Teerstuhl
Medizinische Expertise: Dr. med. NonnenmacherQualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 27. August 2026Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.
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Unter dem Begriff Teerstuhl oder Meläna verstehen Mediziner eine deutlich sichtbare Schwarzfärbung des Stuhlgangs. Diese kann abhängig von der Ursache mit gesundheitlichen Beschwerden einhergehen oder auch völlig symptomfrei auftreten. Verantwortlich für den Teerstuhl können verschiedene Krankheiten, aber auch bestimmte Lebensmittel oder Medikamente sein.
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Was ist Teerstuhl?
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Teerstuhl (Meläna) ist eine Form des sogenannten schwarzen Stuhls. Der Begriff "schwarzer Stuhl" bezeichnet alle Schwarzfärbungen des Stuhlgangs. Handelt es sich aber um glänzenden und sehr übel riechenden, tiefschwarz verfärbten Stuhl, sprechen Fachleute von Teerstuhl.
Dieser ist oftmals ein Indikator für eine schwere Erkrankung, denn die extreme Färbung kommt nicht selten von Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Allerdings muss einem schwarzen Stuhl nicht immer eine Erkrankung zugrunde liegen.
Auch bestimmte Medikamente oder Lebensmittel können für die Verfärbung verantwortlich sein. Da unter Umständen aber eine Ursache vorliegen kann, die dringend ärztliche Behandlung notwendig macht, sollte bei Auftreten des Teerstuhls ein Arzt aufgesucht werden.
Ursachen
Bestehen Krampfadern im Magen oder in der Speiseröhre, können diese ebenfalls für Blutungen und somit auch für Teerstuhl verantwortlich sein. Patienten mit einer extrem langsamen Verdauung leiden ebenfalls häufiger unter Teerstuhl. Ursächlich ist dabei allerdings nicht die langsame Verdauung selbst: Sie führt lediglich dazu, dass ausgetretenes Blut länger im Darm verweilt und stärker zersetzt wird, sodass schon geringe Blutmengen die typische Schwarzfärbung erzeugen.
Grundsätzlich muss eine Schwarzfärbung des Stuhls aber nicht immer von einer Erkrankung herrühren. Auch die Einnahme von Kohle- oder Eisenpräparaten sowie der Verzehr größerer Mengen von Brombeeren, Blaubeeren, Lakritz oder Blutwurst kann zu einer vorübergehenden deutlichen Verfärbung des Stuhlgangs führen.
Symptome, Beschwerden & Anzeichen
Der Stuhlgang eines gesunden Menschen ist dunkelbraun gefärbt. Er kann aber auch deutlich dunklere Töne annehmen. Ist er tiefschwarz, spricht man vom Teerstuhl. Die Ausscheidung erinnert farblich an Teer. Oft besitzt der Teerstuhl einen matten Glanz. Patienten berichten manchmal auch, dass der Stuhlgang über einen ungewohnt üblen Geruch verfügt.
Neben dem Aussehen können Betroffene zur Diagnose Teerstuhl gelangen, insofern sie eine bekannte Erkrankung besitzen. Infrage kommen dafür alle Beschwerden, die eine Blutung im Verdauungstrakt verursachen. Dazu zählen Magengeschwüre, Entzündungen an der Magenschleimhaut oder an der Speiseröhre oder aber Krampfadern. Die tiefschwarze Ausscheidung entsteht aus dem Kontakt des Bluts mit der Magensäure oder Bakterien.
Symptomatisch für eine schwarze Ausscheidung ist aber auch die Einnahme bestimmter Lebensmittel und Medikamente. Diese bedingen zwar einen ähnlich aussehenden Auswurf, aber eben keinen Teerstuhl. Liegen hingegen Schmerzen im Bauchbereich, Übelkeit und Kopfschmerzen vor, erhärtet sich der Verdacht auf eine Erkrankung.
