Übersäuerung (Azidose)

Dr. med. NonnenmacherMedizinische Expertise: Dr. med. Nonnenmacher
Qualitätssicherung: Dipl.-Biol. Elke Löbel, Dr. rer. nat. Frank Meyer
Letzte Aktualisierung am: 21. August 2026
Dieser Artikel wurde unter Maßgabe medizinischer Fachliteratur und wissenschaftlicher Quellen geprüft.

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Man spricht von einer Übersäuerung oder Azidose beim Menschen, wenn der pH-Wert des Blutes unter 7,36 liegt. Gesunde Menschen haben ein ausgeglichenes Säure-Basen-Verhältnis zwischen 7,36 und 7,44. Man unterscheidet eine Übersäuerung in stoffwechselbedingte (metabolische) und auf der Atmung beruhende (respiratorische) Azidose. Anzeichen einer schweren Azidose sind eine auffällig tiefe, angestrengte Atmung, Übelkeit und eine zunehmende Bewusstseinstrübung; bei einer respiratorischen Azidose können zusätzlich blaue Lippen auftreten, bei einer entgleisten Zuckerkrankheit häufiges Wasserlassen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Übersäuerung (Azidose)?

Uebersaeuerung
Die Betroffenen äußern also eher unklare Symptome, Beschwerden und Anzeichen, die sich nicht klar einem bestimmten Krankheitsbild zuordnen lassen. Auch Adipositas, also Übergewicht, wird in der Übersäuerungslehre als Alarmsignal für eine sich entwickelnde Übersäuerung des Körpers gedeutet.
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Hinter dem Wort „Übersäuerung“ stecken zwei völlig verschiedene Dinge, die nicht miteinander verwechselt werden dürfen.

Die Azidose im medizinischen Sinn ist eine im Blut messbare Verschiebung des pH-Wertes nach unten. Sie tritt bei schweren Erkrankungen auf, etwa bei einer entgleisten Zuckerkrankheit (Diabetes mellitus), bei Nierenversagen, bei einem Kreislaufschock oder bei fortgeschrittenen Lungenerkrankungen, bei denen zu wenig Kohlendioxid abgeatmet wird. Sie ist ein ernster Zustand, der meist im Krankenhaus behandelt werden muss, und lässt sich nur durch eine Blutuntersuchung (Blutgasanalyse) feststellen.

Davon zu trennen ist die vor allem in der Alternativmedizin verbreitete Vorstellung einer „latenten Übersäuerung“ des Körpers durch die Ernährung und die Lebensweise. Für sie gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg: Lunge und Nieren halten den pH-Wert des Blutes sehr eng in seinem Normbereich, sodass er sich auch bei einseitiger Ernährung kaum verändert. Die folgenden Abschnitte beschreiben überwiegend diese alternativmedizinische Vorstellung.

Nicht gemeint ist mit beidem die Magenübersäuerung, bei der zu viel Magensäure oder ein Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre Beschwerden macht (Sodbrennen). Sie ist etwas völlig anderes und hat mit dem Säure-Basen-Haushalt des Blutes nichts zu tun.

Übersäuerung oder Latente Azidose – der schleichende Feind. Fast 90 Prozent der Bevölkerung sind nach Meinung von Medizinern, die sich mit dem Thema Übersäuerung beschäftigen und forschen, mehr oder weniger übersäuert, wobei demnach jede chronische Krankheit mit einer Übersäuerung des Bindegewebes zu tun hat.

Vertreter dieser Vorstellung sprechen von einer Übersäuerung, wenn der pH-Wert im Gewebe absinkt. Ein Nachweis dafür, dass elektrische Geräte oder einzelne Lebensmittel den pH-Wert von Körperzellen dauerhaft senken, existiert nicht. (Merke: je niedriger der pH-Wert, desto saurer sind die Zellen, je höher der pH-Wert, desto basischer sind die Zellen)

Ursachen

Die Gründe für die allgemeine Übersäuerung liegen nach Meinung von Experten auf der Hand, denn Säure ist praktisch überall: Industrieemissionen, industriell aufbereitete Nahrung mit etlichen Zusatzstoffen, Stress, Depressionen, chemische Behandlungen in Form von Medikamenten, usw., sorgen für eine regelrechte „Säureflut“. Auch Rauchen und andere Suchtformen können zu einer Übersäuerung führen. Auch der vermehrte Verzehr von Wurst, Fleisch und Käse soll nach dieser Vorstellung den Körper rasch übersäuern lassen.

