Nierenzyste (Zystennieren)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 20. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Eine Nierenzyste ist ein flüssigkeitsgefüllter Hohlraum in oder an der Niere. Sind beide Nieren von zahlreichen Zysten durchsetzt und vergrößern sich dadurch fortschreitend, so spricht man von Zystennieren. Vereinzelte Nierenzysten bilden sich sporadisch (zufällig), die Zystenniere dagegen ist erblich bedingt. Beides ist streng zu unterscheiden: Eine einzelne Nierenzyste ist ein häufiger und in aller Regel völlig harmloser Zufallsbefund, während die erbliche Zystennierenerkrankung (Fachbegriff: polyzystische Nierenerkrankung) im Lauf des Lebens zum Nierenversagen führen kann. Auch zwei oder drei einzelne Zysten sind noch keine Zystenniere.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Nierenzyste?

Nierenzyste
Wenn die Nierenzysten einzeln auftreten, entwickeln sich meist keine Symptome oder Beschwerden. Oft bleiben die Zysten über viele Jahre unbemerkt.
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Eine Nierenzyste ist ein sack- oder blasenartiges Gebilde innerhalb der Niere oder in deren angrenzender Umgebung. Die Außenseite der Nierenzyste besteht aus einer dünnen, glatten Wand, im Inneren befindet sich ein Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist. Ein Tumor ist eine solche Zyste nicht.

Treten solche Zysten nur vereinzelt auf, so sind sie harmlos und verursachen keine Beschwerden. Sind dagegen beide Nieren von zahlreichen Zysten durchsetzt, spricht man von einer Zystenniere; dann kann die Funktion der Nieren beeinträchtigt werden. Eine Zystenniere verursacht verschiedene Beschwerden und kann zu Nierenversagen führen. Zystennieren entstehen meist erblich bedingt und gehören zu den häufigsten Erbkrankheiten.

Auch die einzelne Nierenzyste ist eine oft vorkommende Veränderung der Niere. Kinder sind eher selten davon betroffen, aber mit steigendem Lebensalter erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich eine Nierenzyste bildet. Bei Menschen über 50 Jahren findet sich im Ultraschall etwa bei jedem Dritten mindestens eine solche Zyste, bei über 70-Jährigen bei mehr als der Hälfte. Fast immer handelt es sich um einen harmlosen Zufallsbefund ohne Krankheitswert.

Ursachen

Vereinzelte Nierenzysten bilden sich oft ohne erkennbare Ursache. Man bezeichnet das als idiopathische Entstehung. Die Zystenniere dagegen ist in den meisten Fällen erblich bedingt. Hier liegt auf Chromosom Nr. 16 eine Genmutation vor (Gen PKD1), seltener auch auf Chromosom Nr. 4 (Gen PKD2).

Man unterscheidet zwischen autosomal dominanter und autosomal rezessiver Vererbung. Beide kommen bei der Zystenniere vor. Bei der autosomal dominanten Vererbung wird die Krankheit auf das Kind übertragen, auch wenn nur ein Elternteil das mutierte Gen weitergibt. Diese Form ist mit etwa einem Betroffenen auf 1000 Menschen die weitaus häufigere; die Genveränderung wird im Mittel an die Hälfte der Kinder weitergegeben. Familien, die sich darüber Klarheit verschaffen möchten, können eine humangenetische Beratung in Anspruch nehmen.

Beim autosomal rezessiven Erbgang entsteht die Zystenniere bei den Nachkommen nur, wenn beide Eltern Träger des defekten Gens sind. Das heißt, selbst wenn ein Elternteil den Gendefekt weitergibt, wird sich beim Kind die Krankheit nicht entwickeln, da das gesunde Gen des anderen Elternteils seine Aufgabe vollständig übernehmen kann. Diese rezessive Form ist mit etwa einem Fall auf 20.000 Geburten selten, verläuft aber deutlich schwerer und zeigt sich bereits im Säuglings- oder Kindesalter.

