Subdurales Hämatom

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Ein subdurales Hämatom ist eine Blutung des Gehirns und tritt meist in Folge von Kopfverletzungen auf. Es wird zwischen dem akuten und dem chronischen subduralen Hämatom unterschieden, wobei die Symptome in beiden Fällen gleich sind, jedoch unterschiedlich schnell auftreten können. Die rasche Diagnose ist besonders wichtig, da es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen kann.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein subdurales Hämatom?

Subdurales Haematom
Sobald es zwischen Schädel und Gehirnoberfläche zu einer Ruptur, also zu einem Platzen der Vene kommt, entstehen die sogenannten subduralen Hämatome. So kann es bei einer schweren Kopfverletzung dazu kommen, dass sich der Raum zwischen Gehirn und Schädel mit Blut füllt.
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Subdurale Hämatome entstehen meist aufgrund einer Kopfverletzung und können mitunter auch lebensbedrohlich sein. Es handelt sich dabei um eine Hirnblutung, welche sich unterhalb der harten Hirnhaut (Dura mater) auf der Oberfläche des Gehirns befindet. Es wird zwischen einer akuten und einer chronischen Form unterschieden.

Ein akutes subdurales Hämatom entsteht aufgrund einer schwerwiegenden Kopfverletzung und ein chronisches kann infolge einer leichteren Kopfverletzung oder vermehrten Stürzen auftreten. Die Bezeichnung wird zudem auch für Blutgerinnsel auf der Gehirnoberfläche verwendet. Diese können als Folge von angeborenen Gefäßmissbildungen oder aufgrund von Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Rauchen oder Übergewicht entstehen.

Ursachen

Sobald es zwischen Schädel und Gehirnoberfläche zu einer Ruptur, also zu einem Platzen der Vene kommt, entstehen die sogenannten subduralen Hämatome. So kann es bei einer schweren Kopfverletzung dazu kommen, dass sich der Raum zwischen Gehirn und Schädel mit Blut füllt. Dieses akute subdurale Hämatom gehört zu den gefährlichsten seiner Art, da es lebensbedrohliche Symptome hervorrufen kann.

Akute subdurale Hämatome entstehen größtenteils aufgrund eines Schlags oder Stoßes gegen den Kopf, durch Stürze oder üblicherweise durch Autounfälle. Diese Hämatome treten gemeinsam mit den Symptomen sofort auf. Chronische subdurale Hämatome entwickeln sich hingegen langsam. Als Ursache gelten leichte oder sich wiederholende Kopfverletzungen.

Es kommt daher häufig vor, dass ältere Menschen betroffen sind, wenn es bereits mehrfach zu Stürzen kam. Die Symptome treten meist später auf, teilweise können sogar einige Wochen dazwischen liegen und werden daher nicht sofort erkannt. Die Behandlung ist einfacher, wobei dennoch lebensbedrohliche Komplikationen auftreten können.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Symptome eines subduralen Hämatoms treten bei der akuten Form sofort und bei der chronischen verspätet oder gar nicht auf. Das Erkennen der Symptome ist jedoch äußerst wichtig, um sich rechtzeitig behandeln lassen zu können. Die häufigsten Symptome sind Kopfschmerzen, Sprachstörungen und Krämpfe. Auch Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Kraftlosigkeit und Bewusstseinsverlust können sich als Begleiterscheinungen bemerkbar machen. Besonders warnend sind eine zunehmende Eintrübung des Bewusstseins und eine einseitig erweiterte, auf Licht nicht mehr reagierende Pupille. Beim akuten subduralen Hämatom kann zwischen dem Unfall und der Bewusstlosigkeit ein beschwerdefreies Zeitfenster liegen (luzides Intervall), das über die Schwere der Verletzung hinwegtäuscht.

Diagnose & Krankheitsverlauf

Um ein subdurales Hämatom diagnostizieren zu können, ist eine Untersuchung mittels MRT (Magnetresonanztomographie) oder CT (Computertomographie) notwendig. Zudem gehört eine Blutuntersuchung dazu, die vor allem die Blutgerinnung überprüft, da gerinnungshemmende Medikamente ein subdurales Hämatom begünstigen und vor einer Operation ausgeglichen werden müssen. Mitunter kann auch eine körperliche Untersuchung erfolgen, Blutdruck und Puls überprüft werden, da diese Faktoren auf innere Blutungen hinweisen können.