Diese Säureflut wiederum muss durch Basen im Körper gepuffert, d.h. ausgeglichen werden. Denn der Körper hat natürliche Funktionen entwickelt, um Säure wieder auszuscheiden: Die wichtigsten Organe sind dabei die Lunge, die das Kohlendioxid (CO₂) abatmet, und die Nieren, die Säuren mit dem Urin ausscheiden. Auch die Leber ist am Säure-Basen-Haushalt beteiligt, und das Knochengewebe kann Säuren vorübergehend abpuffern. Gelingt dem Körper die Pufferung durch Basen nicht mehr, so wird er nach dieser Vorstellung sauer und Krankheiten sind die Folge.

Symptome, Beschwerden & Anzeichen

Die Übersäuerung des Organismus entwickelt sich schleichend, also in der Regel nicht von heute auf morgen. Die Symptome der Azidose des Zwischenzellgewebes und der Organe sind oft sehr vielgestaltig und lassen sich keinem eindeutigen Krankheitsgeschehen zuordnen. Das gilt insbesondere in der Frühphase der Übersäuerung.

Die Betroffenen äußern also eher unklare Symptome, Beschwerden und Anzeichen, die sich nicht klar einem bestimmten Krankheitsbild zuordnen lassen. Auch Adipositas, also Übergewicht, wird in der Übersäuerungslehre als Alarmsignal für eine sich entwickelnde Übersäuerung des Körpers gedeutet. Ist der Körper übersäuert, so äußert sich dies häufig in einer vorher nicht gekannten Tagesmüdigkeit, Schläfrigkeit, Energielosigkeit und einem schlaffen, inkonsistenten Körpergefühl.

Im Laufe der Zeit treten weitere Zeichen einer möglichen Übersäuerung hinzu. Das Hautbild verändert sich negativ, nicht nur die Gesichtshaut wirkt fahl, zunehmend blass und faltig. Ursache ist die immer schlechter werdende Hautdurchblutung bei Übersäuerung. Das Immunsystem ist bei chronischer Azidose ebenfalls nicht mehr so leistungsfähig.

Dies äußert sich in einer vermehrten Infektanfälligkeit mit ständigen Erkältungskrankheiten, Schnupfen oder Allergiesymptomen. Vielfach verschlechtert sich auch der Zahnstatus, und das, obwohl die Zähne täglich geputzt werden. Ursache ist der zu niedrige pH-Wert des Speichels in der Mundhöhle bei Übersäuerung. Auf dieser Grundlage können sich schädliche Keime wie Pilze und Bakterien stark vermehren.

Die in diesem Abschnitt genannten Beschwerden sind sämtlich unspezifisch: Müdigkeit, fahle Haut, Infektanfälligkeit und Zahnprobleme haben zahlreiche andere, teils gut behandelbare Ursachen. Sie sollten deshalb ärztlich abgeklärt und nicht vorschnell einer „Übersäuerung“ zugeschrieben werden. Eine echte Azidose macht dagegen andere Beschwerden: eine auffällig tiefe, angestrengte Atmung, Übelkeit, Erbrechen und eine zunehmende Bewusstseinstrübung.

Krankheitsverlauf

Die Folgen und der Verlauf einer Übersäuerung sind je nach Mensch unterschiedlich. Als typische Übersäuerungs-Krankheit gilt in dieser Vorstellung zum Beispiel die Osteoporose. Da das Knochengewebe Säuren abpuffern kann, soll es bei andauernder Übersäuerung porös und brüchig werden.

Übersäuerungs-Experten betonen dabei, dass nicht der allgemein angenommene Kalziummangel für die Osteoporose verantwortlich ist; denn üblicherweise sei genügend Kalzium im Körper bei Osteoporose zu finden. Nach heutigem Kenntnisstand lässt sich dieser Zusammenhang jedoch nicht belegen: Übersichtsarbeiten fanden keinen Hinweis darauf, dass eine „säurebildende“ Ernährung Osteoporose auslöst oder dass basische Nahrungsergänzungsmittel die Knochendichte verbessern. Als gesicherte Risikofaktoren gelten dagegen Bewegungsmangel, Rauchen, Untergewicht, ein Mangel an Vitamin D und der Hormonmangel nach den Wechseljahren.