Der Teerstuhl ist damit meist nur am Aussehen erkennbar. Vorerkrankungen, Essgewohnheiten und Medikamenteneinnahmen können nur als Indizien angesehen werden, dass eine ernstzunehmende Erkrankung vorliegt. Nur eine Untersuchung des Stuhls kann letztendliche Gewissheit verschaffen.
Diagnose & Verlauf
Teerstuhl kann in erster Linie durch die Untersuchung einer Stuhlprobe diagnostiziert werden. Kann auf diese Weise Blut im Stuhl nachgewiesen werden, müssen weitere umfassende Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelungen stattfinden, um die genaue Ursache zu ermitteln.
Findet sich kein Blut in der Stuhlprobe, sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen stattfinden, in dem unter anderem die Essgewohnheiten, die Krankengeschichte und die Einnahme von Medikamenten besprochen werden.
Der Verlauf hängt stark von der tatsächlichen Ursache für den Teerstuhl ab. Liegt eine schwerere Erkrankung zugrunde, kann der Zustand des Betroffenen ohne Behandlung unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden. Ein umgehender Arztbesuch ist daher dringend anzuraten.
Komplikationen
Im Falle von Magenkrebs oder Magengeschwüren künden Veränderungen im Stuhl einen schweren Verlauf an. Personen mit einer langsamen Verdauung leiden im Zusammenhang mit Teerstuhl oft auch unter Verstopfung und anderen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Länger andauernder Teerstuhl kann außerdem zu Blutarmut und in der Folge zu Blässe, kalten Fingern, Unwohlsein und einer verringerten Leistungsfähigkeit sowie Abgeschlagenheit führen. Bei einer starken Blutung kann der Blutverlust so groß werden, dass es zu einem Kreislaufschock kommt. Bei der Behandlung von Teerstuhl können ebenfalls Komplikationen auftreten.
So kann die übermäßige Einnahme von Kohle- oder Eisenpräparaten Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen. Eisentabletten lösen häufig Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung und Bauchweh aus. Kohletabletten können zu Verstopfung und sehr selten auch zu einem Darmverschluss führen. Je nachdem, welches Leiden dem Teerstuhl zugrunde liegt, können im Rahmen der Therapiemaßnahmen unter Umständen weitere Komplikationen auftreten.
Wann sollte man zum Arzt gehen?
Teerstuhl ist ein Hinweis darauf, dass im Verdauungstrakt Blutungen auftreten. Wenn das Blut gerinnt, wird es über den Stuhl ausgeschieden und färbt diesen dunkel. Ausnahme ist das Kindspech, der erste Stuhlgang bei einem neugeborenen Baby. Tritt dunkler Stuhl also nach den ersten Lebenstagen auf, muss zwingend ein Arztbesuch zur Abklärung der Ursache erfolgen. Der Arzt wird zunächst wissen wollen, seit wann der Teerstuhl auftritt und ob der Stuhl regelmäßig so aussieht oder ob es sich nur um eine gelegentliche Beobachtung handelt. Auch weitere Beschwerden und Veränderungen des Wohlbefindens sind wichtig für den behandelnden Arzt, denn so kann er schneller eine mögliche Ursache finden.
Um eine Magen- oder Darmspiegelung wird der Betroffene bei Teerstuhl in aller Regel nicht herumkommen, denn anders kann der Arzt nicht erkennen, weshalb Blutungen im Verdauungstrakt auftreten. Vorher wird möglicherweise aber versucht, mittels Ultraschall zu erkennen, ob bereits eine Ursache zu finden ist. Wenn dort nichts zu sehen ist, können auch weitere bildgebende Verfahren angewendet werden, damit bei der anschließenden Spiegelung gezielt gesucht werden kann und der Patient kürzer sediert werden muss. Eine Magenspiegelung erfolgt dabei in der Regel in einer Sedierung, also im Dämmerschlaf, und nicht in einer Vollnarkose. Auch dann, wenn eine Grunderkrankung bekannt ist, die zu Teerstuhl führen kann, sollte ein Arzt konsultiert werden, sobald sich der Zustand verändert oder häufiger als bisher Teerstuhl auftritt.