Komplikationen

Ein subdurales Hämatom kann eine Reihe von Komplikationen hervorrufen und in Einzelfällen auch Spätfolgen haben. Zumeist erhöht sich bei Betroffenen, die ein Schädel-Hirn-Trauma erlitten haben, der Hirndruck. Dies kann zum Koma oder Tod führen. Weiterhin können Krampfanfälle auftreten, die mit einem erhöhten Unfallrisiko verbunden sind.

Bei größeren Verletzungen ist auch eine Muskelschwäche oder Gefühllosigkeit in bestimmten Körperbereichen denkbar. Typische Spätfolgen eines subduralen Hämatoms sind Einschränkungen in der geistigen Leistungsfähigkeit und neurologische Störungen. Infolge eines Traumas entwickeln einige Patienten auch psychische Erkrankungen wie etwa Angststörungen oder Depressionen.

Da es sich bei der operativen Behandlung eines subduralen Hämatoms um einen komplizierten Eingriff handelt, kann es zu kleinen und größeren Komplikationen kommen. Mögliche Risiken einer Kraniotomie sind Blutungen und Blutergüsse sowie Infektionen und Wundheilungsstörungen. Gelegentlich bilden sich Blutgerinnsel, die Krämpfe auslösen können und unter Umständen zum Tod führen.

Besondere Risiken bei einer Schädelöffnung sind Verletzungen von gesundem Hirngewebe, Austritt von Hirnflüssigkeit und Ansammlung von Luft in der Schädelhöhle. Die Narkose kann ebenfalls mit Zwischenfällen verbunden sein. Zum Beispiel kann es zu plötzlichem Herzversagen kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nach einer Kopfverletzung sollte sorgfältig geprüft werden, ob anhaltende oder zunehmende Beschwerden vorhanden sind. Bei leichten Verletzungen muss nicht immer ein Arzt aufgesucht werden. Nehmen Beschwerden innerhalb weniger Minuten nahezu vollständig ab, besteht meist kein weiterer Behandlungsbedarf. Das gilt jedoch nicht für ältere Menschen und nicht für Personen, die gerinnungshemmende Medikamente einnehmen: Sie sollten nach jeder Kopfverletzung ärztlich untersucht werden, auch wenn sie sich zunächst beschwerdefrei fühlen, weil sich ein subdurales Hämatom noch Wochen später entwickeln kann. Bei einem Krankheitsgefühl, Schwindel oder Gangunsicherheiten ist die Konsultation eines Arztes jedoch notwendig.

Kopfschmerzen, Blutungen oder Beschädigungen des Schädelknochens sind untersuchen und behandeln zu lassen. Unabhängig davon, ob die Verletzung am Kopf durch einen Sturz, Stoß, Unfall oder eine Gewalteinwirkung entstanden ist, können Beschädigungen vorliegen, die in schweren Fällen zu irreversiblen Schäden oder zum vorzeitigen Ableben des Betroffenen führen können. Daher ist ein Arztbesuch bei Sprachstörungen, allgemeinen Funktionsstörungen oder plötzlichen Krämpfen notwendig. Eine plötzliche Abnahme des Sehvermögens ist als Alarmsignal des Organismus zu verstehen.

Da es bei einigen Patienten auch ohne eine unmittelbare Kopfverletzung zu den beschriebenen Beschwerden kommen kann, sollte ebenfalls ein Arzt konsultiert werden, wenn Unregelmäßigkeiten ohne einen Stoß oder eine wahrgenommene Einwirkung auf den Kopf eintreten.

Eine plötzliche Kraftlosigkeit, Taubheitsgefühle oder Sensibilitätsstörungen sind ebenfalls schnellstmöglich untersuchen zu lassen. Bei Störungen des Bewusstseins oder einem Verlust des Bewusstseins muss ein Rettungsdienst alarmiert werden. In diesen Fällen besteht Lebensgefahr, sodass der Betroffene unverzüglich medizinische Betreuung benötigt.