Rote Blutzellen bilden im Blut Puffer für Säure und passieren im gesunden Zustand nacheinander die Kapillare. Anhänger der Übersäuerungslehre nehmen an, dass sie bei einer Übersäuerung verklumpen und dann nur noch Plasma durch die Kapillare fließt.

Als Folge werden Bluthochdruck, Herzinfarkt oder ein Schlaganfall genannt; belegt ist dieser Zusammenhang nicht, und für diese Erkrankungen sind andere Risikofaktoren gut untersucht. Im Anfangsstadium sind Leistungsabfall und Schlappheit durch Atemprobleme zu verzeichnen. Auch die verbreitete Behauptung, eine Übersäuerung begünstige Krebs, ist nicht belegt. Ein pH-Wert von 6,3 im Blut wäre mit dem Leben nicht vereinbar; tatsächlich verhält es sich umgekehrt, denn ein Tumor säuert durch seinen Stoffwechsel sein unmittelbares Umfeld an.

Komplikationen

Eine milde Form der Übersäuerung im Sinne der alternativmedizinischen Vorstellung, die zudem nur kurz- bis mittelfristig anhält, geht in aller Regel nicht mit ernsthaften Komplikationen einher. Je mehr sich der pH-Wert des Körpers jedoch dem sauren Bereich annähert und je länger dieser Zustand anhält, desto wahrscheinlicher stellen sich auch Komplikationen ein.

In mittelschweren Fällen verstärken sich zunächst die typischen Begleiterscheinungen. Kopfschmerzen, die dieser Vorstellung zufolge zu den häufigsten Beschwerden zählen, können migräneartige Züge annehmen. Die ebenfalls typische Tagesmüdigkeit kann so stark empfunden werden, dass die Betroffenen keinem Achtstundenarbeitstag mehr durchstehen und nachmittags eine Schlafpause einlegen müssen.

Darüber hinaus kann die Konzentrationsschwäche so stark zunehmen, dass viele Arbeiten nicht mehr verrichtet werden können. Tritt die Störung in jungen Jahren auf, kann dies den schulischen Erfolg oder den erfolgreichen Abschluss eines Studiums gefährden.

Darüber hinaus können sich Koordinationsstörungen einstellen, die dazu führen, dass der Betroffene keine Maschinen mehr bedienen und nicht mehr selbst Auto oder Fahrrad fahren sollte. Die Einschränkungen im Beruf und die stark verminderte Mobilität können ernsthafte psychische Probleme verursachen.

Bei einer starken Übersäuerung, die nicht behandelt wird, muss außerdem noch mit weit ernsteren Folgen gerechnet werden. So kann Bluthochdruck zu einem Herzinfarkt oder einem Schlaganfall führen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen einer „Übersäuerung“ durch die Ernährung und einer Osteoporose ließ sich in Studien dagegen nicht bestätigen.

Von alldem zu unterscheiden ist die medizinische Azidose. Sinkt der pH-Wert des Blutes tatsächlich unter 7,36, ist das ein ernster Zustand, der rasch behandelt werden muss. Eine schwere Azidose äußert sich in einer auffällig tiefen, angestrengten Atmung (Kussmaul-Atmung), in Übelkeit und Erbrechen sowie in einer zunehmenden Bewusstseinstrübung bis zum Koma; sie kann innerhalb von Stunden lebensbedrohlich werden. Häufigste Auslöser sind eine entgleiste Zuckerkrankheit (diabetische Ketoazidose), ein akutes Nierenversagen, ein Kreislaufschock und schwere Lungenerkrankungen, bei denen das Kohlendioxid nicht mehr ausreichend abgeatmet wird. Behandelt wird dabei nicht die Säure selbst, sondern die zugrunde liegende Erkrankung, in aller Regel im Krankenhaus.


Wann sollte man zum Arzt gehen?

