Chemotherapie

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 2. September 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Unter einer Chemotherapie versteht man die Behandlung mithilfe von sogenannten Zytostatika, welche in der Lage sind, bösartige Tumore, beziehungsweise Krebszellen in ihrer Vermehrung zu stoppen und sogar zu deren Absterben führen können. Diese Substanzen können bei Krebserkrankungen, also bösartigen Tumoren, angewendet werden. Vor allem bei Krebs, der sich im ganzen Körper ausbreiten kann, ist eine Chemotherapie eine sinnvolle Behandlungsmethode. Da eine Chemotherapie je nach eingesetzten Substanzen unterschiedlich starke Nebenwirkungen mit sich bringen kann, ist sie für den Körper des Patienten häufig eine erhebliche Belastung.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Chemotherapie
Eine Chemotherapie ist eine Behandlung mit Hilfe von sogenannten Zytostatika, welche in der Lage sind, bösartige Tumore, beziehungsweise Krebszellen in ihrer Vermehrung zu stoppen und sogar zu deren Absterben führen können.

Zu den Anwendungsgebieten der Chemotherapie zählen verschiedene Krebserkrankungen wie zum Beispiel Brustkrebs oder Darmkrebs. Da die Zytostatika im ganzen Körper wirken können, verwendet man sie vor allem bei Krebs, der schon in mehrere Organe gestreut hat, obwohl der eigentliche Krebs an einer lokalen Stelle liegt.

Durch die Chemotherapie wurden schon viele Patienten vollständig geheilt, auch bei Leukämie oder Lymphdrüsenkrebs, die zum Teil sehr aggressiv verlaufen, da sie sich im gesamten Körper befinden und das Immunsystem enorm schwächen. Man bezeichnet diese Art der Behandlung als kurative Therapie. Die vollständige Heilung durch die Chemotherapie kann aber auch an lokalen Tumoren herbeigeführt werden (z.B. Hodenkrebs).

Die Chemotherapie wird auch bei schon fortgeschrittenem Krebs angewendet, wenn sich schon Tumore in den Lymphknoten und anderen Organen gebildet haben. Diese Metastasen sollen mithilfe der Therapie gehemmt werden, um eine höhere Lebenserwartung zu erreichen. Bei beispielsweise Prostata-, Lungen- oder Darmkrebs im fortgeschrittenen Stadium hat die Chemotherapie meist nur noch das Ziel der Linderung, was als palliative Therapie bezeichnet wird.

In der heutigen Zeit geschieht der Ablauf der Chemotherapie meist ambulant, jedoch in mehreren Intervallen. Während eines solchen Behandlungszyklus werden dem Patienten die Medikamente in Form von Infusionen, Spritzen oder Tabletten verabreicht.

Da die Krebszellen zu den schnell wachsenden Zellen gehören, werden diese bevorzugt von den Zytostatika angegriffen, aber leider auch gesunde Zellen, wie beispielsweise Schleimhautzellen (zählen auch zu den schnell wachsenden Zellen). In den Pausen zwischen den Zyklen kann der Körper sich erholen und im besten Fall das gesunde Gewebe wieder erneuern. Die Behandlung gilt als erfolgreich, wenn krebsartiges Gewebe nicht weiter gewachsen ist, sich verkleinert hat oder vollständig verschwunden ist.

Einsatz & Indikation

Eine Chemotherapie ist eine medikamentöse Behandlungsform, die zur Bekämpfung von Krebszellen eingesetzt wird. Sie kommt in Betracht, wenn eine Krebserkrankung diagnostiziert wurde, und zielt darauf ab, das Wachstum von Krebszellen zu verlangsamen, diese zu zerstören oder die Ausbreitung der Krankheit zu verhindern.

Die Entscheidung für eine Chemotherapie und der Zeitpunkt ihres Beginns hängen von mehreren Faktoren ab, darunter der Art des Krebses, seinem Stadium, der allgemeinen Gesundheit des Patienten und den spezifischen Zielen der Behandlung.