Tritt der Teerstuhl gemeinsam mit Kreislaufzeichen wie Schwäche, Blässe, kaltem Schweiß, Herzrasen, Schwindel oder einer Bewusstseinstrübung auf, liegt eine bedrohliche Blutung vor. Das Gleiche gilt, wenn zusätzlich Blut erbrochen wird oder wenn große Mengen schwarzen Stuhls abgehen. In diesen Fällen handelt es sich um einen Notfall: Es ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes sollte der Betroffene zugedeckt bleiben und nichts mehr essen oder trinken. Wird Blut erbrochen, wird der Oberkörper aufgerichtet; bei Bewusstlosigkeit wird der Betroffene in die stabile Seitenlage gebracht. Nur wenn kein Erbrechen auftritt, können die Beine hochgelagert werden.
Behandlung & Therapie
Wurde der Teerstuhl untersucht und die Ursache für die Verfärbung erkannt, leitet der behandelnde Mediziner eine entsprechende Therapie ein. Wurden akute Blutungen im Magen, Darm oder der Speiseröhre festgestellt, müssen diese gestoppt werden. Dies kann unter anderem durch einen operativen Eingriff oder auch direkt im Rahmen einer Darm- bzw. Magenspiegelung geschehen.
Anschließend erfolgt die Behandlung der eigentlichen Ursache. Liegt dem Teerstuhl etwa eine durch das Bakterium Helicobacter pylori verursachte Magenschleimhautentzündung zugrunde, werden Antibiotika verabreicht, um den Erreger zu beseitigen. Wurden Speiseröhre und umliegendes Gewebe durch eine Überproduktion von Magensäure geschädigt, werden Säurehemmer verordnet, damit keine weiteren Blutungen durch die Säure verursacht werden können.
Sollte eine Krebserkrankung vorliegen, wird - sofern dies möglich ist - der Tumor operativ entfernt. Ansonsten kann eine Chemotherapie die bösartigen Zellen am Wachsen hindern. Besonders im Falle einer Säureüberproduktion oder Entzündung der Magenschleimhaut bzw. der Speiseröhre sind Protonenpumpenhemmer das Mittel der Wahl, weil sie die Säurebildung im Magen wirksam unterdrücken.
Homöopathische Mittel sind bei Teerstuhl dagegen keine geeignete Behandlung: Eine Blutung im Verdauungstrakt lässt sich damit nicht stillen, und eine schwere Erkrankung bliebe unbehandelt, während sich der Gesundheitszustand des Patienten dramatisch verschlechtern könnte. Jede ergänzende Selbstbehandlung sollte deshalb immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden.
Vorbeugung
Da es für Teerstuhl ganz unterschiedliche Ursachen geben kann, ist eine direkte Vorbeugung nicht möglich. Eine gesunde Lebensweise, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige ärztliche Untersuchungen können aber das Risiko innerer Blutungen bzw. von Magen-Darm-Erkrankungen minimieren. Tritt Teerstuhl auf und/oder werden damit einhergehende Beschwerden im Bauchraum festgestellt, sollte in jedem Fall so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, damit eine schwere Erkrankung ausgeschlossen werden kann.
Teerstuhl an sich ist keine Krankheit, sondern das Symptom für Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts, die mit Blutungen einhergehen. Daher ist die Nachsorge auf diese Krankheiten abzustimmen. Am besten wird sie mit dem Internisten oder Hausarzt abgesprochen, der die jeweilige Erkrankung auch behandelt hat.