Zystennieren können aber auch durch Langzeitdialyse entstehen. Die Dialyse ist ein Verfahren zur Reinigung des Blutes, das die Aufgabe von kranken oder zu schwachen Nieren übernimmt.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Wenn die Nierenzysten einzeln auftreten, entwickeln sich meist keine Symptome oder Beschwerden. Oft bleiben die Wucherungen über viele Jahre unbemerkt. Größere Zysten äußern sich durch Schmerzen in der Nierengegend. Im weiteren Verlauf kann es außerdem zu Schwellungen sowie Blut im Urin kommen. Zystennieren rufen langfristig in aller Regel Beschwerden hervor.

Durch die Schädigung des Nierengewebes kann es zu Bluthochdruck und Harnwegsinfekten kommen. Dann gelangt gehäuft Blut in den Urin oder es stellen sich starke Flankenschmerzen ein, die bis in den Rücken und in den Bauch ausstrahlen können. Selten dringen die Schmerzen bis an Hüfte und unteren Rücken vor. Bei der seltenen autosomal rezessiven Form kommt es bereits im Kindesalter zu einem chronischen Nierenversagen; bei der weitaus häufigeren autosomal dominanten Form lässt die Nierenfunktion dagegen erst im Erwachsenenalter nach, ein Nierenersatzverfahren wird meist zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr nötig.

Dieses äußert sich durch akute Schmerzen, Verdauungsbeschwerden und ein zunehmendes Krankheitsgefühl. Viele Patienten leiden unter Abgeschlagenheit und einer Reduzierung der geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit. Handelt es sich um eine Markschwammniere, treten lange Zeit keine Symptome auf. Die Erkrankung äußert sich dann oft erst nach Jahren, wenn der gestörte Harnabfluss in den erweiterten Sammelrohren zur Entstehung von Harnsteinen führt.

Danach treten Symptome wie Koliken und Nierenschmerzen auf. Die Krankheitszeichen nehmen einen schleichenden Verlauf und führen im Extremfall zu einem Nierenversagen. Einzelne Nierenzysten lassen sich, sofern sie überhaupt Beschwerden machen, mit einem kleinen Eingriff gut behandeln. Zystennieren dagegen sind nicht heilbar; Behandlung und Lebensstil können den Verlauf nur verlangsamen und die Beschwerden lindern.

Diagnose & Verlauf

Einzelne Nierenzysten bereiten meist keine Beschwerden und bleiben oft unentdeckt. Sie werden in der Regel nur durch Zufall während einer Ultraschalluntersuchung (Sonographie), bei einem CT (Computertomographie) oder bei einer Magnetresonanztomographie (MRT) entdeckt.

Um einzuschätzen, ob eine Zyste harmlos ist oder bösartig sein könnte, ordnen Ärzte den Befund im CT oder MRT nach der sogenannten Bosniak-Klassifikation den Kategorien I bis IV zu. Zysten der Kategorien I und II sind harmlos und müssen weder kontrolliert noch behandelt werden. Kategorie IIF wird in Abständen überwacht, bei den Kategorien III und IV ist das Risiko für einen bösartigen Tumor so hoch, dass eine Operation empfohlen wird.

In seltenen Fällen kommt es vor, dass sich die Nierenzyste entzündet. Eine solche Infektion kann verschiedene Symptome verursachen, wie beispielsweise Blut im Urin, Schmerzen am unteren seitlichen Rücken und es kann zu einer Nierenbecken- und Harnwegsentzündung kommen.

Bei einer Zystenniere vergrößert sich die Niere mit der Zeit und es entstehen wiederholt Harnwegsinfekte mit Blut im Urin. Patienten leiden an Schmerzen im Nierenbereich, sie fühlen sich weniger leistungsfähig und haben oft einen erhöhten Blutdruck. Bei der autosomal dominant vererbten Zystenniere greift die Zystenbildung oft auch auf andere Organe über, vor allem auf die Leber, seltener auf Bauchspeicheldrüse oder Milz.

