthopäde zu werden, ist zunächst ein abgeschlossenes Medizinstudium erforderlich, das in Deutschland in der Regel sechs Jahre dauert und mit dem Staatsexamen abgeschlossen wird. Anschließend folgt eine mehrjährige Facharztausbildung in der Orthopädie und Unfallchirurgie, die nach den Weiterbildungsordnungen der Landesärztekammern 72 Monate, also sechs Jahre, dauert. Die vollständige Gebietsbezeichnung lautet seit der Zusammenführung beider Fächer „Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie“; die frühere eigenständige Bezeichnung „Facharzt für Orthopädie“ wird nicht mehr neu vergeben, darf von denen, die sie erworben haben, aber weiter geführt werden. Diese Ausbildung beinhaltet sowohl theoretische als auch praktische Schulungen, einschließlich chirurgischer Erfahrung und spezialisierter medizinischer Techniken.

Das Berufsbild eines Orthopäden umfasst die Behandlung von Knochen-, Gelenk-, Muskel- und Sehnenproblemen. Dies reicht von konservativen Behandlungen wie Physiotherapie und Medikamenten bis hin zu operativen Eingriffen, beispielsweise bei Gelenkersatz oder Knochenbrüchen.

Orthopäden tragen eine hohe ethische Verantwortung, da sie häufig über operative Eingriffe entscheiden, die das Leben der Patienten erheblich beeinflussen können. Sie müssen stets das Wohl des Patienten in den Vordergrund stellen und ihre medizinischen Entscheidungen auf evidenzbasierte Praxis und ethische Prinzipien stützen.

Der Unterschied zwischen einem Orthopäden und ähnlichen Berufsgruppen wie Physiotherapeuten oder Chiropraktikern liegt in der medizinischen Ausbildung und den Befugnissen. Während Physiotherapeuten und Chiropraktiker nicht operieren dürfen und sich auf nicht-invasive Behandlungen konzentrieren, sind Orthopäden als Fachärzte auch zur Durchführung von Operationen berechtigt und haben eine umfassendere medizinische Ausbildung.

Für gesetzlich Versicherte ist der Orthopäde ohne Überweisung erreichbar. § 76 des Fünften Buches Sozialgesetzbuch räumt ihnen die freie Wahl unter den zur vertragsärztlichen Versorgung zugelassenen Ärzten ein; die Vorschrift sieht allerdings vor, dass der behandelnde Arzt innerhalb eines Kalendervierteljahres nur bei Vorliegen eines wichtigen Grundes gewechselt werden soll. Viele Patienten kommen dennoch über den Hausarzt, weil dieser Vorbefunde bündelt, die Fragestellung eingrenzt und einschätzen kann, ob die Beschwerden überhaupt vom Bewegungsapparat ausgehen.

Einen eigenen Zugangsweg gibt es nach einem Arbeits- oder Wegeunfall. Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung beteiligen an der besonderen unfallmedizinischen Behandlung nach § 34 des Siebten Buches Sozialgesetzbuch nur solche Ärzte und Krankenhäuser, die von ihnen festgelegte Anforderungen an die fachliche Befähigung sowie an die sächliche und personelle Ausstattung erfüllen. Für das ambulante Durchgangsarztverfahren verlangen diese Anforderungen die Berechtigung zum Führen der Facharztbezeichnung Orthopädie und Unfallchirurgie sowie nach der Facharztanerkennung mindestens zwölf Monate vollschichtige unfallchirurgische Tätigkeit in einer Abteilung zur Behandlung Schwer- oder Schwerstunfallverletzter; wer die Zusatz-Weiterbildung Spezielle Unfallchirurgie führt, muss diesen Tätigkeitsnachweis nicht erbringen. Beteiligte Durchgangsärzte steuern die weitere Behandlung nach einem Unfall. Diese Beteiligung ist eine gesonderte Zulassung durch den Unfallversicherungsträger und nicht bereits Teil der Facharztweiterbildung.

