Seekrankheit

Letzte Aktualisierung am 4. Oktober 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Von der Seekrankheit können auch erfahrene Seeleute noch betroffen sein. Neben Geduld können verschiedene Maßnahmen die Symptome der Seekrankheit lindern oder ihnen vorbeugen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Seekrankheit?

Die sogenannte Seekrankheit ist eigentlich keine Krankheit im engeren Sinne, sondern mehr eine gesunde Körperreaktion auf eine ungewohnte Bewegung, die der Körper, beispielsweise bei der Fahrt auf einem Schiff, erfährt.

Begrifflich ist die Seekrankheit allerdings eine Form der Reisekrankheit. Menschen reagieren verschieden sensibel auf Bewegungen, die zu einer Seekrankheit führen können: Während ein Großteil der Bevölkerung eine 'durchschnittliche' Anfälligkeit für die Entwicklung einer Seekrankheit zeigt, gibt es Minderheiten, die jeweils sehr schnell oder sehr selten eine Seekrankheit entwickeln.

Säuglinge und Menschen, die älter als 50 Jahre sind, reagieren in der Regel recht selten mit einer Seekrankheit. Die Wissenschaft geht davon aus, dass nicht nur Menschen, sondern auch verschiedene Tiere Symptome einer Seekrankheit entwickeln können.

Ursachen

Zu den Ursachen einer Seekrankheit zählt beispielsweise die Tatsache, dass das Gehirn vom Körper widersprüchliche Informationen erhält: Ist bei einer Schifffahrt beispielsweise der Wellengang nicht mit den Augen zu beobachten, kann das Gehirn die Bewegungsmeldungen des Gleichgewichtorgans nicht deuten.

Zu einer Seekrankheit trägt außerdem bei, dass trotz registrierter Bewegungen kein Aktivitätssignal der Muskeln zum Gehirn gelangt. Die widersprüchlichen Botschaften werden schließlich als Gefahrensituation interpretiert und es kommt zu den Symptomen der Seekrankheit aufgrund einer Ausschüttung von Stresshormonen.

Symptome einer Seekrankheit können nicht nur durch reale Situationen hervorgerufen werden, sondern auch durch entsprechend gestaltete Kinodarbietungen oder Computerspiele. Ein Grund dafür, dass Säuglinge meist keine Seekrankheit entwickeln, ist der, dass das Gleichgewichtsorgan noch nicht vollständig ausgereift ist.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Ein häufiges Symptom für eine Schlafapnoe ist eine ausgeprägte Tagesmüdigkeit. Diese kann auftreten, obwohl eine angemessene Nachtschlafdauer zu verzeichnen war. Nach dem Schlaf in einem gemeinsamen Schlafraum berichten oftmals Lebenspartner von unregelmäßigen lauten Schnarchgeräuschen. Das Aussetzen der Atmung bewirkt durch den reduzierten Sauerstoffgehalt des Blutes einen Alarmzustand des Körpers.

Der Blutdruck steigt an und die Atemmuskeln werden aktiviert. Dabei können auch Herzrhythmusstörungen auftreten. Ein plötzliches kurzzeitiges Aufwachen ist möglich. Die Betroffenen fühlen sich morgens wie gerädert. Sie gähnen bereits am Frühstückstisch und wirken energielos. Die schlechte Schlafqualität durch die stressigen Einflüsse zahlreicher Atemaussetzer kann die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit erheblich einschränken.

Der sogenannte Sekundenschlaf am Steuer stellt eine große Gefahr dar. Außerdem kann das chronische Schlafdefizit täglich zu Kopfschmerzen oder depressiven Verstimmungen führen. Ebenso können Angstzustände auftreten. Als Symptome für eine Schlafapnoe sind auch Erektionsstörungen und ein vermindertes sexuelles Lustgefühl möglich.

Außerdem kommen als Anzeichen ein Nachlassen der Gedächtnisleistung sowie Mundtrockenheit infrage. Die fehlende nächtliche Erholung kann sich ebenfalls durch Gereiztheit äußern. Das beklemmende Gefühl von Benommenheit und Schläfrigkeit bleibt während des gesamten Tages erhalten. Anzeichen für eine Schlafapnoe können auch plötzlich auftretende Schwindelanfälle sein. Ebenso zählen aufgrund der intensiven Mundatmung morgendliche Halsschmerzen und Sodbrennen zu den Symptomen.

Diagnose & Verlauf

Häufig ist es so, dass die Symptome der Seekrankheit abnehmen, wenn man über einige Tage hinweg den ungewohnten Bewegungen ausgesetzt ist. Nun sinkt auch die Wahrscheinlichkeit, während der weiteren Exposition erneute Symptome der Seekrankheit zu zeigen.

Bei Seeleuten kann es vorkommen, dass sie nach Jahren ohne Seekrankheit plötzlich Symptome der Seekrankheit entwickeln. Andere Seeleute zeigen auf jeder Seefahrt erneut Symptome. Zu diagnostizieren ist eine Seekrankheit aufgrund der typischen Symptome Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel, die auftreten, während sich ein Betroffener in einer Bewegungssituation findet, die einer Situation auf einem Schiff bei Wellengang entspricht.