Bei einer steten Zunahme eines Krankheitsgefühls oder allgemeinen Unwohlseins besteht Anlass zur Besorgnis. Bei einer Übersäuerung kommt es über einen langen Zeitraum zu Veränderungen der allgemeinen Gesundheit. Ein Arztbesuch ist notwendig, sobald der Prozess dem Betroffenen bewusst wird. Übergewicht, eine innere Schwäche oder eine Abnahme der geistigen wie körperlichen Leistungsfähigkeit werden in der Übersäuerungslehre der Übersäuerung zugeschrieben; medizinisch haben sie zahlreiche andere, teils gut behandelbare Ursachen und gehören ärztlich abgeklärt. Müdigkeit, schnelle Zustände der Erschöpfung und auch eine Tagesmüdigkeit deuten auf eine gesundheitliche Störung hin. Ein Arzt ist zu konsultieren, damit die Auffälligkeiten und Besonderheiten besprochen werden können. Letztlich führt nur ein medizinischer Test zur Klärung der Ursache.

Wird eine Zunahme von Infektanfälligkeit oder Erkältungserkrankungen bemerkt, ist dem nachzugehen. Es handelt sich hierbei um Warnsignale des Organismus, die kontrolliert werden sollten. Veränderungen des Verhaltens, eine Abnahme der Lebensfreude und ein Rückzug aus dem sozialen sowie gesellschaftlichen Leben deuten auf bestehende Unregelmäßigkeiten hin. In den meisten Fällen gibt es dafür eine organische Erklärung, die diagnostiziert werden sollte. Wird über eine längere Zeit eine ungesunde Lebensweise geführt, ist grundsätzlich ein Kontrollbesuch bei einem Arzt anzuraten. Ab dem Erwachsenenalter sollte darüber hinaus an den angebotenen Vorsorgeuntersuchungen teilgenommen werden. Die Untersuchungen ermöglichen eine Früherkennung und können daher rechtzeitig gesundheitliche Missstände aufdecken.

Treten dagegen eine auffällig tiefe und hastige Atmung, ein obstartiger Geruch der Atemluft, starke Übelkeit mit Erbrechen, Verwirrtheit oder Bewusstlosigkeit auf, kann eine schwere Azidose dahinterstecken. Dann ist sofort der Notruf 112 zu wählen. Besonders gilt das für Menschen mit einer Zuckerkrankheit, mit einer Nierenerkrankung und mit einer schweren Lungenerkrankung.

Behandlung & Therapie

Eine im Blut nachgewiesene Azidose wird ärztlich behandelt, indem die auslösende Erkrankung beseitigt wird, etwa durch Insulin und Flüssigkeit bei einer diabetischen Ketoazidose, durch eine Dialyse bei Nierenversagen oder durch eine Atemunterstützung bei einer respiratorischen Azidose. Eine Ernährungsumstellung, Basenpulver oder Basenfasten sind dafür nicht geeignet und dürfen eine ärztliche Behandlung nicht ersetzen. Die folgenden Ratschläge beziehen sich auf die alternativmedizinische Vorstellung einer „latenten Übersäuerung“.

Als Maßnahme gegen die latente Übersäuerung gilt in dieser Vorstellung eine ausgewogene und gesunde Ernährung. Bei der Übersäuerung spielen tierische Eiweiße eine große Rolle (Fleisch, Wurst, Käse). Daher gilt es, diese zu reduzieren. Fleisch, raffinierter Zucker, Weißmehl, Alkohol und Bohnenkaffee sind besonders säurelastig. Reich an Basen sind wiederum Kartoffeln (an erster Stelle), Gemüse, Salat, Obst, ungeschälter Reis, Sojaprodukte, Rohmilch, Nüsse, Gewürze und Kräutertees. Rohmilch sollte allerdings vor dem Verzehr abgekocht werden, weil sie Krankheitserreger enthalten kann. Für Schwangere, Kleinkinder, ältere und abwehrgeschwächte Menschen gilt das besonders.

Auch seelische Stressmomente wie Trauer und andauernde Überbelastung verstärken die Säureflut im Körper. Um Säure zu neutralisieren, werden im Handel sogenannte basische Produkte in Form von Pulver für Shakes oder in Form von Tabletten angeboten. Regelmäßig eingenommen sollen sie helfen, die Säure-Basen-Balance wiederherzustellen. Ein Nutzen dieser Präparate ist wissenschaftlich nicht belegt; bei gesunden Nieren scheidet der Körper überschüssige Säuren von selbst aus. Größere Mengen können den Magen belasten und die Aufnahme von Medikamenten und Mineralstoffen stören. Menschen mit einer Nierenerkrankung, mit Herzschwäche oder unter entwässernden Medikamenten sollten Basenpulver nicht ohne ärztliche Rücksprache einnehmen.