Aufgabenbereich

Der Aufgabenbereich eines Orthopäden ist vielfältig und umfasst die Diagnose, Behandlung, Prävention und Rehabilitation von Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates, einschließlich Knochen, Gelenken, Muskeln, Sehnen und Bändern. Orthopäden sind Experten für das gesamte muskuloskelettale System und betreuen Patienten jeden Alters, von Säuglingen bis zu Senioren.

Ein zentraler Bestandteil der Tätigkeit eines Orthopäden ist die Diagnosestellung. Dies beinhaltet eine ausführliche Anamnese, körperliche Untersuchungen und die Interpretation von diagnostischen Verfahren wie Röntgenaufnahmen, MRTs, CT-Scans und Ultraschall. Diese diagnostischen Maßnahmen helfen dem Orthopäden, strukturelle und funktionelle Störungen des Bewegungsapparates zu identifizieren, die von einfachen Muskelverspannungen bis hin zu komplexen Frakturen oder degenerativen Erkrankungen wie Arthrose reichen können.

Nach der Diagnose entwickelt der Orthopäde einen individuellen Behandlungsplan. Dieser kann konservative Maßnahmen wie Physiotherapie, Schmerztherapie, Injektionen (z. B. Kortikosteroide oder Hyaluronsäure) und die Verschreibung von orthopädischen Hilfsmitteln (z. B. Schienen, Bandagen, Orthesen) umfassen. In vielen Fällen versucht der Orthopäde zunächst, operative Eingriffe zu vermeiden und auf weniger invasive Methoden zurückzugreifen.

Wenn jedoch eine konservative Therapie nicht ausreicht, gehören operative Eingriffe zu den Aufgaben eines Orthopäden. Diese können minimal-invasive Verfahren wie Arthroskopien umfassen, bei denen kleine Instrumente und eine Kamera durch kleine Schnitte eingeführt werden, um Gelenkprobleme zu behandeln. Orthopäden führen auch größere Operationen durch, wie Gelenkersatzoperationen (z. B. Knie- oder Hüftendoprothetik), Korrekturen von Fehlstellungen, Wirbelsäulenoperationen und die Behandlung von Knochenbrüchen. Diese Operationen erfordern ein hohes Maß an Präzision und Fachwissen, da sie oft entscheidend für die langfristige Funktionalität und Lebensqualität des Patienten sind.

Prävention ist ein weiterer wichtiger Aspekt der Arbeit eines Orthopäden. Dies kann die Beratung über ergonomische Verbesserungen, körperliche Aktivität und andere präventive Maßnahmen beinhalten, um Verletzungen und degenerative Erkrankungen vorzubeugen. Für Sportler spielt der Orthopäde auch eine wesentliche Rolle in der Prävention und Behandlung von Sportverletzungen.

Ein Orthopäde ist zudem oft in die Nachsorge und Rehabilitation eingebunden. Dies umfasst die Überwachung des Heilungsprozesses nach Verletzungen oder Operationen, die Anpassung von Behandlungsplänen und die Zusammenarbeit mit Physiotherapeuten und anderen Fachkräften, um die bestmögliche Wiederherstellung der Funktionalität zu gewährleisten. Rehabilitationsmaßnahmen sind entscheidend, um den Patienten zu helfen, ihre Mobilität und Lebensqualität wiederzuerlangen.

Neben diesen klinischen Aufgaben spielen Orthopäden auch eine beratende Rolle, indem sie Patienten über ihre Erkrankungen und die möglichen Behandlungsoptionen aufklären. Dies erfordert nicht nur medizinisches Fachwissen, sondern auch die Fähigkeit, komplexe Informationen verständlich zu vermitteln und die Patienten bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen.