Die Chemotherapie kann in verschiedenen Situationen angewendet werden:

  • Als kurative Therapie: um Krebs vollständig zu heilen, oft in Kombination mit anderen Behandlungsmethoden wie der Chirurgie oder Strahlentherapie.
  • Als adjuvante Therapie: nach der primären Behandlung (z.B. Operation) zur Vernichtung verbleibender Krebszellen und zur Minimierung des Rückfallrisikos.
  • Als neoadjuvante Therapie: vor der Hauptbehandlung, um Krebstumore zu verkleinern, sodass sie leichter operativ entfernt werden können.
  • Zur Palliation: um Symptome zu lindern und die Lebensqualität bei fortgeschrittenem Krebs zu verbessern, auch wenn eine Heilung nicht mehr möglich ist.

Die spezifische Art der Chemotherapie, ihre Dauer und Intensität werden individuell angepasst, basierend auf der Art des Krebses, seinem Stadium und der Reaktion des Patienten auf die Behandlung. Die Entscheidung für eine Chemotherapie erfolgt nach sorgfältiger Abwägung der potenziellen Vorteile gegenüber den Risiken und Nebenwirkungen, in enger Absprache zwischen dem behandelnden Onkologen und dem Patienten.

Vorteile & Nutzen

Die Chemotherapie bietet spezifische Vorteile im Vergleich zu anderen Behandlungsformen bei Krebserkrankungen, die sie zu einer wichtigen Option in der Onkologie machen. Ein wesentlicher Vorteil ist ihre Fähigkeit, sich auf Zellen im ganzen Körper auszuwirken. Während operative Eingriffe auf lokalisierte Tumore abzielen und Strahlentherapie oft auf bestimmte Bereiche begrenzt ist, kann die Chemotherapie Krebszellen im gesamten Körper erreichen und behandeln. Dies ist besonders wichtig bei Krebsarten, die dazu neigen, zu metastasieren oder bereits Metastasen gebildet haben.

Darüber hinaus ermöglicht die Chemotherapie eine flexible Anpassung der Behandlung. Die Dosierung und Kombination der Medikamente können individuell auf den Patienten und den Verlauf der Erkrankung abgestimmt werden. Dies erlaubt eine personalisierte Behandlung, die auf die spezifischen Bedürfnisse und Reaktionen des Patienten eingeht.

Ein weiterer Vorteil ist die Möglichkeit, die Chemotherapie mit anderen Behandlungsformen zu kombinieren. Oft wird sie als Teil eines multimodalen Therapieansatzes eingesetzt, zusammen mit Operationen und/oder Strahlentherapie, um die Wirksamkeit der Gesamtbehandlung zu erhöhen. Diese Kombination kann dazu beitragen, die Größe von Tumoren zu reduzieren, was operative Eingriffe erleichtert, oder um verbleibende Krebszellen nach einer Operation zu beseitigen.

Die Chemotherapie bietet auch Optionen für Patienten, bei denen chirurgische Eingriffe nicht möglich sind oder die eine fortgeschrittene oder metastasierte Krebserkrankung haben. In solchen Fällen kann sie zur Verlangsamung des Krankheitsverlaufs, zur Linderung von Symptomen und zur Verbesserung der Lebensqualität eingesetzt werden.

Durchführung & Ablauf

Eine Chemotherapie ist eine Form der Krebsbehandlung, die auf die Zerstörung oder das Wachstumsstoppen von Krebszellen abzielt. Die Behandlung nutzt dafür chemische Substanzen, die so gestaltet sind, dass sie sich schnell teilende Zellen, wie es Krebszellen typischerweise sind, angreifen.

Der Ablauf einer Chemotherapie kann variieren, abhängig von der Krebsart, dem Stadium der Erkrankung, dem allgemeinen Gesundheitszustand des Patienten sowie dem spezifischen Behandlungsplan. In den meisten Fällen wird die Chemotherapie in Zyklen durchgeführt, die aus einer Behandlungsphase und einer Erholungsphase bestehen. Diese Zyklen können über mehrere Wochen oder Monate andauern.

Es gibt zahlreiche verschiedene Zytostatika, die meist nach festgelegten Schemata miteinander kombiniert werden; welche Substanzen zum Einsatz kommen, richtet sich vor allem nach der Art und dem Stadium der Erkrankung. Die Chemotherapeutika können auf verschiedene Weisen verabreicht werden, darunter oral in Form von Tabletten oder intravenös durch Injektionen oder Infusionen. Manchmal werden Medikamente auch direkt in den Bereich, in dem sich der Krebs befindet, injiziert.