Der Rettungsdienst wird über die Notrufnummer 112 alarmiert. Bis zum Eintreffen der Rettungskräfte wird ein bewusstloser Betroffener mit erhaltener Atmung in die stabile Seitenlage gebracht, warm gehalten und nicht allein gelassen; Atmung und Bewusstsein werden dabei laufend kontrolliert. Für Beschwerden ohne Notfallcharakter außerhalb der Sprechzeiten ist dagegen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116 117 zuständig.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung eines akuten subduralen Hämatoms kann ausschließlich in einem Krankenhaus erfolgen, da es jederzeit zum Anschwellen des Gehirns kommen kann. Durch diese Schwellung wird ein erhöhter Schädelinnendruck verursacht, welcher unverzüglich intensivmedizinisch überwacht und behandelt werden muss. Um ein großes subdurales Hämatom zu entfernen, wird eine sogenannte Kraniotomie durchgeführt.

Dabei handelt es sich um einen chirurgischen Eingriff, welcher besonders bei akuten Fällen durchgeführt werden muss. Bei diesem Eingriff wird ein Teil des Schädels entfernt und anschließend das Blutgerinnsel oder Hämatom abgesaugt und ausgespült. Bei chronischen subduralen Hämatomen, deren Blut bereits verflüssigt ist, besteht die Möglichkeit, diese über Bohrlöcher abfließen zu lassen.

Dabei werden dünne Schläuche in die kleinen Löcher im Schädel eingeführt, wodurch das Blut aus den Hämatomen entweichen kann. Zudem werden Gehirnverletzungen auch medikamentös behandelt, etwa um eine Schwellung des Gehirns oder Krampfanfälle zu bekämpfen. Von der früher üblichen Gabe von Kortikosteroiden wird beim Schädel-Hirn-Trauma dagegen abgeraten, da große Studien dabei eine erhöhte Sterblichkeit gezeigt haben. Eine Behandlung oder Verhinderung der Begleiterscheinungen wie Krämpfe kann auch mit entsprechenden Medikamenten erfolgen.

Nichtsdestotrotz sind Komplikationen bei subduralen Hämatomen keine Seltenheit. Diese können sogar einige Zeit nachdem eine Behandlung erfolgt ist auftreten. Es kann zu bleibenden Taubheitsgefühlen, Muskelschwächen, Krampfanfällen oder einem steigenden Hirndruck kommen. Letzteres ist besonders gefährlich, da dies zu einem Koma oder auch zum Tod führen kann.

Die Komplikationen können je nach Schweregrad der Schädelverletzung unterschiedlich stark ausfallen. Eine Prognose ist zudem von der Schwere der Verletzung, dem Ort und der Ausdehnung des subduralen Hämatoms abhängig. Bei chronischen subduralen Hämatomen stehen die Chancen gut, wo hingegen die akute Form sehr unterschiedlich ausfallen kann. Laut der neurochirurgischen Abteilung der US-amerikanischen Universität UCLA kommt es beim akuten subduralen Hämatom bei ungefähr 50 bis 90 Prozent der Fälle aufgrund der Erkrankung oder ihrer Komplikationen zum Tod.


Vorbeugung

Aufgrund von angeborenen Gefäßmissbildungen kann es jederzeit zu Blutungen im Gehirn kommen, eine Vorbeugung ist in diesem Fall nicht möglich. Bluthochdruck gilt jedoch auch als enormes Risiko für Gehirnblutungen und kann entsprechend behandelt werden. Regelmäßige ärztliche Kontrollen sind bei einem bereits diagnostizierten Bluthochdruck somit unerlässlich.

Auch Rauchen sorgt für ein zwei- bis dreifach so hohes Risiko für Gehirnblutungen. Gleiches gilt für regelmäßigen, hohen Alkoholkonsum, starkes Übergewicht und erhöhten Cholesterinspiegel. Daher kann durchaus vorgebeugt werden, um das Risiko für Blutungen im Gehirn zu reduzieren. Planmäßige Arztbesuche, eine gesunde Ernährung und ausreichend Bewegung können bereits viel bewirken, bevor Probleme entstehen. Weil ein subdurales Hämatom jedoch meist durch eine Kopfverletzung entsteht, ist die wirksamste Vorbeugung die Vermeidung von Stürzen – etwa durch das Beseitigen von Stolperfallen in der Wohnung, festes Schuhwerk, eine aktuelle Brille und regelmäßiges Gleichgewichtstraining. Wer gerinnungshemmende Medikamente einnimmt, sollte deren Notwendigkeit und Dosierung regelmäßig ärztlich überprüfen lassen.