Wie ein Termin beim Orthopäden abläuft, hängt von der Fragestellung ab, folgt aber meist einem ähnlichen Muster. Am Anfang steht das Gespräch über Ort, Dauer und Auslöser der Beschwerden, über Vorerkrankungen und über die berufliche wie sportliche Belastung. Es folgt die körperliche Untersuchung, bei der Gangbild, Körperhaltung, Beweglichkeit der Gelenke, Muskelkraft und Druckschmerzhaftigkeit geprüft werden; erst danach entscheidet sich, ob eine Bildgebung im konkreten Fall überhaupt weiterhilft. Hilfreich ist es, vorhandene Vorbefunde, frühere Aufnahmen und eine Übersicht der eingenommenen Arzneimittel zum Termin mitzubringen, weil sich damit Doppeluntersuchungen vermeiden lassen.

Ein großer Teil der orthopädischen Arbeit besteht anschließend nicht im Eingriff, sondern in der Verordnung und in der Koordination. Orthopäden verordnen Heilmittel wie die Krankengymnastik, die heute meist Physiotherapie genannt wird, Massagen oder physikalische Anwendungen sowie Hilfsmittel wie Einlagen, Bandagen oder Orthesen, deren Anfertigung und Anpassung dann in Sanitätshäusern und orthopädietechnischen Werkstätten erfolgt. Hinzu kommen Beurteilungen, die über die Behandlung hinausreichen: Stellungnahmen zur Arbeitsfähigkeit, zur Belastbarkeit am Arbeitsplatz und zur Rehabilitation, bei Kindern die Einschätzung von Haltung und Wachstum und in Einzelfällen gutachterliche Einschätzungen für Versicherungsträger.

Der Aufgabenbereich eines Orthopäden ist somit umfassend und erfordert eine Kombination aus medizinischer Expertise, chirurgischen Fähigkeiten und einem tiefen Verständnis der individuellen Bedürfnisse der Patienten.

Spezialisierungen

Orthopäden haben die Möglichkeit, sich nach ihrer Facharztausbildung in verschiedenen Bereichen weiterzubilden und zu spezialisieren, um ihre Expertise zu vertiefen und spezialisierte medizinische Leistungen anzubieten. Eine gängige Spezialisierung ist die Zusatz-Weiterbildung Spezielle Orthopädische Chirurgie, die sich auf operative Eingriffe konzentriert, darunter Gelenkersatzoperationen, Arthroskopien und Wirbelsäulenchirurgie.

Ein weiterer Bereich ist die Sportorthopädie und Sportmedizin, die sich auf die Prävention, Diagnose und Behandlung von Sportverletzungen und deren Rehabilitation spezialisiert. Diese Spezialisierung erfordert eine zusätzliche Ausbildung, um spezifische Kenntnisse über die Bedürfnisse von Sportlern und die Behandlung von Verletzungen, die durch sportliche Aktivitäten verursacht werden, zu erwerben.

Kinderorthopädie ist eine weitere Spezialisierung, die sich mit der Diagnose und Behandlung von angeborenen und erworbenen Erkrankungen des Bewegungsapparates bei Kindern und Jugendlichen befasst. Hierbei geht es oft um Wachstumsstörungen, Fehlbildungen und die Behandlung von kindlichen Frakturen. Als Zusatz-Weiterbildung wird sie unter der Bezeichnung Kinder- und Jugend-Orthopädie geführt.

Die Orthopädische Rheumatologie ist eine Spezialisierung, die sich auf die Behandlung von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen des Bewegungsapparates konzentriert, wie Rheuma und Arthritis. Diese zusätzliche Qualifikation ermöglicht es Orthopäden, komplexe entzündliche Erkrankungen in Zusammenarbeit mit anderen Fachärzten umfassend zu behandeln.

Neben diesen Spezialisierungen gibt es auch Weiterbildungsmöglichkeiten in der Rehabilitationsmedizin und der Schmerztherapie, die sich auf die ganzheitliche Betreuung und Linderung von chronischen Schmerzen und die Verbesserung der Lebensqualität der Patienten konzentrieren.

Behandlungen

Ein Orthopäde ist in der Lage, aufgrund eines fundierten Wissenswertes und speziellen Fertigkeiten verschiedene allgemeine und spezifische Erkrankungen des Halte-, Stütz- und Knochenapparates zu behandeln. Im Mittelpunkt stehen Krankheiten wie die Arthritis und die Arthrose, Entzündungen der Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder, die Hüftdysplasie und der Bandscheibenvorfall.