Manchmal kommen bei dieser Erkrankung Herzklappenfehler vor. Beim autosomal rezessiven Erbgang treten die Symptome bereits im frühen Kindesalter auf und führen frühzeitig zu Nierenversagen. Bei Verdacht auf Zystennieren aufgrund der Symptome werden bildgebende Verfahren (Ultraschall, CT, MRT) angewendet sowie Blut- und Urinuntersuchungen; eine Nierenspiegelung (Renoskopie) ist dafür nicht erforderlich. Weil die Erkrankung erblich ist, wird nahen Angehörigen eine Ultraschalluntersuchung der Nieren angeboten; eine genetische Untersuchung kommt vor allem dann infrage, wenn der Ultraschallbefund nicht eindeutig ist oder in der Familie eine Lebendnierenspende erwogen wird.

Komplikationen

Einfache Nierenzysten bedürfen meist keiner Behandlung. Sie verursachen oftmals keine Beschwerden und sind harmlos. Allerdings können Nierenzysten ab einer Größe von etwa zehn Zentimetern Bauch- und Rückenschmerzen, Nierenkoliken und Verdauungsprobleme auslösen. Zysten können sich auch entzünden und zur Ausbildung von Abszessen führen. Des Weiteren können Risse oder Einblutungen in den Zysten entstehen. Diese können erhebliche Schmerzen auslösen.

In derartigen Fällen kann ein operativer Eingriff zur Linderung der Schmerzen erforderlich werden. Auch Zysten mit einer dicken, durchbluteten Wand müssen im Zuge einer Operation entfernt werden. Derartige Nierenzysten könnten über Anteile bösartigen Gewebes verfügen. Aus diesen entarteten Zysten können in der Folge bösartige Nierentumore hervorgehen.

Treten Zysten gehäuft auf und verdrängen im Zuge dessen gesundes Nierengewebe, kann dies ein Indiz für angeborene und ererbte Zystennieren sein. Dies kann schwerwiegende Komplikationen verursachen. Betroffene verspüren massive Flanken-, Rücken- und Bauchschmerzen. Zudem tritt oft eine rötliche Verfärbung des Urins auf. Vermehrt leiden betroffene Personen unter Harnwegsinfektionen wie Nierenbecken- und Blasenentzündungen.

Diese Entzündungen gehen mit schmerzhaftem Wasserlassen und gelegentlich auch mit Fieber einher. Die Zysten fördern zudem die Ausbildung von Nierensteinen und Bluthochdruck. Die angeborene Zystenniere kann auf Dauer die Niere so sehr schädigen, dass diese nur noch eingeschränkt funktionsfähig ist. Bei Betroffenen liegt dann eine Niereninsuffizienz vor, die ein Nierenversagen zur Folge haben kann.

Eine Komplikation außerhalb der Nieren wird leicht übersehen: Bei der erblichen Zystennierenerkrankung finden sich bei etwa jedem zehnten Betroffenen Aussackungen von Hirngefäßen (Aneurysmen). Reißt eine solche Aussackung, kommt es zu einer Hirnblutung. Plötzlich einsetzende, extrem heftige Kopfschmerzen, wie sie die Betroffenen noch nie erlebt haben, sind bei Zystennieren deshalb immer ein Notfall: In diesem Fall ist sofort der Rettungsdienst unter der Notrufnummer 112 zu rufen. Sind in der Familie bereits Hirnblutungen oder Aneurysmen vorgekommen, wird eine vorsorgliche Untersuchung der Hirngefäße mittels Magnetresonanztomographie empfohlen; für alle anderen Betroffenen gehört eine solche Untersuchung nicht zum Standard.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Nierenschmerzen, Blut im Urin und Bluthochdruck deuten auf eine Nierenzyste hin. Ein solcher Befund sollte ärztlich abgeklärt werden, auch wenn er in den meisten Fällen keine Behandlung erfordert; verhindern lässt sich die Entstehung weiterer Zysten durch eine Behandlung ohnehin nicht. Sollten weitere Beschwerden hinzukommen, etwa wiederkehrende Harnwegsinfekte oder Darmdivertikel, sollte der Erkrankte mit dem Hausarzt sprechen. Der wichtigste Einflussfaktor für die Entstehung einfacher Nierenzysten ist das Lebensalter; auch Bluthochdruck und eine bereits eingeschränkte Nierenfunktion begünstigen sie. Häufiger treten Zysten außerdem bei Menschen auf, die über Jahre auf eine Dialyse angewiesen sind.