Während der Behandlung überwachen Ärzte und medizinisches Fachpersonal die Wirksamkeit der Therapie und die Reaktion des Körpers darauf. Sie passen die Behandlung bei Bedarf an, um die bestmöglichen Ergebnisse zu erzielen und Nebenwirkungen zu minimieren.

Zu diesen Nebenwirkungen können unter anderem Übelkeit, Müdigkeit, Haarausfall und eine erhöhte Infektanfälligkeit gehören. Die spezifischen Nebenwirkungen hängen von den verwendeten Medikamenten und der individuellen Reaktion des Patienten auf die Behandlung ab.

Nebenwirkungen & Gefahren

Da die Medikamente nicht nur bösartige Tumorzellen, sondern auch gesunde Zellen angreifen, kommt es bei einer Chemotherapie häufig zu Nebenwirkungen, die für den Körper eine Belastung darstellen können. Zu den ebenfalls angegriffenen Zellen zählen vor allem die Haarwurzelzellen, die Schleimhautzellen und die blutbildenden Zellen im Knochenmark.

Zu den Nebenwirkungen zählen vor allem Übelkeit (oft mit Erbrechen verbunden), Haarausfall, Bauchschmerzen, Appetitlosigkeit, Blutarmut oder Störung der Blutgerinnung, Störung der Organe und ein erhöhtes Risiko für Infektionen. Das Auftreten der Nebenwirkung kann sehr unterschiedlich sein: einige können bereits nach einigen Stunden oder Tagen auftreten, manche erst nach Monaten oder sogar Jahren. Die Nebenwirkungen prägen sich je nach Dosis und der Dauer der Chemotherapie unterschiedlich stark aus.

Auch die körperliche und seelische Verfassung des Patienten spielt eine Rolle dafür, wie er die Behandlung verträgt und mit der Erkrankung umgeht. Viele der auftretenden Nebenwirkungen lassen sich heute abmildern, indem zusätzlich unterstützende (supportive) Maßnahmen angewendet werden, etwa Medikamente gegen Übelkeit und Erbrechen (Antiemetika), Mittel zur Anregung der Blutbildung oder eine gezielte Mundpflege.


Alternativen

Alternative Verfahren zur Chemotherapie bei der Behandlung von Krebs umfassen mehrere Ansätze, die entweder allein oder in Kombination genutzt werden können, besonders wenn eine Chemotherapie nicht möglich oder nicht gewünscht ist.

Eine dieser Alternativen ist die Strahlentherapie, die hochenergetische Strahlen nutzt, um Krebszellen zu zerstören oder deren Wachstum zu verlangsamen. Sie kann gezielt auf den Krebsbereich angewendet werden, um die Schädigung gesunden Gewebes zu minimieren.

Eine weitere Option ist die Immuntherapie, die das eigene Immunsystem des Körpers stärkt und es befähigt, Krebszellen effektiver zu bekämpfen. Sie umfasst Behandlungen wie monoklonale Antikörper, Immuncheckpoint-Inhibitoren und Krebsvakzine.

Die zielgerichtete Therapie fokussiert sich auf spezifische Gene, Proteine oder die Tumorumgebung, die zum Wachstum und Überleben der Krebszellen beitragen. Diese Therapien zielen darauf ab, diese spezifischen Aspekte anzugreifen und dabei weniger Schaden an gesunden Zellen anzurichten.

Hormontherapien werden insbesondere bei Krebsarten eingesetzt, die auf Hormone ansprechen, wie bestimmte Brust- und Prostatakrebsarten. Sie zielen darauf ab, die Produktion bestimmter Hormone zu blockieren oder deren Wirkung auf die Krebszellen zu unterbinden.

Darüber hinaus gibt es komplementäre und integrative Medizinansätze, die begleitend zu herkömmlichen Behandlungen genutzt werden können; sie sollen Beschwerden lindern und die Lebensqualität verbessern, ersetzen die Krebsbehandlung aber nicht. Dazu zählen etwa Akupunktur, Meditation, Yoga und Ernährungsberatung.