Darüber hinaus stehen im Mittelpunkt der Tätigkeiten des Orthopäden das sogenannte Impingement-Syndrom, Knochenbrüche, das Karpaltunnelsyndrom, die Osteoporose sowie Risse der Muskeln und Bänder. Beeinträchtigungen wie der Klumpfuß, Deformitäten der Knochen, Tumore der Knochen und Verdrehungen der Schultern sind ebenfalls typische Erkrankungsbilder, die ein Orthopäde behandeln kann.

Sogenannte Ischialgien, der überwiegend akut auftretende Hexenschuss, die Gonarthrose und der Hallux Valgus fallen ebenso in den Fachbereich des Orthopäden. Darüber hinaus hält der Orthopäde fachübergreifenden Kontakt zu anderen medizinischen Fachdisziplinen und kann die Patienten in Abhängigkeit von ihrer Erkrankung weiter überweisen.

Bei allen Erkrankungen ist der Orthopäde diagnostisch tätig und kann auch eine gewisse Prophylaxe sowie Beratung und Nachsorge nach chirurgischen Eingriffen gewährleisten.

Diagnose- & Untersuchungsmethoden

Um eine klare diagnostische Erhebung durchführen zu können, stützt sich der Orthopäde nicht nur auf ein geschultes Auge, die Angaben der Patienten und seinen ausgeprägten Tastsinn. Der Orthopäde nutzt ebenfalls hoch komplizierte technische Vorrichtungen, die ebenso eine differentialdiagnostische Untersuchung ermöglichen.

Neben dem herkömmlichen Röntgenverfahren zur Erkennung von Knochenbrüchen spielt die Computertomographie ebenfalls eine wichtige Rolle. Auch der Ultraschall, die Kernspintechnik und die Messungsverfahren der Wirbelsäule sind unverzichtbare diagnostische Hilfsmittel des Orthopäden. Für die Früherkennung einer Osteoporose eignet sich die Knochendichtemessung. Ebenso bedeutsam sind eine Skelettalterbestimmung und die Messung der Gelenkspaltweite.

Das digitale Röntgen als modernes Verfahren und die Messung des Fußabdrucks sind ebenfalls für einen Orthopäden unverzichtbar. Bei der Therapie nutzt der Orthopäde technische Anwendungen, die auf den Wirkungen von Lichtstrahlen, Wärme, Kälte und elektrischem Strom basieren. Außerdem arbeiten einige Geräte gezielt mit Wasser, elektromagnetischer oder Laserstrahlung und Ultraschallwellen.


Moderne Technologien und Hilfsmittel

Ein Orthopäde verwendet eine Vielzahl von diagnostischen Geräten, Instrumenten und Ausrüstungen, um präzise Diagnosen zu stellen und effektive Behandlungen durchzuführen. Zu den wichtigsten diagnostischen Geräten gehört das Röntgengerät, das detaillierte Bilder von Knochen und Gelenken liefert und häufig zur Diagnose von Frakturen, Fehlstellungen oder degenerativen Veränderungen eingesetzt wird. MRT (Magnetresonanztomographie) und CT (Computertomographie) sind weitere bildgebende Verfahren, die detaillierte Bilder von Weichteilen, Bändern, Sehnen und komplexen Gelenkstrukturen ermöglichen.

Für die körperliche Untersuchung verwendet der Orthopäde Reflexhämmer zur Überprüfung von Reflexen, Goniometer zur Messung der Gelenkbeweglichkeit und Palpationsinstrumente, um Druckempfindlichkeit und strukturelle Anomalien zu ertasten. Ultraschallgeräte werden eingesetzt, um Weichteile wie Muskeln, Sehnen und Bänder in Echtzeit zu untersuchen, insbesondere bei der Diagnose von Entzündungen oder Verletzungen.