Betroffene Personen sollten die genannten Symptome abklären lassen. Notwendig ist dies vor allem dann, wenn sich als Folge der Zyste bereits ein starkes Unwohlsein eingestellt hat. Plötzliche, sehr heftige Flankenschmerzen mit Fieber oder mit deutlicher Blutbeimengung im Urin sprechen für eine Entzündung oder eine Einblutung in eine Zyste und gehören umgehend in ärztliche Behandlung. Eine Nierenzyste kann von einem Allgemeinmediziner diagnostiziert werden. Die Behandlung erfolgt durch verschiedene Fachärzte wie Nephrologen oder Urologen. Große Zysten, die Beschwerden verursachen, werden im Krankenhaus behandelt. Bei einer Zystennierenerkrankung mit nachlassender Nierenfunktion ist zusätzlich eine Ernährungsberatung sinnvoll. Seelische Ursachen hat eine Nierenzyste dagegen nicht; eine psychologische Begleitung kann aber helfen, wenn die Diagnose einer erblichen Zystennierenerkrankung stark belastet.

Behandlung & Therapie

Eine Nierenzyste bedarf in der Regel keiner Behandlung, da sie keine Beschwerden verursacht. Nur wenn die Zyste sehr groß ist und Beschwerden verursacht, wird sie punktiert. Dabei wird mit einer Hohlnadel in die Zyste gestochen und die Flüssigkeit abgesaugt. Die Substanz wird dann in einem Labor auf mögliche Erreger und auf ihre Zusammensetzung hin untersucht. Weil sich die Zyste nach einer reinen Punktion sehr oft wieder mit Flüssigkeit füllt, wird zusätzlich ein verödendes Mittel eingebracht (Sklerosierung) oder die Zyste in einer Schlüssellochoperation abgetragen (Zystenentdachung).

Die Zystenniere kann nicht heilend behandelt werden, da die Ursache in den Genen liegt. Seit 2015 steht mit dem Wirkstoff Tolvaptan aber erstmals ein Medikament zur Verfügung, das das Wachstum der Zysten bremsen und das Nachlassen der Nierenfunktion verlangsamen kann. Zugelassen ist es für Erwachsene mit autosomal dominanter Zystennierenerkrankung, bei denen die Erkrankung rasch fortschreitet; wegen möglicher Leberschäden und des starken Harndrangs sind engmaschige Kontrollen nötig. Wichtige Bestandteile der Behandlung sind außerdem eine konsequente Einstellung des Blutdrucks und eine salzarme Ernährung. Solange die Nierenfunktion noch gut ist, wird zusätzlich eine reichliche Trinkmenge empfohlen; bei fortgeschrittener Nierenschwäche, Wassereinlagerungen oder einer Herzschwäche gilt das nicht mehr – dann legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Trinkmenge fest. Gegen Schmerzen können schmerzhemmende Medikamente verabreicht werden. Entzündungshemmende Schmerzmittel wie Ibuprofen oder Diclofenac sollten dabei nur zurückhaltend und nicht dauerhaft eingesetzt werden, weil sie die ohnehin belastete Niere zusätzlich schädigen können. Wenn die Zysten sehr groß sind, so schafft auch hier eine Punktion Erleichterung und verringert die Schmerzen. Auf Dauer aber wird die Niere durch die vielen Zysten ihre Funktion nicht mehr erfüllen können und die Blutreinigung muss über eine Dialyse stattfinden.