Jede dieser Alternativen hat ihre eigenen spezifischen Anwendungsgebiete, Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen, die sorgfältig mit einem Onkologen besprochen werden sollten, um die beste Behandlungsstrategie für den einzelnen Patienten zu bestimmen.

Vorbereitung und Aufklärung

Vor dem Beginn einer Chemotherapie steht eine Reihe von Untersuchungen, die klären sollen, ob der Körper die geplanten Medikamente voraussichtlich verträgt. Dazu gehört in aller Regel ein Blutbild, das Auskunft über die Zahl der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen gibt, außerdem Laborwerte zur Funktion von Niere und Leber, weil viele Zytostatika über diese Organe verarbeitet und ausgeschieden werden. Je nach vorgesehener Substanz kommen weitere Untersuchungen hinzu, etwa eine Beurteilung der Herzfunktion, wenn Wirkstoffe eingesetzt werden sollen, die den Herzmuskel belasten können, oder eine Prüfung des Gehörs und der Nervenfunktion. Bildgebende Verfahren wie Computertomographie, Kernspintomographie oder Ultraschall halten den Ausgangsbefund fest, damit sich der Verlauf später vergleichen lässt.

Ein eigener Punkt der Vorbereitung ist der Zahnstatus. Weil die Schleimhaut des Mundes empfindlich auf Zytostatika reagiert und Entzündungsherde im Gebiss zur Eintrittspforte für Erreger werden können, wird häufig vor Therapiebeginn eine zahnärztliche Untersuchung empfohlen. Auch der Impfschutz wird oft überprüft, da bestimmte Formen der Impfung während einer laufenden Behandlung nicht oder nur eingeschränkt möglich sind.

Zum Aufklärungsgespräch gehört die Frage nach dem Kinderwunsch. Zytostatika können die Keimdrüsen schädigen und die Fruchtbarkeit vorübergehend oder dauerhaft beeinträchtigen; Maßnahmen zum Erhalt der Fruchtbarkeit müssen deshalb vor dem Therapiebeginn besprochen werden, weil sie danach nicht mehr nachgeholt werden können. Weil viele der Substanzen das ungeborene Kind schädigen können, wird während der Behandlung eine zuverlässige Verhütung besprochen; besteht eine Schwangerschaft oder wird gestillt, ändert das die Planung grundlegend. Besprochen werden außerdem alle Medikamente, die bereits eingenommen werden, einschließlich frei verkäuflicher Präparate und pflanzlicher Mittel, da Wechselwirkungen mit den Zytostatika möglich sind.

Zugangswege und Behandlungsrahmen

Die meisten Zytostatika werden in eine Vene gegeben. Bei kurzen Behandlungsserien genügt dafür oft eine Verweilkanüle am Arm. Ist eine längere Behandlung mit vielen Zyklen geplant oder sind die Substanzen für die Venenwand besonders reizend, wird häufig ein Portkatheter eingesetzt: eine kleine Kammer, die in einem kurzen Eingriff unter die Haut am Brustkorb gelegt und mit einer großen Vene verbunden wird. Sie kann durch die Haut immer wieder angestochen werden und erspart die wiederholte Suche nach einer geeigneten Vene. Daneben gibt es Zytostatika in Tablettenform, die zu Hause eingenommen werden, sowie Verfahren, bei denen das Medikament örtlich eingebracht wird, etwa in die Harnblase, in die Bauchhöhle oder in den Nervenwasserraum.

Getragen wird die Behandlung von einem Team. Die Therapieentscheidung fällt in der Onkologie üblicherweise in einer interdisziplinären Tumorkonferenz, in der Fachleute verschiedener Gebiete den Befund gemeinsam bewerten. Die Verabreichung selbst übernimmt speziell geschultes Pflegepersonal, meist in einer onkologischen Tagesklinik oder Schwerpunktpraxis; die Zubereitung erfolgt unter besonderen Schutzvorkehrungen in einer Apotheke. Stationär behandelt wird vor allem dann, wenn die Therapie sehr intensiv ist, eine engmaschige Überwachung nötig ist oder Begleiterkrankungen es erfordern.

Alltag während der Behandlung

Wie stark eine Chemotherapie den Alltag verändert, ist von Mensch zu Mensch und von Substanz zu Substanz sehr verschieden. Manche Betroffene arbeiten in abgeschwächtem Umfang weiter, andere sind über längere Zeit nicht arbeitsfähig. Häufig berichtet wird eine ausgeprägte, durch Schlaf nicht ausreichend zu behebende Erschöpfung, die sich vom gewohnten Müdigkeitsgefühl unterscheidet.