Nachsorge
Schonung des Magen-Darm-Trakts ist nach Teerstuhl ein wichtiger Faktor in der Nachsorge. Dies ist durch eine schonende Ernährung umzusetzen. Hierzu gehören Speisen, die leicht verdaulich sind und weder reizen noch blähen. Fettes und Scharfes sind nur zwei Beispiele von Nahrungsmitteln, auf die im Rahmen der Nachsorge verzichtet werden sollte. Auch zu üppige Mahlzeiten sind durch kleine Portionen mehrmals am Tag idealerweise zu ersetzen.
Trinken ist für die gesunde Darmfunktion sehr wichtig. Dies setzen von Teerstuhl Betroffene optimal mit mindestens 1,5 bis 2 Litern Wasser und Kräutertee um. Wasser ohne Kohlensäure ist in diesem Zusammenhang zu bevorzugen. Zudem ist Alkohol tabu und auch Kaffee sollte nur in Maßen zu sich genommen werden.
Um Blutungen rasch zu erkennen, sind Stuhlbriefchen eine nebenwirkungsfreie Diagnosehilfe, die von den Patienten zu Hause in Eigenregie durchgeführt werden kann. Dies ist auch in der Nachsorge ein wichtiges Element. Wichtig ist, dass das Ergebnis durch bestimmte Lebensmittel verfälscht werden kann. Nähere Informationen hierzu liefert die Packungsbeilage.
Das können Sie selbst tun
Teerstuhl entsteht, wenn der Stuhl durch Blut oder Farbstoffe in Lebensmitteln dunkel verfärbt wird. Bei harmlosen Ursachen kann der Patient selbst einige Dinge tun, um die normale Stuhlfarbe wieder herzustellen.
Zunächst empfiehlt sich eine Ernährungsumstellung. Lebensmittel wie Lakritz, Rote Beete oder Blaubeeren können den Stuhl dunkel färben. Sollte der Teerstuhl ohne weitere Beschwerden auftreten, kann eine einseitige Ernährung ursächlich sein. Darauf verlassen darf man sich jedoch nicht: Eine Blutung im oberen Verdauungstrakt verläuft häufig völlig schmerzlos, sodass auch ein beschwerdefreier Teerstuhl ärztlich abgeklärt werden muss. Langfristige Auffälligkeiten sollten mit dem Hausarzt oder einem Ernährungsberater besprochen werden. Womöglich liegt dem Teerstuhl eine innerliche Blutung oder eine Magen-Darm-Erkrankung zugrunde, die ärztlich behandelt werden muss.
Wurde ein Magengeschwür als Ursache diagnostiziert, muss eine strenge Schonkost eingehalten werden. Der Patient darf keine fettigen Speisen, Kaffee oder Alkohol konsumieren. Raucher sollten ihren Zigarettenkonsum reduzieren. Das gilt auch, wenn dem Teerstuhl das Mallory-Weiss-Syndrom oder eine andere schwere Erkrankung zugrunde liegt.
Zunächst gilt es, die Blutung zu stillen, wofür eine Untersuchung mittels Endoskop oder Ultraschall vonnöten ist. Je nach Art der Erkrankung kann es dann bereits genügen, Medikamente einzunehmen. Bei starken Blutungen, die womöglich sogar auf Magenkrebs oder einen größeren Schleimhautschaden zurückzuführen sind, muss operiert werden. Der Patient sollte sich nach einem solchen Eingriff schonen und weiterhin auf eine ausgewogene und schonende Diät achten. Bei anhaltenden Symptomen empfiehlt sich ein Arztbesuch.
Quellen
- Riemann, J. F., Fischbach, W., Galle, P. R., Mössner, J. (Hrsg.): Checkliste Gastroenterologie und Hepatologie.
ISBN: 9783132454217
- Herold, G.: Innere Medizin 2026.
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- Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
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- Füeßl, H., Middeke, M.: Anamnese und klinische Untersuchung.
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- von Weizsäcker, F., Jonas, S., Lammert, F. (Hrsg.): Viszeralmedizin.
ISBN: 9783662634264