Komplikationen

Die Seekrankheit resultiert daraus, dass die Augen und das Gleichgewichtsorgan im Innenohr gegensätzliche Sinneswahrnehmungen aufnehmen, die das Gehirn verarbeiten muss. Das Gehirn reagiert auf diese Form von Stress mit Botenstoffen wie Histamin und Serotonin. Das Histamin stimuliert das Brechzentrum im Gehirn, was letztlich die Symptome der Seekrankheit auslöst. Normalerweise klingen die Begleiterscheinungen nach wenigen Tagen von selbst wieder ab, ohne dass es zu Komplikationen kommt.

In machen Fällen halten die typischen Symptome wie Übelkeit, Schwindel, Brechreiz und Durchfall jedoch während der gesamten Seereise an. Personen, die starke und langanhaltende Symptome zeigen, müssen eine Seereise dann gegebenenfalls vorzeitig abbrechen. Bei extrem starkem Brechreiz und schweren Durchfällen, der über Tage hinweg anhält, kann es außerdem zu einem beträchtlichen Gewichtsverlust und Kreislaufproblemen kommen.

Die Betroffenen fühlen sich dann auch nach dem Abklingen der Symptome noch über Tage hinweg geschwächt. Für Patienten, die an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden oder bereits aus anderen Gründen körperlich geschwächt sind, kann der übermäßige Verlust von Flüssigkeit von ständigem Erbrechen oder Durchfälle sogar lebensgefährlich werden. Diese Betroffenen müssen unbedingt ärztlich betreut werden.

Bei Patienten, die an Migräne leiden, kann die Seekrankheit zudem einen akuten Anfall triggern. Wobei damit gerechnet werden muss, dass der Migräneanfall dann deutlich schwerer ausfällt, als unter Normalbedingungen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer Seekrankheit muss nicht immer ein Arzt aufgesucht werden. Ein Besuch beim Arzt ist meistens erst dann notwendig, wenn der Betroffene an sehr starken und schwerwiegenden Beschwerden leidet. Dabei kommt es bei den meisten Betroffenen zu einem sehr lauten und starken Schnarchen, sodass auch die Lebensqualität des Partners negativ beeinflusst wird. Ein Arzt ist dann aufzusuchen, wenn der Patient laut schnarcht und an Störungen am Herzen oder an Störungen der Konzentration leidet. Dabei können auch Störungen der Erektion oder im Allgemeinen eine sexuelle Unlust deutlich auf die Krankheit hinweisen und sollten ebenfalls durch einen Arzt untersucht und behandelt werden.

Ein Arzt ist auch dann aufzusuchen, wenn der Patient unter starkem Sodbrennen oder Schwindelgefühlen leidet. Bei der Seekrankheit kann der Hausarzt aufgesucht werden. Die weitere Behandlung hängt jedoch stark von der genauen Art und der Ausprägung der Beschwerden ab, sodass diese meist durch einen anderen Facharzt durchgeführt wird.

Behandlung & Therapie

Es gibt verschiedene Ansätze, eine Seekrankheit zu behandeln. Zunächst stehen einige Verhaltensmaßnahmen zur Verfügung, die eine Seekrankheit verringern können: Beispielsweise wird zunächst empfohlen, sich bei einer Schiffsreise über Deck zu begeben und nicht im Innenraum zu bleiben. Gegen die Symptome der Seekrankheit sollte man sich an Deck idealerweise den Bewegungen des Schiffs anpassen. Dabei ist es günstig, einen bestimmten Punkt am Horizont zu fixieren.

Auch die Anwendung von Entspannungstechniken kann bei Seekrankheit helfen. Sind die Symptome der Seekrankheit bereits sehr stark, kann es hilfreich zu sein, sich an einer Stelle des Schiffs flach hinzulegen, an der vergleichsweise wenig Schiffsbewegungen spürbar sind.

Studien haben belegt, dass Plazebos (Mittel, die keine Wirkstoffe enthalten, der Nutzer dies aber annimmt) einen guten Erfolg bei Seekrankheit zeigen. Dieser Wirkmechanismus liegt vermutlich unter anderem darin begründet, dass dem Betroffenen die Angst genommen wird, weiterhin unter Seekrankheit zu leiden. Diese Abnahme von Angst wirkt sich dann positiv auf die Symptome der Seekrankheit aus.

Gegen starke Seekrankheit gibt es schließlich auch Medikamente (sowohl verschreibungspflichtige als auch freiverkäufliche Medikamente). Erbricht sich ein Betroffener bereits, kann hierbei eine Zäpfchenform die geeignete sein. Mögliche Nebenwirkungen entsprechender Medikamente sind Müdigkeit oder ein Nachlassen des Reaktionsvermögens.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Auch um einer Seekrankheit vorzubeugen, gibt es mögliche Verhaltensmaßnahmen und (bei bekannter Anfälligkeit) auch Medikamente (beispielsweise in Form von Depot-Pflastern). Auf der Verhaltensebene empfiehlt es sich beispielsweise, am Vorabend einer Schiffsreise vorwiegend leicht Verdauliches zu sich zu nehmen. Auch Kaffee, Alkohol und Nikotin sollten kurz vor und während einer Schiffsreise nur eingeschränkt konsumiert werden.

Quellen

  • Diesfeld, H.J., Krause, G., Teichmann, D.: Praktische Tropen- und Reisemedizin. Thieme, Stuttgart 2003
  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Netter, F.H. et. al.: NETTERs Allgemeinmedizin. Thieme, Stuttgart 2006


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