Praktisch bedeutsam ist die Phase, in der die Zahl der weißen Blutkörperchen nach einem Zyklus absinkt und die Abwehrkraft des Immunsystems vermindert ist. In dieser Zeit wird auf Hygiene und den Abstand zu Menschen mit Infekten besonders geachtet. Fieber gilt in dieser Phase als Warnzeichen, das ärztlich abgeklärt werden sollte, weil eine Infektion bei verminderter Abwehr rasch fortschreiten kann. Auch Beschwerden der Mundschleimhaut, anhaltendes Erbrechen, ungewöhnliche Blutungsneigung oder neu auftretende Missempfindungen an Händen und Füßen, wie sie bei einer Polyneuropathie vorkommen, sollten gemeldet werden, weil sich der Behandlungsplan daraufhin anpassen lässt.

Verlaufskontrolle und Nachsorge

Vor jedem neuen Zyklus wird üblicherweise das Blut kontrolliert; erholen sich die Werte nicht ausreichend, kann ein Zyklus verschoben oder die Dosis verändert werden. In festgelegten Abständen wird zusätzlich mit bildgebenden Verfahren überprüft, wie der Tumor auf die Behandlung anspricht. Aus diesem Zwischenbefund ergibt sich, ob das begonnene Schema fortgeführt, gewechselt oder beendet wird.

Nach dem Abschluss der Behandlung schließt sich eine Nachsorge mit regelmäßigen Kontrollterminen an. Sie dient dazu, ein Wiederauftreten der Erkrankung früh zu erkennen und Spätfolgen der Behandlung im Blick zu behalten. Manche Beschwerden bilden sich nach dem Ende der Therapie über Wochen bis Monate zurück, etwa der Haarausfall; andere können längere Zeit bestehen bleiben. Häufig werden begleitend Rehabilitationsmaßnahmen, körperliches Training in angepasstem Umfang und psychoonkologische Unterstützung angeboten.

Geschichte

Die medikamentöse Krebsbehandlung mit Zytostatika ist verglichen mit Operation und Strahlentherapie jung. Ihren Ausgangspunkt nahm sie in den 1940er Jahren, als auffiel, dass Menschen, die dem chemischen Kampfstoff Senfgas ausgesetzt worden waren, eine deutlich verminderte Zahl weißer Blutkörperchen aufwiesen. Aus dieser Beobachtung entstand der Gedanke, verwandte Substanzen gezielt gegen Erkrankungen des blutbildenden Systems einzusetzen. Etwa zur gleichen Zeit wurden Stoffe erprobt, die in den Folsäurestoffwechsel eingreifen und damit die Zellteilung hemmen; sie führten bei Kindern mit Leukämie zu ersten, zunächst nur vorübergehenden Rückbildungen der Erkrankung.

In den folgenden Jahrzehnten setzte sich die Erkenntnis durch, dass die Kombination mehrerer Wirkstoffe mit unterschiedlichen Angriffspunkten der Gabe eines einzelnen Mittels überlegen sein kann. Parallel dazu entwickelten sich die begleitenden Maßnahmen weiter: wirksamere Mittel gegen Übelkeit, die Unterstützung der Blutbildung und die Möglichkeit der Stammzelltransplantation machten Behandlungsformen möglich, die zuvor nicht durchführbar gewesen wären. Neuere Ansätze wie zielgerichtete Medikamente und die Immuntherapie haben die klassische Chemotherapie bei einigen Erkrankungen ergänzt oder teilweise abgelöst, bei anderen bildet sie weiterhin das Grundgerüst der Behandlung.

Quellen

  • Schmoll, H.-J. (Hrsg.): Kompendium Internistische Onkologie.
    ISBN: 9783662607473
  • Berger, D. P., Engelhardt, M., Duyster, J. (Hrsg.): Das Rote Buch.
    ISBN: 9783609512242
  • Aktories, K., Flockerzi, V., Förstermann, U., Hofmann, F. (Hrsg.): Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie.
    ISBN: 9783437061257
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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