Nachsorge

Da es bei der Erkrankung schnell zu Denkstörungen und vielen anderen Beschwerden kommen kann, sollten Betroffene jegliche Situationen von Stress zwingend vermeiden. Der Körper sollte ausreichend geschont werden, damit diese Beschwerden verhindert werden können. Da die Erkrankung meist mit einer Kopfverletzung einhergeht, muss die Verletzung ärztlich versorgt und der Verlauf kontrolliert werden.

Kühlakkus sowie Umschläge können allenfalls eine äußere Schwellung und den Wundschmerz lindern; die Blutung unter der harten Hirnhaut erreichen sie nicht und sie ersetzen daher keine ärztliche Behandlung. Wenn die Erkrankung schon zahlreiche Beschwerden ausgelöst hat, müssen sich Betroffene einer Physiotherapie unterziehen. Bei den durch die Erkrankung verursachten Hirnblutungen können schwere und dauerhafte Folgeschäden entstehen.

Menschen, die unter der Erkrankung leiden, sollten eine Selbsthilfegruppe aufsuchen. Es kann sehr hilfreich sein, sich mit anderen Betroffenen über die Krankheit auszutauschen. Dies bewirkt auch, dass Betroffene sich nicht alleine fühlen und mit Methoden und Praktiken vertraut gemacht werden, die ihnen aufzeigen, wie sie mit der Krankheit ein größtenteils normales Leben führen können.

Nach den Hirnblutungen kann als Folgeschaden auch eine Veränderung der Persönlichkeit von Betroffenen auftreten. Es ist sehr wichtig, dass Betroffene mit der Erkrankung einen Psychologen aufsuchen. Außerdem sollten die Angehörigen ausreichend über die Krankheit informiert sein, damit in Notfällen sofort gehandelt werden kann. Die Hilfe und Unterstützung der Familienangehörigen ist zwingend notwendig.

Das können Sie selbst tun

Nach einem subduralen Hämatom kann es noch einige Zeit zu Denkstörungen und anderen neurologischen Beschwerden kommen. Die wichtigste Selbsthilfemaßnahme besteht darin, Stress zu vermeiden und den Körper zu schonen.

Da ein subdurales Hämatom meist in Verbindung mit schweren Kopfverletzungen auftritt, muss in jedem Fall ärztliche Hilfe in Anspruch genommen werden. Kühlende Umschläge können äußere Schwellungen und Schmerzen lindern, wirken aber nur auf die Kopfhaut und nicht auf die Blutung im Schädelinneren. Sollte das subdurale Hämatom langfristige Beschwerden hervorgerufen haben, ist eine umfassende Physiotherapie vonnöten. Bei schweren Hirnblutungen können dauerhafte Störungen zurückbleiben. Personen, die ein subdurales Hämatom erlitten haben, profitieren von dem Gespräch mit anderen Betroffenen. Der Arzt kann den Kontakt zu einer Selbsthilfegruppe herstellen und gegebenenfalls weitere Fachärzte und Mediziner hinzuziehen. Nach schweren Hirnblutungen können unter Umständen auch Persönlichkeitsveränderungen auftreten.

Aufgabe der Angehörigen ist es, die betroffene Person so gut wie möglich zu unterstützen. Daneben muss immer auch auf regelmäßige Arztbesuche geachtet werden. In den ersten Monaten nach einer Hirnblutung müssen regelmäßig Hirnscans angefertigt werden. Zeigen sich keine Auffälligkeiten, müssen abseits der typischen Therapiemaßnahmen keine anderweitigen Maßnahmen ergriffen werden.

Quellen

  • Moskopp, D., Wassmann, H. (Hrsg.): Neurochirurgie.
    ISBN: 9783132435797
  • Berlit, P. (Hrsg.): Klinische Neurologie.
    ISBN: 9783662606742
  • Hacke, W. (Hrsg.): Neurologie.
    ISBN: 9783662468913
  • Ziegenfuß, T.: Notfallmedizin.
    ISBN: 9783662703977
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655

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