Teerstuhl

Letzte Aktualisierung am 26. August 2018 | Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher.
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Unter dem Begriff Teerstuhl oder Meläna verstehen Mediziner eine deutlich sichtbare Schwarzfärbung des Stuhlgangs. Diese kann abhängig von der Ursache mit gesundheitlichen Beschwerden einhergehen oder auch völlig symptomfrei auftreten. Verantwortlich für den Teerstuhl können verschiedene Krankheiten, aber auch bestimmte Lebensmittel oder Medikamente sein.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Teerstuhl?

Teerstuhl (Meläna) ist eine Form des sogenannten schwarzen Stuhls. Der Begriff "schwarzer Stuhl" bezeichnet alle Schwarzfärbungen des Stuhlgangs. Handelt es sich aber um glänzenden und sehr übel riechenden, tiefschwarz verfärbten Stuhl, sprechen Fachleute von Teerstuhl.

Dieser ist oftmals ein Indikator für eine schwere Erkrankung, denn die extreme Färbung kommt nicht selten von Blutungen im Magen-Darm-Trakt. Allerdings muss einem schwarzen Stuhl nicht immer eine Erkrankung zugrunde liegen.

Auch bestimmte Medikamente oder Lebensmittel können für die Verfärbung verantwortlich sein. Da unter Umständen aber eine Ursache vorliegen kann, die dringend ärztliche Behandlung notwendig macht, sollte bei Auftreten des Teerstuhls ein Arzt aufgesucht werden.

Ursachen

Oftmals tritt Teerstuhl dann auf, wenn Blutungen im oberen Verdauungstrakt vorliegen. Das Blut wird dann mit dem Stuhl ausgeschieden. Die Blutungen können durch zahlreiche Erkrankungen verursacht werden, beispielsweise durch Magenschleimhautentzündungen, Magengeschwüre, Entzündungen der Speiseröhre oder auch Magenkrebs.

Bestehen Krampfadern im Magen oder in der Speiseröhre, können diese ebenfalls für Blutungen und somit auch für Teerstuhl verantwortlich sein. Patienten mit einer extrem langsamen Verdauung leider ebenfalls häufiger unter Teerstuhl.

Grundsätzlich muss eine Schwarzfärbung des Stuhls aber nicht immer von einer Erkrankung herrühren. Auch die Einnahme von Kohle- oder Eisenpräparaten sowie der Verzehr größerer Mengen von Brombeeren, Rotwein oder rotem Fleisch kann zu einer vorübergehenden deutlichen Verfärbung des Stuhlgangs führen.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Der Stuhlgang eines gesunden Menschen ist dunkelbraun gefärbt. Er kann aber auch deutlich dunklere Töne annehmen. Ist er tiefschwarz, spricht man vom Teerstuhl. Die Ausscheidung erinnert farblich an den Fahrbahnbelag auf deutschen Straßen. Oft besitzt der Teerstuhl einen matten Glanz. Patienten berichten manchmal auch, dass der Stuhlgang über einen ungewohnt üblen Geruch verfügt.

Neben dem Aussehen können Betroffene zur Diagnose Teerstuhl gelangen, insofern sie eine bekannte Erkrankung besitzen. Infrage kommen dafür alle Beschwerden, die eine Blutung im Verdauungstrakt verursachen. Dazu zählen Magengeschwüre, Entzündungen an der Magenschleimhaut oder an der Speiseröhre oder aber Krampfadern. Die tiefschwarze Ausscheidung entsteht aus dem Kontakt des Bluts mit der Magensäure oder Bakterien.

Symptomatisch für eine schwarze Ausscheidung ist aber auch die Einnahme bestimmter Lebensmittel und Medikamente. Diese bedingen zwar einen ähnlich aussehenden Auswurf, aber eben keinen Teerstuhl. Liegen hingegen Schmerzen im Bauchbereich, Übelkeit und Kopfschmerzen vor, erhärtet sich der Verdacht auf eine Erkrankung.

Der Teerstuhl ist damit meist nur am Aussehen erkennbar. Vorerkrankungen, Essgewohnheiten und Medikamenteneinnahmen können nur als Indizien angesehen werden, dass eine ernstzunehmende Erkrankung vorliegt. Nur eine Untersuchung des Stuhls kann letztendliche Gewissheit verschaffen.

Diagnose & Verlauf

Teerstuhl kann in erster Linie durch die Untersuchung einer Stuhlprobe diagnostiziert werden. Kann auf diese Weise Blut im Stuhl nachgewiesen werden, müssen weitere umfassende Untersuchungen wie Magen- oder Darmspiegelungen stattfinden, um die genaue Ursache zu ermitteln.

Findet sich kein Blut in der Stuhlprobe, sollte ein ausführliches Gespräch mit dem Betroffenen stattfinden, in dem unter anderem die Essgewohnheiten, die Krankengeschichte und die Einnahme von Medikamenten besprochen werden.

Der Verlauf hängt stark von der tatsächlichen Ursache für den Teerstuhl ab. Liegt eine schwerere Erkrankung zugrunde, kann der Zustand des Betroffenen ohne Behandlung unter Umständen sogar lebensbedrohlich werden. Ein baldiger Arztbesuch ist daher dringend anzuraten.