Es gibt zwei verschiedene Verfahren, die Hämodialyse (HD) und die Peritonealdialyse (PD). Bei der häufiger angewendeten Hämodialyse wird das Blut außerhalb des Körpers mittels einer künstlichen Niere gereinigt und danach wieder in den Körper zurückgeführt. Bei der Peritonealdialyse filtert man das Blut im Inneren des Körpers, und zwar über das Bauchfell des Patienten. Viele Betroffene werden über Jahre oder Jahrzehnte dauerhaft dialysiert. Ist es medizinisch möglich, wird eine Nierentransplantation angestrebt, die die Lebensqualität deutlich verbessert; bis ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, überbrückt die Dialyse diese Zeit.


Aussicht & Prognose

Die Prognose einer Nierenzyste kann ganz unterschiedlich ausfallen. Im Normalfall ist keine weitere medizinische Versorgung nötig, da keine Beschwerden auftreten und die Zyste in ihrer Erscheinung harmlos ist. Häufig bleibt sie über Jahre unentdeckt und macht auch dann keine Beschwerden, wenn sie zufällig gefunden wird. Von allein zurück bildet sich eine einfache Nierenzyste in der Regel nicht, behandelt werden muss sie aber ebenso wenig.

Bei einer erblich bedingten Entstehung von Nierenzysten sollten diese allerdings ärztlich beobachtet und regelmäßig kontrolliert werden. Hier steigt das Risiko für Komplikationen und die Entwicklung von unterschiedlichen Beschwerden. Aufgrund der Genetik kommt es im Verlauf des Lebens wiederholt zu einer Entstehung von Zysten im Bereich der Niere. Diese können bei einer ungünstigen Weiterentwicklung zu verschiedenen Beschwerden und gesundheitlichen Beeinträchtigungen führen. Wächst die Zyste in einer ungünstigen Region, wird sie durch einen kleinen operativen Eingriff entfernt.

Einfache Nierenzysten entarten praktisch nie – auch dann nicht, wenn sie über viele Jahre bestehen. Anders verhält es sich bei Zysten mit verdickten Wänden, Verkalkungen oder Binnenstrukturen, also den Bosniak-Kategorien III und IV: Aus ihnen können sich bösartige Nierentumoren entwickeln. Die Prognose ist bei einer derartigen Entwicklung erheblich verschlechtert, da solche Tumoren in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium zu einem vorzeitigen Ableben des Betroffenen führen können. Daher werden diese Zysten kontrolliert oder frühzeitig operativ entfernt.

Vorbeugung

Nierenzysten kann man nicht vorbeugen. Sind jedoch in der Familie bereits Fälle von Zystennieren bekannt, so empfiehlt es sich, untersuchen zu lassen, ob die Erkrankung auch bei einem selbst vorliegt. In der Regel genügt dafür zunächst eine Ultraschalluntersuchung der Nieren; ein Gentest kommt vor allem dann infrage, wenn der Ultraschallbefund nicht eindeutig ist. Der Erkrankung selbst lässt sich damit zwar nicht vorbeugen, ihr Verlauf lässt sich aber durch eine früh begonnene Behandlung des Blutdrucks günstig beeinflussen.

Nachsorge

Bei einer Nierenzyste stehen dem Patienten in der Regel gar keine oder nur sehr wenige und eingeschränkte Maßnahmen der direkten Nachsorge zur Verfügung. Aus diesem Grund sollte der Patient idealerweise schon frühzeitig einen Arzt aufsuchen, damit es nicht zu anderen Komplikationen oder Beschwerden kommt. Daher steht im Vordergrund bei dieser Krankheit die frühzeitige Erkennung und Behandlung.