In der Therapie nutzt der Orthopäde Injektionsinstrumente, um Medikamente direkt in Gelenke oder Weichteile zu applizieren, oft unter Ultraschall- oder Röntgenkontrolle. Orthesen und Schienen sind wichtige Hilfsmittel zur Stabilisierung und Unterstützung von Gelenken und Gliedmaßen während des Heilungsprozesses. Bei chirurgischen Eingriffen kommen Arthroskope zum Einsatz, die minimal-invasive Eingriffe an Gelenken ermöglichen.

Darüber hinaus verwenden Orthopäden elektrotherapeutische Geräte wie TENS (Transkutane Elektrische Nervenstimulation) zur Schmerzlinderung und physiotherapeutische Geräte zur Unterstützung der Rehabilitation ihrer Patienten. Diese Ausrüstungen sind entscheidend für eine umfassende und wirksame orthopädische Versorgung.

Worauf sollte der Patient achten?

Um einen den individuellen Vorstellungen entsprechenden Orthopäden zu finden, ist es nicht immer nur ausschlaggebend, wie voll die Wartezimmer sind. Wichtig sind insbesondere solche Kriterien wie das Leistungsprogramm eines Orthopäden in Bezug auf die schulmedizinischen und möglicherweise alternativen Behandlungsverfahren.

Einige Orthopäden sind sehr vielseitig und können eine ganze Bandbreite von therapeutischen Maßnahmen anbieten. Orthopäden sind ebenso als Spezialärzte für Unfallmedizin geschult und daher die besten Anlaufstellen, wenn es um orthopädisch relevante Erkrankungen geht, die durch einen Unfall hervorgerufen wurden. Um nach einem chirurgischen Eingriff einen nachsorgenden Orthopäden zu finden, ist es hilfreich, bereits in der Klinik nach entsprechenden Fachärzten zu fragen.

Diese Orthopäden sind die besten Partner, wenn es darum geht, nach einer Operation am Kreuzband oder dem Einsatz eines künstlichen Hüftgelenks optimal ambulant betreut zu werden. Dies gilt ebenfalls für Patienten, die mit Orthesen oder Endoprothesen versorgt wurden.

Vor einem planbaren Eingriff besteht zudem ein gesetzlich verankerter Anspruch auf eine unabhängige ärztliche Zweitmeinung. § 27b des Fünften Buches Sozialgesetzbuch räumt Versicherten dieses Recht ein, sobald die Indikation zu einem planbaren Eingriff gestellt wird. Für welche Eingriffe der Anspruch im Einzelnen gilt, bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss in seinen Richtlinien; er soll die Liste jährlich um mindestens zwei weitere Eingriffe erweitern.

Damit das Recht praktisch wirksam wird, hat der behandelnde Arzt über die Möglichkeit der Zweitmeinung rechtzeitig und mündlich aufzuklären, in der Regel mindestens zehn Arbeitstage vor dem geplanten Eingriff. Wer eine Operationsempfehlung noch einmal überdenken möchte, hat dafür also einen geregelten Weg. Ein Orthopäde, der von sich aus darauf hinweist, folgt einer gesetzlichen Vorgabe; ein Gespräch über die Alternativen zu einem Eingriff gehört ohnehin zu einer sorgfältigen Beratung und lässt sich an der Zeit ablesen, die eine Praxis dafür einräumt.

Quellen

  • Niethard, F. U., Pfeil, J., Biberthaler, P.: Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132443136
  • Wirth, C. J., Mutschler, W., Kohn, D., et al. (Hrsg.): Praxis der Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783131406439
  • Buckup, J., Hoffmann, R. (Hrsg.): Klinische Tests an Knochen, Gelenken und Muskeln.
    ISBN: 9783131009968
  • Wülker, N. (Hrsg.): Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783132444393
  • Harrasser, N., Eisenhart-Rothe, R. von, Biberthaler, P. (Hrsg.): Facharztwissen Orthopädie Unfallchirurgie.
    ISBN: 9783662625354

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