Komplikationen

Abhängig von seiner Ursache, kann Teerstuhl unterschiedliche Komplikationen hervorrufen. Liegt dem veränderten Stuhl eine ernste Magen-Darm-Erkrankung zugrunde, kann es im Verlauf unter anderem zu Schmerzen, Entzündungen und weiteren Folgesymptomen der jeweiligen Erkrankung kommen. Der Teerstuhl selbst ist zwar relativ harmlos, seine Ursache kann jedoch schwere Komplikationen nach sich ziehen.

Im Falle von Magenkrebs oder Magengeschwüren künden Veränderungen im Stuhl einen schweren Verlauf an. Personen mit einer langsamen Verdauung leiden im Zusammenhang mit Teerstuhl oft auch unter Verstopfung und anderen Beschwerden des Magen-Darm-Traktes. Länger andauernder Teerstuhl kann außerdem zu Blutarmut und in der Folge zu Blässe, kalten Fingern, Unwohlsein und einer verringerten Leistungsfähigkeit sowie Abgeschlagenheit führen. Auch Infektionen am After können auftreten. Bei der Behandlung von Teerstuhl können ebenfalls Komplikationen auftreten.

So kann die übermäßige Einnahme von Kohle- oder Eisenpräparaten Neben- und Wechselwirkungen hervorrufen. Eisentabletten lösen häufig Übelkeit, Erbrechen, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung und Bauchweh aus. Kohletabletten können zu Verstopfung und sehr selten auch zu einem Darmverschluss führen. Je nachdem, welches Leiden dem Teerstuhl zugrunde liegt, können im Rahmen der Therapiemaßnahmen unter Umständen weitere Komplikationen auftreten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Teerstuhl ist ein Hinweis darauf, dass im Verdauungstrakt Blutungen auftreten. Wenn das Blut gerinnt, wird es über den Stuhl ausgeschieden und färbt diesen dunkel. Ausnahme ist das Kindspech, der erste Stuhlgang bei einem neugeborenen Baby. Tritt dunkler Stuhl also nach diesem Alter auf, muss zwingend ein Arztbesuch zur Abklärung der Ursache erfolgen - bereits ab dem Babyalter. Der Arzt wird zunächst wissen wollen, seit wann der Teerstuhl auftritt und ob der Stuhl regelmäßig so aussieht oder ob es sich nur um eine gelegentliche Beobachtung handelt. Auch weitere Beschwerden und Veränderungen des Wohlbefindens sind wichtig für den behandelnden Arzt, denn so kann er schneller eine mögliche Ursache finden.

Um eine Magen- oder Darmspiegelung wird der Betroffene bei Teerstuhl nicht herumkommen, denn anders kann der Arzt nicht erkennen, weshalb Blutungen im Verdauungstrakt auftreten. Vorher wird möglicherweise aber versucht, mittels Ultraschall zu erkennen, ob bereits eine Ursache zu finden ist. Wenn dort nichts zu sehen ist, können auch weitere bildgebende Verfahren angewendet werden, damit bei der anschließenden Spiegelung gezielt gesucht werden kann und der Patient kürzer unter Narkose bleiben muss. Auch dann, wenn eine Grunderkrankung bekannt ist, die zu Teerstuhl führen kann, sollte ein Arzt konsultiert werden, sobald sich der Zustand verändert oder häufiger als bisher Teerstuhl auftritt.

Behandlung & Therapie

Wurde der Teerstuhl untersucht und die Ursache für die Verfärbung erkannt, leitet der behandelnde Mediziner eine entsprechende Therapie ein. Wurden akute Blutungen im Magen, Darm oder der Speiseröhre festgestellt, müssen diese gestoppt werden. Dies kann unter anderem durch einen operativen Eingriff oder auch direkt im Rahmen einer Darm- bzw. Magenspiegelung geschehen.

Anschließend erfolgt die Behandlung der eigentlichen Ursache. Liegt dem Teerstuhl etwa eine Entzündung im Magen-Darm-Trakt zugrunde, können Antibiotika verabreicht werden, um diese zu beseitigen. Wurden Speiseröhre und umliegendes Gewebe durch eine Überproduktion von Magensäure geschädigt, werden Säurehemmer verordnet, damit keine weiteren Blutungen durch die Säure verursacht werden können.

Sollte eine Krebserkrankung vorliegen, wird - sofern dies möglich ist - der Tumor operativ entfernt. Ansonsten kann eine Chemotherapie die bösartigen Zellen am Wachsen hindern und den Krebs beseitigen. Besonders im Falle einer Säureüberproduktion oder Entzündung der Magenschleimhaut bzw. der Speiseröhre können auch homöopathische Mittel zum Einsatz kommen, die den Säure-Basen-Haushalt auf sanfte Weise ausgleichen.

Allerdings sollte eine solche Therapie immer mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden, da eine reine homöopathische Behandlung im Falle einer schweren Erkrankung nicht ausreicht und sich der Gesundheitszustand des Patienten dramatisch verschlechtern könnte.

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Vorbeugung

Da es für Teerstuhl ganz unterschiedliche Ursachen geben kann, ist eine direkte Vorbeugung nicht möglich. Eine gesunde Lebensweise, eine ausgewogene Ernährung und regelmäßige ärztliche Untersuchungen können aber das Risiko innerer Blutungen bzw. von Magen-Darm-Erkrankungen minimieren. Tritt Teerstuhl auf und/oder werden damit einhergehende Beschwerden im Bauchraum festgestellt, sollte in jedem Fall so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden, damit eine schwere Erkrankung ausgeschlossen werden kann.

Quellen

  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Messmann, H.: Klinische Gastroenterologie. Thieme, Stuttgart 2012


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