Eine Selbstheilung kann sich in der Regel nicht einstellen, sodass Betroffene stets auf eine medizinische Behandlung angewiesen sind. Beschwerden durch eine Nierenzyste lassen sich durch einen operativen Eingriff relativ gut lindern. Dabei sollte sich der Betroffene nach einem solchen Eingriff auf jeden Fall schonen und ausruhen, wobei von Anstrengungen oder von stressigen und körperlichen Tätigkeiten abzusehen ist.

Ebenso sind auch nach dem Eingriff regelmäßige Kontrollen und Untersuchungen durch einen Arzt notwendig, um weitere Beschwerden früh zu erkennen. In vielen Fällen kann sich auch eine gesunde Lebensweise mit einer ausgewogenen Ernährung positiv auf den weiteren Verlauf dieser Krankheit auswirken. Dabei sollten Betroffene viel trinken, solange die Nierenfunktion nicht eingeschränkt ist. Eine einfache Nierenzyste verkürzt die Lebenserwartung nicht. Bei einer erblichen Zystennierenerkrankung hängt der Verlauf dagegen davon ab, wie schnell die Nierenfunktion nachlässt und wie gut sich der Blutdruck einstellen lässt.

Das können Sie selbst tun

Patienten, die unter Nierenzysten leiden, sollten neben der ärztlichen und medizinischen Versorgung selbständig Maßnahmen zur Linderung der Beschwerden einleiten. Gute und gesunde Lebensgewohnheiten helfen bei dem Genesungsprozess und können im weiteren Verlauf vorbeugend wirken.

Besonders wichtig ist der Verzicht von Alkohol, Nikotin sowie Drogen. Diese Schad- und Giftstoffe wirken sich negativ auf die Nierentätigkeit aus und verschlechtern den allgemeinen Gesundheitszustand um ein Weiteres. Der Konsum von ausreichend Flüssigkeit ist wichtig, damit Krankheitserreger und abgestorbene Gewebezellen aus dem Organismus abtransportiert werden können. Die empfohlene Mindestmenge liegt im Normalfall bei zwei Litern Flüssigkeit pro Tag. Am besten geeignet sind Wasser und ungesüßte Tees. Bei fortgeschrittener Nierenschwäche gilt diese Empfehlung allerdings nicht mehr: Dann legt die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt die Trinkmenge fest, die dann deutlich niedriger liegen kann. Der Genuss von frischem Obst und Gemüse ist für den Aufbau von Abwehrkräften und zur Stabilisierung des Immunsystems ebenfalls sehr zu empfehlen. Eine ausreichende körperliche Bewegung und die Zufuhr von Sauerstoff fördern die Gesundheit des Patienten zusätzlich.

Bei der Nahrungsaufnahme sollte auf den Verzehr von rohem Fleisch verzichtet werden. Bei einer fortgeschrittenen Nierenschwäche verordnen Ärzte manchmal Natriumhydrogencarbonat (Natron) in Tablettenform, um eine Übersäuerung des Blutes auszugleichen. Auf eigene Faust sollte Natron dagegen nicht eingenommen werden: Es enthält viel Natrium, kann den Blutdruck steigen lassen und Wassereinlagerungen begünstigen. Eine antibakterielle oder allgemein gesundheitsfördernde Wirkung hat es nicht.

Quellen

  • Kuhlmann, U., Böhler, J., Luft, F. C., et al. (Hrsg.): Nephrologie.
    ISBN: 9783131572868
  • Schwenger, V. (Hrsg.): Klinikleitfaden Nephrologie.
    ISBN: 9783437210358
  • Murken, J., Grimm, T., Holinski-Feder, E., Zerres, K. (Hrsg.): Taschenlehrbuch Humangenetik.
    ISBN: 9783132416888
  • Michel, M. S., Thüroff, J. W., Janetschek, G., Wirth, M. (Hrsg.): Die Urologie.
    ISBN: 9783662634011
  • Keller, C. K., Geberth, S.: Praxis der Nephrologie.
    ISBN: 9783642102127

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