Darmspiegelung


Experte: Dr. med. Nonnenmacher
Autor: Medizinredaktion
Aktualisiert am: 21. August 2018
Kategorie: Behandlungen

Die Darmspiegelung wird in der medizinischen Fachsprache auch als Koloskopie bezeichnet und dient der Früherkennung von Darmkrebs. Bei dieser Untersuchung wird der Dickdarm mit Hilfe eines Spezialendoskops untersucht - dieser wird über den After in den Darm eingeführt. Das Koloskop verfügt über eine Lichtquelle sowie eine Kamera, sodass der Darm genau betrachtet werden kann. Zudem kann der behandelnde Arzt mit diesem Gerät sogar Gewebeproben entnehmen beziehungsweise kleinere Operationen durchführen. Dieser Schlauch ist etwa zehn bis 15 Millimeter dick.

Inhaltsverzeichnis

Anwendung

Alle Menschen ab einem Alter von 55 Jahren können im Rahmen der Krebsfrüherkennung einmal jährlich eine Darmspiegelung vornehmen lassen - die Krankenkassen übernehmen die Kosten.

Die Darmspiegelung wird hauptsächlich im Rahmen der Früherkennung von Darmkrebs angewandt, doch dient sie auch dem Erkennen von zahlreichen anderen Erkrankungen. Bei Durchfall und Verstopfung beispielsweise und auch bei Schmerzen im Bauch wird ebenso häufig eine Darmspiegelung angeordnet, um die Ursachen abzuklären.

Schmatische Darstellung der Darmspiegelung (Koloskopie). Klicken, um zu vergrößern.

Die Darmspiegelung kann jedoch nicht nur den Darmkrebs erkennen, sondern auch andere Erkrankungen des Verdauungstraktes. Darmpolypen etwa, die gemeinhin als Vorstufe zum Darmkrebs gelten, werden bei dieser Methode ebenso erkannt wie Entzündungen der Darmwand.

Die Darmspiegelung an sich dauert nur etwa 15 bis 30 Minuten und ist weit weniger schmerzintensiv als allgemein angenommen. Einen Tag vor der Untersuchung bekommt der Patient ein Abführmittel, damit der Darm gründlich von Speiseresten befreit wird. Auch sollte man vor einer Darmspiegelung sehr viel trinken. Am Morgen des Eingriffes darf nichts gegessen werden, vielmehr wird dem Patienten eine mineralhaltige Spüllösung gegeben. Der Darm wird mit Hilfe dieser so weit gereinigt, bis er nur noch klare Flüssigkeit ausscheidet.

Beim Eingriff schiebt der Arzt das Endoskop vorsichtig in den After; von dort gelangt es über den Mastdarm in den Dickdarm. Meist wird etwas Luft eingeblasen - so entfaltet sich der Dickdarm und ist für den Arzt besser einzusehen. Das Koloskop ist so flexibel und biegsam, dass es bis zur Mündung des Dickdarms in den Dünndarm eingeführt werden kann, zur Not sogar einige Zentimeter in den Dünndarm hinein.

Da der Eingriff von den meisten Patienten als recht unangenehm empfunden wird, kann ein leichtes Beruhigungsmittel von Vorteil sein.

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Nebenwirkungen & Risiken

Nebenwirkungen und Risiken bei einer Darmspiegelung sind äußerst selten, können jedoch in Einzelfällen vorkommen. Eine Durchstoßung der Darmwand, die sogenannte Perforation, kann eine Gefahr dieser Untersuchung sein. Diese würde im weiteren Verlauf zu einer Entzündung des Bauchfells führen können. Ist dies der Fall, ist eine erneute schnelle Operation sofort nötig. Bei einer von 4.000 Darmspiegelungen kommt es zu dieser Art der Komplikation - also ein recht geringer Prozentsatz.

Weiterhin sind Nachblutungen möglich - besonders häufig treten diese auf, wenn Darmpolypen entfernt wurden. Blutergüsse im Darmtrakt sind ebenfalls eine mögliche Gefahr im Rahmen einer Darmspiegelung - diese können zwar recht schmerzhaft sein, vergehen aber nach einigen Tagen von selbst und sind für den Körper in der Regel ungefährlich.

Eine mögliche Gefahr geht auch von den Beruhigungsmitteln aus, welche man möglicherweise vor dem Eingriff verschrieben bekommt. Keineswegs sollte man nach der Untersuchung daher Auto fahren, sondern sich im Zweifelsfall abholen lassen.

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Quellen

  • Alexander, K., et al.: Thiemes Innere Medizin, Stuttgart 1999
  • Hahn, J.-M.: Checkliste Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2013
  • Messmann, H.: Lehratlas der Koloskopie: Das Referenzwerk zur Untersuchungstechnik und Befundinterpretation. Thieme, Stuttgart 2014


Mein Name ist Dr. med. Albrecht Nonnenmacher. Ich bin leitender Oberarzt für Innere Medizin & Pneumologie. Als medizinischer Experte gewährleiste ich mit meiner langjährigen beruflichen Erfahrung die medizinische Qualitätsicherung hier auf MedLexi.de. So kann ich Ihnen helfen, Ihre Gesundheit besser zu verstehen.

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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern

manguareo kommentierte am 12.04.2013

Nach meiner ersten Magen-Darmspiegelung vor vier Jahren (ich bin jetzt 54) hatte ich eine stark verminderte Darmtätigkeit. Das hat sich nach etwa 6 Monaten gebessert, aber nie mehr vollständig normalisiert. Vorher hatte ich damit nie Probleme. Kürzlich wurde bei mir ein nervöser Darm diagnostiziert. Diese Diagnose empfinde ich als nicht zutreffend (ich konnte z.B. durch eine Woche Fleischverzicht die Symptome auf praktisch null reduzieren). Ich habe vielmehr das Gefühl das der Darm z.Z. wieder besonders träge arbeitet und vor allem nachts und im Ruhezustand ein leichtes inneres Zittern auftritt - meiner Meinung nach in Verbindung mit Nahrungsaufnahme. Kürzlich wurde mittels Blutuntersuchung eine Laktoseunverträglichkeit (Stufe III) festgestellt. Durchfälle habe ich nicht. Könnte eine neuerliche Darmspiegelung die Darmträgheit noch verschlimmern?
Mein Vater verstarb mit fast 90 Jahren an Darmkrebs, ebenso meine Grossmutter väterlicherseits (mit 91). Diabetes kommt ebenfalls in der Familie vor, wurde aber bei mir ausgeschlossen. Wegen Astma nehme ich seit etwa 12 Jahren Symbicort 160, z.Z. versuche ich eine Reduktion auf 80. Blutdruck ist eher niedrig, Blutbild für mein Alter allgemein ok. Eine virtuelle Kolonoskopie vor 5 Monaten ergab keine Befunde.

Idefix kommentierte am 30.07.2013

Nach einer positiven Probe wurde mir zu einer Magen-Darm-Spiegelung geraten - meine erste und absolut letzte. Ich hatte in den letzten 2 Jahren 5 schwerere Eingriffe, doch die Schmerzen dieser Untersuchung übertrafen absolut alles. Ich bereue, nicht eine zweite und ev. dritte Probenanalyse abgewartet zu haben.