Mediziner, die sich mit Übersäuerung beschäftigen, verabreichen außerdem Infusionen, um die Säurelast abzumildern. Viele betonen dabei, dass gesunde Ernährung nicht genug ist, wenn sich jemand in einem „Säureloch“ befindet. Dann werden Infusionen, basische Produkte und eine ausgewogene Ernährung empfohlen. Solche Basen-Infusionen werden als Selbstzahlerleistung angeboten. Bei gesunden Nieren sind sie nicht erforderlich und können den Salz- und Mineralstoffhaushalt aus dem Gleichgewicht bringen.

Dennoch bleibt anzuraten, sich gesund und vielseitig zu ernähren. Fleisch und Wurst sollten nur in Maßen verzehrt werden. Viel Bewegung und Sport unterstützen außerdem die Säureregulation im Körper.

Das können Sie selbst tun

Übersäuerung kann die Ursache vieler Krankheiten und Beschwerden sein. Man fühlt sich schlapp und müde, antriebslos und nimmt Medikamente zur Abhilfe. „Selbst verordnet“ oder vom Arzt verschrieben gegen Sodbrennen oder andere aus Übersäuerung entstandene Probleme. Sodbrennen entsteht allerdings dadurch, dass Magensäure in die Speiseröhre zurückfließt. Mit dem Säure-Basen-Haushalt des Blutes hat es nichts zu tun, und Basenpulver helfen dagegen nicht.

Bei einer gesunden Ernährung und gesunden Nieren hält der Körper seinen Säure-Basen-Haushalt von selbst im Gleichgewicht. Hat man erkannt, dass eine Übersäuerung vorliegt, sollten die Essgewohnheiten überprüft werden. Säurebildende Nahrungsmittel wie hauptsächlich Fleisch, Wurst, Milch, Kaffee, süße Getränke oder Softdrinks können die Ursache sein. Dazu kommen noch Geschmacksverstärker und Süßstoffe. Nicht zuletzt sind es aber auch die Probleme des Alltags wie Stress, Sorgen, negative Gedanken und Ärger, die zur Übersäuerung beitragen. Zu viele entstandene Säuren und Schlacken werden im Bindegewebe, in den Gelenken oder auch in den Blutgefäßen eingelagert. Sogenannte „Schlacken“ lassen sich im Körper allerdings nicht nachweisen; der Begriff stammt aus der Hüttentechnik und nicht aus der Medizin.

Ist mittels eines Teststreifens ein positives Ergebnis festgestellt worden, kann über eine Ernährungsumstellung das Gleichgewicht im Körper wiederhergestellt werden. Solche Teststreifen messen allerdings nur den pH-Wert des Urins. Dieser schwankt im Tagesverlauf und je nach Mahlzeit stark und lässt keinen Rückschluss auf den pH-Wert des Blutes zu; eine Azidose kann damit weder festgestellt noch ausgeschlossen werden. Dafür ist eine Blutgasanalyse beim Arzt nötig. Mit einem Verhältnis von 80 : 20 sollten mehr basische als saure Lebensmittel zu sich genommen werden, basische Mineralstoffe wie z. B. Magnesium und Calcium sind dabei hilfreich. Viele Menschen berichten unter einem basischen Ernährungsprogramm von einem besseren Wohlbefinden; das dürfte vor allem daran liegen, dass eine solche Kost viel Gemüse und Obst und wenig stark verarbeitete Lebensmittel enthält. Reduzierung der Alltagsprobleme und eine positive Lebenseinstellung tragen zur Steigerung der Lebensqualität bei.

Quellen

  • Kuhlmann, U., Böhler, J., Luft, F.C., Alscher, M.D. (Hrsg.): Nephrologie.
    ISBN: 9783137002062
  • Silbernagl, S., Lang, F.: Taschenatlas Pathophysiologie.
    ISBN: 9783132429130
  • Marx, G., Muhl, E., Zacharowski, K., Zeuzem, S. (Hrsg.): Die Intensivmedizin.
    ISBN: 9783662686980
  • Herold, G.: Innere Medizin 2026.
    ISBN: 9783982116655
  • Arastéh, K., Baenkler, H.-W., Bieber, C., et al.: Duale Reihe Innere Medizin.
    ISBN: 9783132443488

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